Die Melodie der Schatten

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2018, Titel: 'Die Melodie der Schatten', Originalausgabe

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Schottland, 1837: Die junge Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante in den Highlands, als ihre Kutsche in einen Hinterhalt gerät. Halbtot vor Angst und Erschöpfung schlägt sie sich bis zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Doch der Besitzer ist Fiona ebenso unheimlich wie das alte Gemäuer. Nachts quälen sie dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche: Schritte, Stimmen, eine wiederkehrende Melodie. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder ist Fiona dabei, den Verstand zu verlieren?

Die Melodie der Schatten

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Letzte Kommentare:
22.12.2018 17:23:27
Gina1627

Ein Glanzstück! Sehr beeindruckend und brillant erzählter Schottland-Roman!

„Die Melodie der Schatten“ war ein einzigartiger Lesegenuss für mich! Ein Roman, der unglaublich atmosphärisch rüber kommt, brillant erzählt wird, voller Mystik und Magie steckt und bei einem ein unglaubliches Kopfkino auslöst! Die Geschichte steckt voller Rätsel, Geheimnisse, furchtbaren Geschehnissen, einer unglaublichen Spannung und sehr reizvollen Begegnungen mit überaus faszinierenden Menschen. Abgerundet wird das ganze Geschehen noch durch die perfekte und gekonnte Einbindung der geschichtlichen Vergangenheit von Schottland. Mit ganz viel Respekt für diese Erzählkunst und einer unglaublichen Freude über das Gelesene kann ich Maria W. Peter nur für diesen Roman gratulieren.

Alles beginnt damit, dass Lady Fionas Reise und die ihrer Tante Maud ein jähes und gewaltsames Ende nimmt, als sie in den schottischen Highlands von Unbekannten überfallen werden. Mit ganz viel Glück gelingt Fiona unbemerkt die Flucht und sie muss aus ihrem Versteck heraus mit ansehen, wie die restlichen Insassen ihrer Kutsche beraubt, ermordet und alles in Brand gesetzt wird. Geschockt, verwirrt und auf sich alleingestellt irrt sie durch die Gegend und findet sich auf einmal vor der Tür eines etwas heruntergekommenen und düsteren Herrenhauses wieder. Ihr wird Unterschlupf gewährt, doch ihre Erleichterung wird durch die Begegnung mit dem Besitzer von Thirstane Manor getrübt. Laird Aidan hat eine seltsame, ruppige, hasserfüllte und abweisende Haltung ihr gegenüber und Fiona wünscht sich nur noch zu ihrem Vater nach Edingburgh zurück, obwohl dieser sie eigentlich gar nicht mehr um sich haben möchte. Doch Aidan hat etwas anderes mit ihr im Sinn. Fionas unfreiwilliger Aufenthalt löst bei ihr unglaubliche Wahrnehmungen, rätselhafte Ereignisse und eine nie vermutete Entwicklung ihres schicksalhaften Weges aus.

Von der ersten Seite an hat mich Maria W. Peter mit ihrer geheimnisvollen und am Anfang auch sehr düsteren Geschichte um Fiona, Aidan und der Kulisse der schottischen Highlands im Jahr 1837 in ihren Bann gezogen. Ihre einzigartige, fesselnde, ausdrucksstarke und warmherzige Art Geschichten zu erzählen hat mich überaus begeistert. Mit viel Liebe zum Detail bringt sie einem ihre Charaktere, Handlungsorte und geschichtlichen Aspekte rüber. Ich hatte Thristane Manor innerlich vor meinen Augen, war entsetzt und neugierig bei vielen Geschehnissen und mein Herz hat sich ganz weit geöffnet, als Fionas und Aidans Leben sich zu wandeln begann. Beide waren gefangen in ihren leidvollen und erschreckenden Erlebnissen, die in ihrer Vergangenheit lagen. Ich habe es genossen, wie sie sich gegenseitig bei der Bewältigung ihrer Träume, Ängste und ihrer innerlichen Dämonen geholfen haben. Doch eine gefährliche und erdrückende Gefahr kam auch noch aus einer anderen Richtung. Sie werden bedroht, erpresst und müssen um ihr Leben fürchten. Ganz alleine stehen sie dem nicht gegenüber und es kommt Hilfe von Menschen, durch die ich überrascht wurde. In dieser Geschichte werden so viele Empfindungen bei einem ausgelöst und man fiebert unglaublich mit den Charakteren mit!

Ich habe Fiona bewundert. Sie hat eine ganz tolle Entwicklung in diesem Buch gemacht. Ihre Reise in die Highlands ist für sie wie eine innerliche Befreiung. Ihr erzwungenes und zurückgezogenes Leben in ihrem Elternhaus kann sie endlich hinter sich lassen und sich zu einer selbstbewussten, offenen, mutigen, hilfsbereiten und liebenden Frau entwickeln. Auch Aidan hat mich im Laufe der Geschichte immer mehr von sich eingenommen. Seine leidvolle Vergangenheit hat zuerst Mitleid bei mir ausgelöst und ich habe mitgefiebert, wie er sich zu einem faszinierenden und sehr verantwortungsbewussten Menschen entwickelt hat. Er hat sich nie unterkriegen lassen und sein Leben lang kämpfen müssen. Doch auch viele Nebencharaktere haben mich durch ihre Art begeistert. Hervorzuheben sind hierbei die Haushälterin Mrs. Dunnet, Reverend MacKerron, die Hausangestellten Seoc und Elspeth und Aidans Schatten Kari. Alle zusammen ganz faszinierende Menschen, die ihr Herz am richtigen Fleck haben.

