Die Fallstricke des Teufels

Erschienen: September 2017

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2017, Titel: 'Die Fallstricke des Teufels', Originalausgabe

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Nicole Goersch
Ein bisschen zu viel Romantik, ein bisschen zu wenig Spannung

Buch-Rezension von Nicole Goersch Aug 2019

1541: Sophia kehrt zu ihrem Vater nach Pirna zurück, nachdem sie jahrelang bei ihrer Tante und ihrem Onkel in Leipzig gelebt hat. Ihre Mutter und ihr kleiner Bruder starben an der Pest und ihr Vater sah sich außerstande, sich um seine Tochter zu kümmern. Kurz bevor Sophia damals wegging, fand sie im Kontor ihres Vaters ein mysteriöses Buch, das in einer fremden Sprache geschrieben ist.

Mithilfe des Vaters ihrer Tante versucht sie, dieses zu übersetzen, aber es gelingt ihnen nicht. Unverrichteter Dinge nimmt sie es mit zurück nach Pirna, wo sich vieles verändert hat: es wird an einer Kathedrale gebaut, der neue Stadtschreiber wirbt um Sophia und ihr Vater hat zwei Untermieter.  Manches ist aber auch gleich geblieben wie Sophias beste Freundin Maria und der Geselle Marten.

Während Sophia weiter nach einer Übersetzung für das Buch sucht, begibt sie sich in große Gefahr, denn sie ist nicht die einzige, die von der Existenz des Buches weiß.

Schön ausgestattete Ausgabe

Im Schutzumschlag befindet sich ein detaillierter Stadtplan von Pirna. Auch ein Personenverzeichnis mit Vermerk, welche Figuren tatsächlich gelebt haben, ist hilfreich. Zudem werden in einem Glossar am Ende wichtige Begriffe und Persönlichkeiten erklärt.

Der Erzählung merkt man an, dass sie von einer gelernten Historikerin geschrieben wurde. Die Hintergründe sind gut recherchiert, aber keineswegs trocken wiedergegeben. Die Details, beispielsweise über die Kleidung, das Essen oder die allgemeinen Lebensumstände, sind schön eingebunden, so dass sie ein komplettes Gesamtbild ergeben, das die damalige Zeit facettenreich darstellt.

Der Faden der Spannung geht verloren

Zu Beginn konzentriert sich die Autorin Heike Stöhr auf die Geschichte des Buches, das Sophia findet. Gemeinsam mit ihren Freunden versucht sie, hinter das Geheimnis zu kommen, was nicht ungefährlich ist, denn andere sind ebenfalls hinter dem Buch her und schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Die Spannungskurve geht steil nach oben, nimmt dann aber rasant ab, als die Liebesgeschichte mehr Raum bekommt, die sich zwischen Sophia und Niklas entwickelt. Dadurch geht dem Roman im Mittelteil ein wenig die Luft aus, was zum Ende hin wieder aufgefangen wird. Da rückt das geheimnisvolle Buch erneut in den Vordergrund.

Auftakt zu einer Reihe

Der Schluss bleibt in jeder Beziehung offen und lässt die Handlungsstränge lose zurück. Das ist etwas unbefriedigend. Deshalb sollte man wissen, dass es sich bei diesem Buch um den ersten Teil der Pirna-Reihe handelt.

Gerade zu Beginn springt die Erzählung zwischen Sophia und Wolf Schumann, der später als Stadtschreiber in Pirna tätig sein wird, hin und her, was dynamisch wirkt und Schwung in die Geschichte bringt. Man kommt beiden Protagonisten näher, wobei die Aufmerksamkeit sich schnell auf Sophia richtet.

Fazit:

„Die Fallstricke des Teufels“ ist ein gut recherchierter Historienroman, der seine primäre spannende Geschichte aus den Augen verliert.

