Odins Blutraben

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2017, Titel: 'Odins Raben', Originalausgabe

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AD 1035: Beim Großfürsten der Rus hat sich Harald den Ruf eines siegreichen Söldnerführers erworben. Doch bei der Verteidigung Kiews gegen den Ansturm der Petschenegen werden seine Fähigkeiten auf eine harte Probe gestellt. Persönliche Verluste treiben ihn rastlos weiter, diesmal nach Konstantinopel, wo er es als Offizier der kaiserlichen Waräger bei jahrelangen Kriegszügen rund ums Mittelmeer zu einem beachtlichen Vermögen bringt. Doch eine Affäre mit der Kaiserin Zoe und der Neid seiner Konkurrenten bringen ihn ins Gefängnis.

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Letzte Kommentare:
17.03.2018 13:28:34
Marthe13

Den 2. Band lies ich mit großer Spannung und Erwartungen. Ich kann sagen sie wurden übertroffen, denn so bildgewaltig, wie dieser geschrieben wurde, konnte man sich richtig in das Geschehen reinversetzen.
Harald und seine Krieger waren ein gesamtes Heer, sie bestritten alles gemeinsam, keiner hinterging ihn.
Was ich am phantastischen fand, war u.a. die Beschreibung, wie sie die Schiffe über Land gezogen haben. Das fand ich gigantisch.
Später dann, als er Kiew verteidigen sollte, wie er dort die Lage in Augenschein nahm, das sie sehr marode war und selbst dann der Angriff der Petschenegen war man wieder mitten drin. Man konnte den Kampf hautnah miterleben.
Doch dann der herbe Verlust von Harald, als er Aila verlor. Ich hielt die Luft an, als die Szene beschrieben wurde, jeder Leser wusste schon, was das für ein Bündel war und doch wollte ich es an dieser Stelle nicht wahr haben.
Da legte ich das Buch beiseite und trauerte um Aila, die ich mittlerweile lieb gewonnen hatte.
Jetzt hielt ihn nichts mehr und nach 5 Jahren Kampf und Dienst für den Großfürsten Jarisleif zieht es ihn fort. Neues Ziel war Byzanz.
Dort lebte er im Dienste des Kaisers, für den er die Piraten in Schach halten sollte. Nebenbei fing er eine Liaison mit der Kaiserin an. Verlockend und schön war es für Harald, aber immer mit dem Beigeschmack er könnte erwischt werden und dann wäre es mit ihm und seinen Kriegern aus.
Maria kam ins Spiel, sie war die Begleiterin der Schwester der Kaiserin. Sie nahmen sich viel, keiner gab etwas dem anderen. Sie liebten sich, aber es war für Harald nicht die Erfüllung, die er einst mit Aila hatte.
Was ich sehr gut finde, das sich Harald sich nicht vom Glauben abbringen lässt, obwohl ringsherum ihn das Christentum einholt. Doch er sah wie sein Halbbruder, eben wegen dieser Verbreitung des Christentums starb. Man kann eben einen Glauben nicht mit Gewalt verbreiten.

Man könnte noch so viel über den 2. Band schreiben, ich kürze es und sage einfach:
Ein absolut gelungener 2. Band. Einfach klasse geschrieben, flüssig, bildgewaltig und einfach nicht aus der Hand zu legen.

12.02.2018 09:46:00
wampy

Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Odins Blutraben (Herrscher des Nordens)

