Das Jahrhundertversprechen

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2018, Titel: 'Das Jahrhundertversprechen', Originalausgabe

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Die Weimarer Republik 1921: Der Erste Weltkrieg ist seit drei Jahren zu Ende und wirft dennoch lange Schatten, auch auf die Familie von Briest. Otto und Hermine von Briest stehen kurz vor dem Bankrott. Ihre Tochter Luisa hofft auf eine Karriere beim Film. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise strömen die Menschen in die Varietés, die Lichtspielhäuser und auf die neu entstandenen Autorennstrecken. Dort versucht sich Max Brandow zu beweisen, der Ziehsohn der Briests. Otto und Hermine haben ihn vor einem Ende in der Gosse bewahrt. Max bindet ein Versprechen an die Briests und vor allem an Luisa, dem er alles unterordnet - auch sein persönliches Glück. Den Rausch der Geschwindigkeit sucht auch Sigurd von Cramm, dessen Familie mit den Briests seit Generationen verfeindet ist. In den extremen politischen Strömungen der Zeit findet er eine neue Heimat und eine Möglichkeit, den Untergang der Briest voranzutreiben.

Das Jahrhundertversprechen

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30.07.2018 14:28:35
Orange

„Das Jahrhundertversprechen“ ist der dritte und damit abschließende Teil der Jahrhundert-Trilogie aus der Feder von Richard Dübell.
Deutschland steht am Ende des großen Krieges kurz vor dem Ruin, Inflation und Wirtschaftskrise machen der Bevölkerung zu schaffen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Familie von Briest. Die Detektei von Otto und Hermine steht vor dem Bankrott und auch das Familiengut ist bedroht. Otto und Hermine versuchen zu retten, was zu retten ist. Währenddessen träumt die gemeinsame Tochter Luisa von einer Karriere beim Film. Der Ziehsohn Max, eine ehemaliger Berliner Gassenjunge, hingegen versucht sich im aufstrebenden Motorsport zu beweisen.
Ich fand es wieder sehr interessant und spannend, die Familie auf ihren Weg zu begleiten. Auf gewohnt gekonnte Art und Weise bindet Richard Dübell die politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Ereignisse dieser Zeit in seine fiktive Geschichte ein, schafft so ein authentisches Bild und lässt Geschichte lebendig werden.
Mir hat „Das Jahrhundertversprechen“ wieder sehr gut gefallen und ich empfehle das Buch sehr gern weiter.
Aus meiner Sicht kann man diesen Roman unabhängig von seinen Vorgängern lesen, es macht aber Sinne die Reihenfolge einzuhalten und so ein komplexes Bild und Verständnis zu bekommen. Zudem hat man zwei wirklich tolle Bücher vor sich.

24.07.2018 15:33:39
Miss Marple

Geschichte pur
Am Vorabend revolutionärer Ereignisse, kurz vor Weihnachten 1918, erleben wir die Familie von Briest, die in Berlin eine Detektei betreibt, in größter Gefahr.
Äußerst spannend beginnt der 3. Teil der Familien-Saga, die für den interessierten Leser Geschichte lebendig werden lässt. Der wirtschaftliche Ruin Deutschlands nach dem 1. Weltkrieg geht auch nicht spurlos an den von Briests und ihrem Gut vorbei und so muss Otto von Briest alle Kräfte aufbringen, um das väterliche Erbe zu retten und der Verantwortung für sich und seine Familie gerecht zu werden. Neu dazu gehört nach der Rettung seiner Tochter Luisa nun auch Max Brandow, ein Berliner Gassenjunge, der den von Briests in der Vergangenheit öfter bei ihrer Arbeit in der Detektei half. Da eröffnet sich Otto ein Ausweg aus seinen Schulden durch die beratende Hilfe bei einem Filmprojekt einer aufstrebenden Filmgesellschaft. Max verfolgt indessen seinen Traum, Rennfahrer zu werden und muss so manchen herben Rückschlag verkraften.
Es folgen ereignisreiche Jahre für die Familie. Durch Liebe und Zusammenhalt können finanzielle Not, Anfeindungen und Verrat ihnen nichts anhaben. So wird der Leser durch ihre Augen auch zum Zeugen wichtiger geschichtlicher Ereignisse.
Dem Autor gelingt es auch im abschließenden Teil der Trilogie den Leser auf eine spannende Zeitreise zu entführen. So müssen Geschichtsstunden sein! Er verbindet historische Ereignisse gekonnt mit der Familiengeschichte und führt uns durch das dritte Jahrzehnt des 20.Jahrhunderts auf kurzweilige Weise.