Ein wunderschönes und sehr bewegendes Ende hat dieses Buch perfekt abgerundet.

Mein Fazit:

„Die Melodie der Schatten“ war ein unglaublich tolles Leseerlebnis und zählt mit zu einer meiner Lesehighlights dieses Jahr. Maria W. Peter hat mit diesem Buch ein wahres Meisterwerk erschaffen, das ich jedem Leser, der geheimnisvolle Familiengeschichte mit historischem Hintergrund liebt, nur ans Herz legen kann. Sehr beeindruckt hat mich auch noch das Nachwort zum Roman, dass offenbart, wieviel Herzblut und Recherchearbeit in diesem Kleinod steckt. Hochverdient vergebe ich 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!

11.12.2018 19:04:16
Astrid G.

Ich liebe die Romane von Maria W. Peter. Als ich vor 2 Jahren "Die Küste der Freiheit" lesen durfte, war es um mich geschehen. Seitdem bin ich ein großer Fan. Auch mit ihrem neuen Werk "Die Melodie der Schatten" hat Maria W. Peter alles richtig gemacht und konnte mich überzeugen.

Es ist nicht nur ein historischer Schottland-Roman, sondern auch ein Schauerroman. Die unheimlichen Dinge, die auf Thirstane Manor vorkommen, sind mir bis in meinen Träumen gefolgt. Wahnsinn schaurig! Ich konnte mit Fiona mitzittern.

Die weibliche Hauptprotagonistin Fiona Hemington war von Anfang sympathisch. Der Hausherr von Thristane Manor Sir Aidan war unheimlich und unnahbar. Alle beide haben Geheimnisse und schwere Zeiten in der Vergangenheit und in der Gegenwart erlebt. Die Auflösung war über aus überaus überraschend und hat super gefallen. Die Spannung auf den 630 Seiten wird permanent hoch gehalten. Und natürlich darf die Liebe, wie ich es aus den anderen Büchern kenne, nicht fehlen. Wunderschön!

Der Schreibstil ist wie immer flüssig und wunderbar zu lesen. Die Beschreibungen sind so lebendig. Ich liebe ihren Schreibstil.

Erst gruselte ich mich, dann war ich geschockt und angeekelt und zum Schluss war ich gerührt.

Jahreshighlight 2018!

Fazit
großartig, unheimlich, spannend, schockend & berührend

05.12.2018 22:21:57
Petra Sch.

Dunkle Geheimnisse und Schatten der Vergangenheit in den schottischen Highlands

Kurz zum Inhalt:
Schottland 1837. Die 19jährige Fiona Hemington reist zu ihrer Tante in die schottischen Highlands, als ihre Kutsche überfallen wird. Fiona überlebt als einzige und kann fliehen. Mitten in der Nacht strandet sie auf einem düsteren Landsitz, auf dem es nur wenige Bedienstete gibt. Nicht nur das alte Gemäuer, sondern auch dessen Besitzer, Baronet Laird Aidan Thirstane, flößen Fiona Angst ein.
Fiona sieht dunkle Schatten und hört seltsame Klänge - ist Thirstane Manor tatsächlich verflucht, weil die Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder verliert Fiona ihren Verstand? Und wieso kommt ihr Vater nicht, um sie abzuholen?


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig und schnell zu lesen und sehr atmosphärisch. Die Charaktere und die Orte der Handlung sind detailliert und lebendig beschrieben. Maria W. Peter schafft es hervorragend, historische Geschichtsdetails mit einer fiktiven Handlung zu verweben.
Die Wäscherin Elspeth ist mir sofort ans Herz gewachsen, sie ist so naiv, unbekümmert und liebevoll.
Aber auch Fiona, die ich am Anfang noch nicht so recht einschätzen konnte, durchlebt eine große Wandlung und wird zu einer starken selbständigen Frau.

Die Auslassungen und Anspielungen in der Geschichte lassen einen im Dunklen tappen und das Ganze dramatisch, mystisch und schaurig wirken. Mit jedem Hinweis, den die Autorin einstreut, glaubt man, der Lösung einen Schritt näher zu kommen - doch dem ist nicht so. Auch wenn Fiona manchmal glaubt, dem Wahnsinn zu verfallen, muss man als Leser einfach an eine rationale Lösung glauben - denn wenn es ein Gruselroman gewesen wäre, wäre ich enttäuscht gewesen.
Doch die Auflösung ist furchtbar und grauenvoll, und man kann sich die Zustände der damaligen Zeiten gar nicht wirklich vorstellen.

Sehr gut und hilfreich sind das ausführliche Nachwort, das Glossar, die Erklärungen über die schottische Sprache, das Verzeichnis der handelnden Personen und die Erklärungen über die Historischen Persönlichkeiten am Ende des Buches.