Meine Meinung:
Die Handlung wird aus der Sicht der Hauptfigur beschrieben und erzählt. Dadurch kann man die Gedanken und Gefühle Haralds vollständig verfolgen und auch nachvollziehen. Nachteilig ist dabei natürlich, dass Harald sehr positiv dargestellt wird und kaum negative Eigenschaften auftreten.
Harald bleibt auch in diesem Band nicht von Rück- und Schicksalsschlägen verschont. Diese bringen ihn dazu über das Erlebte nachzudenken und insbesondere auch über die Religionen und ihre Unterschiede. Seine Rolle als Söldnerführer bringt ihn immer wieder in brenzliche Situationen und führt auch zu Konflikten mit seinen Auftraggebern bzw mit Personen, die diesen nahe stehen. So zieht es ihn nach Konstantinopel, wo es viel Gold zu verdienen gibt. Aber Harald ist auch ein guter Beobachter und Analyst. Er erkennt die Schwachpunkte im System der Regierenden, aber wer ihn bezahlt ist sein Herr. Er mehrt seinen Reichtum auf eher unaufregende Art und Weise. Fast als Ausgleich stürzt er sich in Liebesabenteuer. Er trifft seinen Feind Grünauge wieder, der sich einmal mehr als ebenbürtiger Gegner erweist und der auch immer für eine Überraschung gut ist.
Dies ist ein Abenteuerroman über Söldner und so prägen Kampfhandlungen das Leben. Dazu gehören auch Szenen von großer Brutalität und Grausamkeit. Der Autor verzichtet auf eine zu detaillierte Beschreibung der Greueltaten und lockert die Geschichte durch humorvolle Episoden auf. Aber auch Vorbereitungen, Reisen und Gedankenspiele nehmen eine größere Rolle ein. Und genau hier spielt Ulf Schiewe seine Stärken aus. Man merkt die Faszination, die von Konstantinopel ausgeht und der sich auch Harald nicht entziehen kann. Er lernt das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen kennen und sucht nach deren Stärken und Schwächen. Auch sein eigenes Verhalten hinterfragt er immer wieder. Er betrachtet die Vorgänge am Hof aufmerksam und zieht seine Schlüsse. Er läßt aber keinen Zweifel an seiner Rolle als Söldner aufkommen. Er kann sich mittlerweile mit dem Gedanken anfreunden in die Heimat mit einem Heer zurück zu kehren, aber noch ist er durch einen Schwur gebunden.

Fazit:
Mir gefällt der nachdenkliche Harald besser als der kämpfende. Haralds Entwicklung geht voran und seine Gedankengänge werden immer überzeugender. Die Figurenzeichnung könnte tiefer gestaltet werden, aber dies liegt vielleicht auch an der gewählten Perspektive. So vergebe ich gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und kann das Buch allen empfehlen, die einen spannenden Abenteuerroman mit historischen Elementen lesen mögen.

01.02.2018 23:46:23
Jana68

Nach dem Buch „Thors Hammer“ ist „Odins Raben“ der 2. Teil von Ulf Schiewe‘s Roman-Trilogie „Herrscher des Nordens“, die die Geschichte von Harald Sigurdsson, dem späteren König von Norwegen im 11. Jahrhundert erzählt.
Der 2. Band hält vollumfänglich das, was der erste verspricht - bildgewaltig und spannend erzählt, so nah wie nur möglich am tatsächliche Geschehen. Die politischen und kulturellen Entwicklungen ab 1035 im Reich des Rus und in Byzanz geben Harald Sigurdsson eine deutliche Prägung und verhelfen ihm, das Handwerk eines Krieges immer mehr zu vervollkommnen.
Somit formt sich allmählich die historischen Person Harald Hardrada heraus, mit all seinen Stärken und Schwächen und so ambivalent, wie er als Mensch nun mal war. Ziel des Autors ist es nicht, die Person als Held zu verklären, sondern seinen Lebensweg nachzuzeichnen und dabei das Unbekannte so auszugestalten, dass es ein überzeugendes und stimmiges Gesamtbild ergibt. Dies ist Ulf Schiewe nach meinem Dafürhalten einwandfrei gelungen.

