Die Schokoladenvilla

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • , 2018, Titel: 'Die Schokoladenvilla', Originalausgabe

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Stuttgart, 1903: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch die perfekte Fassade täuscht. Judiths Leidenschaft gehört der Herstellung von Schokolade, jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt Ideen für neue Leckereien. Unbedingt möchte sie einmal das Unternehmen leiten. Doch ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein noch dazu mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Da kreuzt ihr Weg den des charismatischen Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ...

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12.05.2019 17:54:20
Tina W.

Judith, Tochter eines Schokoladenfabrikanten in Stuttgart, führt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein privilegiertes, sorgenfreies und unbeschwertes Leben. Sie genießt viele Freiheiten. Sie besitzt ein sonniges Gemüt, ist kreativ, neugierig und geschäftstüchtig Sie liebt ihre Tätigkeit in der Schokoladenherstellung, sprüht vor Ideen und setzt diese mit der Energie und dem Willen junger Menschen, die die Welt verändern möchten, um. Notfalls tut sie dies auch gegen den Willen ihres Vaters, der ein sehr konservatives und traditionelles Erscheinungsbild abgibt, von dem er keinen Deut abzurücken bereit ist. Dies bringt ihn geschäftlich und wirtschaftlich in eine prekäre Schieflage, die er mit großer Energie zu kaschieren versucht. An innovativen Ideen und Vorschlägen für eine Sortimentserweiterung hat er kein Interesse, er tut sie im Gegenteil als nicht Erfolg versprechende Flausen ab. Den Wunsch seiner Tochter, eines Tages die Firma zu übernehmen und zu führen lehnt er rigoros ab. Als glorreiche Rettung seines Unternehmens sieht er die Heirat seiner Tochter mit dem Sohn eines örtlichen Bankiers an. Er arrangiert alles Notwendige und in Bälde wird Judiths Verlobung gefeiert.
Judith selbst hat keinerlei Interesse an der Ehe mit dem Bankierssohn und ihrer vorgesehenen Aufgabe als Ehefrau und Mutter. Ihre Passion liegt im Entwickeln neuer Schokoladenrezepturen und Vermarktungsstrategien wie beispielsweise Automaten. Hierbei erhält sie Unterstützung von Victor Rheinberger, der einem für ihn von seinem Vater vorbestimmten Leben entflohen ist. Nach einem Gefängnisaufenthalt sucht er in Stuttgart eine neue Anstellung und ein neues Leben. Die Anstellung findet er bei Judiths Vater. Victor und Judith begegnen sich, als er einen ihrer Zwillingsbrüder nach einem Unfall mit einem gebrochenen Bein nach Hause getragen hat. Sie fühlen sich unweigerlich voneinander angezogen. Ein unsichtbares Band verbindet sie. Sie sind sich charakterlich und in ihrer Lebenseinstellung sehr ähnlich. Und so beginnt langsam eine fruchtbare Zusammenarbeit über vermeintliche Standesgrenzen hinweg. Eine zarte Romanze entwickelt sich. Judith bleibt jedoch dem Bankierssohn versprochen, gegen den sie eine abgrundtiefe Abneigung hegt. Sie ist gefangen im Korsett der Konventionen der damaligen Zeit und behaftet mit dem „Makel“ eine Frau zu sein, die deshalb nicht frei über sich und ihr Leben entscheiden darf.

Ihre eigene Mutter Hélène kann ihr keine Stütze sein, auch wenn sie gleich freigeistig denkt wie die Tochter. Musste sie doch Judiths Vater heiraten, da geschäftliche Interessen es geboten. Wirklich glücklich wurde sie nie. Der Erziehung der jüngeren Zwillingsbrüder, denen offensichtlich eine klare Führung fehlt, muss sich unter anderem auch ihre Tochter Judith annehmen. Hélène ist eine sehr emotionale und empathische Frau, der übermäßige Härte nicht liegt. Sie interessiert sich sogar für die Belange ihrer Angestellten und gewährt ihnen beispielsweise einen freien Tag in der Woche. Über die Jahre hinweg kann sie ihrer zugedachten Rolle nie gerecht werden. Sie leidet unter dem Unverständnis ihres Mannes für ihre Situation und ist wie ihre Tochter gefangen in dem festgelegten Rollenbild ihrer Zeit.