Das Cover gefällt mir auch äußerst gut - zeigt es doch die junge Fiona in der Wildnis der Highlands, und im Hintergrund sieht man Thirstane Manor. Die gedeckten Farben lassen alles schaurig und düster wirken.


Fazit:
Tolle Geschichte mit einer Protagonistin, die an Stärke wächst, und einem Protagonisten mit einem traurigen Schicksal, verwoben zu einem historischen Roman nach Art eines Schauermärchens. Eindeutige Leseempfehlung!

28.11.2018 22:44:00
Areti

Inhalt:
"Ein verfluchter Flecken Erde, diese Highlands. Ein Land, das von Tränen und Blut getränkt ist."

Schottland, 1837: Die junge Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante in den Highlands, als ihre Kutsche in einen Hinterhalt gerät. Halbtot vor Angst und Erschöpfung schlägt sie sich bis zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Doch der Besitzer ist Fiona ebenso unheimlich wie das alte Gemäuer. Nachts quälen sie dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche: Schritte, Stimmen, eine wiederkehrende Melodie. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder ist Fiona dabei, den Verstand zu verlieren?

Eine junge Frau auf der Flucht, ein Landstrich voller Mythen und Legenden und ein geheimnisumwobenes Herrenhaus. Ein Historischer Roman in der Tradition der Schauerliteratur - unheimlich packend und atmosphärisch.

Meine Meinung:
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich nicht der typische Schottland-Fan bin, der unbedingt alles lesen muss, was damit zu tun hat. Daher war ich auch skeptisch, ob mich das Buch in seinen Bann ziehen kann. Da ich aber bisher alle Bücher von Maria W. Peter sehr gemocht habe, war ich natürlich auch auf dieses sehr gespannt. Und eines kann ich schon sagen. Ich habe es nicht bereut.

Das Cover passt perfekt zum Buch. Im Vordergrund sieht man eine junge Frau, die in den Highlands steht. Ihr Blick ist auf ein Herrenhaus im Hintergrund gerichtet. Es passt perfekt zum Schauplatz der Geschichte.

Das Buch "Die Melodie der Schatten" ist sehr schön und übersichtlich gestaltet.
Vorne befindet sich eine Karte von Schottland im Jahre 1837. So hat man direkt einen Überblick, wo die Geschichte spielt und kann dort auch immer wieder nachschauen.
Der historische Roman, der um die 670 Seiten umfasst, ist in 2 Bücher gegliedert, die jeweils noch in mehrere Tage bzw. Daten und einzelne Kapitel unterteilt sind.

Dieses Buch ist sehr gut recherchiert, was man nicht nur daran merkt, dass am Ende in den Danksagungen etliche Doktoren und Professoren aufgeführt werden. Der historische Kontext kommt absolut stimmig rüber.

Die Geschichte wird in dritter Person aus der Sicht von Fiona und Aidan geschildert, sodass man gleich die Gedanken, Gefühle und Ängste von beiden Protagonisten kennenlernt. Das macht das Ganze sehr interessant. Schön ist auch, dass man dadurch sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und mitfiebern kann.
Besonders gut gefiel mir auch, dass hier schottisch-gälische Ausdrücke und Redewendungen verwendet werden, die am Ende des Buches erklärt werden. Das gibt der Geschichte nochmal einen authentischen Schliff. Man fühlt sich richtig hinein versetzt in die Geschehnisse der damaligen Zeit und hat dadurch die Personen noch besser vor Augen.

Maria W. Peter schafft es, die Personen und auch die Schauplätze so gut zu beschreiben, dass man alles ganz genau vor Augen hat. Es ist fast so, als würde man einen Film anschauen. Man erlebt hautnah mit, wie Fiona und Aidan sich entwickeln und was sie alles in ihrem Leben durchmachen mussten und müssen.
Besonders gut hat mir hierbei gefallen, dass die Autorin den Fokus nicht nur auf die beiden Hauptprotagonisten legt, sondern auch die anderen Personen nicht zu kurz kommen. Selbst diese Nebencharaktere werden so gut dargestellt, dass man ein genaues Bild von ihnen bekommt und sie für den Leser wichtig werden.

Der Schreibstil ist locker-leicht und sehr flüssig zu lesen. Ich hätte das Buch am liebsten kaum aus den Händen gelegt. Die Seiten flogen nur so dahin.

Man lernt verschiedene Umstände Schottlands im 19. Jahrhundert und vor allem einige historische Gegebenheiten kennen. Darauf gehe ich nun aber nicht näher ein, um nichts vorweg zu nehmen.
Zudem wird auch die Schauerliteratur bedient, die vor allem im ersten Teil des Buches eine große Rolle spielt.
Der historische Roman bedient somit viele verschiedene Themen, die sehr gut recherchiert und spannend dargestellt sind.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Schottland-Roman mich so sehr in seinen Bann ziehen und in die Welt der Highlands mitnehmen kann, aus der ich kaum noch auftauchen mochte.