Nach über 5 Jahren als Söldner im Dienste des Großfürsten Jarisleif merken Harald und seine Freunde, dass sie irgendwie auf der Stelle treten, nicht mehr zufrieden sind und auch nicht das Geld verdienen können, dass sie für die Heimkehr nach Norwegen brauchen. Harald kann sich von dem Gedanken an die Krone Norwegens nie ganz lösen. Bisher siegt die Vernunft und er fühlt sich an das Versprechen, das er seinen Halbbruder Olaf gab, gebunden. Doch zunehmend manifestiert sich in ihm die Überzeugung, er sei der geeignete „Herrscher des Nordens“ und die Krone Norwegens stünde ihm zu.
Es ist also Zeit für eine Veränderung, auch um seinem Ziel näher zu kommen.
Mit der Verteidigung Kiew‘s gegen die Petschenegen führt Harald eine letzte Schlacht im Dienste des Rus. Dieser Kampf verlangt ihm alles ab, sowohl sein strategisches Geschick als auch sein politisches Können werden auf eine harte Probe gestellt. Mehrfach trifft er unkonventionelle Entscheidungen und fordert das Glück heraus. Der Erfolg gibt ihm Recht - wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dennoch steht der Kampf immer wieder auf Messers Schneide und bei einem anderen Ausgang, hätte er auch dafür die Verantwortung tragen und mit den Konsequenzen leben müssen.
Der Kampf fordert seine Opfer, auch Harald erleidet einen schweren persönlichen Verlust, der ihn an die Grenze dessen bringt, was ein Mensch verkraften kann.

Nun aber zieht es ihn und seinen Trupp fort, sie wollen nach Byzanz.
Dort geht es zunächst im Grunde genauso weiter wie bisher: Als Waräger kämpfen sie für den Kaiser gegen die Piraten und scheffeln dabei ordentlich Beute.
Waren die politischen Verhältnisse beim Rus noch vergleichsweise überschaubar, so gerät Harald in Konstantinopel zunehmend in den Strudel von Intrigen und Machenschaften. Eine Liaison mit Kaiserin Zoe wird zum gefundenen Fressen für die Mächtigen des Reiches, in deren Diensten sich auch sein alter Feind Sigurd Erlingsson wiederfindet. Auf den Fortgang dieses „privaten Krieges“ darf man ganz nebenbei auch sehr gespannt sein.

Neben der persönlichen Entwicklung von Harald, der an seinen Erfahrungen und Herausforderungen stetig in seiner Führungsrolle wächst, spielt auch die mittlerweile unumgängliche Auseinandersetzung mit dem Christentum eine zentrale Rolle. Auch wenn Harald den neuen Glauben an sich nach wie vor ablehnt, so erkennt er doch großes Potential für sich und sein Land, insbesondere in dem damit einhergehenden geballten Wissen sowie den technischen Errungenschaften, die das Leben der Menschen deutlich vereinfachen.

Am Ende des 2. Buches trifft Harald eine Entscheidung, die mir persönlich nicht gefällt und die ich so auch nicht erwartet habe. Da es aber nun mal genauso war, müssen wir auch damit zurecht kommen, wenn wir Harald wirklich kennenlernen wollen. Aber ich ahne nichts Gutes. Der 3. Band wird Aufklärung bringen.
Ausgesprochen clever ist es, diesen Moment der Entscheidung zum Cliffhanger werden zu lassen. Wohl dem, der mit dieser Trilogie erst beginnt, wenn alle Bücher bereits erschienen sind und man jeweils nahtlos im Folgeband weiter lesen kann...

Fazit: überzeugend, lesenswert und einfach Klasse!

31.01.2018 16:19:47
tassieteufel

5 Jahre sind vergangen seid Harald mit seinen Männern bei Großfürst Jarisleif als Söldnerführer in Dienst getreten ist. Doch wirklich zufrieden ist er dort nicht. Als seine Fähigkeiten bei der Verteidigung Kiews beim Ansturm der Petschenegen auf eine harte Probe gestellt werden und er einen schweren Schicksalsschlag erleidet, scheint die Zeit für Veränderungen gekommen zu sein. Harald und seine Männer ziehen nach Konstantinopel wo sie sich wieder als Söldner verdingen, doch auch hier schafft er sich Feinde, seine Affäre mit der Kaiserin Zoe bleibt nicht verborgen und auch alte Widersacher aus der Heimat tauchen auf.

