Die Festung am Rhein

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2017, Titel: 'Die Festung am Rhein', Originalausgabe

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Nicole Goersch
Atmosphärisch und lebendig

Buch-Rezension von Nicole Goersch Mär 2017

Coblenz, 1822: Auf der Baustelle der Festung Ehrenbreitstein werden Baupläne entwendet. In Verdacht gerät der junge Pionier Christian, der als Halbfranzose Spott und Schikanen seiner Vorgesetzten und Kameraden ausgesetzt ist. Seine Schwester Franziska glaubt nicht an seine Schuld und versucht, mit Hilfe von Leutnant Rudolph Harten, Christians Vorgesetzten, Beweise zu finden, die ihren Bruder entlasten können. Dabei geraten sie nicht nur wegen ihrer Ermittlungen in Gefahr, sondern kommen sich auch ungebührlich näher, denn eine Liaison zwischen einem preußischen Offizier und einer Halbfranzösin wird nicht von jedem gerne gesehen.

Das Rheinland zwischen Preußen und Frankreich

Im frühen 19. Jahrhundert war das Rheinland hart umkämpft zwischen Frankreich und Preußen. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons wurde es letzteren zugesprochen, was nicht bei allen Einheimischen begrüßt wurde. Diese aufgeladene, äußerst problematische Atmosphäre mit den Spannungen zwischen blauberockten Soldaten aus dem Osten und den ansässigen Rheinländern hat die Autorin Maria W. Peter authentisch eingefangen und wiedergegeben, wozu besonders gut die verschiedenen Dialekte beitragen, obwohl der rheinische nicht hundertprozentig getroffen ist. 

Auch die Charaktere sind in ihren Verhaltensweisen, Handlungen und Gedanken realistisch dargestellt und spiegeln den Umbruch im damaligen Europa als einzelne Personen schicksalhaft wider. Besonders der Wandel der Gesellschaft nach der französischen Revolution und die damit verbundenen regionalen Reibungen sind glaubhaft erzählt. Es war eine "Zeit, die sich der Moderne verschrieben hatte und sich zugleich nach der Vergangenheit sehnte." (S. 77)

Historischer Roman - Spionagethriller - Liebesgeschichte

Der Roman bietet von allem etwas: gut recherchierte, historische Ereignisse, ein Spionagethriller mit Verfolgungen, Verstrickungen und Verrätern und eine Liebesgeschichte mit einer plausiblen Entwicklung. Einzig der Strang der Spionagehandlung hätte gerne komplexer sein können. Auch die zahlreichen Zufälle, die den Protagonisten in die Hände spielen, waren zu auffällig, um noch zufällig sein zu können. Das wirkt etwas zu konstruiert und erzwungen.

Dafür ist die Entwicklung zwischen den beiden Hauptfiguren gut herausgearbeitet und fängt die gesellschaftlichen Diskrepanzen und die eigene Zerrissenheit verständig ein. Auch die Darstellung der Zeitgenossen, die teilweise offenherzig und vorurteilsfrei, teilweise misstrauisch und aggressiv sind, zeigen auf, wie die Welt zur damaligen Zeit gewesen sein könnte.

Fundiertes Wissen verpackt in einer lebendigen Sprache

Die Landkarten zu Beginn sowie das am Ende zu findende Glossar mit den wichtigsten Begriffen, die heute durchaus nicht mehr alltäglich sind, waren sehr hilfreich, um sich in der Zeit um 1822 zurechtzufinden. Dazu trug auch das Personenverzeichnis bei, das sowohl die fiktiven als auch die realen Figuren vorstellt.

Maria W. Peter gelingt es, mit ihrem Roman Die Festung am Rhein eine mitreißende Geschichte zu erzählen, die in einer Zeit spielt, in der Europa im Umbruch war und in der die Menschen nach neuen Identitäten suchten oder nach alten Idealen strebten. Das schafft sie mit einem angefüllten Kosmos an differenzierten Figuren, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Verlieren aber kann sich der Leser in dem Roman, der es vermag, ohne trockene Lehrhaftigkeit die Vergangenheit Europas zu veranschaulichen und dank starker Charaktere die verschiedenen Standpunkte der Menschen darzulegen. 

Die Festung am Rhein

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Letzte Kommentare:
18.09.2018 21:41:51
Petra Sch.

Perfekt recherchierter historischer (Kriminal-)Roman, der einen von der ersten Seite an in den Bann zieht

Kurz zum Inhalt:
Coblenz, 1822. Die junge Franziska ist verzweifelt. Ihr Bruder Christian ist in Haft und wartet auf die Verhandlung wegen Landesverrats, für das ihm die Todesstrafe droht. Er soll geheime Pläne des Baus der preußischen Feste Ehrenbreitstein an die Franzosen verkauft haben; immerhin war sein Vater Franzose, der im Jahr 1815 für Napoleon gekämpft hat. Doch Franziska ist sicher: ihr Bruder ist unschuldig!
Nun heißt es, den wahren Täter zu finden. Dafür schleicht sie sich in den Haushalt Capitains von Rülow als Dienstmädchen ein, aus dessen Privaträumen die Pläne gestohlen wurden.

Leutnant Rudolph Harten, Offiziersingenieur und mit dem Bau der Feste betraut, soll seinerseits ebenfalls bzgl. des Verrats recherchieren.
Bald läuft ihm Franziska immer öfter über den Weg, und sie beteuert vehement die Unschuld ihres Bruders. Die beiden arbeiten schließlich zusammen und kommen sich dabei näher, als es für eine Halbfranzösin und einen Preußischen Offizier schicklich ist.
Kann der wahre Verräter gefunden und Christian gerettet werden?


Meine Meinung:
Maria Peters Sprache ist wundervoll bildhaft; die Protagonisten sind lebendig, und Coblenz und seine Umgebung sind so detailliert beschrieben, dass man das Gefühl hat, mitten in der Geschichte zu sein.
Auch die verschiedenen eingearbeiteten Dialekte machen die Geschichte authentisch und die damalige Gesetzgebung wurde rechtlich korrekt eingearbeitet.

Die Autorin hat die historischen Hintergründe und Details, auch wie weit der Bau der Feste Ehrenbreitstein zu dem Zeitpunkt fortgeschritten war, bzw. dass Burg Stolzenfels damals noch eine Ruine war, genauestens und mit viel Liebe zum Detail recherchiert.
Dieser historische Roman enthält auch eine Liebesgeschichte und einen Kriminalfall; die Auflösung gefällt mir sehr gut: authentisch und nicht kitschig.

Besonders betonen möchte ich die hilfreiche Karte des Rheingebiets und Coblenz zu Beginn des Romans; und das Verzeichnis der handelnden Personen, die Auflistung der historischen Persönlichkeiten sowie das Glossar am Ende.

Das Cover ist wunderschön; es zeigt Franziska vor dem Hintergrund der Feste Ehrenbreitstein und dem Rhein. Die Mode, die Farbgebung des Covers und natürlich die Schrift lassen sofort einen historischen Roman erkennen.


Fazit:
Von diesem genauestens recherchierten historischen Roman war ich einfach nur begeistert! Die bildhafte Schreibweise, der spannende Kriminalfall und die lebendigen Protagonisten fesseln von der ersten Seite an und lassen einen das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Volle Leseempfehlung!

31.08.2018 13:01:20
StephanieP

In Coblenz wird Anfang des neunzehnten Jahrhunderts die preußische Festung Ehrenbreitenstein erbaut. Eines Tages fällt auf, dass Baupläne mit geheimen Informationen verschwunden sind und Franziskas Bruder wird beschuldigt diese gestohlen und an den Feind verkauft zu haben. Da ihm die Todesstrafe droht setzt Franziska alles daran die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, doch dies ist schwerer als zunächst erwartet. Aus diesem Grund verbündet sich Franziska mit dem Leutnant Rudolph, der ebenfalls auf der Suche nach dem wahren Verräter ist. Die beiden kommen sich bei ihren Ermittlungen näher als sie gesellschaftlich dürfen.

Maria W. Peter ist es mit ihrem mitreißenden und bildgewaltigen Schreibstil gelungen erneut ein absolutes Lesehighlight zu verfassen. Mich konnte das Buch von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann ziehen, wodurch es sehr kurzweilig erscheint und die Handlung nur so dahinfliegt. Im Buch wechseln sich immer wieder Kapitel rund um Franziska und Rudolph ab, wodurch Längen und Wiederholungen gänzlich vermieden werden und zusätzliche Spannung aufgebaut wird. Zu Beginn der Kapitel finden sich der Ort und die Jahreszahl, wodurch man die geschichtlichen Ereignisse besser einordnen und der Handlung problemlos folgen kann. Maria W. Peter hat es einmal mehr geschafft bei mir aufgrund ihrer bildlichen Beschreibungen großes Kopfkino auszulösen.

Die einzelnen Protagonisten sind unglaublich authentisch und vielschichtig. Beim Lesen hat man den Eindruck die Charaktere schon lange zu kennen und man muss mit ihnen von Anfang bis Ende mit fiebern und mit leiden. Besonders glaubwürdig erscheinen sie, da sie sowohl Ecken und Kanten haben und zum Teil sogar Dialekt sprechen. Dieser schränkt den Lesefluss allerdings in keinster Weise ein. Ganz im Gegenteil macht er die Handlung besonders authentisch. Besonders Franziska und McBairds wuchsen mir sofort ans Herz und ich hätte gerne noch viel mehr zu ihrem Leben erfahren. Zusätzlich schafft es die Autorin auch die Landschaften und die damalige Atmosphäre unglaublich gelungen festzuhalten.

Maria W. Peter hat erneut alle geschichtlichen Fakten sehr gut und aufwendig recherchiert. Als Leser merkt man sofort, dass alles Geschriebene Hand und Fuß hat und nicht zu Gunsten der Handlung großartig verändert wurde. Das umfangreiche Glossar, die beiliegenden Karten und das Nachwort belegen diesen Eindruck und führen den Leser in die Geschichte der damaligen Zeit ein.

„Die Festung am Rhein“ ist bereits mein drittes Buch der Autorin und sie konnte mich wieder einmal mehr als begeistern! Besonders gelungen finde ich die die Verbindung der spannenden und mitreißenden Handlung mit den bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen und den äußerst interessanten und gut recherchierten historischen Fakten. Maria W. Peter hat erneut bewiesen, dass sie absolut zu Recht meine Lieblingsautorin für dieses Genre ist. Das vorliegende Buch ist ein absolutes Lesehighlight und sollte in keinem Bücherregal fehlen. Ich hoffe auf viele weitere Bücher!