Die Fallstricke des Teufels

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Letzte Kommentare:
21.01.2018 21:00:33
Tino Gietz

Zum Inhalt:

"1541 in Pirna: Rätselhafte Todesfälle häufen sich, als habe der Teufel selbst die Hand im Spiel. Gerade ist die 19-jährige Sophia in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, herangewachsen zu einer jungen Frau mit einem großen Interesse für Medizin, seit sie als Kind Mutter und Bruder an die Pest verlor. Im Kontor ihres Vaters fällt ihr ein seltsames Buch in die Hände ? und sie hofft, darin ein Heilmittel gegen den Schwarzen Tod zu finden. Auch ein anderer weiß um die Existenz jenes Buches, das ungeheures Wissen verspricht: Stadtschreiber Wolf Schumann. Er ist besessen davon, es an sich zu bringen. Und schreckt selbst vor Mord nicht zurück."
(Quelle: www.dtv.de)

Meine Meinung:

Für mich war es der erste historische Roman seit längerer Zeit. Aber er hat mich positiv überrascht. Vor allem auch, da Pirna nicht allzuweit von mir entfernt ist und ich so einen unterhaltsamen Einblick in die Geschichte meiner Region bekomme.
Denn die geschichtlichten Fakten wurden sehr gut in die Handlung um Sophia und der Figuren um sie herum eingeflochten.

Auch eine Liebesgeschichte wurde eingebaut, die aber eine dramatische Wendung bekommt.

Auch Elemente des Krimis wurden in die Handlung eingebaut, da bei den vermeintlichen Selbstmorde bei näherer Betrachtung etwas nicht stimmen kann.

Neben diesen Elementen wurden auch die Figuren authentisch gestaltet, man fühlt mit ihren Problemen mit und kann sich in ihre alltäglichen und nichtalltäglichen Probleme gut hineinversetzen.

Alles in alleim ein gelungener Start der Trilogie um Sophia und um das geheimnisvolle Buch, welches noch auf die Entlockung seiner Geheimnisse wartet.

21.01.2018 15:07:34
Kerstin Klaar

" Die Fallstricke des Teufels" von Heike Stöhr, ist ein wundervoll geschriebener historischer Roman der mit vielen Gefühlen und historischen Fakten gespickt ist. Dies ist der erste Teil einer Trilogie.

Wir schreiben das Jahr 1541, vor viele Jahren hat Sophia ihren Bruder und ihre Mutter durch die Pest, die überall wütete, verloren und ist somit zur Halbweise geworden. Ihr Vater, in seiner Trauen gefangen und völlig überfordert, schickt sie zu seinem Bruder und Schwägerin nach Leipzig. Die Tante soll sie für eine Zeit lang erziehen. In deren Haushalt lebt auch der Vater der Tante, ein großer Professor, der sich ebenfalls Sophia annimmt.
Bevor sie aus Pirna weg musste hat sie im Kontor des Vaters ein geheimnisvolles Buch gefunden, mit wunderschönen Zeichnungen und einer Schrift, die Sophia nicht kennt. Dies hat sie heimlich mit nach Leipzig genommen. In den folgenden Jahren versucht der Professor den Text und die Bilder des Buches zu entschlüsseln, an seiner Seite stets Sophia.

Als sie Jahre später nach Pirna zurück kehrt , ist sie alt genug ist um in den Stand der Ehe einzutreten. Es gibt einige Bewerber die Sophia gern zu Frau nehmen würden. Sophias Vater hat ihr Mal ein Versprechen gegeben, sie kann sich ihren zukünftigen alleine aussuchen. Sie ist gebildet und kann sehr starsinnig sein und hat ihre eigenen Vorstellungen von einem Leben in der Ehe. Sie möchte lieben und geliebt werden.
Doch dann geschehen in Pirna unerklärliche Todesfälle. Steht das im Zusammenhang mit Sophia und dem Buch welches sich im Besitz der Familie befindet?

Und bald gibt es diesen " Einen" mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen möchte. Aber wie so oft, ist das Leben ein mieser Verräter und man muss um sein Glück kämpfen.
Es gibt einen Nebenbuhler, der mit aller Macht alles unternehmen will um Sophia zur Frau zu bekommen. Er ist hinterhältig, bösartig und ein durch und durch hinterhältiger Mann, der ebenfalls ein Ziel verfolgt. Auch er weiß um die Existenz des Buches und möchte es unbedingt in seinen Händen wissen. Es gibt ein Problem, er ist angesehen und hat viel Einfluss, ein Fakt der für Sophia zum Nachteil werden kann. Wird ihm das etwas nützen und ist Sophia ihre große Liebe der Richtige?
In dieser Zeit führt sie ein aufregendes und turbulentes Leben, in der sie viel Leid , Traurigkeit und Verluste erleiden muss. Aber sie hat viele Freunde die ihr zur Seite stehen, was ein großes Glück für sie ist. Und sie ist eine starke Frau.