17.07.2018 12:19:54
wampy

Buchmeinung zu Richard Dübell – Das Jahrhundertversprechen

„Das Jahrhundertversprechen“ ist ein Roman von Richard Dübell, der 2018 bei Ullstein Taschenbuch als broschierte Ausgabe erschienen ist. Dies ist der dritte Band der Deutschland-Saga des Autors.

Zum Autor:
Richard Dübell, geboren 1962, lebt in Landshut. Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten.

Klappentext:
Berlin in den Zwanziger Jahren: Der atemlose Tanz auf dem Vulkan
Berlin 1921: Der erste Weltkrieg ist seit drei Jahren zu Ende und wirft dennoch lange Schatten, auch auf die Familie von Briest. Otto und Hermine von Briest stehen kurz vor dem Bankrott. Alle Hoffnungen liegen nun auf Tochter Luisa, die beim Film Karriere machen soll. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise strömen die Menschen in die Varietés, die Lichtspielhäuser und auf die neu entstandenen Autorennstrecken. Auch Luisa von Briest ist dem Rausch der Geschwindigkeit verfallen. Sie hat sich in einen erfolgreichen Rennfahrer verliebt. Doch ein Rausch birgt auch Gefahren - nicht nur in der Liebe: Am Horizont ziehen bereits die dunklen Wolken des Nationalsozialismus auf, und die Familie von Briest sieht einer ungewissen Zukunft entgegen.

Meine Meinung:
Nachdem es im ersten Band um die Eisenbahn und im zweiten Band um die Luftfahrt geht es nun um Automobile und den Film. Neben den Hauptfiguren der Familie von Briest spielt diesmal Max Brandow eine wesentliche Rolle. Er hat der Tochter Luisa vor Jahren das Leben gerettet, als er sich in die Schußbahn einer Kugel geworfen hat. So ist er in die Familie aufgenommen worden. Er ist auf der Strasse aufgewachsen, berlinert bei jeder Gelegenheit und ist ein guter Schrauber, der auch gerne selbst fahren möchte. Er ist mit ganzem Herzen dabei, hat auch Talent aber kein Geld. Manchmal überzieht er etwas und sein Gewissen könnte besser sein. Hermine und Otto achten auf ihn in gewohnter Weise und ihre Tochter Luisa empfindet mit der Zeit viel mehr für ihn. Als Antagonisten treten die Offizierswitwe Magda von Cramm und ihr Sohn Sigurd. Diese beiden sind leider sehr einseitig schwarz gezeichnet, vor allem Sigurd ist eher eine Karikatur.
Die Geschichte wird sehr schön in das historische Umfeld eingebettet und fast im Vorbeigehen wird die Zeit der ersten Nachkriegsjahre lebendig. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen treffen nicht nur die Familie von Briest. Es ist die Zeit der Demagogen und der falschen Darstellungen. Rücksichtslose Menschen verunglimpfen ihre Gegenspieler und verbreiten Hass und Schrecken unter den Menschen. Soziales Elend bildet den Nährboden für die aufkommenden Extremisten und verantwortungsvolle Politiker haben es schwer und leben sogar gefährlich. Ähnlich ergeht es den Juden, die als Schuldige für den Niedergang und die Niederlage Deutschlands verantwortlich gemacht werden. All diese Entwicklungen beschreibt der Autor sehr eindrucksvoll und zeigt auch mit welchen Techniken und Vorgehensweisen der Aufstieg der Rechten gelingen konnte. Auch die Durchdringung weiter Teile des Polizeiapparats wird thematisiert.
Wie in den anderen Bänden bereichern Persönlichkeiten der damaligen Zeit as Figurenensemble, seien es Politiker wie Rathenau und Wirth oder andere Größen wie Carraciola und Fritz Lang. Es ist erstaunlich wie harmonisch diese Figuren in den Roman eingebunden werden.
Neben der historischen Seite nimmt auch die fiktive Geschichte der Protagonisten ihren Lauf. Sie ist geprägt von diversen Aufs und Abs, glücklichen und weniger glücklichen Momenten, Zeiten der Hoffnung aber auch der Angst. Die glaubhafte Verknüpfung realer und fiktiver Elemente ist die Stärke dieses Werkes. Man merkt den Figuren ihren Willen zum Überleben in schweren Zeiten an und fiebert mit ihnen mit.
Zum Ende hin steigt die Spannung noch einmal deutlich und entlädt sich in einem Showdown, der der Geschichte sehr gut angepasst ist. In einem Epilog wird kurz auf die weitere Entwicklung in Deutschland eingegangen und wie man bei den von Briest damit umgegangen ist. Es ist kein Bollywood-Ende und auch dies stimmt nachdenklich.