"Odins Blutraben" ist der 2. Teil der Herrscher des Nordens Trilogie und auch wenn zwischen den beiden Bänden 5 Jahre liegen, so kann ich zum besseren Verständnis nur empfehlen, "Thors Hammer" zuerst zu lesen.
So spannend, interessant und informativ wie der erste Band aufhörte, geht es nun weiter! Harald und seine Männer sind eine eingeschworene Gemeinschaft und er hat sich weiter als Anführer etabliert. Wirklich zufrieden ist er jedoch bei den Rus nicht und als einige Jarls aus Norwegen erscheinen und nach König Kunts Tod Haralds Neffen Magnus als König einsetzten wollen, zeigt sich das Harald auch mit dieser Entscheidung nicht wirklich glücklich ist, ist doch die Krone Norwegens insgeheim sein Ziel, doch dafür ist die Zeit noch nicht reif und nach den dramatischen Entwicklungen in Kiew hält Harald nichts mehr im Land und er zieht mit seinen Mannen nach Konstantinopel.
Gewohnt bildgewaltig und in vielen bunten Details schildert der Autor die Metropole am Bosporus und läßt den Leser so teilhaben am prallen Leben und dem Gemisch der Kulturen, die hier aufeinandertreffen und Harald und seine Männer zunächst in Staunen versetzen. Ganz nebenbei erfährt man viel von den damaligen Gesellschaftsstrukturen, dem Alltagsleben und den Intrigen am Kaiserhof.
Für Harald und seine Männer geht es abenteuerlich zu während ihrer Zeit in Konstantinopel und auch hier haben sie als Söldner reichlich Kämpfe zu bestehen und werden auch in die Machenschaften bei Hofe verwickelt. Neben neuen Feinden tauchen auch alte Widersacher aus der Vergangenheit auf und nicht jeden kann man hier wirklich richtig einschätzen, so das es hier die ein oder andere Überraschung in der Handlung gibt, die nicht vorhersehbar war.
Stimmig ist auch die Figurenentwicklung und dabei hat mir besonders gut gefallen, dass die Charaktere vielschichtig und mit Ecken und Kanten versehen sind, dabei bleiben die Figuren in ihrer Zeit verhaftet und überzeugen mit Authentizität.
Als kleines Schmankerl gibt es noch einen kleinen Querverweis zur Normannensaga und wie man es aus den anderen Büchern des Autors kennt, runden auch hier ein Personenverzeichnis, ein Glossar und einige Anmerkungen das Buch gelungen ab.

FaziT: spannend und informativ geht es auch im zweiten Teil weiter, so dass man hier sehnsüchtig den letzten Teil der Trilogie erwartet um endlich mitzuerleben, wie es mit Harald und seinen Männern weiter geht. Eine tolle Mischung aus Fakten, Fiktion, Abenteuer und Historie, die man nur schwer aus der Hand legen kann!