Am Ende des Buches befinden sich noch ein ausführliches Nachwort und ein Glossar mit Begriffen, die in dieser Geschichte vorkommen und für das Verständnis des Lesers hilfreich sein können.
Desweiteren folgen Stöbertipps, falls man sich auf die Spuren von Fiona und Aidan machen möchte, sowie die Übersetzungen der schottisch-gälischen Ausdrücke. Nach einer Übersicht über die Figuren der Handlung werden auch noch historische Persönlichkeiten, die für die Romanhandlung bedeutend sind, aufgeführt.

Fazit:
Mir hat der historische Roman „Die Melodie der Schatten“ von Maria W. Peter sehr gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen und schön sowie stimmig miteinander verwoben.
Für mich war die Thematik Schottland völlig neu und ich bin sehr überrascht, wie gut ich unterhalten wurde und wie spannend das Buch war.
Ich kann es nur absolut weiterempfehlen.

27.11.2018 17:31:00
PMelittaM

Schottland 1837: Fiona Hemington ist mit ihrer Tante auf dem Weg nach Inverness, als ihre Kutsche überfallen wird. Fiona gibt einer Eingebung nach, und kommt so mit dem Leben davon. Nach einigem Herumirren findet sie in Thirstane Manor Unterschlupf, dessen Hausherr, Aidan Thirstane, einen sehr ablehnenden Eindruck macht und offenbar auch das eine oder andere Geheimnis hat.

Maria W. Peter hat gerade den goldenen Homer gewonnen, und mir bereits einige schöne Lesestunden beschert. Mit ihrem neuen Roman führt sie uns nicht nur nach Schottland, sondern erzählt auch eine recht düstere Geschichte, die einen Hauch Mystery aufweist. Lange weiß der Leser nicht, was real ist und was nicht, ganz wie Fiona selbst, die mit diversen Dispositionen belastet ist, die ihr das Leben schwer machen. Fiona durchläuft in diesem Roman eine interessante Entwicklung.

Auch Aidan Thirstane hat(te) es nicht leicht im Leben. Erst nach und nach erfährt der Leser seine Hintergrundgeschichte und entwickelt so auch ein gewisses Verständnis für ihn. Aidan handelt, ähnlich wie Fiona, nicht immer klug und durchdacht, doch kann man als Leser manches nachvollziehen.

Gleich zwei Protagonisten, die von ihren jeweils eigenen Dämonen geplagt werden, kann das gutgehen? Passt das zusammen? Ja, tatsächlich passt das gut, beschert dem Leser viel Spannung und die Möglichkeit, sich selbst über die Hintergründe Gedanken zu machen. Stellenweise ist die Geschichte fast ein Kammerspiel, zwei Charaktere, alles andere scheint manchmal nur Staffage. Dass das dann doch nicht so ist, zeigt sich in der weiteren Entwicklung der Geschichte, dennoch bleibt der Fokus klar auf Fiona und Aidan und ihre Beziehung zueinander gerichtet.

Sehr gut gefallen mir die geschichtlichen Hintergründe, die umfassender ausfallen, als zunächst gedacht. Hier hat die Autorin auch wieder perfekt recherchiert. Ich persönlich hätte mir ein bisschen mehr Schottland gewünscht, die Schauplätze sind doch arg begrenzt, und das Land an sich spielt eher eine Nebenrolle. Gut gefällt mir auch die Sprache, man hat fast das Gefühl, einen Roman aus jener Zeit zu lesen. Sobald man sich an die Sprache gewöhnt hat, lässt sich der Roman sehr gut und zügig lesen. Erzählt wird zudem sehr eindringlich, die Perspektiven der beiden Protagonisten wechseln sich ab, und manchmal hat man den Eindruck, sie wären gar nicht so unterschiedlich. Leider tat ich mir beim Lesen manchmal schwer, die Handlungen der Akteure nachzuvollziehen, manches kam mir ein bisschen aufgesetzt oder künstlich in die Länge gezogen vor.

Sehr umfangreich und gelungen sind die Bonusinhalte, neben einem interessanten Nachwort der Autorin gibt es ein Glossar, ein Register, Stöbertipps, Erklärungen der schottisch/gälischen Ausdrücke, Redewendungen und Sätze, ein Personenregister der handelnden Personen und der historische Persönlichkeiten, die erwähnt werden.

Ich bin etwas zwiegespalten, teilweise hat mir der Roman wirklich gut gefallen, er ist spannend, die Protagonisten sind interessant und machen eine gelungene Entwicklung durch. Manches wirkt auf mich aber etwas zu aufgesetzt oder in die Länge gezogen und hin und wieder auch klischeehaft. Sehr gelungen ist der gut recherchierte historische Hintergrund. Mein Lieblingsroman der Autorin ist „Die Melodie der Schatten“ nicht, aber ich war am Ende zufrieden mit der Geschichte, so dass eine Leseempfehlung für Genrefans vergeben kann. 75°

27.11.2018 13:49:10
StephanieP

Fiona überlebt einen Überfall auf ihre Kutsche nur knapp und schleppt sich zu einem alten Herrenhaus in den schottischen Highlands. Doch die anfängliche Erleichterung dort unter zu kommen, weicht schnell der Realität. In den Gemäuern des alten Hauses scheint etwas nicht zu stimmen. Nachts hört Fiona im Geräusche und sie wird von Albträumen geplagt. Zudem sind sowohl der Hausherr als auch das Hauspersonal sehr kalt und abweisend zu der jungen Frau. Fiona sucht die Ursache für die Geräusche und ihre Träume und deckt dabei ein schockierendes Geheimnis auf.