Fazit:
Mich hat der Roman von Beginn an gefesselt. Ich habe mit den Figuren gefiebert, gehofft und auch gelitten. Dazu habe ich einiges Neue über die Jahre nach dem ersten Weltkrieg erfahren. Die Verpackung war gelungen und auch der Humor kam nicht zu kurz. Die Stärke des Romans ist die gelungene Verbindung von realer und fiktiver Welt. Von mir gibt es fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

10.07.2018 17:22:58
PMelittaM

Zwanziger Jahre: Der Krieg ist vorüber, doch Deutschland leidet, die hohen Reparationszahlungen sind kaum zu leisten, das Volk hungert, ein Regierungswechsel nach dem anderen, und extreme Parteien etablieren sich.

Auch die von Briests haben Probleme, die Detektei hat kaum Aufträge, die Schulden werden nicht weniger, die Familie weiß kaum, wie lange sie das Gut noch halten kann. Doch es gibt auch Gutes, Max Brandow, der Gassenjunge, wurde durch eine mutige Tat zum Familienmitglied, und der Zusammenhalt untereinander ist viel wert.

Abgesehen von den 1918 im Prolog stattfindenden Ereignissen, erzählt der Autor nicht nur vom Leben der Familie Briest in den Jahren 1921 bis 1928, sondern auch die politische, soziale und kulturelle Geschichte Deutschlands, und verzahnt dabei beides nahezu perfekt. Es ist interessant, nicht nur nebenbei etwas über z. B. die Regierung zu lesen, sondern einige wichtige Persönlichkeiten selbst im Roman zu treffen, wie z. B. Fritz Lang, Walther Rathenau oder Clärenore Stinnes (oder Ernst Gennat, auch wenn der hier unter anderem Namen firmiert). Gleichzeitig erschütternd ist es aber auch, wenn man gemeinsam mit den Briest erlebt, wie Antisemitismus und Rechtsradikalismus Fuß fassen, vor allem, wenn man weiß, dass das nur die Anfänge waren.

Für mich war das der erste Roman der Trilogie, bisher kannte ich nur „Der Jahrhundertwinter“, der eine Art Spinoff darstellt. Ganz sicher werde ich die beiden Vorgängerromane aber auch noch lesen, denn die Familie Briest hat Eindruck bei mir hinterlassen und mich neugierig gemacht, was ich dort über die historischen Hintergründe erfahren werde.

Gut gefallen haben mir die Charaktere, nicht nur die von Briests, sondern auch alle um sie herum. Ein interessanter Charakter ist dabei Max Brandow, der auf Grund seiner Herkunft auch Kontakte zum Berliner „Untergrund“ hat. Außerdem ist er ein begnadeter Autofahrer, und fährt beim ersten Autorennen auf der AVUS mit. Autorennen mag ich eigentlich nicht besonders, ich hätte nie gedacht, dass ich mit Spannung über eines (hier sogar mehrere) lesen werde – toll gemacht, Herr Dübell!

