Die Frauenburg

Erschienen: März 2018

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2018, Titel: 'Die Frauenburg', Originalausgabe

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92
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Karin Speck
Das Leben der Gräfin Loretta von Starkenburg-Sponheim

Buch-Rezension von Karin Speck Aug 2019

Loretta wird als junges Mädchen mit dem Erben von Starkenburg-Sponheim verheiratet. Sie fügt sich unglücklich in ihr Schicksal. Ändern kann sie es nicht. Ihre Ehe verläuft nicht glücklich, aber trotzdem bekommt sie drei Kinder von ihrem Gemahl, bevor dieser dann früh verstirbt.

Loretta übernimmt die Aufgabe, das Erbe für ihren ältesten Sohn Johann zu sichern. Als Regentin im 14. Jahrhundert hat sie es dabei nicht leicht. Sie wird als Frau nicht ernst genommen, aller Widrigkeiten zum Trost beweist sie ihnen aber, dass es funktionieren kann. Zur Seite steht ihr Kurfürst Balduin von Trier. Dieser ist ihr nicht nur ein Berater und Freund. Langsam reift der Plan in ihr, eine Burg zu bauen und damit die Ländereien ihres Sohnes zu sichern. Aber kann das gut gehen? 

Eine Frau erobert ihre Welt

Die Gräfin Loretta von Starkenburg-Sponheim ist historisch belegt. Sie war eine der wenigen Frauen im ausgehenden Mittelalter, die ihre Ländereien selbstständig regieren durften. Sie tat dies bis zu dem Tag, an dem ihr Sohn mündig wurde.

Loretta gelang, was keiner Frau vor ihr gelungen ist: sie hat eine eigene Burg gebaut. Die Frauenburg. Es war schon fast nicht möglich, als Frau eigene Ländereien zu verwalten und noch weniger eine Burg zu bauen, aber sie hat nicht aufgegeben und alles für ihre Pläne riskiert. Die Autorin hat es geschafft, ein nachvollziehbares Bild dieser starken Frau zu erschaffen. Beim Lesen hat man das Gefühl, genauso könnte es gewesen sein. Die Höhen und Tiefen im Leben dieser außergewöhnlichen Gräfin sind so detailreich beschrieben, dass die Geschichte authentisch und real beim Leser ankommt.

Historische Details mit fiktiver Handlung verwoben

Gekonnt hat Spang historische Details mit einer fiktiven Geschichte verwoben, sodass ein glaubwürdiges Gesamtbild entstanden ist. Ihr Erzählstil ist dabei der Zeit durchaus angepasst, gut lesbar für die Leserschaft von heute, aber immer wieder mit Floskeln der Zeit verwoben, die für einen authentischen Text sorgen.

Jeder Mensch braucht ein bisschen Glück, und so hat die Autorin auch Loretta ein wenig Glück verschafft und ihr eine Liebschaft gestattet. Ob es diese tatsächlich gegeben hat oder diese so verlief, wie beschrieben, sei dahin gestellt. Sie hat sich aber wunderbar in das Bild der Gräfin gefügt.

Ein ausführliches Nachwort beschließt den Roman über die Frauenburg, Fiktion und Wahrheit werden getrennt und ein paar Details schließen sich an. Karten und Personenregister sorgen für den nötigen Überblick beim Lesen.

Fazit:

„Die Frauenburg“ ist ein unterhaltsamer Roman aus dem 14. Jahrhundert. Die Handlung ist lebendig und echt, gefühlvoll und dramatisch. Gleichzeitig ist der historische Kern gekonnt in die Handlung eingebunden. Ein gelungenes Buch über eine starke und ungewöhnliche Frau.

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