Maria W. Peters Schreibstil ist unglaublich fesselnd und mitreißend. Die HAdnlung konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann ziehen und hat mich mit einigen unerwarteten Wendungen überrascht. Maria schafft es mit der ersten Seite Spannung aufzubauen und diese zunehmend zu steigern, bis sie beinahe nervenzerreißend wird und man das Buch kaum noch zur Seite legen kann. Auch in diesem Buch konnte Maria mit ihrem bildgewaltigen Beschreibungen, vor allem der Landschaften, großes Kopfkino bei mir auslösen. Ich bin restlos begeistert und muss sagen, dass „Melodie der Schatten“ mein absolutes Lesehighlight diesen Jahres ist!



Die einzelnen Protagonisten sind unfassbar authentisch und facettenreich beschrieben. Bei ausnahmslos jedem Charakter hat man sofort ein Bild vor Augen und kann sich vorstellen, dass dieser tatsächlich gelebt hat. Besonders überzeugen kann mich, dass jeder Protagonist sowohl liebenswerte Seiten als auch Schwächen aufweist. Dies macht sie besonders authentisch und glaubwürdig. Allen voran die Entwicklung von Fiona konnte mich wirklich überraschen und überzeugen. Sie ist eine wirklich liebenswerte und zunehmend mutige junge Frau, die man einfach ins Herz schließen muss.



„Die Melodie der Schatten“ ist bereits mein fünftes Buch von Maria W. Peter. Die Autorin konnte mich bisher mit ausnahmslos jedem Buch begeistern und gehört daher zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Auch mit diesem Buch hat sie erneut ein absolutes Lesehighlight verfasst, das von nun an zu meinen liebsten Büchern gehört und einen Ehrenplatz in meinem Regal erhält. Ich hoffe auf viele weitere Meisterwerke!



FAZIT:
„Die Melodie der Schatten“ ist mein Lesehighlight diesen Jahres und sollte in keinem Bücherregal fehlen! Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung!

19.11.2018 14:23:43
Ariettas Bücherwelt

Kurzmeinung: Voller Geheimnisse und Mysteriösen Geschehen, eine Facettenreicher Geschichte die einem in den Bann zieht.
„ Eine facettenreiche und mitreißende Geschichte"

Inhaltsangabe: Quelle Bastei Lübbe

"Ein verfluchter Flecken Erde, diese Highlands. Ein Land, das von Tränen und Blut getränkt ist."

Schottland, 1837: Die junge Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante in den Highlands, als ihre Kutsche in einen Hinterhalt gerät. Halbtot vor Angst und Erschöpfung schlägt sie sich bis zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Doch der Besitzer ist Fiona ebenso unheimlich wie das alte Gemäuer. Nachts quälen sie dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche: Schritte, Stimmen, eine wiederkehrende Melodie. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder ist Fiona dabei, den Verstand zu verlieren?

Eine junge Frau auf der Flucht, ein Landstrich voller Mythen und Legenden und ein geheimnisumwobenes Herrenhaus. Ein Historischer Roman in der Tradition der Schauerliteratur – unheimlich packend und atmosphärisch.


Meine Meinung: Zur Autorin

Maria W. Peters ist mit ihrem neuen Roman, der dieses mal in Schottland spielt, ein großartiges Werk gelungen. Eine atmosphärisch, mysteriöse, Geschichte, mit hohem Spannungsbogen, der sich von Seite zu Seite steigert. Das ganze hat mich sehr fasziniert, obwohl ich kein Schottland Fan bin, lies mich dieses Buch beim Lesen nicht mehr los, und das heißt was. Es gelingt ihr einfach immer wieder einem an der Hand-zunehmen und mit in die Geschichte einzubinden. Es war einfach herrlich und faszinierend in diese Mystische Highlands das voller Geheimnisse, Aberglaubens und Mythen ist zu versinken, und noch nebenbei die Geschichte und Traditionen kennen zu lernen. Sie hat historische, Mystisches, unheimliches, Bildhaft und facettenreich verpackt. Ihre Personen und deren Charaktere sind so real und leibhaftig beschrieben, das es ein leichtes war für mich besonders in Fiona hineinzuversetzen. Der Schreibstil ist sehr fließend, atmosphärisch , spannend und auch Wahrheit und Fiktion sind sehr gut miteinander verwoben.

