Blut und Gold

Erschienen: September 2018

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2018, Titel: 'Kin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Carsten Jaehner
Blutiges familiäres Kammerspiel

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Sep 2020

Irgendwo in Skandinavien, Sommer 970. Unnthor Reginsson und seine Frau Hildigunnur haben die Familie eingeladen, ein paar Tage bei Ihnen auf dem Gut Flussfeste zu verbringen. Alle vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter, sind inzwischen aus dem Haus und haben zum Teil selber Familie, währenddessen wachsen Einar und Helga bei ihnen an Kindes statt auf. Nach und nach kommen die Familien an, allen voran der älteste Sohn Karl mit seiner Frau Agla und zwei Kindern, dann der zweite Sohn Bjorn mit Frau Thyri und ihrem Sohn, dem geistig zurückgebliebenen, aber bärenstarken Volund.

Nachdem Sohn Nummer drei Aslak mit Frau Runa nebst Kindern und die Tochter Jorunn mit ihrem schwedischen Mann Sigmar eingetroffen sind, beginnen Familientage, die alle so bald nicht vergessen werden. Zumal es ein Gerücht gibt, dass Vater Unnthor einst von einem Raubzug einen nennenswerten Schatz mitgebracht und versteckt haben soll. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, obwohl Unnthor nie darüber gesprochen hat. Zunächst kämpfen die Anwesenden noch in sportlichen Wettkämpfen wie Axtwerfen, Steine stapeln oder Wettrennen gegeneinander. Doch als am anderen Morgen ein Familienmitglied tot in seinem Bett aufgefunden wird, ist klar, dass einer von den anwesenden der Mörder sein muss. Der Hoffriede ist gestört, und Helga macht sich auf die Suche nach dem Mörder und deckt so das eine oder andere Familiengeheimnis auf…

Spannende Situation

Snorri Kristjánsson hat mit seinem ersten historischen Kriminalroman einen Spannungsroman geschrieben, der wie ein Kammerspiel anmutet, da er nur auf dem Gut Flussfeste spielt, auf dem Unnthor und seine Frau Hildigunnur mit ihren Ziehkindern und ihrem alten Mitarbeiter Jaki leben. Nacheinander kommen die Familien ihrer vier Kinder an, um ein paar gemeinsame Tage zu verbringen, zu denen Unnthor geladen hat. Den genauen Grund erfährt man nicht, wohl aber, dass das letzte Familientreffen schon lange her ist und sich seitdem einige Winter ereignet haben. Der Autor streut nach und nach die Informationen über alle Anreisenden ein und bereitet somit den Teppich für das nachfolgende Geschehen.

Verfolgt wird das alles aus der Sicht von Helga, der Ziehtochter der beiden Eltern, die aber auch alle vier Kinder kennen. Das Buch ist nicht in der Ich-Perspektive geschrieben, dennoch verfolgt man als Leser ihre Gedanken und Schlussfolgerungen und taucht so aus halbwegs neutraler Sicht in die Ermittlungen ein. Von Hildigunnur wird sie nicht beauftragt, aber sie weiß um deren Erwartungen und so beobachtet sie alles ganz genau, bei Tag und bei Nacht.

Traditionen auf mehreren Ebenen

Der Roman besticht durch seine Beschreibungen der Traditionen. Auf der einen Seite hält die Familie zusammen und weiß, was zu tun ist, wenn ein Familienmitglied getötet wurde; es wird Totenwache gehalten und der Leichnam nach alter Tradition verabschiedet. Auf der anderen Seite ist der Mörder augenscheinlich ein Mitglied der Familie und somit weilt er noch unter den Anwesenden, was Schande über die Familie bringt. Somit bleibt die Stimmung ab dem Mord immer irgendwie ambivalent und die Eltern stehen wie Felsen in der Brandung, halten alles zusammen. Der Autor schafft es, die Spannung zwischen all den Stimmungen zu halten und kann sich sogar in der Spannung noch steigern.

Alle sind verdächtig

Die Beschreibungen der Anwesenden, Familie und später noch ein paar Schweden, sind gut gelungen, so dass sich der kleinen Familienclan gut voneinander abhebt. Wer trotzdem Schwierigkeiten mit der Zuordnung beispielsweise der Kinder hat, kann jederzeit in den Einband schauen, wo ein Stammbaum der Familie aufgezeichnet ist und der so hilft, festzustellen, wer da mit wem verheiratet ist und wer der Älteste ist und so weiter. Das ist gut gemacht und gerade für dieses Kammerspiel sehr hilfreich.

Denkt man als Leser, man habe den Mörder entdeckt, geschieht hinter der nächsten Ecke ein weiterer Dialog, der alle durchdachte Theorie wieder über den Haufen wirft. Geschickt entwirft der Autor ein Mordmotiv nach dem anderen, jedes davon schlüssig, und erst kurz vor Ende geschieht der Knall und man kann überprüfen, ob die eigene Theorie, wenngleich ein paarmal geändert, die richtige ist.

Fazit:

Snorri Kristjánsson ist mit seinem ersten historischen Kriminalroman „Blut und Gold“ (im Original: „Kin“ = Kinder) ein spannendes familiäres Kammerspiel gelungen, das bis ein paar Seiten vor Ende die Spannung hochhält, viele Traditionen um Familie und Tod aufzeigt und somit einen lesenswerten Roman darstellt. Im Original ist bereits ein weiterer Roman um Helga erschienen, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt. Empfehlenswert.

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