Die Räuberbraut

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Wunderlich, 2017, Titel: 'Die Räuberbraut', Originalausgabe

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Um 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?

Die Räuberbraut

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Letzte Kommentare:
29.08.2017 11:53:48
dorli

In ihrem historischen Roman „Die Räuberbraut“ entführt Astrid Fritz den Leser in das frühe 19. Jahrhundert in den Hunsrück und erzählt die Geschichte der Musikantentochter Juliana „Julchen“ Blasius, die drei Jahre lang mit dem als Schinderhannes bekannt gewordenen Räuber Johannes Bückler durch die Lande gezogen ist.

Astrid Fritz hat die zahlreichen historischen Fakten und Hintergründe rund um Johannes Bückler und das Wenige, das über Juliana selbst bekannt ist, mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und ein umfassendes und sehr glaubwürdiges Bild der Welt der Räuber und Gauner zur damaligen Zeit gezeichnet.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin viele Begriffe aus dem Rotwelsch in die Dialoge eingeflochten hat - das macht die ganze Geschichte noch überzeugender und authentischer.

In einer Rahmenhandlung, die im Mai 1844 spielt, blickt die mittlerweile 63-jährige Juliana auf die gemeinsame Zeit mit dem Schinderhannes und seinen diversen Gefährten zurück und lässt den Leser damit an ihren vielfältigen Erlebnissen und Abenteuern teilhaben.

Armut und Frust in ihrem Elternhaus wecken in der 18-jährigen Juliana den Wunsch nach Freiheit und Abenteuer. Beides findet sie an der Seite des Räubers Johannes Bückler. Julchen verbringt zunächst sorglose Wochen und Monate inmitten der Schinderhannesbande - sie und Hannes heiraten und schon nach kurzer Zeit ist sie fest mit dem Räuberleben verwachsen.
Ihre anfängliche Euphorie erhält einen ersten Dämpfer, als sie den Banditen heimlich auf einen Raubzug folgt und beobachtet, dass Kinder misshandelt und als Druckmittel eingesetzt werden. Julchen begreift dann nach und nach, dass das Räuberleben auch seine Schattenseiten hat und dass der Alltag einer Räuberbraut nicht so abenteuerlich ist, wie sie sich vorgestellt hat, sondern zunehmend eine eintönige Abfolge aus Warten, Hoffen und Bangen sowie ausufernder Gelage ist. Während sie selbst mit gefälschten Papieren als Krämerin Juliana Ofenloch von Markt zu Markt zieht, werden die Beutezüge und Schutzgelderpressungen von Hannes und seinen Kumpanen immer tollkühner und leichtsinniger - die mittlerweile schwangere Julchen hat nicht nur Angst um ihren Hannes, sie ist auch enttäuscht und später wütend, dass er seine Versprechen nicht hält…

Trotz der ausführlichen Beschreibungen und detailreichen Schilderungen ist es nicht ganz einfach, Julianas Wege und die der Räuber durch die vielen kleinen Dörfer zu verfolgen, wenn man nicht ortskundig ist. Obwohl dies der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch tut, habe ich es als ein wenig schade empfunden, dass dem Buch eine Übersichtskarte über das Gebiet fehlt, in dem der Räuberhauptmann sein Unwesen getrieben hat.

Mit „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz ein spannendes Porträt über eine interessante Frau des 19. Jahrhunderts gelungen. Es hat Spaß gemacht, Juliana Blasius kennenzulernen, sie auf dem Weg durch ihren wohl aufregendsten Lebensabschnitt zu begleiten und die guten wie auch die schlechten Zeiten mit ihr zu teilen.

10.08.2017 22:11:21
Mohnblume

Die Geschichte von Schinderhannes und Julchen, Aufregend und schön
von Arietta
Inhaltsangabe: Quelle Lovleybooks

Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der «Schinderhannes» umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen? Vierzig Jahre später lebt Juliana wieder in ihrem Heimatdorf und bedient im dortigen Wirtshaus. Hier machen Reisende halt, um die ehemalige Räuberbraut zu bestaunen und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Eines Tages erscheint eine junge Frau in der Schenke. Ein Blickwechsel genügt, um Juliana begreifen zu lassen, dass sie auch Jahrzehnte später für die schönste Zeit ihres Lebens wird sühnen müssen. (Quelle:'E-Buch Text/21.07.2017')


Meine Meinung zur Autorin und Buch

Autorin:

Astrid Fritz hat mir mit ihrem neuen Roman „ Die Räuberbraut „ eine große Freude bereitet. Ich habe das Buch mit großen Genuss gelesen und war ganz hin und weg. Bin ich doch eine echte Hunsrückerin und Schinderhannes ist mir von Kindesbeinen an ein großer Begriff. Es geht in ihrer Erzählung um den berühmten und berüchtigten Johann Bückler, Alias Räuberhauptmann Schinderhannes und seine Gefährtin Juliane Blasius, sein Julchen. Es war sehr schön in die Geschichte Abzutauchen und mit Hannes, Julchen und seiner Bande durch die Wälder und Dörfer des Hunrücks und Nahetals zu streifen. Viele der schönen Schauplätze sind mir bekannt. Ihren Sprach-und Schreibstil, ist wie immer sehr flüssig, klar, kraftvoll, bildhaft und sehr mitreißend. Von der ersten bis zur letzten Seite war es spannend, man hatte das Gefühl teil der Geschichte zu sein. Der Aufbau ist hervorragend, die beiden Zeitebenen Julchen im Alter und Jugend sind sehr gut

miteinander verknüpft, am Ende der Geschichte laufen alle Fäden zusammen, es bleiben keine Fragen offen. Die Figuren sind wie aus Fleisch und Blut einfach Lebendig, auch die einzelnen Charaktere und deren Handlungen sind sehr glaubwürdig. Es war Interessant deren einzelnen Beweggründe kennen zu lernen. Historisch fand ich alles sehr perfekt, man merkte das hier eine Historikerin zugange war. Das Leben , Denken und Handeln der Menschen zur damaligen Zeit , ist sehr schön recherchiert. Auch die damalige Sprache ist gut wiedergegeben. Sie hat Wahrheit und Fiktion sehr gut mit einander verwoben. Sehr schön fand ich auch am Ende das Glossar und das Nachwort.