„ Ein Roman mit Gänsehaut Effekt, man bangt und zittert mit Fiona „


Zum Inhalt:

Fiona habe ich schon sehr bewundert, obwohl sie mir am Anfang sehr Ängstlich und verhuscht vorkam, aber sie wuchs an ihren Aufgaben und wurde zu mutigen Kämpferin. Es war ja auch kein Wunder am Anfang, der Überfall auf die Kutsche, wo sie knapp dem Tod entronnen ist, wie sie sich durch die Wildnis der Highlands zum Herrenhaus durchschlug. Der Empfang dort war ja nicht gerade herzlich, der Besitzer dieses unheimlichen und düsteren Hauses auch nicht gerade Freundlich, besonders als er ihren Familiennamen erfährt. Ich habe Fiona schon sehr bedauert als sie nachts Stimmen hörte, dann dieser mysteriöse dunkle Gestalt, überhaupt scheint es zu spucken. Oder bildet sie sich nur die, unheimlichen Träume, Stimmen und Klänge nur ein, sie leidet ja an der Fallsucht, spinnt sie wirklich, wie ihr Vater immer behaut, der sie am liebsten in ein Irrenhaus sperren würde. Warum verhält sich Sir Aidan, ihr gegenüber so eisig, und was führt er im Schilde, ein Mensch der Schwer zu durchschauen ist, er hat eine dunkle Vergangenheit. Aber Fiona ist sehr feinfühlig, und spürt das hinter diesem Panzer, eine sehr verletzte Seele stecken muss. Sie lebt sich ein, den Sir Aidan hat irgendetwas mit ihr vor, und hält sie fest, ohne das sie es merkt. Aber Fiona fühlt sich langsam wohl und ist froh das ihr Vater noch nicht da ist, den insgeheim fürchtet sie das er sie wirklich wegsperren will. Es geschehen viele Mysteriöse Dinge im Haus, aber Fiona wird immer mutiger und will den Dingen auf den Grund gehen. Auch hegt sie langsam Gefühle gegenüber Aidan, aber seinen Panzer zu knacken ist nicht leicht. Jedenfalls wird es spannend, wird sie hinter das Geheimnis der Familie von Sir Aidan Tristane kommen, und was hat Aidan wirklich mit Fiona vor. Jedenfalls gibt es noch viel spannender Gänsehaut Effekt, und auch das historische und die Liebe kommt nicht zu kurz.

16.11.2018 16:14:08
Marie K.

Im neuen Roman der Autorin Maria W. Peter geht es um die schottischen Highlands kurz nach der Zeit der Kolonialisierung. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen Fiona, eine durch ihre Familie in die Rolle der gesellschaftlichen Außenseiterin gedrängte junge Dame, und Aidan, über dessen Familiengeschichte ein düsterer Schatten liegt. Durch einen zuerst tragischen Unfall sucht Fiona Hemington Schutz und Unterkunft beim Laird Aidan Thirstane. Dieser ist jedoch alles andere als gastfreundlich, sobald er Fionas Namen erfährt. Maria W. Peter hält es bis zuletzt spannend und streut lediglich kleine Brotkrumen für uns Leser aus.
Ehrlich gesagt war ich zunächst etwas abgeschreckt vom Roman, da ich nicht der Typ für Geister und Spuk bin. Jedoch muss ich gestehen, dass mich das Buch doch in seinen Bann ziehen konnte – und das sehr schnell! Ebenso schnell, wie die Fiona und Aidan nicht mehr voneinander ablassen konnten. Ich gestehe, dass die Liebesgeschichte mich mit am meisten interessiert hat. Auf jeder Seite habe ich mit den beiden Figuren gefiebert (und wurde nicht enttäuscht…).
Auch die historischen Fakten kamen nicht zu kurz. Gut recherchiert und packend eingeflochten gibt uns die Autorin Wissen über die Highlands Schottlands zur Zeit der Kolonialisierung weiter. Damit hat sie bei mir ein Thema getroffen, mit dem ich mich noch gar nicht weiter befasst hatte. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht, wie grausam es in dieser Zeit zuging. Natürlich hört man darüber, aber so mitreißend habe ich zum ersten Mal davon erfahren. Auf gut 20 Seiten werden die im Roman aufgegriffenen historischen Persönlichkeiten, Hintergrunddetails sowie auch die verwendete Sprache noch näher beleuchtet. Auch sind weiterführende „Stöbertipps“ gegeben, falls man sich so sehr für das Thema interessiert hat. In Stresssituationen oder wenn Aidan im Aufruhr ist, verfällt er des Öfteren in Gälisch. Das macht ihn für mich noch lebhafter.
Ich möchte mich herzlich bei Maria W. Peter für diesen bewegenden Roman bedanken und finde, viel mehr Leute sollten ihre historischen Romane kennen und lesen. Man merkt einfach, wie unglaublich viel Arbeit und Herzblut sie in ihre Bücher steckt und auch voll dahinter steht.

15.11.2018 20:22:39
Philiene

Es gibt Bücher die einen von der ersten Seite an packen. So ging es mir bei diesem Buch. Auf der einen Seite wollte ich immer wissen wie es weitergeht auf der anderen Seite wollte ich mich bremsen damit es nicht zu Ende geht. Nun das zweite hat nicht geklappt.
Zum Inhalt:
Lady Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante bei der sie ab jetzt leben soll. Auf dem Weg durch die schottischen Highlands wird die Kutsche überfallen und niedergebrannt. Dabei sterben ihre Tante, der Anwalt der Familie und der Kutscher. Fiona findet den Weg zu einem einsamen Herrenhaus und wird dort aufgenommen. Dort trifft sie auf den Hausherren Aidan. Dieser wirkt abweisend und geheimnissvoll auf sie.
Eigentlich möchte ich gar nicht mehr zum Inhalt schreiben aus Angst zu viel zu verraten.
Nur so viel es ist die perfekte Mischung aus Spannung , mysteriöser Stimmung , Historie und Gefühlen ( wunderbar unkitschig)
Vielen Dank für dieses tolle Buch.