FAZIT:
„Die Festung am Rhein“ ist ein absolutes Lesehighlight, welches mich mehr als überzeugen konnte. Maria W. Peter schafft es Spannung mit liebenswerten Protagonisten und bildgewaltigen Beschreibungen gelungen zu verbinden. Zudem fließen die geschichtlichen Fakten unglaublich gelungen in die Handlung ein, wodurch diese besonders authentisch wird. Ich hatte großes Kopfkino und kann dieses Lesehighlight jedem Empfehlen. Daher vergebe ich 5 Sterne!

22.12.2017 11:19:01
Orange

Coblenz 1822: Sieben Jahre nach der Schlacht und der Niederlage Napoleons bei Waterloo sind die Preußen die neuen Herren im ehemaligen französischen Rheinland.
Vor diesen geschichtlichen Hintergrund legt die Autorin ihren Roman an.
In Koblenz errichten die Preußen die Festung Ehrenbreitstein neu.
Als geheime Pläne zu Aufbau und geplanter Verteidigung der Festung gestohlen werden, wird der Pionier Christian Berger verdächtigt, denn wer würde sich für die Rolle eines Spiones und Verräters besser eignen, als der Sohn eines französischen Offiziers. Doch seine Schwester Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt und versucht auf eigene Faust den wahren Verräter zu überführen. Nach anfänglichen Zögern erhält sie dabei Unterstützung durch Christians Vorgesetzen, den Leutnant Rudolf Harten, der als Ingenieur den Bau der Festung überwacht. Dabei kommen sich die beiden näher, wie es ihre Abstammung und ihr Stand erlauben.
Mit ihrer bildhaften Sprache hat mich die Autorin gleich begeistert und in die Handlung hereingezogen. Detailreich und facettenhaft malt sie ihre Figuren, schildert die Landschaft und lässt erkennen, wie gewissenhaft ihre Recherche ist. Mir war dieses Stück deutsche Geschichte ebenso unbekannt wie die Festung Ehrenbreitsein an sich. Aber Maria W. Peter gelingt es hervorragend diese Wissenslücke auf sehr unterhaltsame Weise zu schließen. Dabei zeigt sie auch die Unterschiede zwischen Rheinländern und Preußen auf. Die einen steif, streng, pedantisch und evangelisch, die anderen lebensfroh, gesellig, gemütlich und zudem katholisch.
Das Buch gliedert sich in 5 Teile und 50 Kapitel sowie einen Epilog.
Ein sehr interessantes und umfangreiches Nachwort, ein Glossar sowie Kartenmaterial machen das Paket rund.
Einziges Manko ist meiner Meinung nach das Cover. Die Gestaltung mit einer gesichtslosen Frau im Vordergrund finde ich im Bereich historischer Romane überstrapaziert und so sticht „Die Festung am Rhein“ aus der Masse leider nicht heraus, und so wird dieses tolle Buch vielleicht weniger begeisterte LeserInnen finden, wie es verdient.
Von mir gibt es eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

27.06.2017 23:28:13
federdrache

Zum 200. Jubiläum der Festungsstadt Koblenz nimmt uns in die Autorin Maria W. Peter mit, in das Jahr 1822 und zeigt eindrucksvoll das damalige Leben im von Preußen besetztem Rheinland.
 
 
Doch worum geht es in dem Roman?
 
Es ist das Jahr 1822 als hoch über der Stadt Coblenz die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht.
Doch als geheime Baupläne von dort verschwinden wird Franziskas Bruder, der Pionier Christian Berger des Landesverrats bezichtigt und verhaftet. Er soll die Baupläne gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, war ihr gemeinsamer Vater immerhin ein Offizier Napoleons.
Franziska ist verzweifelt und versucht mit allen Mitteln die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Hilfe bekommt sie dabei vom strengen Leutnant Rudolph Harten, der mit der Zeit an die Unschuld Christians glaubt und den wahren Verräter finden will. Auf der Suche kommen die beiden sich immer näher, fast zu nah, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört.
 
 
 
Ich habe schon seit längerer Zeit keinen historischen Roman gelesen und zu dem Zeitpunkt, als Maria mich anschrieb und mich fragte, ob ich Interesse daran hätte ihr Buch zu lesen und zu rezensieren, war ich auf der Suche nach Büchern außerhalb der Genre Fantasy.
Verrat und eine verbotene Liebe ist meines Erachtens nach, immer eine spannende Sache, wenn sie gut umgesetzt wird und deswegen habe ich als allererstes in die Leseprobe auf Amazon hineingeblickt. Marias Schreibstil hat mir sofort zugesagt und anhand der Spannung, die sich gleich zu Anfang an aufbaut, wurde ich neugierig auf mehr.
Das Buch kam als Print in selbiger Woche bei mir an und ich begann direkt nach Abschluss eines anderen Rezensionsexemplars zu lesen. 
 
Schon der Einstieg in den Roman erwies sich, wie schon erwähnt, als sehr spannend und so glitt ich mühelos von einer Seite auf die nächste. Es war allein der ermüdenden Hitze der letzten Tage zu verdanken, dass ich mit dem kompletten Roman langsamer vorankam, als gewollt.
Der Schreibstil ist durchgehend flüssig und angenehm zu lesen und ich kann mich nicht daran erinnern, an irgendeiner Stelle hängen geblieben zu sein.
Die Handlung hat viele düstere und traurige Stellen, die das damalige Leben detailreich und bildlich im Kopf widerspiegeln lassen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, insbesondere am Anfang, wenn sich Franziska und Rudolph ständig über den Weg laufen. Verbunden und verwebt wird all das mit einer Liebesgeschichte, die sich ganz langsam entwickelt und daher realistisch bleibt und nicht von den eigentlichen Problemen ablenkt. Genauso stelle ich es mir vor.
 
Die verschiedenen Protagonisten, die im Laufe der Handlung dazu kommen, sind sehr gut gelungen und authentisch beschrieben. So kam es, dass ich für die einen Sympathie und Verständnis entwickelte und auf andere Wut und Hass.
Franziska ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Schon allein wegen ihrer offenen und dickköpfigen Art und ihren Handlungen, über die andere Frauen ihrer Zeit wohl nicht einmal nachgedacht hätten, merkt man schnell, dass die Halbfranzösin eine komplett andere Einstellung vom Leben hat. Ich würde sogar behaupten, dass sie den Menschen im Rheinland, in der Zeit, ein wenig voraus ist, was ich als sehr erfrischend empfand. Ihr Wesen fällt, umgeben von preußischer Disziplin, allemal auf.
Auch der Leutnant Rudolph Harten, hat sehr schnell meine Sympatie gewonnen, spätestens ab dem Punkt, an dem er an Christians Unschuld glaubt und Franziska hilft den wahren Verräter aufzuspüren. Auch wenn es für ihn erstmals ganz andere Gründe hat, als für die junge Frau, die ihrem Bruder lediglich das Leben retten will. Er mag auf dem ersten Blick ein typischer Preuße sein – hart, streng und diszipliniert. Aber mit dem fortschreiten der Geschichte entdeckt man auch eine weiche, eine gar verletzliche Seite an ihm. Man erfährt nicht nur einiges aus Franziskas Vergangenheit, sondern auch vieles aus der von Rudolph. Und all das, macht die beiden Protagonisten von Kapitel zu Kapitel sympathetischer.
Christian, Franziskas Bruder, ist in meinen Augen ein sehr tapferer junger Mann (oder Junge). Er erleidet während seiner Gefangenschaft körperliche und seelische Qualen und versucht dennoch seine Schwester daran zu hindern, ihm zu helfen. Allein deswegen, um sie zu schützen und aus der Sorge ihres Wohlergehens heraus. Seine Beweggründe, weshalb er während der vielen Verhöre schweigt, haben mich auf der einen Seite schockiert und auf der anderen Seite konnte ich es dennoch nachvollziehen. Als Halbfranzose und Sohn eines ehemaligen französischen Offizier Napoleons hat er es unter der Macht der Preußen nicht leicht.
Doch auch die anderen Figuren der Handlung dürfen nicht unerwähnt gelassen werden. Da ist unter anderem Franziskas Freundin Therese, die stets ein offenes Ohr für ihre Freundin hat, nur leider viel zu wenig Auftritt auf den über 500 Seiten hatte. Auch Alasdair McBaird, ein Schotte und alter Freund von Rudolph ist nennenswert. Er ist Künstler und fällt durch seinen Akzent und den ständigen Wechsel in seine Muttersprache, sehr auf. Er ist ein freundlicher Mann, der jedoch auch seine Schattenseiten in sich trägt.
Im Gedächtnis geblieben sind mir auch, der mir unsympathische Feldwebel Bäske und Rudolphs Bursche Fritz dem die Lebensmut in die Wiege gelegen worden sein muss und mir nicht selten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.
 
Ich habe durch die vielen Informationen und Fakten, die jedoch keinesfalls überladen wirkten, sehr viel neues und interessantes gelernt und konnte gleichzeitig meinen Wortschatz erweitern, was mir sicherlich noch zu Gute kommen wird. Sehr interessant empfand ich auch den Glossar ganz am Ende des Buches, der noch viele weitere Informationen birgt und den ich auf alle Fälle noch einmal genauer ansehen werde.
 
Fazit:
 
Mit „Die Festung am Rhein“ ist Maria W. Peter ein sehr authentischer und bildgewaltiger Roman gelungen, der rheinische Lebensfreude und preußische Disziplin aufeinander treffen lässt. Er verwebt Liebe und Hass mit Spannung und ist für jeden Freund der historischen Romane eine klare Empfehlung, die sich lohnt, gelesen zu werden

22.06.2017 18:21:46
Effie-das-Biest

Als überzeugter Peter-Fan habe ich mir das neue Buch natürlich sofort besorgt und direkt verschlungen. Und was soll ich sagen? Ich war direkt gefesselt. Ich kenne die Festung und auch die Gegend und konnte im Buch viel Neues darüber erfahren. Der Alltag der Festungssoldaten wurde genauestens recherchiert und auch das "alte" Koblenz wurde durch viele historische Details lebendig.
Ich habe mit den beiden Hauptpersonen mitgelitten und mich an deren aufkeimenden Gefühlen füreinander gefreut.
Das Buch macht Hunger auf eine Fortsetzung. Ich kann es nur wärmstens empfehlen, wenn man historische Romane mag. Im Buchladen fand ich es auf einem Sondertisch - zwischen Follett und Lorentz - da sieht man doch, wohin es gehört!