Nicht ganz so gut gefallen haben mir die Antagonisten, vor allem die aus der Familie von Cramm, die Familie, deren Fehde mit den von Briest schon länger anhält. Sigurd von Cramm und seine Mutter Magda wurden so ausschließlich negativ dargestellt, da wäre ein bisschen Ambivalenz nicht schlecht gewesen.

Erzählt wird sehr packend und emotional, teilweise sehr spannend, der Leser ist immer mit dem Herzen bei den Protagonisten und am Ende klappt man den Roman beinahe wehmütig zu, muss man sich doch nun trennen. Schön finde ich, dass der Autor im Epilog noch ein bisschen darüber erzählt, wie es einigen Charakteren weiterhin erging, man hätte sich sonst doch sehr viele Gedanken gemacht. Das hat mich auch ein bisschen darüber hinweg getröstet, dass das Buch kein Nachwort des Autors enthält, was für mich bei einem historischen Roman eigentlich Pflicht wäre. An Extras findet sich lediglich ein Quellenverzeichnis.

Mich hat „Das Jahrhundertversprechen“ sehr gut unterhalten, vor allem seine perfekte Verzahnung zwischen fiktivem Privatschicksal und historischem Hintergrund sowie das Auftreten zahlreicher historischer Persönlichkeiten konnte mich überzeugen. Von mir gibt es daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung – deutsche Geschichte in einem solchen Gewand ist unbedingt lesenswert. 90°

10.07.2018 07:24:17
anyways

Vor achtzig Jahren machte sich Alvin von Briest gezwungener Maßen auf den Weg vom preußischen Gut Briest nach Frankreich, um dort Arbeit zu finden und über die Schmach der nicht Berücksichtigung des Erbes seines Vaters hinwegzukommen. Jetzt kämpft sein Enkel Otto von Briest zusammen mit seiner Frau Hermine, seiner Tochter Luisa und seinem Ziehsohn Max ums Überleben des Gutes und ihrer Selbst in der jungen Weimarer Republik. Neben den alten Feinden, wie der Familie Cramm tauchen auch neue auf. Gefährliche Leute die die große Not der Bevölkerung nach dem Ende des ersten Weltkrieges ausnutzen und diese ganz perfide beginnen gegen einen vermeintlichen Feind zu hetzen…

Diese Trilogie als nur großartig zu bezeichnen wäre untertrieben. Diese Werke müssen erst einmal auf viel dickere Seiten gedruckt werden (ich hatte oft Angst beim umblättern, das ich die eine oder andere Seite einreiße) und dann gehören sie für mich in einen Schuber! Selten hat mich ein Buch und die Geschichte, die es erzählt so unglaublich in seinen Bann gezogen.
In Vorbereitung auf den dritten Band habe ich den ersten (Der Jahrhundertsturm) in meinem Regal entdeckt und angefangen zu lesen, um mich schon ein bisschen mit den Charakteren vertraut zu machen. „Das Jahrhundertversprechen“ kann man jedoch auch ohne die beiden vorherigen Bücher zu kennen, lesen. Richard Dübell gibt immer wieder Hinweise in erklärende Rückblenden. Was mich sofort in den Bann gezogen hat, ist die unglaubliche Dichte an geschichtlichen Fakten die weit über das politische Leben in der Weimarer Republik hinausgehen. Eine unglaubliche Fleißarbeit. Auf der einen Seite die politischen Wirren der damaligen Zeit für den Leser klar und einfach zu erklären und fast wie nebenbei in die Story einfließen zu lassen haben mich genauso fasziniert, wie die Anfänge des Kinofilms und des Motorsports. Ich bin atemlos mit Max die AVUS langgefahren und habe mich mit Luisa hinter den Filmkulissen rumgedrückt. Mühelos verwebt der Autor Wahrheit mit Fiktion. Was ich ihm jedoch sehr hoch anrechne, ist, das er nicht mit einem erhobenen Zeigefinger dasteht, sondern das Wesen, Leiden, Darben und den Hunger nach Leben der deutschen Bevölkerung so gut zeichnet ohne zu bewerten. Als Leser weiß man auf welche Katastrophe die junge Republik zusteuert. Dübell skizziert sie jedoch so, wie ich sie aus den Erzählungen meiner Großeltern (Überlebende des zweiten Weltkrieges) kenne. Mal ganz davon abgesehen dass er seine Protagonisten auch in den typischen Landesdialekten sprechen lässt. Das erhöht ungemein die Authenzität. Neben dem allseits bekannten berlinerisch kommt unter anderem auch der ostpreußische Dialekt vor. Das hat mich sehr an meine Oma erinnert.
Zum Schluss möchte ich nur sagen, kommt diese Trilogie in HC mit einem Schuber (so wie sie es verdient hat) bekommt sie einen Ehrenplatz in meinem Regal.