11.11.2018 19:28:11
Hedwig

Atmosphärisch und spannend, das trifft es wohl am besten....
Ich weiss allerdings noch nicht wirklich, wo man diesen Roman wirklich einreihen soll, historisch, Liebesroman, Krimi??
Letztendlich ist das auch egal, es ist ein ganz toller Roman, welcher spannend unterhält, berührt, bezaubert und zumindest mir auch wieder einige neue Tatsachen über Schottland und deren Bewohner vermittlet hat.
Die Mischung macht es wohl bei diesem Roman aus, auch wenn in Wirklichkeit vermutlich ähnliche Schicksale am Ende nicht so einen glücklichen Ausgang gefunden haben.
Schwerpunkt im Roman ist auch die Darstellung des Umganges mit psychischen Erkrankungen Anfang des 19. Jahrhunderts und der Auswirkung von seelischen Traumata, wie es die beiden Protagonisten Fiona und Aidan aufgrund des erlebten unausweichlich hatten.
Das wunderschöne Cover passt unheimlich gut zum Roman, wie sich auch der Titel in der Handlung wieder findet.
Wer gerne Romane mit Tiefgang liest und Sensoren für feine Untertöne hat, in eine Geschichte richtig eintauchen möchte und sich mit historischen Fakten beschäftigen möchte, spannende Unterhaltung inklusive, der ist bei diesem Roman richtig!!!

11.11.2018 12:37:29
Gudrun

„Das Land ist rau, es verzeiht nichts. Wer hier überleben will, muss eine ungewöhnliche Stärke aufbringen.“

Seit Monaten habe ich mich auf den neuen Roman von Maria W. Peter gefreut. Welcher Art wird „Die Melodie der Schatten“ sein? Eher ein Krimi, wie die Romane um die pfiffige Sklavin Invita? Oder eine Auswanderersaga, wie in „Die Küste der Freiheit“ oder vielleicht das Panorama einer Epoche wie in „Die Festung am Rhein“?

Eigentlich ist von allem etwas dabei, aber das Endergebnis ist völlig anders! Die Geschichte um die junge Fiona, die es durch unglückliche Umstände auf ein altes abgelegenes Herrenhaus in den schottischen Highlands verschlägt, hat mich erst überrascht, dann gefesselt und schließlich restlos begeistert.

Atmosphärisch dicht und mit stilsicherer Wortwahl hält Maria W. Peter den Spannungsbogen permanent aufrecht. Selbst wenn man meint, eine Ahnung zu haben, was passieren könnte, wirklich sicher sein kann man sich nicht. Die Figuren sind gefühlvoll und überzeugend ausgearbeitet. Man möchte als Leser am liebsten: beistehen (Fiona), das Eis brechen (Aiden), zum Lachen bringen (Elspeth, Mrs Dunnett, Seoc), sich bedanken (Kari) oder einfach nur „zuschlagen“ (bei wem müsst ihr selber herausfinden).

Maria W. Peter hat wie in allen Romanen aus ihrer Feder, die historischen Ereignisse und Umstände wieder perfekt recherchiert. (Ich liebe diese Kombination – beste Unterhaltung und Dazulernen!) Etliche hilfreiche und ergänzende Anmerkungen findet man im Nachwort, das hier wirklich erst am Ende gelesen sollte.

Fazit: Dieser Roman enthält alles, was nicht nur das historische Leserherz begehrt!

04.11.2018 16:34:15
Bettina Hertz

Melodie der Schatten
Autor: Maria W. Peter

Schottland 1837: Die junge Fiona Hemington ist nach dem Tod ihrer Mutter auf dem Weg zu ihrer Tante, wo sie künftig leben soll. Sie vermisst ihre Mutter noch sehr, zu ihrem Vater dem Earl of Hemington hat sie eher ein unterkühltes Verhältnis, was er ihr auch zeitlebens spüren ließ. Auf dem beschwerlichen Weg gerät ihre Kutsche in einem Hinterhalt. Einer Eingebung folgend, flieht Fiona sofort aus der Kutsche und läuft praktisch um ihr Leben. Völlig entkräftet schlägt sie sich zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Es ist das Anwesen der Thirstanes, Thirstane Manor. Der Herr des Hauses, Aidam, erscheint Fiona genauso unheimlich wie die alten Gemäuer des Anwesens. Nachts quälen Fiona fortan dunkle Traumbilder, seltsame Geräusche, Schritte, Stimmen und eine immer wiederkehrende Melodie. Liegt wirklich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Fiona ihr Wesen, ihr Körper ist sehr empfänglich für unerklärliche Dinge. Verliert sie wirklich ihren Verstand, wie schon immer ihr Vater verächtlich prophezeit hat oder was hat es auf sich mit Thirstane Manor und seinen geheimnisvollen Bewohnern, allen voran Aidam?

