Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • , 2014, Titel: 'Sherlock Holmes jagt Hieronymus Bosch', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Eine brutale Mordserie erschüttert London

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2018

Als der Schuhmachermeister Tobias Merrick den großen Meisterdetektiv um Hilfe bittet, können Sherlock Holmes und Dr. Watson nicht ahnen, in welch brutale Verbrechensserie sie hineingeraten. Merricks Frau wurde bestialisch ermordet und aufwendig inszeniert. Inspector Lestrade von Scotland Yard gesteht den beiden Ermittlern, dass es bereits zwei ähnliche Todesfälle gab, die dem gleichen Täter zugeschrieben werden. Der Inhaber einer galvanischen Anstalt sowie ein Kindermädchen aus dem berüchtigten East End waren die Opfer. Lestrade hat bereits einen Täter ausfindig gemacht: Archibald Hymer, der seit zwei Wochen flüchtig ist, nachdem er aus einer Irrenanstalt ausgebrochen ist. Holmes bezweifelt dies stark, denn er hat entdeckt, was die Opfer verbindet. Der Täter hat die Körper der Toten nach Motiven des niederländischen Malers Hieronymus Bosch inszeniert. Eine viel versprechende Spur führt Holmes und Dr. Watson daher nach Amsterdam, wo vor einem Jahr bereits eine ähnliche Mordserie stattfand ...

Gewalt trifft Kunst im klassischen Holmes-Kosmos

Eine interessante Idee ist Autor Martin Barkawitz eingefallen, denn den niederländischen Maler, der zwischen 1450 und 1516 lebte, mit Sherlock Holmes in Verbindung zu bringen, erscheint zunächst unmöglich, spielt der vorliegende Roman doch im Jahr 1888 (laut Buchrücken 1895, was aber letztlich egal ist). Da sich der gesuchte Serienmörder an Motiven des weltbekannten Malers orientiert, verleiht ihm Holmes den Namen desselben; so einfach geht der Kunstgriff. Im Verlauf der Geschichte wird immer wieder auf die Werke des Meisters Bezug genommen, so vor allem auf die Gemälde "Das Narrenschiff", "Der Garten der Lüste" oder "Die Kreuzigung der heiligen Julia".

Der Roman ist traditionell angelegt, Übersinnliches oder ähnliches sucht man vergebens, was bei anderen Werken aus dieser beim BLITZ-Verlag erschienenen Serie auch schon mal anders war und deshalb zu erwähnen ist. Martin Barkawitz hat - wie man so schön sagt - seine Hausaufgaben gemacht und bedient sich zahlreichen bekannten Personen sowie Beschreibungen aus dem Holmes-Kosmos. Neben dem schon angesprochenen Inspector Lestrade, der sich in üblicher Manier einige verbale Duelle mit Holmes liefert, wobei der Meisterdetektiv überraschend zurückhaltend mit seinen Kontern bleibt, hat vor allem Billy Wiggins, der Anführer der Baker Street Irregulars, einige Auftritte. Selbstredend, das Mrs. Hudson ebenfalls mitspielt. Bekannte Wortbeispiele wie "Elementar, mein guter Watson" oder der Verweis auf die langen Beine des Detektivs kommen wiederholt vor. Mitunter scheint es der Autor ein bisschen zu genau genommen zu haben.

Die Spuren des Serienmörders führen - wie erwähnt - nach Amsterdam sowie in das Elendsviertel East End, wo Holmes und Watson in einer Opiumhöhle landen. Immerhin greift der Meisterdetektiv dieses Mal nicht selber zum Stoff, ist er bekanntlich zumindest dem Kokain ja nicht abgeneigt. Sherlock Holmes jagt Hiernoymus Bosch ist sprachlich eng am Original, bietet reichlich Action und einen Ausflug in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Das Ende kommt "überraschend", auch hier verlässt sich der Autor auf sein Vorbild. Holmes-Fans dürfen hier ebenso wie bei den anderen Werken aus dem BLITZ-Verlag zugreifen, denn diese bieten auf unterschiedliche Weise interessante Variationen, die teils eng an den Originalwerken von Sir Arthur Conan Doyle angelegt sind.

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