Troubadour

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • , 2017, Titel: 'Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung', Originalausgabe

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Als Niki Wolff nach einem Sturz von der schneeglatten Burgmauer der Ruine Dürnstein wieder zu sich kommt, befindet er sich noch am selben Ort, aber nicht mehr in der selben Zeit: Der Kalender zeigt Januar 1193. Seine unfreiwillige Begegnung mit dem Mittelalter sorgt für amüsante Irrungen und Wirrungen, verursacht aber auch ernsthafte Komplikationen, die den Lauf der Geschichte verändern könnten. Bald schon steht Niki nicht mehr nur zwischen den Zeiten, sondern auch zwischen zwei Frauen - und zwischen den Herren von Dürnstein und ihrem prominenten Gefangenen, dem englischen König Richard Löwenherz. Hat Niki den Verstand verloren? Liegt er im Koma und hat einfach nur einen ungewöhnlich realistischen Traum? Oder ist er tatsächlich durch die Zeit gereist? Eigentlich will Niki nichts wie zurück nach Hause. Stattdessen hat er schon bald alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass die Geschichte durch seine Anwesenheit vollkommen aus dem Ruder läuft ...

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Letzte Kommentare:
05.05.2019 14:53:18
Teresa

Troubadour, Roman von Christoph Görg
zum Inhalt, siehe oben
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Persönlicher Eindruck:
Eine Zeitreise ins Mittelalter beziehungsweise in den Winter 1192/93, die an ein historisches Ereignis anknüpft. Richard I. Löwenherz wurde bei seiner Heimreise vom Dritten Kreuzzug tatsächlich im Herzogtum Österreich gefangen genommen und verbrachte dort einige Tage oder auch Monate auf einer Burg der legendenumwobenen Adelsfamilie der Kuenringer , ehe er von Herzog Leopold (V.) von Österreich, bekannt als Leopold der Tugendreiche, an König Heinrich VI. ausgeliefert wurde. Um Richards Gefangenschaft bildeten sich einige Legenden, auf die der Autor hier neben belegten Faken Bezug nimmt, so die Sage vom Sänger Blondel. In der Nähe von der Burg Dürnstein, auf der König Richard angeblich gefangen gehalten wurde, wenn gleich am anderen Donauufer befand sich damals die Burg Aggstein, die zeitweise ebenfalls im Besitz der Kuenringer war und von den Burgen der Wachau jene ist, um die sich die meisten Sagen bildeten, darunter die Legende vom "Rosengarten" und dem Ritter Schreckenswald, die allerdings auf Besitzer von Aggstein im 14. Jahrhundert, darunter Georg Scheck vom Wald und Jörg von Stein, Bezug nimmt. In einer Version dieser Sage sind allerdings sind dieser Ritter und die Kuenringer Nachbarn, und diese Variante findet sich auch im Görgs Roman.

Der junge Niederösterreicher Niki Wolf hat Liebeskummer, weswegen er sich nach Dürnstein flüchtet. Dort hat er einen Unfall. Nach einem Sturz über eine Mauer liegt er im Komma beziehungsweise landet er im Mittelalter, wo er in die Geschehnisse um die Gefangenschaft von Richard Löwenherz verwickelt wird.

Niki, ein Fan des "Austro-Pops", der sich zunächst an nichts mehr erinnern kann, wird von den Dürnsteinern für einen Troubadour gehalten und reüssiert als solcher, nachdem kein Geringerer als König Richard Löwenherz persönlich, der ebenfalls als Troubadour gilt, von seiner Interpretation des Schlagers "Es lebe der Zentralfriedhof" ganz begeistert ist.

Daneben muss sich Niki mit allen möglichen Dingen herumschlagen: Gedächtnisverlust, Liebesgeschichten (darunter seiner eigenen), einem eifersüchtigen Kuenringer-Sprössling und einen Kriminalfall, in dem es um König Richards Leben geht. Während seine Mutter, Königin Alienor, auf seine sofortige Befreiung drängt, solange er noch in Gewalt der "gemütlichen" Österreicher ist, da sie diese für undurchführbar hält, sobald er an die "gründlichen" Deutschen ausgeliefert wird, hat sein "böser" Bruder, Prinz John hat da ganz andere Pläne, und was die gute Mutter nicht ahnt, in Dürnstein einen Verbündeten für diese vor Ort) .

Während sich Nikis Abenteuer, die er in der mittelalterlichen Wachau erlebt, recht witzig lesen, hätte ich die Idee, dass er das erleben dürfte, während er im Koma liegt, nicht wirklich gebracht.

Ich glaube auch nicht, dass "Troubadour" ein Roman ist, der für jede Leserschaft etwas bietet, sondern einer, der bei der Leserschaft die Bereitschaft voraussetzt, sich auf die Geschichte einzulassen.

Auf der Habenseite finden sich aber eine wirklich originelle Grundidee, deren Umsetzung recht plausibel ist und die mit viel schrägen Humor und einer gewissen Skurrilität punktet. Dazu kommen noch nette Figuren wie der fesche und humorvolle Raubritter Joachim, der Hunde liebt, oder das böse Burgherrensöhnchen Hadmar, das sich aber nach der Gegenliebe seiner Angebeteten sehnt, doch selbst Niki kann dabei noch einiges lernen. Zudem ist das Buch eine Liebeserklärung an den Austro-Pop des 20. Jahrhunderts (Fans von Georg Danzer, Reinhard Fendrich etc. kommen hier eindeutig auf ihre Kosten), und Görgs Beschreibung der mittelalterliche Wachau, in der auch einige Sagenelemente auftauchen, ist ein weiterer Pluspunkt.

Mit der Idee, Niki unter Gedächtnisverlust leiden zu lassen, erst allmählich kehren seine Erinnerungen zurück, bietet Görg zudem eine halbwegs plausible Motivierung dafür, dass sich der Protagonist erstaunlich problemlos in den mittelalterlichen Alltag einfügen kann. Görg zeichnet zudem ein Mittelalter, das trotz gewisser Schattenseiten (Kreuzzug, Wasserfolter) und typischer Kriminalroman-Elemente im Vergleich zu anderen historischen Büchern weniger düster wirkt.

Die Kriminalgeschichte ist als Whodunit durchaus glaubwürdig aufgebaut, die Täterfigur gut platziert und ihr Motiv zwar nicht unbedingt mittelalterspezifisch, aber nachvollziehbar und glaubwürdig.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings ist es eines jener Bücher, auf die sich die Leserin oder der Leser auch einlassen muss. Das Buch dürfte jedenfalls eine ideale Lektüre für Leserinnen und Leser sein, die für ein etwas anderes Mittelalter aufgeschlossen sind oder gerne in der Wachau Urlaub machen, Künstler wie Georg Danzer, Reinhard Fendrich etc. schätzen, schräge Figuren und den typischen österreichischen Humor mögen.