Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Erschienen: April 2018

Bibliographische Angaben

  • Pendragon, 2018, Titel: 'Schüssler und die verschwundenen Mädchen', Originalausgabe

Couch-Wertung:

72

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:83
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":1,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Carsten Jaehner
Gibt die Gegebenheiten der Zeit, vor allem was den Stand von jungen Mädchen angeht, treffend und eindrücklich wieder

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Apr 2018

Man schreibt das Jahr 1890 als es in Augsburg für viele Dienstmädchen immer schwerer wird, ihr Arbeitsverhältnis zu behalten. Die Industrialisierung schreitet fort, und wer in adeligem Hause nicht mehr gebraucht wird, kann froh sein, wenn sie eine Arbeit in einer Wäscherei unter nicht schönen Bedingungen bekommt. Viele Mädchen wählen sogar verzweifelt den Freitod.

Mit eben so einer Befürchtung kommt Augustin Hipp zum Privatermittler Ludwig Schüssler, denn seine Verlobte ist spurlos verschwunden. Für den kauzigen Ermittler ist der Auftrag eigentlich nicht spannend genug, verschwinden doch eben täglich Mädchen von der Bildfläche und die Suche nach einem Mädchen hört sich an wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch gemeinsam mit der jungen Caroline Geiger macht er sich auf die Suche und findet zufällig Hinweise auf eine Verschwörung, die arg nach Mädchenhandel riecht…

In Augsburg verschwinden junge Mädchen

Viktor Glass schickt mit Ludwig Schüssler einen leicht verschrobenen, aber erfahrenen Privatermittler ins Feld, der gerne in seiner Stammwirtschaft sitzt und dort auf neue Kunden wartet. Dieser erscheint in Form von Augustin Hipp, der seit einigen Tagen seine Verlobte vermisst. Eigentlich will Schüssler den fall gar nicht annehmen, denn in diesen Zeiten passiert es täglich, dass Mädchen verschwinden, sei es dass die einfach weglaufen oder sei es, dass sie sich selbst umbringen.

Hier schneidet der Autor ein interessantes Seitenkapitel der Industrialisierung an, das vielen nicht bekannt sein dürfte. Wer immer als Mädchen damals „in Stellung“ war und durch die Industrielle Revolution seine Arbeit verlor, konnte froh sein, in einer Wäscherei oder ähnlichem durch viel gesundheitsschädliche Plackerei überhaupt ein paar Münzen zu verdienen. Der Autor beschreibt einige unangenehme Begebenheiten in einer Wäscherei, und man kann froh sein, heute nicht mehr unter diesen Bedingungen arbeiten zu müssen. Überhaupt sind die Beschreibungen von Orten und Arbeiten die Stärke des Romans, doch dazu später.

Treffende Schilderung der Arbeitsbedingungen

Schüssler nimmt den Auftrag an, schließlich hat er gerade sonst nichts zu tun, und trifft schnell auf die junge Caroline Geiger, die mit ihm die Fährte der verschwundenen Mädchen aufnimmt. Hier wird der Leser schnell stutzig werden, denn gerade ein monogamer Mann wie Schüttler tut sich schnell mit einem jungen Mädchen zusammen und vertraut ihr seine beruflichen Geheimnisse an – das geht dann doch zu schnell und wirkt auch unglaubwürdig. Die Wortduelle der beiden sind nett anzulesen, setzen aber eigentlich eine Vertrautheit voraus, die man so kurzfristig nicht haben kann, geschweige denn in diesen Zeiten. An dieser Stelle ist der Roman dann doch unwahrscheinlich.

Der Fall entwickelt sich vor sich hin und endet ohne große Überraschung. Dass man trotzdem eng an der Lektüre bleibt, liegt an Viktor Glass‘ Erzähltalent und seinen Beschreibungen der Zeit. Seine Dramaturgie ist dann hier und da doch voraussehbar und, siehe oben, ein wenig unwahrscheinlich.

Fazit:

Mit „Schüssler und die verschwundenen Mädchen“ hat Viktor Glass einen historischen Kriminalroman verfasst, der im Augsburg des Jahres 1890 spielt und der die Gegebenheiten der Zeit, vor allem was den Stand von jungen Mädchen angeht, treffend und eindrücklich wiedergibt. Was er hier richtig macht, macht er an anderer Stelle leider falsch, indem er ein Ermittlerpaar zu schnell zu nah zusammenschweisst. Der Kriminalfall selber ist recht spannend und überzeugt durch die Einbettung in die Zeit. Leider hat der Pendragon-Verlag keinerlei Anhänge zugelassen. Sollte Schüssler noch einmal ermitteln dürfen, dann gerne mit etwas realistischerer Personenführung.

Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Deine Meinung zu »Schüssler und die verschwundenen Mädchen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.