24.01.2018 11:39:53
Orange

„Odins Blutraben“ ist nach „Thors Hammer“ bereits der zweite Band um den Norweger-König Harald Hardrada aus der Feder von Ulf Schiewe.
Nachdem „Thors Hammer“ mit einen fiesen Cliffhanger endete, war ich einigermaßen überrascht, dass dieses Buch ca. fünf Jahre später einsetzt.
Harald und seine Männer sind in den Diensten von Jarisleif in Nowgorod. Doch sie langweilen sich. Das Tribut eintreiben ist nicht ihre Sache. Im Auftrag Jarisleif´s geht Harald nach Kiew, um die Stadt gegen die Petschenegen zu verteidigen. Doch auch hier wird er nicht glücklich und so zieht er weiter nach Konstantinopel, wo er als Söldner und Offizier der Warägen auf Kriegszüge geht und es so zu einen beachtlichen Vermögen und Ansehen bringt.
Auch die Kaiserin Zoe wird auf ihn aufmerksam, doch die Affäre bleibt nicht ohne Folgen.
Da das Leben Haralds für diese Zeit wohl recht gut überliefert ist, hält sich Ulf Schiewe eng an die historischen Vorgaben. Seine umfangreichen Recherchen merkt man dem Buch an.
Der Schreibstil ist sehr spannend, flüssig und bildhaft, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Unruhige, aufwühlende Szenen wechseln sich mit etwas ruhigeren ab, so dass man als Leser auch immer wieder Luft holen kann.
Die Entwicklung Haralds zum Anführer seiner Männer ist für mich absolut glaubhaft und nachvollziehbar. Auch alle anderen Charaktere zeichnet der Autor überzeugend.
Meiner Meinung nach ist eine Kenntnis des Vorgängers „Thors Hammer“ für die Lektüre und das Verständnis unbedingt erforderlich.
Da auch dieser Roman mit einen Cliffhanger endet, kann ich den nächsten und abschließenden Band „Die letzte Schlacht“ kaum erwarten. Zum Glück werden die Bücher zeitnah zueinander veröffentlicht.
Von mir gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

09.01.2018 08:41:46
Gelinde

Odins Blut Raben,
Herrscher des Nordens,
von Ulf Schiewe

Cover:
Großer Wiedererkennungswert und passend zur Geschichte des Buches.

Inhalt:
Band 2 (nach „Thors Hammer“) der Saga um den großen Wikingerkönigs Harald Hardrada.
Wir sind nun im Jahr 1035 angekommen.
Harald hat sich beim Großfürsten der Rus einen Namen gemacht und sich als Söldnerführer bewährt.
Bei der Verteidigung von Kiew beweist er wiedermal sein Können und doch hält das Schicksal ihm hier eine große Niederlage bereit.
Als der Großfürst ihm die Hand seiner Tochter anbietet, verzichtet Harald.
Seine innere Unruhe treibt ihn weiter, und er landet in Konstantinopel.
Hier sammelt er weitere Reichtümer, aber auch hier holt ihn die Vergangenheit ein und er gerät in größte Gefahr…

Meine Meinung:
Dieser 2. Band schließt sich unmittelbar an den ersten Teil an.
Es ist wie ein wiedertreffen mit alten Freunden (und Widersachern).

Und auch in diesem Teil gibt es wieder tolle Einblicke in das Leben von damals.
Auch hier wieder gab es für mich neue Dinge zu entdecken, ganz besonders beeindruckt hat mich der ‚“Knüppeldamm“, eine Möglichkeit Schiffe über Land zu transportieren (ohne High Tech von heute).
Besonders gefallen hat mir auch das erleben einer ganz neuen Welt in Konstantinopel durch die Augen von Harald.
Midgard (wie Konstantinopel, das heutige Istanbul genannt wurde) ist für die Nordmänner wie eine neue Welt, eine ganz neue Gesellschaftsstruktur, andere Menschen und eine andere Kultur.
Schon klasse, wie "MultiKulti" die Welt damals schon war, auch wenn es trotzdem Kriege, Intrigen und Töten gegeben hat.

Aber auch die Kämpfe werden dieses mal sehr ausführlich und „platzeinnehmend“ geschildert.

Auch in diesem Buch merkt man wieder die gute Recherche, die den handelnden Protagonisten und der Handlung, trotz aller dichterischer Freiheit, eine unglaubliche Realität und Lebendigkeit gibt.

PS: Es gibt ein kleines „Schmankerl“ für alle die seine Normannensaga kennen.
Es wird ein kleiner Bogen zu Gilberts verschollenem Vater geschlagen – mehr verrate ich aber nicht.

Autor:
Ulf Schiewe, geb. 1947, war als Software-Entwickler und später Marketingmager tätig. Seit frühester Jugend war er eine Leseratte. Im Lauf der Jahre erwuchs daraus der Wunsch, selber große historische Romane zu schreiben.
Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München.