Ihr Bewusstsein über die Ausweglosigkeit ihrer Lage äußert sich in ihrem immer schlechter werdenden Gesundheitszustand bis sie schließlich in Schwermut verfällt. Heute würde man von Depressionen sprechen. Mehrere medizinische Behandlungen haben nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Als letzter Ausweg bietet sich ein Kuraufenthalt am Gardasee. Diesen setzt sie durch du begibt sich dort hin. Am Gardasee schafft sie es jeden Tag ein Stückchen mehr und mit viel Mut und Unterstützung einer neu gewonnenen Freundin, sich von Zwängen zu befreien und ein eigenständiges und selbstbestimmtes freies Leben zu beginnen. Sie kehrt ihrem Gatten und ihrem bisherigen Leben den Rücken und lebt fortan frei und ungebunden ohne Rücksicht auf viele Abstriche wie die von ihrem Gatten nicht weiter gewährte Apanage. Jetzt endlich erlebt sie, dass Glück und Selbstbestimmung miteinander einhergehen. Ein Wermutstropfen bleibt, da sie ihre Kinder vermisst, und sich durchaus um das Wohlergehen der Tochter Sorgen macht.

Das Buch schildert den Beginn eines Zeitalters des Aufbruchs. Die vermeintliche Allmacht des Unternehmertums beginnt zu bröckeln, die Positionen verschieben sich, die Arbeitnehmer solidarisieren sich und stehen für ihre Rechte ein. Dieser gesellschaftliche Wandel ist in der Schokoladenvilla hervorragend auf unterschiedlichen sozialen Ebenen mitzuerleben. Unterschiedliche Positionen vom Gesinde bis zur Oberschicht werden historisch fundiert beleuchtet. Gleichzeitig kann man detailgetreu und blendend recherchiert den Wandel, den die heutige Landeshauptstadt Stuttgart zu dieser Zeit erfahren hat, kennenlernen und in die Geschichte der damaligen Stadtteile eintauchen. Für mich war dies besonders schön und plastisch zu erleben, da ich doch in dieser Stadt aufgewachsen bin und viele der Schauplätze damit direkt vor Augen habe. Die Protagonisten sind vielschichtig angelegt. Man kann sich als LeserIn ein genaues Bild von ihnen machen und vollkommen in die Geschichte abtauchen und mit ihnen mitfiebern. Maria Nikolai schafft es, dass man am liebsten sofort zum Folgeband greifen möchte, um seine Neugier auf die kommenden Episoden zu stillen.
Die Geschichte von Judith und Victor ist spannend erzählt, man folgt gebannt den unterschiedlichen Handlungssträngen, die doch alle ineinandergreifen und durchlebt alle Irrungen, Wirrungen und Intrigen gespannt und für die Protagonisten manchmal hoffend, manchmal bangend mit. Gen Ende des Buches erfährt die Geschichte eine kleine Schwäche, da wird sie ein wenig zu sehr vorhersehbar. Das ist aber auch die einzige wirklich nur kline Schwäche des Buches.
Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch die Figur der Mutter Hélène, die meiner Meinung nach die größte Wandlung vollzogen und deren Geschichte mich am meisten beeindruckt hat. Auch heut noch erlebe ich viele Frauen, die im alten Rollenklischee gefangen sind. Und Depressionen sind leider immer noch ein nicht zu unterschätzendes Thema. Ich hoffe, dass Hélène auch im zweiten Band noch eine Rolle spielen wird. Falls nicht, wäre sie sicherlich einen eigenen Roman wert.

Von Maria Nikolai habe ich bereits mehrere Bücher unter anderem Pseudonym gelesen. Sowohl Sachbücher aus dem Silberburg-Verlag als auch historische Romane. Ihr Schreibstil hat mich von Anfang an sehr abgesprochen. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung des Romans und hoffentlich noch viele weitere Werke. Das Buch Die Schokoladenvilla bekommt meine uneingeschränkte Empfehlung. Ein Buch mit historischer Genauigkeit geschrieben und garantiert spannender Geschichte.