Meine Meinung:

Ich bin erstaunt über all das erstklassig recherchierte historische Hintergrundwissen. Obwohl ich schon so viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe, konnte ich mein Wissen erweitern.
Der Schreibstil ist sehr berührend und mitreißend. Der Spannungsbogen nimmt an seiner Intensität ständig zu und es fiehl mir schwer, das Buch auch Mal zur Seite legen zu müssen.
Ich habe das Buch in einer Leserunde mit der Autorin gelesen und somit die Gelegenheit erhalten viele Dinge von ihr noch ausführlicher erläutert zu bekommen.
Eines ist sicher, Heike Stöhr gehört ab sofort mit zu meinen Lieblingsautoren in diesem Genre.
Absolute Leseempehlung.

21.01.2018 15:07:05
Kerstin Klaar

" Die Fallstricke des Teufels" von Heike Stöhr, ist ein wundervoll geschriebener historischer Roman der mit vielen Gefühlen und historischen Fakten gespickt ist. Dies ist der erste Teil einer Trilogie.

Wir schreiben das Jahr 1541, vor viele Jahren hat Sophia ihren Bruder und ihre Mutter durch die Pest, die überall wütete, verloren und ist somit zur Halbweise geworden. Ihr Vater, in seiner Trauen gefangen und völlig überfordert, schickt sie zu seinem Bruder und Schwägerin nach Leipzig. Die Tante soll sie für eine Zeit lang erziehen. In deren Haushalt lebt auch der Vater der Tante, ein großer Professor, der sich ebenfalls Sophia annimmt.
Bevor sie aus Pirna weg musste hat sie im Kontor des Vaters ein geheimnisvolles Buch gefunden, mit wunderschönen Zeichnungen und einer Schrift, die Sophia nicht kennt. Dies hat sie heimlich mit nach Leipzig genommen. In den folgenden Jahren versucht der Professor den Text und die Bilder des Buches zu entschlüsseln, an seiner Seite stets Sophia.

Als sie Jahre später nach Pirna zurück kehrt , ist sie alt genug ist um in den Stand der Ehe einzutreten. Es gibt einige Bewerber die Sophia gern zu Frau nehmen würden. Sophias Vater hat ihr Mal ein Versprechen gegeben, sie kann sich ihren zukünftigen alleine aussuchen. Sie ist gebildet und kann sehr starsinnig sein und hat ihre eigenen Vorstellungen von einem Leben in der Ehe. Sie möchte lieben und geliebt werden.
Doch dann geschehen in Pirna unerklärliche Todesfälle. Steht das im Zusammenhang mit Sophia und dem Buch welches sich im Besitz der Familie befindet?

Und bald gibt es diesen " Einen" mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen möchte. Aber wie so oft, ist das Leben ein mieser Verräter und man muss um sein Glück kämpfen.
Es gibt einen Nebenbuhler, der mit aller Macht alles unternehmen will um Sophia zur Frau zu bekommen. Er ist hinterhältig, bösartig und ein durch und durch hinterhältiger Mann, der ebenfalls ein Ziel verfolgt. Auch er weiß um die Existenz des Buches und möchte es unbedingt in seinen Händen wissen. Es gibt ein Problem, er ist angesehen und hat viel Einfluss, ein Fakt der für Sophia zum Nachteil werden kann. Wird ihm das etwas nützen und ist Sophia ihre große Liebe der Richtige?
In dieser Zeit führt sie ein aufregendes und turbulentes Leben, in der sie viel Leid , Traurigkeit und Verluste erleiden muss. Aber sie hat viele Freunde die ihr zur Seite stehen, was ein großes Glück für sie ist. Und sie ist eine starke Frau.