Mein Fazit:
Eine tolle Fortsetzung der Trilogie um den Wikingerkönig Harald.
Spannend, super erzählt, an den richtigen Stellen mit den richtigen Details.
Ich freue mich jetzt schon auf den 3.Band „ Die letzte Schlacht“, der zum Glück schon im Februar erscheint.
Von mir wieder eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl: 5 Sterne.

08.01.2018 12:55:29
Venatrix

In Band zwei der Trilogie um Harald Hardrada begleiten wir ihn und seine Männer auf ihren weiteren Lebenswegen. König Knut, der Sieger von Stikla Stad, ist gestorben und hat sich wenig beliebt gemacht. Daher wollen die norwegischen Jarls Magnus, den Sohn von Haralds Bruder Olav, als König. Doch sein Neffe ist noch minderjährig und eigentlich wäre Harald gerne König. Nach langem Ringen mit sich selbst, verzichtet Harald zu Gunsten von Magnus auf den Thron. Immerhin hat er es ja Olav versprochen, auf Magnus acht zugeben. Nach der verlorenen Schlacht von Stikla Stad verdingen sich Harald und seine Männer als Söldner des Großfürstender Rus, Jarosleif. Sie treiben Steuern ein und werden zur Verstärkung nach Kiew geschickt. Die Verteidigung der Stadt gelingt, jedoch zahlt Harald den höchsten persönlichen Preis. Denn die feindlichen Petschenegen entführen und ermorden seine Aila. Ausgerechnet Intimfeind Sigurd bringt die misshandelte Leiche zurück. Er schließt sich zur Überraschung aller, Haralds Truppen an und verteidigt an Haralds Seite Kiew. Unmittelbar nach dem Sieg verschwindet Sigurd wieder. Wütend über die Machtspielchen von Jarosleifs Sohn Ilya, verlässt er Kiew mit den wenigen Männern, die ihm noch verblieben sind. Das nächste Ziel: Das sagenumwobene, reiche Konstantinopel. Dort werden kampferprobte Männer immer gebraucht und das glänzende Gold lockt auch. Doch kaum angekommen, werden Harald und seine Männer in mächtige Palastintrigen verwickelt, aus denen es kaum Auswege gibt, zumal Sigurd wieder einmal seine Finger im Spiel hat. Meine Meinung: Autor Ulf Schiewe beeindruckt wieder durch seine fesselnde Erzählkunst. Wie schon im ersten Teil, ist der Leser hautnah am Geschehen. Wir können das Klirren der Waffen hören, riechen den Gestank der verfaulenden Leichen und den Rauch der brennenden Stadt. Die Ohnmacht Haralds der Intrigen ist eindrücklich dargestellt. Die Wut, die Verzweiflung als sein Intimfeind Sigurd die ermordete Aila zurückbringt - all das ist greifbar und glaubhaft dargestellt. Obwohl es aus dieser Zeit wenige schriftliche Quellen gibt, sind die historischen Details gut recherchiert. Einige Charaktere, vor allem Harald selbst, machen Wandlungen durch. So wird auch aus dem ursprünglich religiös fixierten Patriarchen von Kiew, ein Mann der Tat. Zwar beteiligt er sich nicht aktiv an den Kämpfen sondern erledigt im Hintergrund die Arbeit. Ich persönlich finde ja die geradlinige Art der Nordmänner sympathischer als die hinterhältige Vorgehensweise der, ach so zivilisierten, Byzantiner. Besser ein Kampf Mann gegen Mann als ein Gifterl hier und eine Seidenschnur dort.

Fazit:
Eine dramatische Fortsetzung des Lebens von Harald. Bin schon auf den dritten Teil gespannt, dessen Titel "Die letzte Schlacht" nichts Gutes ahnen lässt. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne und eine absolute Lesempfehlung. [ ^