06.07.2018 22:42:01
Renate Schellenberger HexeLill

Schon das Cover und die Klappenbilder zeigen, in welcher Zeit die Geschichte spielt. Obwohl ich die beiden Vorgänger Bücher nicht kannte, gelang es mir mühelos mich in diesen Dritten Band der Trilogie hineinzulesen.
Die Geschichte spielt in Berlin in den 20er Jahren. Die Weimarer Republik ist angebrochen. Und mit ihr politische Unruhen, Beginn der Automobil Ära, Aufstieg des deutschen Films. Und mittendrin die Familie von Briest. Otto, Hermine, Tochter Luisa und Ziehsohn Max. Auf der anderen Seite die verfeindete Familie von Cramm. Das Geld ist immer weniger wert. Familie von Briest ist kurz davor ihr Gut zu verlieren und dann auch noch an die von Cramms. Dann gibt es die Inflation und bald darauf die braune Gefahr.
Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen. Dem Autoren gelingt es sehr gut die politischen Geschehnisse der damaligen Zeit in eine spannende Familien Geschichte zu packen. Die Charaktere kommen sehr gut herüber, bei den Familienmitgliedern oder bei den Ganoven auf der Straße. Ich konnte mir die Figuren lebhaft vorstellen. Durch viele kleine Details wirkt die Geschichte
sehr realistisch. Auch geschichtlich fand es sehr gut recherchiert.
Für Freunde historischer Geschichten und Bücher absolut empfehlenswert.

01.07.2018 18:49:37
StephanieP

Obwohl der erste Weltkrieg schon seit einigen Jahren vorbei ist leidet Familie Briest noch unter dden Folgen. Sie stehen kurz vor dem Bankrott. Trotz der schwierigen finanziellen Situation in der Nachkriegszeit gehen viele Leute in Lichtspielhäuser und auf die Autorennstrecken. Daher träumt die Tochter der Familie Briest von einer Filmkarriere. Ihr Ziehsohn Max hofft auf eine Karriere auf der Rennstrecke. Dort versucht sich auch Sigurd, der Sohn einer verfeindeten Familie. Sigurd ist nicht nur der ärgste Konkurrent von Max, auch seine politische Gesinnung droht den Briests zum Verhängnis zu werden.

Richard Dübells Schreibstil ist extrem einnehmend, fesselnd und mitreißend. Besonders gut gefällt mir, dass sich auch im aktuellen Band wieder viele bereits bekannte Protagonisten finden. Dadurch konnte ich sofort in die Handlung eintauchen und ihr durchgehend ohne Probleme folgen. Dennoch muss ich sagen, dass ich die beiden Vorgänger etwas stärker fand und mich deren Handlung mehr faszinieren konnte. Meiner Meinung nach steht der letzte Teil seinen Vorgängern etwas hinten nach.

Die einzelnen Protagonisten sind sehr authentisch und vielschichtig. Der Autor hat es geschafft Charaktere zu schaffen, welche perfekt in die damalige Zeit passen. Dadurch wirkt die gesamte Handlung sehr stimmig und glaubwürdig. Einige der Protagonisten kennt man bereits aus den Vorgängerbänden, wodurch man sich bereits mit ihnen verbunden fühlt und sofort wieder mitzufühlen beginnt.