05.06.2017 10:42:15
Bettina Hertz

Die Festung am Rhein
Autor: Maria W. Peter
Nach der Niederlage Napoleons Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Rheinland Preußen zugeführt. Mit preußischer Gründlichkeit entsteht in den Jahren 1817 bis 1828 hoch über Coblenz die Feste Ehrenbreitstein. Als plötzlich geheime Baupläne verschwinden, wird Franziskas Bruder Christian, der sich grad im Militärdienst befindet, wegen Landesverrat verhaftet. Man wirft ihm vor, diese den Franzosen verkauft zu haben, schließlich war sein Vater Offizier unter Napoleon. Capitain von Rülow ist von seiner Schuld überzeugt, zusätzlich macht er seinen Untergebenen Leutnant Rudolph Harten, Ingenieur und Frontmann beim Bau der Feste, verantwortlich, dass besagte Baupläne einfach so verschwinden konnten. Christian schweigt beharrlich über bestimmte Vorkommnisse, selbst seiner Schwester Franziska vertraut er sich nicht an. Diese lässt sich allerdings nicht beirren und fechtet ihre persönliche Revolution gegen das preußische Militär aus. Dabei ist sie allerdings auf Hilfe angewiesen, von keinem geringeren als Rudolph Harten. Bei ihren Ermittlungen kommen Sie sich sehr nahe und das darf ja überhaupt nicht sein, er Preuße, sie Halbfranzösin! Sie sind einem unglaublichen Verrat auf die Schliche und geraten mehr als einmal in eine brenzliche Situation…
Dieser neue Roman aus der Feder von Maria W. Peter ist eine kleine historische Schatzkiste mit großem Inhalt. Allein das Buch selbst, das Cover – vordergründig eine junge Frau in damaliger Kleidung/im Hintergrund die Feste Ehrenbreitstein – ist ein echter Hingucker. Anhand der beiden Karten auf den ersten Seiten bekommt man einen tollen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten. Ein ausführliches Nachwort inkl. der Personen, mit denen M. W. Peter bzgl. des Romans zusammenarbeitete, zeigt wieviel Recherche notwendig ist und dafür ist sie ja sehr bekannt und belohnt uns mit historischem Hochgenuss. Auch die Übersicht der fiktiven und historischen Personen inkl. Reise- und Stöbertipps lassen einen noch lange nach dem lesen gedanklich im Rheinland verweilen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft, spannend und den damals sprachlichen Gebräuchen super angepasst. Ich konnte Landschaften, Gebäude und die einzelnen Charaktere bildlich vor mir sehen und letztere sogar sprechen hören, sehr unterhaltsam. Und die Charaktere selbst:
Zum einen Franziska, liebevoll, unerschrocken, selbstbewusst. Ihre Eltern, eine sogenannte Mischehe, Vater Lucien Franzose, später Offizier unter Napoleon, Mutter Luise Deutsche. Franziska und ihr Bruder Christian wachsen im damaligen Cöln in einem sehr behüteten Elternhaus auf, geprägt vom Geist der französischen Revolution. Durch die Niederlage Napoleons schlägt das Schicksal für die Familie sehr hart zu und Franziska und Christian landen bei ihrem Onkel in Coblenz.
Zum anderen Rudolph Harten, streng, diszipliniert, aber gerecht und menschlich. Er ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Durch eine schwere Verletzung im Krieg gegen Napoleon an Leib und Seele gezeichnet, erhält er durch Graf Neidhardt von Gneisenau die Möglichkeit ein Ingenieurstudium zu absolvieren und scheint eine neue Lebensaufgabe gefunden zu haben.
Nun treffen beide, Franziska und Rudolph, ungewollt aufeinander – wie Feuer und Eis. Dabei ist Franziska sicher die temperamentvollere und Rudolph der bedachtere. Aber es ist schön zu sehen, dass sich beide auf den anderen einlassen mussten und konnten. Ich fand beide Charaktere absolut gelungen. Franziska erinnerte mich ein wenig an Invita (aus M. W. Peters historischen Kriminalreihe), natürlich in völlig anderer historischen Kulisse.
Des Weiteren gibt es so einige Nebencharaktere, die M. W. Peter zum Leben erweckt. Rudolphs Bursche Fritz mit seiner „Berliner Schnauze“, der mal ganz mutig seinem Leutnant über die Frauen aufklärt. Der Schotte Alasdair McBaird, der die Epoche Kunst und Literatur, sprich Romantik, verkörpert und viele andere, jede auf ihre Weise einzigartig. M. W. Peter versteht es geschickt, die fiktiven Figuren in die Historie einzufädeln. Der Roman ist von Anfang an spannend und man tappt immer wieder im Dunkeln, wer denn nun der Verräter ist.
Für mich war das Thema Feste Ehrenbreitstein unbekanntes Terrain, auch dass die vorlauten Preußen dort mitmischten entzog sich meiner Kenntnis, wahrscheinlich auch deshalb, da ich im steifen Geschichtsunterricht nur mit halben Ohr zugehört habe. Um so mehr freut es mich, dass mir dieses Stück Preußengeschichte im Rheinland sehr lebendig präsentiert wurde. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe sehr gerne fünf Sterne.

30.05.2017 20:41:17
Mademoiselle Cake

Für mich war diese Geschichte ein besonderes Abenteuer. Wenn ich mit den Orten, der Gegend etwas verbinde, dann fühle ich mich meist ein wenig mehr in das Geschehen hineingezogen. Da ich 10 Jahre zwischen Düsseldorf und Köln gelebt habe, fand ich es schön, mal wieder dorthin entführt zu werden.

Bereits bei "Die Küste der Freiheit" bin ich so manches Mal dem Zufall begegnet. Maria W. Peter scheint sich weniger der Klischees zu bedienen, sondern sich mehr auf dieses Stilmittel zu berufen. Sie spinnt darum jedoch eine Geschichte, die sich flott lesen ließ. Da ich dieses Buch dem Genre 'historisch' zuordne und auch keine anderen Erwartungen oder Ansprüche hatte, fand ich den Krimianteil gut integriert.

Das Geschehen um Franziska und Rudolph ließ mich so manche Augenblicke innehalten und nachdenken..

"»Man muss wissen, wann der Moment gekommen ist, um aufzugeben.
Wissen, wann man besiegt ist.« […]
»Und wann es nicht länger Mut bedeutet, sich dem Feind zu widersetzen,
sondern blanken Mord am Gegner und an sich selbst.«" (S. 229)

Ich mag den Schreibstil der Autorin. Er ist klar und beschreibend und lässt in meinem Kopf während des Lesens Bilder ablaufen, die die Story lebendig erscheinen lassen. Dazu trug ebenfalls der Dialekt bei, der teilweise verwendet wurde und der super einfloss.

Außerdem finde ich es toll, dass sie es schafft, in einem Genre, welches - meiner Meinung nach - schwer zu bedienen ist, herauszustechen. Ich habe nicht das Gefühl, schon mehrere Male in Geschichten in der Gegend gewesen zu sein und / oder den Charakteren schon wieder - wenn auch in einer anderen Umgebung - zu begegnen.

"Daher habe ich Menschen unterschiedlicher sozialer und geographischer Herkunft
zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge schildern lassen,
um ein authentisches und facettenreiches Zeitbild zu zeichnen." (S. 445)

Besonders mochte ich das Ende. Es ist abgeschlossen und trotzdem lässt es Platz für eigene Zukunftsgedanken. Es ist ein Happy End, welches dennoch nicht ohne Komplikationen auskommt.

Auch hier ist das Buch mit der Geschichte nicht zu Ende. Die Autorin fügt Nachwort, Figuren der Handlung, Historische Persönlichkeiten und Reise- & Stöbertipps ein, welche man nicht links liegen lassen sollte.

Ich empfehle den Roman gerne an Leser weiter, die historische Geschichten fern vom Mainstream mögen.

©2017 Mademoiselle Cake


weitere Zitate:

"»Es hilft nichts, über die Welt zu jammern. Es gibt keine andere…«" (S.72)

"Ein Kampf um Freiheit, der zu einem Kampf um Macht wurde." (S. 229)

29.05.2017 23:47:31
QueenSize

Coblenz 1822: In dieses Jahr nimmt uns Maria W. Peter mit, in die Zeit, in der die Festung Ehrenbreitstein erbaut wurde. Dort treffen wir auf den preußischen Leutnant Rudolph Harten, der mit verantwortlich ist für den Festungsbau. Außerdem begegnen uns die Geschwister Franziska und Christian Berger, deren Mutter eine Deutsche ist und deren Vater ein Franzose war und für Napleon gekämpft hatte. Als wichtige Dokumente verschwinden gerät Christian unter Verdacht und Franziska kämpft dafür, seine Unschuld zu beweisen.

In diesem Roman wird ein Stück deutscher Geschichte lebendig und fesselnd erzählt. Auch wie die damalige Bevölkerung am Rhein zu den Preussen stand wird eindrucksvoll beschrieben. Wer sagt Geschichtsunterricht ist langweilig, der wird hier eines besseren belehrt, denn die Autorin Maria W. Peter hat diesen Roman perfekt recherchiert und im Anhang erfährt der Leser noch das eine oder andere wichtige Detail zusätzlich. Besser kann ein historisches Buch nicht verpackt werden.

Das Cover ist gelungen und passt sehr gut zum Buch.

Der Schreibstil ist flüssig und der Zeit angepasst. Gelungen finde ich auch die mundartlichen Textstellen. Die Personen sind gut beschrieben und ich konnte mich direkt in die Geschichte hineinversetzen, habe mitgelitten und mich mit den Protagonisten mitgefreut.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung - Daumen hoch!