Mein herzlicher Dank geht an Maria Nikolai für dieses wundervolle Buch, das mir viele schöne Lesestunden beschert hat, sowie den Penguin Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

05.11.2018 08:59:10
Ariettas Bücherwelt

Meine Meinung zur Autorin:

Es ist mein erster Roman von Maria Nikolai, und sie hat mich verzaubert beim Lesen, ihrer Schokoladenvilla. Das Buch ist ein großartiger Auftakt zu ihrer Romantrilogie, der mich jetzt schon neugierig macht auf die Fortsetzungen. Es ist voller Charme, Wärme und Tiefsinnigkeit, auch sehr gut recherchiert um das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts und die Herstellung der Schokolade. Im Glossar Anhang kann man so einiges Nachlesen. Da ich ein Paar Jahre in einer kleinen aber feinen Schokoladen Confiserie gearbeitet habe,war die Geschichte ein muss für mich und ich wurde nicht enttäuscht. Man roch und Schmeckte die Schokolade und konnte sie in Gedanken auf der Zunge zergehen lassen. Sie nimmt einem an der Hand nach Stuttgart in das Jahr 1903 und dort lernt man das damalige Leben der Bevölkerung und der Familie Rothmann kennen. Aber wir reisen auch nach Italien, streifen Venedig , den Gardasee und reisen auch nach Coblenz an den Rhein. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, Bildhaft und sehr mitreißend, man kann sich einfach dem Geschehen nicht entziehen. Der Spannungsbogen bleibt vom Anfang bis Ende hoch.Auch ihre Charaktere sind sehr gut beschrieben, sie Haucht ihren Figuren leben ein, sie wirken sehr real und Authentisch, auch deren einzelnen Charaktere sind sehr gut heraus gearbeitet, so das man sich spielend in sie hineinfühlt, mit ihnen sich freut und leidet. Reales und Fiktion sind wunderbar miteinander verwoben.

Zum Inhalt:

Mir gefiel die junge Judith Rothmann auf Anhieb gut, sie verkörperte und entsprach gar nicht dem damaligen Frauenbild. Eine Frau die für ihren Traum kämpft einmal die Schokoladenfabrik ihres Vaters zuführen, ihre Leidenschaft gehört der Schokolade und deren Köstlichkeiten die man daraus karieren kann. Aber der Vater hat andere Dinge mit ihr vor, um die Firma steht es nicht gut, die Mutter kränkelt und bereist Sanatorien, also ist sie auf sich allein gestellt. Das schlimme der Vater will sie verheiraten, eine gute Partie ist dabei der Bankierssohn, den er ins Auge gefasst hat, aber für den Judith nichts empfindet. Man konnte es ihr nachfühlen. Ein harter Kampf beginnt, Mutter Krank und auf Reisen ins Ausland, Judith hat es wirklich nicht leicht, dabei hat sie solche hervorragende Ideen und Einfälle. Wie sollte es anders sein, in dieser Rekenern und aussichtslosen Situation, begegnet ihr eines Tages aus gerechnet Victor Rheinberger, der ihr Herz höher schlagen lässt, und der auch beseelt ist etwas neues aufzubauen in seinem Leben. Ob die beiden ihre Träume verwirklichen können, und sich Judith dem Willen ihres Vaters entziehen kann, ist fraglich, zu dieser Zeit hatte eine Frau keine rechte und musste sich beugen. Aber Victor Vergangenheit verbindet sich mit der Festung Ehrenbreitsein in Coblenz, was es damit auf sich hat, erfahren wir beim Lesen, auf jedenfalls wir es sehr spannend.



„ Lesegenuss Pur, eine leidenschaftliche Familiensaga „

11.10.2018 22:50:44
Richard Grieshammer

Ich bin Downton Abbey Fan und habe die Schokoladenvilla sehr genossen. Das Setting in Stuttgart ist überraschend, aber gut. Die Geschichte ist sehr relevant, auch für Umbrüche, die heute stattfinden. Alles duftet nach Schokolade, was natürlich einen Suchtfaktor in sich birgt. Ich fands spannend bis zur letzten Seite.