Als Leser merkt man sofort, dass der Autor sehr gut und lange zu den geschichtlichen Themen recherchiert hat. Er schafft es sehr gelungen und glaubwürdig seine fiktive Handlung mit den wahren geschichtlichen Fakten zu verbinden. Alles Geschichtliche scheint Hand und Fuß zu haben. Ich konnte beim Lesen einiges Neues lernen und hatte wirklich Freude mit der guten Recherche des Autors.

„Das Jahrhundertversprechen“ ist der dritte und letzte Teil der Reihe. Ich kenne alle Vorgänger, denke allerdings, dass der aktuelle Band auch ohne Vorkenntnisse gut gelesen werden kann und das Verständnis dadurch im Großen und Ganzen nicht beeinträchtigt wird.

FAZIT:
„Das Jahrhundertversprechen“ ist ein runder und gelungener Abschluss der Jahrhundertsturm-Trilogie. Ich persönlich fand diesen Teil allerdings nicht ganz so fesselnd und stark wie die beiden Vorgänger, weshalb ich 4 Sterne vergebe!

22.06.2018 16:15:02
Venatrix

Nun ist er gelesen, der letzte Band der Jahrhundert-Trilogie rund um die Familie von Briest. Wie schon in den ersten beiden Bänden „Jahrhunderttraum“ und Jahrhundertsturm“ spielt eine wichtige technische Errungenschaft eine große Rolle: Zuerst die Eisenbahn und Flugzeug, ist diesmal das Auto der rote Faden durch das Buch.

Doch kurz zusammengefasst:

Drei Jahre nach dem Ende des Großen Krieges, wie der Erste Weltkrieg damals genannt wurde, liegen Deutschlands Moral und Wirtschaft darnieder. Die Kriegsschäden und Reparationszahlungen verlangen den Menschen alles ab. Auch vormals Vermögende wie die Familie von Briest stehen vor dem Bankrott. Über ihren privaten Sorgen, nämlich ob sie das Gut Briest verlieren werden oder nicht, verkennen sie beinahe die heraufziehende politische Lage. Und, als wäre die Weimarer Republik, die Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit nicht genug, haben Otto von Briest und seine Familie nach wie vor gegen Magda von Cramm und ihren Sohn Sigurd zu kämpfen. Die seit mehreren Generationen schwelende Konflikt zwischen den Familien scheint nun endgültig zu eskalieren, als Magda Gut Briest zu einem Bruchteil seines Wertes kaufen will.

Doch nicht nur der drohende Verlust des Gutes überschattet das Leben derer von Briest. Max Brandow, der Ende des zweiten Bandes der kleinen Luisa von Briest das Leben gerettet hat, und seitdem in die Familie aufgenommen worden ist, obwohl er aus der Berliner Unterschicht stammt, hat so seine liebe Not mit Sigurd von Cramm. Max teilt mit dem verwöhnten Bengel Sigurd die Leidenschaft für Autorennen. Nur, dass Sigurd mit fiesen Tricks seine Konkurrenten von der Rennstrecke befördert.

Meine Meinung:

Ein gut gelungener Abschluss der Trilogie bei dem die Geschichte der Jahre zwischen 1921 und 1928 den Lesern nähergebracht wird. Doch so subtil und unaufgeregt, dass niemand merkt, dass hier Geschichtsunterricht passiert.

Wegen des roten Fadens Automobil begegnen wir Rennsportgrößen wie Christian Riecken, Fritz von Opel, Rudolf Caracciola und Clänore Stinnes, der Tochter des AVUS-Mitbegründer Hugo Stinnes, die selbst Rennen gefahren ist.

Doch wir machen auch Bekanntschaft mit Politikern der Zwischenkriegszeit wie Walter Rathenau, der wie einige andere bemüht war, die Einschränkungen und Reparationszahlungen zu vermindern. Die Schuld der wirtschaftlichen Katastrophe wird sofort den Juden zugeschrieben. Dem aufkeimenden Nationalsozialismus fallen Rathenau und andere den Attentaten der SA-Sturmtruppen zum Opfer. Diese gespenstische Stimmung fängt Richard Dübell sehr elegant ein, in dem sich auch Sigurd von Cramm, der eigentlich ein Feigling und Versager ist, wohl fühlt.