22.05.2017 14:24:44
Michaela Weber

Christian Berger wird 1822 in Coblenz verdächtigt,geheime Baupläne von der Festung Ehrenbreitstein gestohlen zu haben.Da er schweigt,versucht seine Schwester Franziska ihm zu helfen.Dabei lernt sie den Leutnant Rudolph Harten einen preußischen Ingenierur kennen-dem die Pläne gestohlen wurden.Erst kommt es zu Misverständnissen-da Rudoph Harten glaubt das Franziska ihn ausspionieren will.Aber Franziska-die an die Unschuld ihres Bruders glaubt versucht ihren Bruder vor einer Verurteilung zu retten.Bei einem Besuch mit dem Leutnat bei ihrer Mutter,merkt Rudolph seine Gefühle für Franziska-der es ebenso geht.Ihre Mutter schenkt Franziska den Ring den ihr Mann ihr einst gab.Rudolph erkennt den Ring-wie er verwundet wurde im Krieg und er Schutz suchte,lernte er einen Franzosen kennen-er ihm half.In dem Gefecht schwer verletzt wurde-er gab ihm eben so auch den gleichen Ring,mit der Bitte ihn seiner Frau und seinen Kindern zu geben.Von nun an setzt Rudolph alles dran,Christian zu helfen.Am Anfang versucht er seine Gefühle für Franziska zu unterdrücken-aber die Liebe ist stärker.
Die Autorin hat einen historisch super recherchierten,mitreißenden Roman geschrieben.Man hat bei der Erzählung das Gefühl mitten dabei zu sein-man kann sich aes sehr gut vorstellen und taucht in die Geschichte ein.Vielen Dank,ich habe selten ein so gut recherchiertes Buch gelesen,hinten im Buch ist dann noch aufgeführt wenn man sich auf Spurensuche geben will und Reisetips.Auch werden die Quellen genannt wo die Autorin für ihren Roman recherchiert hat.Ich hätte dem Roman gerne noch mehr Sterne gegeben,aber leider waren 5 Sterne das höchste!Vielen Dank der Autorin,für eine tolle Zeitreise !!!

18.05.2017 10:43:49
jutscha

Einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Top recherchiert und absolut fesselnd geschrieben.

Koblenz im Jahre 1822. Die Festung Ehrenbreitstein hoch über Koblenz befindet sich gerade im Bau. Die Protagonistin Franziska ist in Köln aufgewachsen. Ihre Mutter hat sie und ihren Bruder Christian nach dem Tod des französischen Vaters nach Koblenz zu ihrem Bruder geschickt. Der benutzt sie als billige Arbeitskräfte und hat Christian zum Militär geschickt, um für sich gute Arbeit an der Festung zu bekommen.

Doch Christian wird des Hochverrats angeklagt. Er soll Pläne der Festung gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, seine Hinrichtung scheint sicher. Doch Franziska ist von seiner Unschuld überzeugt. Gemeinsam mit Rudolph, einem preußischen Leutnant und Christians Vorgesetzter, versucht sie Beweise für seine Unschuld zu finden und den tatsächlichen Täter zu überführen. Dabei kommen sich die beiden näher, als es sich für die damalige Zeit zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen gehört. Werden sie es schaffen, Christian vor dem Tod zu bewahren?

Ich komme selbst aus der Nähe von Koblenz und die Orte der Handlung sind mir daher sehr gut bekannt. Aber ich schiebe es nicht alleine darauf zurück, dass dieser Roman mir so gut gefallen hat. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und ich war von Anfang an direkt in der Geschichte drin. Zudem hat die Autorin wahrscheinlich Jahre mit ihren Recherchen verbracht, zumindest kommt es mir so vor. Alles könnte sich genauso zugetragen haben, ich habe mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt. Die geschichtlichen Daten stimmen und auch die in der damaligen Zeit lebenden Personen, die aus der Geschichte bekannt sind, wurden vereinzelt in die Geschichte integriert, so dass alles plausibel und logisch aufgebaut ist.

Wer die Kombination aus Historie, Verbrechen, Romanze und gelebter Geschichte liebt, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Ich war total gefesselt und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. So muss ein guter Roman sein. Ich kann die Geschichte absolut und uneingeschränkt empfehlen und bewerte das Buch mit 100 %.

16.05.2017 19:30:58
myrielmondkraut

Dieser absolut gelungene Roman erzählt die Geschichte des Baus der Festung Ehrenbreitstein zu preußischer Zeit. Die Autorin schildert eindrucksvoll, dass Koblenz im Jahre 1822 überfüllt war, weil immer mehr Menschen dorthin kamen, um z. B. für die Preußen beim Festungsbau zu arbeiteten oder auch einfach nur die Romantik des Rheintals nach überstandenem Krieg mit Sieg durch die Preußen auf sich wirken zu lassen. Maria W. Peter erklärt uns die historischen Hintergründe und lässt uns in eine Welt voller Gegensätze - Armut und Reichtum, Katholizismus und Protestantismus sowie rheinischer Lebensfreude und preußischer Disziplin - eintauchen.

Zudem dürfen wir miterleben, wie eine resolute, mutige und lebensfrohe Koblenzerin mit französischen Wurzeln peu à peu Vertrauen zu einem strengen preußischen Ingenierleutnant fasst, der gemeinsam mit ihr versucht, die Unschuld ihres wegen Hochverrats in Haft sitzenden Bruders zu beweisen. Dabei kommen beide in gefährliche Situationen, die sie gemeinsam meistern und wodurch sie sich langsam näherkommen. Gleichzeitig beschreibt die Autorin einfühlsam die Erlebnisse aus der Vergangenheit, die beide Hauptpersonen, Franziska und Rudolph, geprägt haben – Franziska, als Tochter eines napoleonischen Offiziers und einer deutschen Mutter, sah sich Repressalien ausgesetzt, die ihre Familie auseinanderriss, nachdem der Vater in der Schlacht von Waterloo gefallen war, die Schlacht, unter dessen Geschehnissen auch Rudolph noch immer sehr leidet.

Viel erleiden muss auch Christian, der Bruder von Franziska, der aufgrund seines französischen Familienhintergrundes verdächtigt wird, Baupläne der Festung gestohlen und weitergegeben zu haben. Er wehrt sich nur halbherzig gegen diese Vorwürfe, will nicht alles sagen, hat auch vor Franziska Geheimnisse, wodurch er sich in Widersprüche verstrickt, denen Franziska und Rudolph auf die Spur gehen. Die Recherchen führen beide quer durch das alte Koblenz und Köln, aber auch auf die Burgruine Stolzenfels - man fühlt sich durch die stimmungsvoll beschriebenen Szenen und Ortsbeschreibungen in diese Zeit zurückversetzt.

Maria W. Peter hat einen hervorragend recherchierten, soziokulturellen, spannenden Roman in malerischer Kulisse geschrieben, dessen Spannungsbogen bis zum Ende anhält. Das Buch hat humorvolle Passagen, bei denen man laut mitlachen muss, insbesondere wenn die Köchin Johanna wieder schlesisch spricht oder Rudolfs Bursche Fritz berlinert. Die verschiedenen Dialekte, unter anderem das Kowelenzer Platt, verleihen diesem Roman einen besonderen Charme. Aber auch die ernsten Töne kommen nicht zu knapp – die Haftbedingungen von Christian sind schwer zu verdauen, ebenso wie die Geschehnisse während und nach der Schlacht von Waterloo, die Rudolph nicht zur Ruhe kommen lassen. Die spannenden und aufregenden Szenen während der Suche nach dem wirklichen Verräter bringen den Leser zum Staunen sowie Mitbangen und hinterlassen eine Gänsehaut.

Fazit:
Es ist ein spannungsgeladener, bewegender Roman, der uns Koblenz zu preußischer Zeit näherbringt.
Ich bin eine Koblenzerin, jedoch sehe ich Koblenz seit dem Roman mit anderen Augen – jeden Morgen fahre ich an den Resten der Stadtmauer vorbei und was vorher für mich normal war, ist nun etwas Besonderes; die Festung ist nun nicht mehr nur die Festung, sondern ein gut durchdachtes Bollwerk; die Gassen waren damals schon da und sind heute umso schöner für mich usw. -
Außerdem hat die Autorin liebevoll unserem Dialekt, dem Kowelenzer Platt, viel Aufmerksamkeit beigemessen, es ist sehr authentisch und absolut gelungen! Und das, obwohl sie es in etwas abgeschwächter Form wiedergeben musste, damit es auch wirklich ALLE LeserInnen verstehen können.

Dieses Buch begeistert mich, es nahm mich schon nach wenigen Seiten gefangen und brachte mein Kopfkino ins Laufen.

15.05.2017 09:15:36
Astrid G.

Der erste Satz

Blutrot stand die Sonne am westlichen Horizont. der sich bis tief hinein in die Eifel erstreckte.

Meine Meinung

Nachdem ich "Die Küste der Freiheit" von Maria W. Peter verschlungen haben, wollte ich unbedingt ihr neuestes Werk lesen. Maria W. Peters neuer Roman konnte mich wieder absolut überzeugen.

Im Jahr 1822 entsteht in Coblenz die gigantische preußische Feste Ehrenbreitstein. Hauptprotagonistin Franziska bangt um ihren Bruder Christian, der wegen Landesverrat verhaftet wurde. Der strenge Leutnant Rudolph Harten übernimmt widerwillig die Ermittlungen. Die Halbfranzösin Franziska ist auf die Hilfe von Rudolph angewiesen und beide wollen den Verräter überführen und dabei kommen sie sich näher...

Gleich der Anfang ist spannend, ich wusste nicht wer der Erzähler war. Die Geschichte wurde sehr gut erzählt, sodass ich schnell im verräterischen Geschehen war. Der Schreibstil ist wie immer sehr flüssig. Einfach ausgezeichnet!

Die Charaktere konnten mich vollkommen überzeugen, auch die Bösen. Franziska und Rudolph waren sehr sympathisch.

Die Bebauung der Feste Ehrenbreitstein und die Landschaft wurde sehr bildlich beschrieben. Die geschichtlichen Aspekte waren spitze, ich hab noch etwas dazu gelernt.

In diesem historischen Roman geht es um Verrat, Zusammenhalt, Vorurteile niederlegen und natürlich um die Liebe.