Meine Meinung:

Ich bin erstaunt über all das erstklassig recherchierte historische Hintergrundwissen. Obwohl ich schon so viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe, konnte ich mein Wissen erweitern.
Der Schreibstil ist sehr berührend und mitreißend. Der Spannungsbogen nimmt an seiner Intensität ständig zu und es fiehl mir schwer, das Buch auch Mal zur Seite legen zu müssen.
Ich habe das Buch in einer Leserunde mit der Autorin gelesen und somit die Gelegenheit erhalten viele Dinge von ihr noch ausführlicher erläutert zu bekommen.
Eines ist sicher, Heike Stöhr gehört ab sofort mit zu meinen Lieblingsautoren in diesem Genre.
Absolute Leseempehlung.

08.11.2017 13:00:10
dorli

Pirna, 1541. Die 19-jährige Kaufmannstochter Sophia Weyner kehrt nach acht Jahren Aufenthalt bei Verwandten in Leipzig zurück in ihre Heimatstadt. Die Halbwaise sollte im Haushalt ihrer Tante die Tugenden einer ehrbaren und rechtschaffenen Hausfrau lernen, fand es allerdings viel spannender, sich von dem Vater ihrer Tante, einem alten Professor, in Latein, Astronomie und Philosophie unterrichten zu lassen. In Sophias Gepäck befand sich unter anderem ein altes Buch mit rätselhaften Schriftzeichen, dass sie einst aus dem Kontor ihres Vaters entwendet hat. Gemeinsam mit ihrem Großonkel hat sie versucht, die Worte zu entschlüsseln, die beiden sind jedoch gescheitert…

In einem zweiten Handlungsstrang lernt man Wolf Schumann kennen. Wolf erfährt von seinem leiblichen Vater, einem Mönch, dass dieser vier Kisten mit Kirchenschätzen und eine Kiste mit einem Buch, das angeblich ein Rezept für ewiges Leben enthält, im Weinberg des Klosters vergraben hat. Der alte Pater weist seinen Sohn an, die Kisten auszugraben und dem Bischof zu übergeben. Wolf beschließt, den Schatz als Entschädigung für seine freudlose Kindheit zu behalten und beginnt danach zu suchen, findet jedoch nur eine Kiste. Den Inhalt zu Geld gemacht, versucht er den Verbleib der anderen Kisten zu ermitteln, besonders das geheimnisvolle Buch will er unbedingt in seinen Besitz bringen…

Heike Stöhr wartet in ihrem historischen Roman „Die Fallstricke des Teufels“ mit einer tollen Mischung aus Spannung, Historie und Romantik auf. Die Autorin hat eine Fülle wahrer Begebenheiten in ihre Geschichte eingeflochten und zeichnet damit ein sehr facettenreiches und glaubwürdiges Bild von Zeit und Ort. Vieles, was die Pirnaer Mitte des 16. Jahrhunderts tatsächlich beschäftigt und bewegt hat, findet man in der Handlung wieder. Sei es nun das tägliche Allerlei, die Bräuche, die medizinische Versorgung, die Arbeiten auf der Baustelle der Marienkirche, die schwere Tätigkeit der Bomätscher, die Aufgaben des Rates und besonders des Stadtschreibers oder auch der Ablauf einer Hinrichtung oder die Gestaltung von Hochzeiten. Auch die politische Lage und den Aberglauben der Menschen spart die Autorin nicht aus, selbst die rätselhaften Todesfälle, in deren Ermittlungen Sophia im Verlauf der Handlung unversehens rutscht, hat es wirklich geben.

Heike Stöhr erzählt sehr unterhaltsam, jede Szene wirkt lebendig und ist fesselnd, so dass ich nicht nur ruckzuck mittendrin im Geschehen war und mir die Handlungsorte und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen konnte, ich konnte auch durchweg prima mit den Akteuren mitfiebern und miträtseln.

Die Figuren wirken allesamt echt, sie sind ausdrucksstark und haben Persönlichkeit, zeigen Emotionen und handeln entsprechend ihren Eigenheiten. Es war äußerst spannend, ihre Wege zu verfolgen und es hat Spaß gemacht, ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten.

„Die Fallstricke des Teufels“ hat mich rundum begeistert. In ihrem Nachwort schreibt die Autorin, dass sie eine spannende Geschichte erzählen und sich dabei möglichst eng an belegbare historische Fakten halten wollte – das ist ihr eindrucksvoll gelungen. Absolute Leseempfehlung für alle, die gerne gut recherchierte historische Romane lesen.