Da die Menschen in dieser Zeit, um den tristen Alltag zu vergessen, für Vergnügungen aller Art sehr empfänglich sind, darf auch die Zeit der großen Stummfilme nicht fehlen. So begleiten wir Luisa, die gerne Schauspielerin werden möchte in die Anfänge der UfA. Dort treffen wir Fritz Lang, der Unsummen für seinen Film „Metropolis“ ausgibt, der letztlich ein Misserfolg wird.

Ich persönlich hätte mir ja noch ein bisschen mehr Automobilgeschichte, technische Details usw. gewünscht. Ich hätte noch gerne ein bisschen länger mit Max unter dem Auto gelegen und an dem Chassis herumgeschraubt. Aber, das ist nur eine kleine persönliche Anmerkung.

Der Schreibstil ist, wie wir es von Richard Dübell gewöhnt sind, opulent, wortgewaltig und penibel recherchiert. Das Einflechten der „Berliner Schnauze“, die sowohl Max als auch Hermine von Briest perfekt beherrschen, ist gut gelungen.

Fazit:

Ein gelungener Abschluss der Familien-Saga. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

21.06.2018 16:44:39
leseratte1310

Der Erste Weltkrieg ist zwar schon seit drei Jahren vorbei, aber die Wirtschaftskrise hat Deutschland voll im Griff. Die politische Lage ist nicht stabil, die Inflation hoch. Auch die ehemals vermögende Familie von Briest steht kurz vor dem Bankrott. Werden sie ihr Gut behalten können? Die von Cramms haben jedenfalls schon ein Auge auf das Gut geworfen und wollen es unter Wert übernehmen. Trotz oder gerade deshalb gehen die Menschen ihren Vergnügungen nach, denn sie wollen das Elend vergessen. Tochter Luisa erhofft sich daher eine Karriere beim Film. Der Ziehsohn der Briests, Max Brandow, hat eine Leidenschaft für Autorennen und will dort sein Glück machen. Aber mit Sigurd von Cramm gibt es Probleme, denn der agiert mit unfairen Mitteln.
Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, habe ich mich an dieses Buch herangewagt und kann sagen, dass es trotzdem problemlos gelesen werden kann. Das Cover ist einfach toll. Der Schreibstil von Richard Dübell ist wortgewaltig und sehr angenehm zu lesen. Die Berliner Atmosphäre ist gut eingefangen. Die Protagonisten sind sehr gut und vielschichtig dargestellt.
Neben der Familiengeschichte der von Briests, erfahren wir eine ganze Menge über das Leben der Menschen in jener Zeit, über den Motorsport und über die politischen Verhältnisse. Schon jetzt schiebt man die Schuld an der schwierigen wirtschaftlichen Situation den Juden in die Schuhe und der Nationalsozialismus beginnt um sich zu greifen. In diesen Kreisen fühlt sich Sigurd von Cramm wohl. Schon sehr lange gibt es eine Fehde zwischen den Familien. Jetzt sieht Sigurd die Chance, den von Briests nachhaltig zu schaden.
Ich fühlte mich richtig in die Geschichte hineingezogen und habe es ein wenig bedauert, die Vorgängerbände nicht gelesen zu haben, doch das werde ich nachholen.
Ich kann diese interessante und spannende Familiengeschichte nur empfehlen.

14.06.2018 15:41:10
nati

Spannende Zeit der Weimarer Republik
Berlin ist nicht mehr sicher. Revolutionäre wollen zur Kommandantur um ihre noch offenen Löhne zu bekommen. Der Gossenjunge Max Brandow, warnt die Familie von Briest, da er von ihnen immer für seine Boten- und Spitzelgänge gut bezahlt wurde. Auf dem Weg zum Bahnhof werden sie von Revolutionären angehalten, die 11jährige Tochter Luisa bekommt Angst und läuft weg. Max hatte ihr sein Ehrenwort gegeben, dass er immer auf sie aufpassen würde. Als ein Mann mit dem Gewehr auf Luisa zielt, wirft sich Max in die Schusslinie.