Absolut empfehlenswert! 5 von 5 Sterne

Fazit

spannend, geschichtlich, sympathisch, interessant & liebenswert

14.05.2017 20:56:16
AmberStClair

Die Autorin hat hier ein sehr guten recherchierten Roman geschrieben. Man taucht in der Geschichte förmlich ein und man spürt so richtig wie die Zeit damals gewesen war an Rhein und Mosel.
Sehr beeindruckend wird die Geschichte von der Festung Ehrenbreitstein erzählt und rundherum wird uns eine schöne malerische Landschaft mit offenbart. Das lebenslustige Völkchen am Rhein, können sich nur langsam an die Herrschaft Preußens gewöhnen. Denn unter Napoleons Regime lebten sie freier und unter ihnen die Geschwister Franziska und Christian. Beide kommen liebenswert herüber und man versteht sie sofort, mit all ihren Ängsten und Sorgen. Auch den Preußische Leutnant Rudolph Harten mag man. Erst durschaut man ihn nicht ganz so, aber als seine Lebensgeschichte immer mehr erzählt wird, versteht man warum er ein so ernster und harter Mann geworden ist. Auf einer Art und Weise sind die Schicksale mit ihm und dem Geschwisterpaar verknüpft.
Diese Geschichte erzählt ein Stück wie es Anno dazumal war, als Napoleon das Rheinland unter sich hatte. Dann die konservativen Preußen die die Rheinländer nicht verstanden. Wie Katolihken und Protestanten aufeinander gerieten und so langsam eine Gemeinschaft heran wuchs.
Die Charaktere der einzelnen Hauptpersonen sind sehr gut beschrieben und man kann sich auch gut in ihnen mit hinein versetzen. Es ist nicht nur eine historische guter Roman, es verknüpft Geschichte und eine kleine zarte Liebesgeschichte.
Ich selbst war viele male am Rhein und Mosel und habe es nie aus der geschichtlichen Perspektive betrachtet. Ich hab nur die schöne malerische Landschaft bewundert. Aber jetzt sehe ich es auch mit anderen Augen.
Ich kann dieses Buch empfehlen, für all die jenigen die historische Romane lieben!

11.05.2017 18:07:43
tassieteufel

Coblenz 1822: Über der Stadt entsteht die preußische Festung Ehrenbreitstein, deren Bau ein Prestigeobjekt ist. Als von dort geheime Baupläne verschwinden, gerät der junge Christian Berger, der dort von seinem Onkel zum Militärdienst gezwungen wurde, unter Verdacht, nicht zuletzt wegen seiner französischen Herkunft. Seine Schwester Franziska ist entsetzt und kann nicht glauben, was man ihrem Bruder vorwirft. Mit allen Mitteln will sie die Unschuld ihres Bruders beweisen und gerät dabei Leutnant Rudolph Harten in die Quere, der den Vorfall ebenfalls aufklären will, ist er als leitender Ingenieur doch ebenfalls von der Sache betroffen. Obwohl ihm schon bald Zweifel an Bergers Schuld kommen, haben der preußische Offizier und die Halbfranzösin zunächst große Ressentiments voreinander, zu unterschiedlich sind die Auffassungen und Lebenseinstellungen der Beiden. Doch schon bald kommen sie sich näher, allen Unterschieden zum Trotz.

Zwischen 1817 und 1828 wurde die Festung Ehrenbreitstein von den Preußen oberhalb von Koblenz errichtet. Quasi zum 200 jährigen Jubiläum dieses Baubeginns setzt die Autorin der beeindruckenden Festungsanlage mit ihrem Roman ein Denkmal.
Nach der Niederlage Napoleons wurde das Rheinland Preußen zugesprochen, doch die der französischen Lebensart und Napoleons Reformen zugeneigten Rheinländer kommen nur schwer mit der Steifheit der Preußen, ihrem militärischen Drill und der straffen hierarchischen Ordnung zurecht. So gibt es beständig Reiberein, Differenzen und Mißstimmigkeiten, nicht zuletzt auch wegen Sprachbarrieren. Das hat die Autorin stimmungsvoll eingefangen, indem sie verschiedene Dialekte und Mundarten in gut dosierter Weise einsetzt.
In dieser brisanten, aufgeladenen Atmosphäre kommt es nun zum Diebstahl von wichtigen Bauplänen und die beiden ungleichen Charaktere Franziska und Rudolph treffen aufeinander. Franziska möchte um jeden Preis die Unschuld ihres Bruder beweisen und auch Rudolph ist an einer Klärung gelegen, wird er doch der Nachlässigkeit von seinem Vorgesetzen bezichtigt. Es wird abwechselnd aus der Sicht beider Charaktere erzählt, so dass man nicht nur die verschiedenen Sichtweisen beider Protagonisten kennen lernt, sondern auch ihre jeweiligen Ermittlungen mitverfolgen kann.
Auch bei der Schilderung ihrer Figuren ist es Maria W. Peter gelungen, die teilweise gegensätzlichen Ansichten, Gedanken und Verhaltensweisen ihrer Protagonisten realistisch und vor allem zeitgemäß darzustellen, ohne für eine Seite Partei zu ergreifen. Politische und gesellschaftliche Ansichten der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen spiegeln sehr gelungen den Zeitgeist wieder und versetzen den Leser in diese spannende Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs.
Neben dem historischen Aspekt und der Spionageaffäre rund um die verschwundenen Baupläne, gibt es auch eine sich dezent anbahnenden Liebesgeschichte, die zunächst von gegenseitiger Abneigung und Unverständnis geprägt ist. Sehr schön wurde hier herausgearbeitet, wie die Charaktere nach und nach zueinander finden und auch eigene Vorstellungen, Ansichten und Meinungen hinterfragt werden. Sehr gut gefallen hat mir, das die Liebesgeschichte gänzlich frei von kitschigen Szenen war und doch ihre schönen, romantischen Momente hatte!
Am Ende werden alle Handlungsstränge schlüssig zusammengeführt und aufgelöst. Bei der Spionagegeschichte ist einem versierten Krimileser zwar schon recht frühzeitig klar, wer der wahre Dieb ist, aber es gibt genug Wendungen und Hintergründe die zunächst im Dunklen bleiben und am Ende noch für die ein oder andere Überraschung zu sorgen.
Ein ausführliches und interessantes Nachwort, eine Karte der Gegend, ein Glossar sowie ein detailliertes Personenverzeichnis runden den Roman gelungen ab und geben dem interessierten Leser noch diverse Hintergrundinformationen.

FaziT: ein sehr lesenswerter, spannender und gut recherchierter historischer Roman, der neben wundervollen Landschaftsbeschreibungen, vor allem mit überzeugenden Charakteren und dem wunderbar eingefangenen Zeitgeist punktet. Insgesamt unterhaltsam geschrieben, ist der Roman eine gelungene Mischung aus Krimi, historischem Roman und einer kleinen Romanze, der mir viele schöne Lesestunden beschert hat.

04.05.2017 20:00:11
Corpus

Meine Meinung:
"Die Festung am Rhein" von Maria W. Peter ist ein mit Spannung versetzter historischer Roman.

Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen. Ich konnte das Buch daher recht schnell und angenehm durchlesen.
Die Protagonisten wurden sehr gut dargestellt. So konnte ich mir ein gutes Bild von ihnen machen und mich in sie hinein versetzen.

Die Geschichte selber hat mir sehr gut gefallen.
Die Autorin hat ein gutes Bild von der damaligen Zeit vermittelt und eine spannende Geschichte in dieses historische Umfeld eingewoben. Dies in Verbindung mit dem Bau der Festung Ehrenbreitstein hat mir dann sehr gut gefallen.

In dem Buch werden zum Teil Dialekte benutzt. Auch das hat mir gefallen. Da konnte man die Personen sofort einem bestimmten Gebiet zuordnen.

Hintem in dem Buch ist ein Nachwort, das die zeitlichen Abläufe und den geschichtlichen Hergang näher erläutert.
Auch ein Glossar ist vorhanden, in dem einzelne Begriffe aus dem Buch wie zum Beispiel "Demagogie" erklärt werden.

Mein Fazit:
Insgesamt hat mir der historische Roman sehr gut gefallen und ich hoffe auf einen Nachfolgeband.
Ich kann das Buch auf alle Fälle weiterempfehlen.

04.05.2017 09:48:02
Kerstin

Ein sehr gelungener Roman, unterhaltsam, spannend und mit vielen wissenswerten Informationen aus der damaligen Zeit.
Das Buch gibt einen interessanten Einblick in das Leben der Bevölkerung, insbesondere im Rheinland, zur Zeit Napoleons. Besonders beleutet wird dabei die Rolle des preußischen Militärs.

04.05.2017 07:34:13
Nadine Lutter

„Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe“
Inhalt:

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört …Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.
Meinung

Maria W. Peter legt mit diesem Buch, einen opulenten und historischen Roman vor, der mir im Gedächtnis bleiben wird. Dieses Epos beginnt im Juni 1815 auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Napoleon ist offenbar geschlagen, ein Offizier reitet durch die Nacht, um einen Auftrag zu erfüllen, doch dann fällt ein Schuss…1822 in Coblenz treffen sich die Geschwister Christian und Franziska. Christian ist Soldat und verpflichtet beim Bau der Festung Ehrenbreitstein mitzuhelfen. Doch genau bei diesem Treffen wird er verhaftet und des Landesverrats beschuldigt. Christian wird vorgeworfen, geheime Bauunterlagen gestohlen und verkauft zu haben. Für Franziska bricht eine Welt zusammen, denn sie kann nicht glauben, was man ihrem Bruder vorwirft.
Leutnant Rudolph Harten übernimmt das Verhör, denn der Bau obliegt seiner Aufsicht als Ingenieur.
Nach einer Kriegsverletzung wurde er privilegiert und zum Ingenieur ausgebildet. Die Erstellung der Feste ist für Rudolph von größter Wichtigkeit, denn es sollen erstmalig neumodische Materialien verwendet werden. Da er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, spürt er die Missgunst beteiligter Offiziere und seines Vorgesetzten Capitain von Rülow.
Der Capitain macht Rudolph für das Verschwinden der Unterlagen verantwortlich und betraut ihn mit der Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden.
Christian leugnet beharrlich etwas mit dem Verschwinden der Unterlagen zu tun zu haben und Rudolph schenkt ihm langsam Glauben.
Auch Franziska ist von Christians Unschuld überzeugt und versucht alles, um ihrem Bruder zu helfen. Dabei begegnet sie immer öfter Rudolph. Schließlich merken beide, dass sie nur zusammen eine Chance haben, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Dabei lernen sie sich näher kennen…

Die Preußen besetzen das Rheinland. Die anschaulich dargestellten gesellschaftlichen Konflikte, um rheinländische Lebensfreude und preußische Korrektheit, wurden sehr authentisch und bildlich dargestellt. Ebenso die unterschiedlichen Konfessionen, mit einhergehenden verschiedenen Auffassungen, werden besonders an den beiden Hauptprotagonisten Franziska und Rudolph veranschaulicht. Im Verlauf ihrer hitzigen Diskussionen und Debatten, lernen sie sich immer näher kennen und können sich letztendlich gegenseitig tolerieren und akzeptieren.

