Helden für immer

Erschienen: September 2018

Bibliographische Angaben

  • Querverlag, 2018, Titel: 'Helden für immer', Originalausgabe

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73

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Annette Gloser
Solange wir nur zusammen sind!

Buch-Rezension von Annette Gloser Jan 2019

Im braven Wien des Jahres 1936 laufen sie sich ganz zufällig über den Weg. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Es beginnt eine Zeit der Heimlichkeit, des Versteckens, aber auch des großen Glücks. Beide wissen, dass die Heimlichkeit wohl nie ein Ende haben wird, sie niemals ihr Glück, ihr Zusammengehören, zeigen dürfen, denn Felix und Kilian sind schwul. Als Österreich dem Deutschen Reich einverleibt und Braun die neue Modefarbe wird, wächst die Gefahr für das junge Paar noch weiter an. Gemeinsam stehen sie gegen eine feindliche Umwelt, finden Kraft in ihrer Liebe und entwickeln Überlebensstrategien. Zwingende Notwendigkeit in einer Zeit, in der homosexuelle Liebe ins KZ führen kann. Felix und Kilian wissen, dass sie nicht in Groß-Deutschland bleiben können, aber ganz egal, wohin ihr Weg sie führen wird, nur eins ist ihnen wichtig: Wenn wir nur zusammen sind!

Die Geschichte einer großen Liebe

Markus Jäger schlägt in seinem Roman einen großen Bogen über die Jahre und führt seine Leser von den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts bis in die Zeit kurz vor der Jahrtausendwende. Mit der Geschichte des Paares Felix und Kilian schildert er zugleich auch die Emanzipation homosexueller Liebe. Das Paar lernt sich kennen, kurz bevor auch Österreich sich jubelnd in die Arme des Faschismus ziehen lässt und die beiden jungen Männer beginnen ihre Beziehung mit heimlichen Treffen, gemeinsamen Erlebnissen, in denen die Außenwelt sie als gute Freunde, Kumpels eben, wahrnimmt. Doch hinter dieser Fassade verbergen sich tiefe Gefühle, steht eine große Liebe, welche die beiden Protagonisten durch das Leben trägt. Gemeinsam erleben sie die Emigration nach Schweden, die Rückkehr nach Deutschland, die Aufdeckung ihrer wahren Beziehung und die Flucht vor dem „Schwulenparagraphen“ 175, der ihnen auch im Nachkriegsdeutschland weiter ein Versteckspiel aufzwang. In den USA erleben sie, wie Schwule und Lesben sich mehr und mehr befreien, in die Öffentlichkeit gehen und für ihr Recht kämpfen, ihr Leben offen und frei zu gestalten. Ein wenig bekommt der Roman dabei etwas von dem Charakter des Films „Forrest Gump“, denn so wie Forrest sind auch Kilian und Felix immer wieder episodenhaft bei wichtigen Ereignissen dabei, stehen aber nie in vorderster Linie, sind keine Aktivisten. Sie erleben mit, treiben jedoch nicht voran.

Leise Helden

Felix und Kilian sind zwei liebenswerte Protagonisten, allerdings eher die leisen, ruhigen Typen. Ihnen genügt es, ihr gemeinsames Leben zu haben, aber das hindert sie nicht daran, die Veränderungen zu genießen. Dabei hat der Leser als Begleiter auf diesem Lebensweg auch die Möglichkeit, sehr unterschiedliche Menschen aus dem Umfeld des Paares kennen zu lernen. Es fällt auf, dass dies fast nur wohlmeinende Menschen sind. Massiv negative Begegnungen gibt es nur wenige, keine Konfrontation mit bösartigen Repressalien, kaum entrüstete Ablehnung. Offenbar schaffen es die beiden, dem mit ihrer Zurückgezogenheit weitgehend aus dem Weg zu gehen. Gut für die beiden, aber ein wenig schade für die Geschichte, die so nur wenige dramatische Höhepunkte hat und selbst eher ruhig dahinplätschert. Auch in den Charakteren der beiden Haupthelden gibt es kaum Veränderung: Sie lernen sich kennen, sie lieben sich, so bleibt es, egal wo sie sind, egal wie sie leben. Ähnlich ist es bei den anderen Personen. Man lernt sie kennen und sie verändern sich nicht. Wer wohlgesonnen ist, der bleibt das auch. Wer ablehnend ist, der bleibt dabei. Auch das verleiht dem Roman eine gewisse Statik.

Ein Weg durch die Geschichte

Helden für immer bietet weder Hochspannung noch große Tragik. Hier geht es um das Gefühl zweier Menschen füreinander, das auch unter schwierigen Bedingungen Bestand hat und sie ihr ganzes Leben hindurch wärmt. Gleichzeitig bekommt man einen Blick auf die durchaus gewaltigen Veränderungen, die die Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat wenn es um den Umgang mit Menschen geht, die einfach anders lieben und nicht in den engen Rahmen bürgerlich-christlicher Moralvorstellungen passen. Das macht das Buch interessant, für jeden, nicht nur für Schwule oder Lesben. Ein Roman für die ruhigen Stunden, in denen man durchaus geneigt ist, sich auch mit einer anspruchsvolleren Sprache und eingestreuten philosophischen Überlegungen auseinander zu setzen.

Helden für immer

Helden für immer

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Letzte Kommentare:
27.02.2019 16:44:53
Löwin

„Helden für immer“ rückt die Liebe dahin wohin sie gehört: ins unendliche, ins kompromisslose, ins Herz.

Konnte gar nicht aufhören!