17.10.2017 17:05:01
Stephanie P

Pirna im 16. Jahrhundert: Die neunzehnjährige Sophia kehrt in ihre Heimat zurück, in welcher rätselhafte Todesfälle geschehen. Die Stadt deklariert diese als Suizide, doch Sophia glaubt nicht daran und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Und dann gibt es da noch ein mysteriöses Buch, welches sie versteckt im Haus ihres Vaters gefunden hat. Sophia beginnt gemeinsam mit einem Freund das Geheimnis des Buches zu entschlüsseln. Die junge Frau bringt nicht nur sich selbst sondern auch viele Menschen, die ihr nahe stehen, in große Gefahr.
Heike Stöhr ist es mit ihrem bildlichen und flüssigen Schreibstil gelungen einen wirklich lesenswerten historischen Roman zu verfassen. Zusätzlich zu den Krimielementen und den historischen Fakten findet sich auch eine Liebesgeschichte im Buch. Diese ist wirklich gelungen eingebaut, wodurch sie weder Überhand gewinnt noch kitschig wirkt. Ich finde, dass die Autorin die einzelnen Genres sehr gelungen verbunden hat. Vor allem der bildliche Schreibstil ermöglicht beim Leser großes Kopfkino und es fiel mir daher schwer das Buch wegzulegen.
Die Handlung ist gut durchdacht und sehr logisch. Die einzelnen Kapitel sind eher kurz und lassen sich flüssig lesen, wodurch das Buch sehr kurzweilig wirkt. Die Autorin kann Wiederholungen und unnötige Längen komplett vermeiden, wodurch ich sofort in die Handlung einsteigen und dieser ohne Probleme bis zum Ende folgen konnte. Heike Stöhr schafft es gleich zu Beginn Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss zu halten. Da „Die Fallstricke des Teufels“ als Trilogie geplant ist, findet sich im Buch ein offenes Ende. Ich würde am liebsten heute noch mit der Fortsetzung beginnen und fiebere daher jetzt schon der Veröffentlichung des nächsten Bandes entgegen.
Im Buch befindet sich eine Karte, welche es dem Leser ermöglicht die Geschehnisse örtlich sofort einzuordnen. Zudem finden sich ein Namensregister und ein Glossar im Buch. Beides ermöglicht dem Leser ein besseres Verständnis der Handlung und bei Unklarheiten kann schnell nachgeschlagen werden.
Die Charaktere sind sehr authentisch und bildlich beschrieben. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Vor allem Sophia und Maria sind mir sehr sympathisch und ich musste das gesamte Buch mit ihnen mitfiebern. Besonders authentisch werden die Protagonisten durch ihre Dialoge. Diese sind der damaligen Zeit und Art zu sprechen angepasst, wirken beim Lesen allerdings nicht aufgesetzt oder langweilig.
Auch geschichtlich wirkt „Die Fallstricke des Teufels“ sehr gut recherchiert. Beim Lesen merkt man, dass Heike Stöhr sich ausführlich mit den damaligen Lebensumständen, Traditionen und Bräuchen beschäftigt hat und diese sehr authentisch und gelungen zu Papier bringt. Hierzu findet sich auch am Ende des Buches ein Kapitel über die Geschichte hinter der Geschichte.
FAZIT:
„Die Fallstricke des Teufels“ konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln und komplett überzeugen. Besonders gelungen finde ich die Verbindung von den historischen Fakten, den Krimielementen und der Liebesgeschichte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Ich empfehle jedem Fan von historischen Romanen das Buch zu lesen!