Maria W. Peter gelingt es den Spannungsbogen, durch Rückblenden in die Schlacht um Waterloo und Themen wie Intrigen, Neid, Hass, Verrat, Intoleranz, Krieg aber auch Liebe, bis zum Ende, aufs äußerste zu spannen.

„Es sollte kein Krieg der Völker gegeneinander sein, sondern ein Kampf für die Freiheit…“ (S.353)

Im Verlauf des Romans begegnet man vielen interessanten Protagonisten. Diese sind sehr ausgereift, liebevoll und realistisch dargestellt. Vor allem Rudolphs Bursche Fritz, peppt das Geschehen mit seinem Dialekt und seinen unverblümten Kommentaren unwahrscheinlich auf.
Der Autorin gelingt es, durch die detailliert und wunderbar dargestellten Charaktere, Gefühle und Emotionen des Lesers zu wecken.
Franziska und Rudolph waren mir von Anbeginn sehr sympathisch, Rülow hingegen erlangt durch seine unterkühlte verlogene Art, immer mehr Ablehnung.
Die Landschaftsbeschreibungen sind unglaublich malerisch und bildhaft beschrieben, so dass ich mir manches Mal wünschte, leibhaftig vor Ort zu sein.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und lässt den Leser durch die Handlung des Buches fliegen.
Sehr gut gefiel mir die Aufmachung des Buches. Gleich zu Beginn befinden sich zwei alte Landkarten der Rheinprovinz, am Ende befindet sich neben dem Namenregister noch Reise – und Stöbertipps rund um Koblenz. Dies rundet das Gesamtbild des Romans harmonisch ab.

Fazit

Dieser beeindruckende, fundiert historische Roman hat mich sehr gut unterhalten. Dieses Werk befasst hintergründig mit der Errichtung der Feste Ehrenbreitstein. Im Vordergrund stehen hier die unterschiedlichen Lebenseinstellungen der Menschen, verbunden mit Krieg, vor allem aber mit der Sehnsucht nach Einigkeit und Frieden.

„>>Der Krieg…der Krieg bringt immer die Extreme im Menschen zum Vorschein. Das Beste und das Schlechteste – oder beides.

01.05.2017 18:10:47
Schmusekatze69

Inhalt:
Koblenz 1822

Gegenüber der Stadt entsteht die Preußische Festung Ehrenbreitenstein, hoch über den Rhein.

Geheime Baupläne verschwinden und Franziskas Bruder wird wegen Landesverrates verhaftet. Er wird verdächtigt,die Pläne an die Franzosen verkauft zu haben. Ihr Vater war ein Offizier Napolions und das soll der Grund sein.

Um seine Unschuld zu beweisen, muss Franziska die Hilfe des strengen Leutnants Rudoloh Hartens annehmen. Ungern, weil sie sich nicht gerade sympathisch sind.....denken sie......
Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich beide näher, näher als es sich für einen Preußen und einer Halbfranzösin ziemt.

Fazit:
Sehr gut haben mir die schönen Ausführungen und Beschreibungen der Burg, des Flusses, der Stadt und dem damaligen Leben, gefallen.
Ich habe das Buch praktisch und in kurzer Zeit verschlungen.

30.04.2017 16:39:54
PMelittaM

Nach der Niederlage der Franzosen bei Waterloo wird das Rheinland preußisch und Koblenz soll in eine Feststadt umgewandelt werden. Über der Stadt entsteht die Festung Ehrenbreitstein, bei ihrem Bau werden modernste Techniken angewendet. Der preußische Ingenieuroffizier Rudolph Harten ist an diesem Bau beteiligt und sehr stolz auf das, was hier geschaffen wird.

Als Baupläne der Festung verschwinden, wird der Halbfranzose Christian Berger verdächtigt. Christians Schwester Franziska tut alles dafür, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, und trifft dabei immer öfter auf Rudolph Harten. Die Ressentiments gegenüber dem jeweils anderen sind groß, Preußen und Rheinländer bzw. Preußen und Franzosen passen wohl einfach nicht zueinander – oder etwa doch?

Maria W. Peter nimmt den Leser mit in eine Zeit, die noch gar nicht so lange her ist, gerade in diesem Jahr ist das 200jährige Jubiläum der Festungsstadt Koblenz. Der Autorin gelingt es gut, dem Leser die Atmosphäre, die in Koblenz (stellvertretend für das Rheinland) geherrscht haben muss, die Rückschritte, die mit den Preußen ins Land kamen, die Einengung, die nicht nur tatsächlich durch den Bau einer Stadtumwallung entstand, sondern auch durch die rückschrittliche Gesetzgebung der Preußen, durch das Aufoktroyieren der preußischen Lebensart. Dem gegenüber die Preußen, die ihre Art zu Leben als richtig und wichtig empfanden, hierarchisch dachten und voller Vorurteil gegenüber den Franzosen waren. Beide Aspekte kommen zum Tragen durch die beiden Protagonisten, durch sie wird außerdem aufgezeigt, dass es durchaus möglich ist, aufeinander zuzugehen. Sehr zur Atmophäre des Romans tragen die verschiedenen Dialekte und Sprachen bei, man hört die rheinischen, französischen, schottischen, aber auch ostdeutschen Klänge regelrecht.

So sind die Charaktere der Autorin sehr gut gelungen, man entwickelt Verständnis und Sympathie sowohl für Franziska als auch für Rudolph. Auch die weiteren Charaktere sind gut ausgearbeitet, wenn auch manchmal etwas klischeebehaftet, wie etwa der unsympathische Feldwebel Bäske oder der Onkel der Geschwister. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Alasdair McBaird, ein schottischer Rheinreisender und Künstler, der dem Leser schnell sehr sympathisch wird, der aber auch eine eher düstere Seite hat. Ein weiterer erinnerungswürdiger Charakter ist Rudolphs Bursche Fritz, der Frische und Lebensmut versprüht.

Die Begegnungen zwischen Rudolph und Franziska sind, vor allem zu Beginn, immer wieder recht amüsant, der Roman hat aber auch düsterere Szenen, die manchmal regelrecht traurig machen. Manche Wendung sorgt für Überraschungen und der fast krimiartige Plot für einiges an Spannung. Natürlich fehlt auch eine Liebesgeschichte nicht, diese passt aber sehr gut in das Geschehen und fühlt sich richtig an. Die Auflösung schließlich hat mich ein bisschen geschockt, aber sie ist letztlich nachvollziehbar. Trotzdem hätte ich mir hier ein etwas anderes Ende gewünscht.

Als Leser erfährt man viel über das damalige Leben und ist mit Franziska und Rudolph nicht nur in Koblenz sondern auch in Köln unterwegs. Letzteres ist vor allem für jene faszinierend, die die beiden Orte näher kennen. Der Roman ist nicht nur unterhaltsam sondern auch lehrreich, dabei aber nie trocken oder gar langatmig.

In einem historischen Roman erwarte ich grundsätzlich eine gewisse Zusatzausstattung, wie etwa Karten oder ein Personenregister. Beides ist hier vorhanden, außerdem ein umfangreiches und nützliches Glossar, Zusatzinformationen zu den historischen Personen, Reise- und Stöbertipps (nicht nur) zu Köln und Koblenz und ein sehr ausführliches und informatives Nachwort der Autorin. Auch anhand der Danksagung kann man erkennen, wie umfassend Maria W. Peter recherchiert haben muss. Insgesamt eine absolut perfekte Zusatzausstattung!

Freunde historischer Romane bekommen eine spannende, interessante und gefühlvolle Geschichte, die gekonnt historische Hintergrundinformationen vermittelt – sehr empfehlenswert!

28.04.2017 19:50:32
nina2401

Als ich vor einigen Wochen Koblenz besucht habe, war ich wie immer überwältigt von der Schönheit dieses Fleckchens Erde. Ja, ich mag den Rhein und ich liebe Geschichten, die mir Vergangenes aus dieser wunderschönen Gegend erzählen. Und genau dorthin führt mich Maria W. Peter mit ihrem neuen historischen Roman.

Sie hat ihn in fünf Teile gegliedert und diese mit eindrucksvollen Überschriften versehen. Jedem Teil vorangestellt ist ein kurzer Auszug aus dem, was sieben Jahre zuvor in der Schlacht von Waterloo vorgefallen ist. Schnell wird klar, dass es sich hier um die Erlebnisse von Leutnant Rudolph Harten handelt, einer der wichtigsten Figuren und zunächst der Gegenspieler von Franziska Berger, die alles unternimmt, um ihren Bruder zu retten. Diese Beiden könnten gegensätzlicher nicht sein und Rudolph Harten war mir anfangs einfach nur unsympathisch. Ich bin mir sicher, ich hätte die Preußen damals genau so wenig gemocht wie Franziska. Die Gegensätze hat Maria W. Peter sehr treffend beschrieben. Der Rheinländer an sich ist ja schon ein wenig speziell und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Und so habe ich mich auch sofort zu Hause gefühlt.

Ein weiteres Highlight war für mich Alasdair McBaird, ein schottischer Poet, der ebenfalls eine wichtige Rolle spielt und mich sofort an Sean Connery erinnert hat. Ich habe mich jedes mal gefreut, wenn er auf der Bildfläche erschien und mit seinem Schottisch ein Stück meiner zweiten Heimat lebendig werden ließ. Ich bin kein großer Freund von Dialekten, bei vielen habe ich Mühe, diese zu verstehen. Aber das Rheinische hat Maria W. Peter genau so gut eingefangen wie das Schottische und so wurden meine beiden Herzensgegenden hier vereint.

Neben der spannenden Suche nach einem Verräter hat Maria W. Peter auch den geschichtlichen Hintergrund wunderbar eingebunden. Vieles war mir gar nicht so bewusst und ich liebe es, wenn ich neben einer spannenden Handlung auch ein bisschen Geschichtsunterricht bekomme. Ich konnte mir ein sehr deutliches Bild davon machen, wie wenig die Rheinländer und Preußen sich mochten, wie wichtig Religion und der Standesdünkel damals waren.
Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz und besonders Rudolph Harten macht ein enorme Wandlung durch, je näher er Franziska kommt. Auf eine wohltuend kitschfreie Art spielt Maria W. Peter Schicksal für die beiden so gegensätzlichen jungen Leute. Ein sehr informatives Nachwort rundet den durchweg positiven Eindruck noch ab.

Fazit: Wunderschöne und atmosphärische Landschaftsbeschreibungen, ein spannender Spionagefall und ganz viel Lokalkolorit aus dem Rheinland machen diesen historischen Roman zu einem besonderen Lesevergnügen.