Zum Buch:

Man lernt Hannes kennen als Charmanten, höflichen und sympathischen Menschen, er erscheint klug, ist aber in Wirklichkeit ganz anders, ein Mann mit zwei Gesichtern. Ich muss sagen er war mir ganz sympathisch, so wie er Juliana behandelte. Kein Wunder das sich Juliana und ihre Schwester Margret bei ihrem Gesangauftritt mit ihrem Vater, in der Schenke sich in Hannes verguckten. Er ist so ganz anders als die übrigen Männer, gepflegt, gut gekleidet höflich, und charmant zu den Frauen.

Das beide den Kopf verlieren, von zu Hause weg laufen, war nicht verwunderlich, die Mutter griesgrämig und kränkelnd. Sie sahen sich in der Gesellschaft von Hannes frei, was auf sie mal später zukommen sollte ahnte keine von beiden. Sie waren Jung und Abenteuerlustig. Julchen ist es die Hannes Herz erobert. Er liebt sie verwöhnt sie, seine Prinzessin. Hätte Julchen geahnt was auf sie mal zukommen würde und wäre sie reifer und Älter gewesen, vielleicht wäre ihr Lebensweg anders verlaufen. Es ist ein Abenteuerliches Leben das sie führen, Hannes und seine Bande überfallen die verhassten Franzosen, die das Land besetzt haben und die reichen Juden. Das einfache Volk verrät sie nicht, im Gegenteil sie werden sogar gewarnt. Aber Hannes wird immer unvorsichtiger und Waghalsiger, ein Leben auf der Flucht beginnt. Aus der Traum vom eigen Heim,einem ehrlichen Leben. Auch Julchen hat schon kleinere Diebstähle auf den Märkten begangen. Sie ist schwanger und möchte ihr Leben in andere Bahnen lenken, sie versucht Hannes zu bekehren. Es wird immer enger, die Schlinge zieht sich zu. Hannes und seine Kumpane werden verhaftet . Sie landen im Gefängnis, wie die Geschichte ausgeht weiß jeder kenner...Was aus Julchen und Hannes am Ende wird, verrate ich nicht, das soll jeder Leser selbst herausfinden... Es war Toll in das Leben von Julchen und Hannes abzutauchen und an ihrem Leben teilzuhaben. Man Erfuhr beim Lesen so manches neues, das einem noch nicht bekannt war.

" Das Buch ist wie ein Sog, man kann sich ihm nicht entziehen,man wird beim Lesen hineingezogen und Teil der Geschichte "

03.08.2017 09:57:56
venatrix

Astrid Fritz entführt ihre Leser in eine unbekannte Welt: In die der Straßenräuber und Einbrecher zu Beginn der 19. Jahrhunderts.
Während sich auf den Schlachtfeldern Napoleons und die Kaiserlichen Truppen gegenüberstehen, fechten die einfachen und verarmten Bewohner des Hunsrücks einen anderen Kampf aus: Den gegen die Räuberbande des Schinderhannes. Der charismatische junge Mann beraubt vor allem jüdische Händler und reiche Kaufleute. Das bringt ihm den Ruf eines Robin Hood ein, den er auch zu pflegen weiß. Interessanterweise deckt ihn ein Großteil der Einwohner, der Schultheiß inklusive. Johannes Bückler, wie der Räuberhauptmann eigentlich heißt, versteht es, ein dichtes Netzwerk an Verbündeten und Schlupfwinkel anzulegen, um bei Bedarf schnell untertauchen zu können.

In diesen Mann verliebt sich nun Juliana Blasius, eine Tochter des Bänkelsängers Hannikel. Sie bricht mit ihrer Familie und zieht gemeinsam mit ihrer Schwester Margret und der Räuberbande durch die Lande.

Was ursprünglich wie ein großes Abenteuer für die beiden Schwestern aussieht, wird im Laufe der Monate zum Albtraum.
Einzelne Überfälle eskalieren und so gibt es Verletzte und Tote, was die Obrigkeit auf den Plan ruft. Lange können Julchen, wie sie genannt wird, und der Räuberhauptmann den Schergen entkommen, da sich aufgrund der politischen Lage die Machtverhältnisse ständig ändern. Doch letztlich ist Schluss mit lustig und der Schinderhannes wird von seinen eigenen Leuten verraten. Der Rest ist Geschichte.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman ist bestens recherchiert. Manchmal ist die Aktenlage dünn, sodass nicht von allen historischen Personen allzu viele Details bekannt sind. Besonders interessant finde ich die Schilderung des Prozesses.

Allerdings liegt der Fokus für meinen Geschmack zu sehr auf dem Schinderhannes und weniger auf Julchen. Ich hätte mir da mehr Einblick in das tägliche Leben abseits der Raubzüge gewünscht. Daher muss ich einen Stern abziehen.

Gut gelungen ist die Darstellung, was Propaganda ausmacht. So eilt dem Schinderhannes der Ruf voraus, ausschließlich reiche und jüdische Reisende auszurauben. Daher hat er lange Zeit Rückhalt in der Bevölkerung. Die Wahrheit sieht anders aus.

Fazit:

Ein gut recherchierter historischer Roman, der zeigt was Propaganda ausmacht. Gerne gebe ich 4 Sterne.