Nach diesem Vorfall wird Max in die Familie von Otto und Hermine von Briest aufgenommen. Die Zeiten sind schlecht, ganz Deutschland lebt von der Hand in den Mund. Auch die Familie von Briest ist pleite. Sie müssen von irgendwoher Geld bekommen, um Kredite abzulösen, sonst droht der Verkauf des Gutes. Max versucht bei einem Autorennen, die Siegprämie zu erlangen, wird aber von Sigurd von Cramm auf unsportliche Art daran gehindert. Seine Familie ist seit Generationen mit den Briests verfeindet. Der Beginn der neuen politischen Strömungen bietet ihm die Möglichkeit, den Untergang der Familie Briest voranzutreiben.

Die knapp siebenhundert Seiten des Buches sind in vier einzelne Buchabschnitte unterteilt. Schon die ersten Seiten ziehen den Leser in seinen Bann, dass es einem schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen. Richard Dübell brilliert hier wieder mit seiner wunderbaren Schreibweise. Er verbindet gekonnt die fiktive Geschichte mit wahren historischen Fakten der Weimarer Republik. Ich spürte die Atmosphäre auf der Avus, Berlins neuester Autorennstrecke und lernte die Ufa-Studios kennen. Neben den Zeitgeist geht es aber auch um Liebe, Freundschaft und Intrigen. Dieses ist so spannend geschrieben, dass bei mir keine Langeweile aufkam.

Das Buch war für mich ein reines Lesevergnügen und ich empfehle es gern weiter.

11.06.2018 10:15:35
Gelinde

Das Jahrhundertversprechen, von Richard Dübell

Cover:
Das Cover passt super in die Reihe der Trilogie.
Sepiafarben, die Kleidung passend zur Zeit und dieses mal ist ein Automobil der damaligen Zeit abgebildet.

Inhalt:
Berlin 1921 bis 1928.
Der Erste Weltkrieg wirft noch immer lange Schatten und die Dämonen des Zweiten Weltkriegs machen sich schon bereit.
Die Familie von Briest steht vor dem Bankrott und scheint ihr Gut zu verlieren.
Doch trotz aller Not kennzeichnet die Menschen ein unglaublicher Optimismus.
So träumt die Tochter Luisa von einer Karriere beim Film und Max Brandow, ein ehemaliger Gassenjunge, der unsterblich in Luisa verliebt ist, von einer Zukunft als Rennfahrer.

Meine Meinung:
Wenn man die beiden Vorgängerbücher kennt, ist es wie ein wiedertreffen mit alten Freunden (wobei das Buch auch so geschrieben ist, dass man es ohne Vorkenntnisse lesen kann, was meiner Meinung nach aber schade wäre).

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und der eingeflochtene Dialekt macht es sehr authentisch.
Wir erleben eine unglaubliche Zeit mit. Die unglaubliche Not (allein die Preise, Preisverfall etc.), die die Menschen prägt. Die Guten, wie die Schlechten.
Und trotzdem wird an Träumen festgehalten und es wird positiv nach vorne in die Zukunft geschaut.

In der Geschichte werden alle Emotionen bedient.
Liebe, Freundschaften, Menschlichkeit und Ehrlichkeit werden bewiesen, aber es gibt auch Niedertracht, Intrigen und Manipulationen, und es zeigt sich, wie sich die Menschen trotz allem „verführen“ lassen.
Die politische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Zeit, wird besonders gut eingefangen und erzählt.

Ein Teil gilt dem Fortschritt, der Technik, hier besonders dem Automobil.

Der Prolog ist besonders beachtenswert und rundet das ganze hervorragend ab.

Autor:
Richard Dübell, geboren 1962, lebt mit seiner Familie bei Landshut.
Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten.
Mit „Das Jahrhundertversprechen“ schrieb er einen tollen Abschluss der Trilogie.

Mein Fazit:
Wie auch schon die beiden Vorgänger, zeigt dieses Buch den epochalen Zeitgeist der Zeit zwischen erstem und zweitem Weltkrieg.
Er zeigt die Zerrissenheit der Menschen, ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung und ihren Willen zum Neubeginn.