27.04.2017 21:25:33
mabuerele

„...Bisweilen hat man nicht die Wahl und muss sich der Macht beugen, die über einen herrscht. Das bedeutet aber nicht, dass man sie gutheißt oder gar schätzt...“

Die Geschichte beginnt am 18. Juli 1815. Mit der Niederlage bei Waterloo wurde Napoleons Schicksal besiegelt. Ein Offizier reitet über das Schlachtfeld, um einen Auftrag zu erfüllen. Dann fällt ein Schuss.
In Coblenz des Jahres 1822 besucht Franziska ihren jüngeren Bruder Christian. Er ist als Soldat beim Bau der Festung Ehrenbreitstein eingesetzt. Dabei muss sie mit ansehen, wie Christian wegen Landesverrat verhaftet wird. Sein Leben steht auf Messers Schneide.
Die Autorin hat einen fesselnden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen.
Gut charakterisiert werden die Protagonisten. Das ist zum einen Franziska. Ihre Mutter stammt aus Cöln, ihr Vater war Franzose. Die junge Frau wuchs nach dem Tode des Vaters bei Waterloo zusammen mit ihrem jüngeren Bruder bei ihrem Onkel in Coblenz auf, der über bessere finanzielle Möglichkeiten als die Mutter verfügte. Die Kinder waren allerdings dort nur geduldig und wurden als kostenlose Arbeitskräfte eingesetzt. Es war der Wille des Onkels, dass Christian bei der preußischen Armee dient. Trotzdem hat sich Franziska zu einer selbstbewussten und starken jungen Frau entwickelt. Sie will alles tun, um ihren Bruder zu helfen.
Für das Verhör des Gefangenen ist Leutnant Rudolph Harten verantwortlich. Auf Grund seiner Verletzung in den letzten Kriegstagen wurde er zum Ingenieur ausgebildet. Die Errichtung der Festung betrachtet er als seine erste und wichtigste Aufgabe. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat es aufmerksamen Gönnern zu verdanken, dass er ins Offizierskorps aufsteigen durfte.
Von den anderen Protagonisten möchte ich nur eine erwähnen. Das ist Fritz, der Bursche Rudolphs. Seine Schlagfertigkeit, seine unverblümte Art und sein Dialekt sorgen für Auflockerung im eher ernsten Geschehen.
Der Schriftstil des Buches ist ausgereift. Mir hat gefallen, dass die Städtenamen entsprechend den Zeitverhältnissen geschrieben wurden. Sehr gut wird die historische Situation wiedergegeben. Das Rheinland ist von Preußen besetzt. Damit prallen im konkreten Fall Menschen unterschiedlichen Schlages aufeinander. Zwanzig Jahre französische Besetzung haben im Rheinland den Traum von Freiheit und Gleichheit aufleben lassen. Es regierte Lebensfreude. Das verträgt sich nicht gut mit preußischer Strenge und Korrektheit. Hinzu kommen die unterschiedlichen Konfessionen. Katholizismus trifft auf Protestantismus. Zwar hat der preußische König dem Rheinland Religionsfreiheit zugesagt, doch der kleine Soldat sieht das ebenso anders wie der Mann auf der Straße. Mit Franziska und Rudolph werden diese Gegensätze bei konkreten Personen deutlich. Anfängliches Misstrauen führt nach und nach zur Zusammenarbeit, denn auch Rudolph ist sich der Schuld Christians nicht sicher. Schwierig zu beurteilen ist die Lage deshalb, weil Christian schweigt und Franziska erkennen muss, dass er auch vor ihr Geheimnisse hatte.
Zu den sprachlichen Höhepunkten gehören für mich die Dialoge zwischen Franziska und Rudolph. Sie gehen zunehmend in die Tiefe. Franziska versteht es, Rudolph die Einstellung der Rheinländer zu begründen. Obiges Zitat stammt von Franziska. Andererseits macht Rudolph deutlich, dass es nicht die Lösung sein kann, Freiheit und Fortschritt durchzusetzen, indem man einen ganzen Kontinent mit Krieg überzieht. Es geht um die uralte und immer junge Frage, welches Gesellschaftssystem für die Menschen das Beste ist. Bei diesen heißen Diskussionen lernen die beiden sich nach und nach besser kennen und verstehen.
Ausführlich wird die Entstehung der Festung dargelegt. Mit den Augen von Rudolph darf ich den Bau betrachten und erfahre, was für großartige neue Ingenieursleistung dahintersteckt.
Als besonders Stilmittel gibt es ab und an kurze Rückblenden in das Jahr 1815. Sie haben für die Handlung des Romans eine besondere Bedeutung. Was mich aber besonders berührt hat, war die dahinter steckende Botschaft. Auch im Krieg sind einzelne zu Menschlichkeit und Achtung des Lebens fähig. Die Mehrzahl aber zeigt ihre negativsten Eigenschaften. Ein Menschenleben zählt dann nichts!
Angst, Verrat, Intrige, Intoleranz, Habgier sind weitere Themen, die die Geschichte durchziehen. Auf alles einzugehen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen.
Eine Karte der Rheinprovinzen und von Coblenz sowie ein Glossar, zwei Personenverzeichnisse, getrennt nach historischen und erfundenen Personen, Hinweise zu historischen Stätten und Literaturhinweise ergänzen das Buch.
Wertvolle zusätzliche Informationen gibt es im Nachwort der Autorin.
Das Cover mit der jungen Frau vor der Festung passt zur Handlung.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat mich nicht nur spannend unterhalten, sondern zeugt von exakter Recherche der Autorin. Gleichzeitig stellt es Werte wie Toleranz und gedeihliche Miteinander sowie Sehnsucht nach Frieden in den Mittelpunkt.

24.04.2017 07:25:40
venatrix

Die Autorin entführt ihre Leser in das Coblenz von 1822. Die Napoleonischen Kriege, während deren die Stadt und große Teile des Rheinlandes zu Frankreich gehörten sind seit sieben Jahren vorbei. Nicht vorbei sind die Ressentiments, die die Einwohner den Franzosen und den neuen Herren, den Preußen gegenüber haben. Doch wieso Preußen? Nach dem Wiener Kongress versuchten, die vielen kleinen deutschen Fürstentümer und Königreiche unter der Führung Preußens ein Gegengewicht zu Frankreich, der Donaumonarchie und dem Zarenreich zu bilden.
Mit ihrem nassforschen Auftreten machen sich die Preußen nicht wirklich beliebt. Die Errichtung der Feste Ehrenbereitstein, rund um die sich dieser historische Roman rankt, trägt auch nicht zur größeren Beliebtheit der preußischen Armee bei. Man hat nämlich auf Befehl des Königs, große Ackerflächen enteignet und vielen ehemaligen Grundbesitzern die zugesagte Entschädigung vorenthalten.

Soweit das historische Umfeld, doch nun zur eigentlichen Geschichte:

Rudolph Harten ist Ingenieur-Leutnant und für den reibungslosen Ablauf der Errichtung der Festung verantwortlich. Er ist kein Leuteschinder wie so manch anderer Offizier, kommt es doch selbst aus einer armen Familie. Er war bei der letzten Schlacht gegen Napoleon in Belle-Alliance dabei. Hier wurde er schwer verwundet und nur durch die tatkräftige Hilfe eines französischen Offiziers gerettet. Der bezahlte allerdings dafür mit seinem eigenen Leben du dem seiner Untergebenen. Dieser Umstand wird Rudolph ständig vorgehalten. Man bezichtigt ihn, ein „Franzosenfreund“ zu sein. Ein „no go“ in dieser Zeit, in diesem Gebiet.

Ausgerechnet in seinem Bautrupp kommen die Baupläne der Festung abhanden. Unter Verdacht: Christian Berger, ein junger Mann mit einer deutschen Mutter und einem französischen Vater. Christian wird sofort eingesperrt, obwohl er seine Unschuld beteuert. Capitain von Rülow, Rudolphs Vorgesetzter, will ein Exempel statuieren und Christian wegen Hochverrats hinrichten lassen. Da tritt Franziska, Christians Schwester, auf den Plan und versucht Rudolph von der Unschuld ihres Bruders zu überzeugen. Doch das ist nicht so leicht und Franziska nimmt die Stelle eines Dienstmädchens bei den von Rülows an.
Was sie hier beim Spionieren entdeckt, gibt ihr die Gewissheit, dass ihr Bruder nichts mit dem Diebstahl der Baupläne zu tun hat.

Doch wer ist in darin verwickelt? Henriette von Rülow, die lebenslustige Gemahlin oder der Capitain selbst oder der nette Schotte, der Henriette mit Whisky versorgt und auch Rudolph kennt?

Mehrmals krachen Rudolph und Franziska zusammen, bis sie endlich gemeinsam versuchen, den Diebstahl aufzuklären. Franziska geht natürlich auch manchmal eigene Weg, die nicht ganz ungefährlich sind.

Werden die beiden die Baupläne wiederfinden und Christian vor dem Peloton retten können?

Erzählstil/Spannung:

Maria W. Peters ist ein farbenprächtiger, opulenter historischer Roman gelungen, der mich wegen seiner peniblen Recherche gefangen hat. Manche stellen scheinen anfangs ein wenig breit erzählt, sind aber – für die Leser, die sich im aktuellen Zeitgeschehen nicht auskennen – notwendig. Der Spannungsbogen ist hochgehalten. Einerseits spielt die Frage „bekommen sich Rudolph und Franziska einander“ und andererseits ist die Jagd nach dem Täter sehr aufregend. Die Autorin präsentiert uns einige Verdächtige, von denen der eine oder andere ein prächtiges Motiv hätte. Durch viele Wendungen und Sackgassen kommt es dann doch zu einem (für manche) überraschenden Täter.

Geschickt werden Sequenzen der Schlacht von Belle-Alliance und das Schicksal Rudolphs eingeflochten.

Charaktere:

Wie im richtigen Leben liegen gute und böse Charaktereigenschaften eng nebeneinander und so treffen wir auf einen Lebensretter, der dann doch nicht ganz so gut und harmlos ist, wie er uns auf den ersten Blick erscheint.
Gut wird der, besonders bei Capitain von Rülow vorhandene, Standesdünkel herausgearbeitet. Von Rülow entstammt einem alten Junkergeschlecht aus Masuren. Obwohl er mit Henriette, eine nicht standesgemäße Ehe eingegangen ist (sie ist eine ehemalige Zirkusreiterin), ist sein zweiter Vorname „Standesdünkel“. Er blickt auf Rudolph, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt und von Graf Neidhart von Gneisenau seine Ausbildung zum Ingenieur bezahlt bekommen hat, herab. Ja, nicht nur das, er schikaniert ihn regelrecht. Mit dabei auch Bäske, ein Unteroffizier, der den Umständen von Rudolphs Verwundung bei Belle-Alliance Kenntnis hat und ihn ebenfalls abfällig entgegentritt.