Melodie der Schatten ist das neueste Werk von Maria W. Peter. Ich kann nur sagen WOW! Schon beim Schreiben dieser Zeilen bekomme ich immer noch Gänsehaut vom Gelesenen. Es ist eine grandios umgesetzte Geschichte, die einem sofort in den Bann zieht. Ich war schon nach den ersten Zeilen GEFANGEN, man liest und liest und liest und hört erst nach weit über 600 Seiten auf!

Der Schreibstil ist einfach außergewöhnlich. Maria W. Peter ist bekannt für Spannung, exakt recherchierte Historie, einer packenden Story und bildgewaltiger Unterhaltung. Hier kommt aber noch hinzu, dass der Leser in einer unglaublichen Stimmung versetzt wird, die Atmosphäre des grad gelesenen fast brutal auf den Leser einströmt. Da ist zum einen die Atmosphäre des Anwesens Thirstane Manor, die man buchstäblich am eigenen Leibe miterlebt: Dunkel, geheimnisvoll, mystisch, unheimlich, gespenstisch, aber auch leicht, befreit und hell. Zum anderen erleben wir die Empfindungen der Protagonisten, hier vor allem Fiona und Aidam, hautnah mit: Angst, Verzweiflung, Wut, Unglaube, Hoffnung, Entschlossenheit, Freude.

Fiona ist eine tolle Protagonistin vom zarten Gemüt, die sich enorm weiterentwickelt, von schüchtern, weltfremd, angstvoll zu mutig, offen, selbstbewusst. Maria W. Peter gelingt es hervorragend, Fionas Wesen, ihre Psyche, ihre tiefsten Empfindungen an den Leser weiterzugeben. Ihre Träume, ihre Gabe, Dinge bzw. Gegebenheiten als Melodie und Klänge zu empfinden, genau wie ihre Verzweiflung und Ängste sowie Hoffnung und Freude zu spüren.

Des gleichen verhält es sich mit Aidam, dem mehr als zwielichtigen Hausherren von Thristane Manor. Man merkt sofort, dass mit dem Anwesen und seinem Besitzer irgendetwas nicht stimmt. Etwas unheimliches liegt in der Luft und man kann es lange nicht greifen. Aidam seine Stimmungswechsel sind wie die Unwetterkapriolen auf hoher See. Seine Dämonen, die ihn meist in der Nacht heimsuchen halten dem Leser in Atem. Was ist ihm passiert? Ist er Täter oder Opfer?

Fiona und Aidam umkreisen sich wie Katz und Maus, es gibt Momente der Nähe und dann sind sie wieder meilenweit voneinander entfernt. Fiona wird von Träumen heimgesucht, die offenbaren, dass sie Dinge aus Aidams Leben oder aus Thistane Manor zu kennen scheint, doch wie ist dies möglich, wurde sie doch von ihrem Vater praktisch unter Verschluss gehalten? Eine unglaubliche Geschichte offenbart sich Stück für Stück dem Leser. Dabei vereinen sich eine perfekte Historie kombiniert mit einer höchst spannenden wie emotionalen Geschichte in den schottischen Highlands.

Maria W. Peter bringt uns in diesem Buch ein Stück schottische Geschichte näher, die – wie in ihrem Nachwort ausführlich geschildert – „gleichermaßen von Größe und Niedergang, Glanz und Elend, Stolz und Verlust geprägt ist“. Detailliert möchte ich darauf nicht eingehen, da es zu viel vom Inhalt verraten würde.

Wer die Nachworte aus Maria W. Peters Romane kennt, weiß diese sehr zu schätzen, so auch dieses hier zu Melodie der Schatten. Aber bitte erst NACH dem Ende des Romanes lesen (Maria W. Peter weißt auch nochmal ausdrücklich darauf hin) denn viele Rätsel und Geheimnisse der Handlungen werden dort aufgelöst.

Ein umfangreiches Glossar, das mir viele Erkenntnisse bescherte und die Stöbertipps sowie Schottisch-Gälischen Ausdrücke, Redewendungen und Sätze plus Dank der Autorin machen das Buch zu einem perfekten Ganzen. Das beinhaltet natürlich auch ein sehr gelungenes Cover, das schon ein wenig düstere Atmosphäre versprüht. Eine Landkarte von Schottland anno 1837 hilft dem Leser sich an den jeweiligen Orten zurechtzufinden.

Melodie der Schatten schlug bei mir ein wie eine Bombe. Ich habe tatsächlich nich nie so gebannt gelesen! Ich kann dieses Bauch jedem ans Herz legen, es ist einfach phänomenal. Dafür gibt es natürlich fünf sehr verdiente Sterne. Vielen Dank an Maria W. Peter und dem Verlag für das kostenlose Vorablese Exemplar, was auf keinen Fall meine Einschätzung beeinflusst hat.

26.10.2018 16:54:14
Lyanne21

In einer Nacht durchgelesen - ich glaube, das sagt alles. Toll geschriebener historischer Roman, mit einer perfekten Balance zwischen geschichtlichen Details und Romanhandlung. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich die Spannung weiter aufgebaut hat, die "Gruselelemente" immer wieder für neue Wendungen gesorgt haben. Bis zum Ende weiß man nicht genau, wie alles zusammenhängt, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.
Wer Schottland und das Viktorianische Zeitalter mag und gerne historische Romane liest, ist hier genau richtig.