Der Turm der Ketzerin

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2018, Titel: 'Der Turm der Ketzerin', Originalausgabe

Couch-Wertung:

62
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Karin Speck
Eine eher ruhige Geschichte

Buch-Rezension von Karin Speck Jan 2018

Das Schicksal geht oft merkwürdige Wege und genau dies musste Pierre erfahren. Er wurde im katholischen Glauben erzogen und die Welt war so für ihn in Ordnung. Aber dann hat er erfahren, dass er eigentlich als Hugenotte geboren wurde. Um sein Leben und das Leben seiner Schwester Magali zu schützen, hat ihr Vater ihren wahren Glauben jahrelang unterdrückt. Denn im 16. Jahrhundert in Frankreich wurden die Hugenotten gejagt und getötet. Während Magali mit ihrem Leben zufrieden ist, so wie es ist, hegt Pierre den Wunsch, wieder als Hugenotte Leben zu dürfen. Er hat sich in La Rochelle in die schöne Florence verliebt. Für ihre Familie kommt nur ein Mann infrage, der in ihrem Glauben lebt. Pierre und Florence nehmen den Kampf für ihre Liebe auf.

Gleichbleibender Erzählfluss

Bei dem Roman Der Turm der Ketzerin handelt es sich um die Fortsetzung zu Das Lied der Hugenotten. Er schließt direkt an den Vorgängern an. Auch wenn man durchaus beide Bücher unabhängig voneinander lesen könnte, empfiehlt es sich nicht. Einige Zusammenhänge, was die Verfolgung der Hugenotten betrifft, bauen in der Erzählung aufeinander auf. Es gibt allerdings auch ein paar erklärende Rückblenden.

Leider fehlt der Geschichte trotz allem ein wenig die Spannung. Die Handlung plätschert ohne echte Höhen und Tiefen vor sich hin. Die Autorin erzählt zwar, wie sich Florence und Pierre kennenlernen und was sie durchleben müssen, aber ohne wirklich Spannung zu erzeugen. Das Leben der beiden ist eher als ruhig zu bezeichnen. Allerdings hat Zinßmeister in ihre Handlung gut eingearbeitet, dass die Hugenotten immer noch verfolgt werden. Die Bedrohung ist greifbar. Auch schildert sie, wie schwer es ist, in die Gemeinschaft der Hugenotten intrigiert zu werden.

Spannende Szenen im Turm

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt direkt von dem Turm, in dem die Frauen eingesperrt wurden, die eine gewisse Strafe zu verbüßen hatten. Hier kommt dann schon eine gewisse Spannung auf. Die Autorin versteht es gekonnt, von den Schicksalen dieser Frauen zu erzählen. Es entstehen durchaus Bilder im Kopf. Leider sind diese Szenen nur sehr kurz und schnell gelesen.

Trotz Schwächen, gute Unterhaltung

Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte an Dramatik zu, jetzt beginnen einem die Protagonisten ans Herz zu wachsen. Man kann mit Florence mitleiden und hoffen und bangen, ist mit Pierre verzweifelt, weil er von seiner Geliebten getrennt ist, aber dann ist die Geschichte auch schon wieder vorbei. Im Vergleich zum ersten Teil ist Der Turm der Ketzer um einiges schwächer, dabei aber immer noch gute Unterhaltung im Bereich der historischen Romane. Denn das Leben der Menschen in dieser Zeit hat Deana Zinßmeister wie gewohnt gekonnt beschrieben. Es ist ihr gut gelungen, die Dramatik der Hugenottenverfolgung in Worte zu fassen. Ein Nachwort und eine Bibliografie beenden dann den Roman.

Der Turm der Ketzerin

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