15.10.2017 21:09:56
mabuerele

„...Sie hatte sich Klarheit gewünscht, doch stattdessen war alles verworrener geworden als zuvor. Sie fühlte sich wie eine Fliege, die dem Netz einer Spinne entkommen wollte und sich mit jeder Bewegung mehr in den klebrigen Fäden verhedderte...“

Sophia Weyner erlebt als Kind den Tod des Bruders und der Mutter durch die Pest. Schon damals fragt sich das aufgeweckte Mädchen, ob man die Krankheit nicht heilen könne.
Die nächsten Jahre verbringt Sophia bei Onkel und Tante in Leipzig. Mehr als die hausfraulichen Fähigkeiten, die ihr die Tante vermitteln will, interessieren sie die Stunden beim Professor, dem Schwiegervater ihres Onkels. Er führt Sophia in die Wissenschaften ein. Heimlich hatte das Mädchen ein Buch aus dem Elternhaus mitgebracht. Der Professor lässt erst einmal seine Kontakte spielen, um zu erfahren, in welcher Sprache es geschrieben ist. Doch alle Versuche bleiben erfolglos. Mit 19 Jahren kehrt Sophia in ihr Elternhaus nach Pirna zurück
In Pirna hat inzwischen Wolf Schumann die Stelle des Stadtschreibers inne. Der junge Mann war vor Jahren in die Stadt gekommen, um seinen Vater, Pater Johannes, im Kloster zu besuchen. Bevor der für immer die Augen schloss, hat er Wolf erzählt, dass fünf Kisten aus dem Kloster in den Weinberg vergraben wurden. In vieren befinden sich Schätze des Klosters, in der fünften ein wertvolles und geheimnisvolles Buch. Bei seinen Grabungen findet Wolf aber nur eine Kiste.
Die Autorin hat einen fesselnden historischen Roman geschrieben. Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen.
Die Protagonisten werden gut charakterisiert Ich möchte mich auf zwei von ihnen beschränken.
Wolf Schumann kennt keine Skrupel, um an das Buch zu gelangen. Macht und Reichtum sind sein Ziel. Er macht sich auf die Suche nach den Besitzern der Kisten.
Sophia ist eine selbstbewusste junge Frau. Dabei versteht sie geschickt, ihren Willen auch gegen gängige Konventionen durchzusetzen. Allerdings sollte sie ab und an erst nachdenken, ehe sie ihrem Gegenüber eine Frage stellt.
Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. In jeder Zeile ist die ausführliche Recherche der Autorin spürbar. Das mittelalterliche Pirna wird ausreichend beschrieben. Ein besonderes Highlight ist das Stadtschwein, dass gern junge Männer attackiert. Wir befinden uns in der Zeit der Reformation .Ab und an gewährt mir die Autorin den Blick auf die große Politik außerhalb von Pirna. Insbesondere das Verhalten von Philipp von Hessen und Moritz von Sachsen tangiert die Entwicklung in der Stadt, denn bei militärischen Auseinandersetzungen hat die Stadt Verpflichtungen.
Durch Maria, Sophias Freundin in der Vorstadt, lerne ich die Arbeit der Bomätscher, der Schiffsschlepper, kennen. Mehrmals darf Sophia dem Bader zur Hand gehen. Auch die Gefahren in einer Stadt der damaligen Zeit werden dargestellt. Verschiedene Regeln für Handwerker, vor allem zur Vermeidung von Stadtbränden, werden geschickt in der Handlung erwähnt.
Obiges Zitat, das einen Einblick in den teilweise bildhaften Schriftstil der Autorin gibt und ihren gekonnten Umgang mit Metaphern zeigt, fällt, nachdem Sophia dem Steinmetz Balthasar eine Frage gestellt hatte. Er ist einer derjenigen, die sich Hoffnung auf die Hand der jungen Frau machen.
Intrige und Hinterlist konkurriert mit Hilfsbereitschaft und Vertrauen. Gut werden die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben. Sophias Neugier und Gerechtigkeitssinn sowie Wolfs Hass und Rachegedanken sind Beispiel dafür. Eingebettet sind viele kleine Lebensgeschichten derjenigen, die sich um die beiden Hauptpersonen gruppieren.
Ein besonderer Stadtplan auf der ersten Innenseite, ein ausführliches Personenregister, ein Glossar und ein blick in die Geschichte hinter der Geschichte ergänzen das Buch. Außerdem wird es einen weiteren Band geben.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Balance zwischen einer spannenden Handlung und Wissensvermittlung über Zeit und Leute ist sehr gut gelungen. Das Besondere ist außerdem, das eine heute weniger bekannte Stadt im Mittelpunkt der Handlung steht.