Erfrischend der junge Fritz, Rudolphs Offiziersbursche, der das Herz am rechten Fleck und die Zivilcourage hat, „seinem“ Leutnant in Sachen Frauen die Leviten zu lesen.

Meine Meinung:

Ein historischer Roman, der unbedingt eine Fortsetzung braucht. Noch haben nicht alle „Bösen“ ihre Lektion erhalten und die Verbindung von Franziska und Rudolph wird sicherlich noch der einen oder anderen Widerwärtigkeit ausgesetzt sein. Immerhin Wiedersetzen sich die beiden dem königlichen Heiratsverbot, in dem sie sich trotzdem verloben. Also, da ist genügend Stoff für weitere 500 Seiten.

Fazit:

Eine gelungene Zeitreise in das 19. Jahrhundert, der ich gerne fünf Sterne gebe.

22.04.2017 17:49:31
clary99

„Blutrot stand die Sonne am westlichen Horizont, der sich bis tief hinein in die Eifel erstreckte. Ein milder Wind wehte von Mosel und Rhein her. Beinahe mutwillig zerrte er an ihrem Rock, den Bändern ihrer Schute und kühlte ihr Gesicht, das vor Erregung erhitzt war. Ein Grüppchen Soldaten kreuzte ihren Weg…“ Zitat aus dem Buch, Seite 18

Zum Inhalt: Coblenz, 1822. Die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht. Als geheime Baupläne verschwinden, wird Christian Berger wegen Landesverrat festgenommen. Er beteuert seine Unschuld, aber als Sohn eines französischen Offiziers ist er für die Preußen hochgradig verdächtig. Seine Schwester Franziska ist erschüttert und beginnt den wahren Verräter zu suchen. Der preußische Leutnant Rudolph Harten, der auch der verantwortliche Ingenieur beim Festungsbau ist, soll stichhaltige Beweise finden um Christian zu verurteilen und vor ein Erschießungskommando zu stellen. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf Ungereimtheiten und begegnet der Halbfranzösin Franziska…

Meine Meinung: Der Schreibstil von Maria W. Peter ist fließend und einnehmend. Die Geschichte spielt größtenteils im Jahr 1822 in Coblenz. Zwischendurch gibt es Rückblicke ins Jahr 1815.

1815- Der zwanzigjährige Krieg ist fast vorbei. Es ist die Nacht der Entscheidung. Ein Mann hat einen wichtigen geheimen Auftrag und ist allein zwischen Waterloo und Belle-Alliance unterwegs… Raffiniert gibt die Autorin über den ganzen Roman nur kleine Ausschnitte preis. Immer wieder stellte ich mir die Frage, was ist damals noch passiert? Ob es eine Verbindung zwischen den Ereignissen im Jahr 1815 und 1822 gibt? …

„In seinem Blick lag Traurigkeit, tiefe Resignation und das Wissen, dass es zu Ende war. „Ein Kampf um Freiheit, der zu einem Kampf um Macht wurde.““ Zitat aus dem Buch, Seite 293

1822 - Die beiden Hauptpersonen Franziska und Rudolph waren mir jeder auf seine Weise sympathisch. Franziska hat eine offene ehrliche Art und ist meistens verständnisvoll. Nur bei den Preußen macht sie eine Ausnahme. Durch den Krieg hat sie nicht nur ihren Vater, sondern auch ihre geliebte Heimat verloren. Der preußische Leutnant Rudolph Harten ist ernst, oft auch distanziert gegenüber anderen Leuten. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist es gewohnt Befehle zu geben bzw. Befehle von seinen Vorgesetzten anzunehmen. Er besitzt aber auch einen starken Gerechtigkeitssinn. Die Vorurteile sind bei beiden vorhanden, dementsprechend fällt ihre erste Begegnung feindselig aus. Trotzdem haben beide, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, das gleiche Ziel. Sie wollen die Wahrheit herausfinden.

Die Autorin bringt sehr gut die gravierenden Unterschiede zwischen Preußen und Rheinländern, sowie die Aspekte der verschiedenen Gesellschaftsschichten, zur Geltung. Nicht nur bei Franziska und Rudolph, sondern auch bei anderen Personen.

„…Oder war es die unsichtbare Mauer, die zwischen ihr und diesem Mann lag? Diese unüberwindbare Kluft in Ansichten, Religion und Herkunft, die tiefer war als der Rhein?“ Zitat aus dem Buch, Seite 263

Sehr beeindruckend fand ich die bildhaften Beschreibungen der Rheinprovinz und die historischen Hintergründe, die sehr gut in die Geschichte einfließen.

„…Haben Sie nicht schon genug Kummer erlebt?“ „Gilt das nicht für jeden von uns, Monsieur? Als Kinder eines Umbruch, einer Revolution. Als Menschen, die ihre Heimat verloren haben und von einen Tag auf den anderen leben?““ Zitat aus dem Buch, Seite 264

Der Handlungsverlauf war oft sehr spannend. Widerlinge findet man unter den Preußen und den Rheinländern. Anscheinend haben einige Personen etwas zu verbergen. Auch Christian hat ein Geheimnis. Warum vertraut er sich nicht seiner Schwester an? Ist er vielleicht doch schuldig?... Richard und Franziska geraten bei ihren Nachforschungen in gefährliche Situationen. Sie kommen sich näher…

Im wissenswerten Nachwort geht die Autorin noch intensiver in die Einzelheiten der damaligen Zeit, Anfang des 19. Jahrhunderts, ein. Die Napoleonischen Kriege hatten weitreichende Folgen. Die Übernahme des Rheinlandes durch die Preußen führte zunächst zu vielen Konflikten. Preußen und Rheinländer können kaum unterschiedlicher sein. Rheinländer bekannt als Frohnatur und die Preußen, die für Zucht und Ordnung stehen. Die unterschiedlichen Ansichten zu den politischen, gesellschaftlichen, kirchlichen und kulturellen Bereichen schürten gegenseitige Ablehnung, Misstrauen und Feindseligkeit. Die preußischen Reformen wurden durchgeführt… Es gab aber nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile, die für die Zukunft bedeutend wurden!

Mein Fazit: Viele anschauliche Facetten zur damaligen Zeit, Anfang des 19. Jahrhunderts, in der Rheinprovinz! Eine spannende Suche nach der Wahrheit! Die kleine Liebesgeschichte, eine verbotene Liebe, hatte einen zusätzlichen Reiz!

Ein lesenswerter historischer Roman!

5 Sterne

22.04.2017 10:00:03
Simone

Coblenz im Jahre 1822, über der Stadt soll eine Festung entstehen. Als die Baupläne verschwinden gerät der Halbfranzose Pionier Christian Berger unter Verdacht. Seine Schwester Franziska setzt alles aufs Spiel um ihn aus dem Arrest zu befreien. Ihr zu Seite steht Rudolph Harten, ein preußischer Leutnant, der von seinem Vorgesetzten von Rülow ebenfalls beschuldigt wird an dem Verrat mitzuwirken.Franziska und Rudolph ermitteln nun gemeinsam und kommen sich dadurch näher.

Ein sehr fesselnder historischer Roman über ein gigantischer Bauwerk, Verrat und eine Liebe, die nicht sein darf. Mich hat die Handlung und die Personen von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Sehr gut hat mir Franziska gefallen, bei ihr kommen die Liebe zur Heimat und zur Familie sehr gut zur Geltung. Der Schreibstil ist gefällig und dadurch fliegt man nur so durch das Buch. Meine Wertung sind 5 Sterne und ein absolut Empfehlenswert.

09.04.2017 00:47:54
Ca Ro

Ein sehr schöner, kurzweilig geschriebener, mit fundiertem Wissen unterlegter Roman. Die Autorin versteht es, dem Leser nicht nur die Handlung "mitzuteilen" sondern sie nimmt einen mit auf eine Reise in die Vergangenheit.Eine gelungene Mischung aus Gefühl,Fachinformationen und Krimi. Sehr lesenswert

24.03.2017 09:32:12
Smilla507

Pünktlich zum 200jährigen Jubiläum der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz erscheint dieser Roman aus Maria W. Peters Feder. Am Festungsbau beteiligt ist Leutnant Rudolph Harten, ein Preuße vom Scheitel bis zur Stiefelsohle. Nicht besonders gern gesehen werden die Preußen im Coblenz des Jahres 1822, gehörte das Rheinland doch bis vor wenigen Jahren noch zu Frankreich. Als geheime Baupläne gestohlen werden, gerät Franziskas Bruder unter Verdacht, wird eingekerkert. Franziska, Tochter eines französischen Offiziers und Halbwaise, versucht ihren Bruder von diesem Verdacht zu befreien. Ihre Recherchen führen sie mit Rudolph zusammen, doch die kulturellen Unterschiede erschweren Franziskas Ermittlungen.

Der Klappentext lässt bereits erahnen, dass es mit der Zeit zwischen Franziska und Rudolph zu knistern beginnt. Es bahnt sich gegen alle Widerstände eine zarte Liebesgeschichte an. Was mir persönlich gut gefiel, ist die Tatsache, dass der Roman ohne anzüglichen Szenen auskommt.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Protagonisten erzählt. Somit erfährt man mehr Details über die damalige Zeit: Einmal aus der Sicht der katholischen Halbfranzösin und dann aus der Sicht eines protestantischen Preußen. Kein Wunder, dass es da auch immer mal wieder Reibungspunkte gibt. Auch die Vergangenheit der beiden spielt eine Rolle. Besonders Rudolph muss Erinnerungen an den napoleonischen Krieg aufarbeiten.

Die Spannung baut sich auf mehreren Ebenen auf: Abgesehen von der Liebesgeschichte wird es bei den Recherchen brenzlig und ich muss gestehen, dass ich lange nicht erahnen konnte, wer der tatsächliche Täter war. Außerdem fand ich die historischen Hintergründe äußerst interessant. Ich bin schon öfter in Koblenz gewesen, wusste aber nichts über seine Geschichte.

Fazit: Ein facettenreicher historischer Roman, in den man wunderbar abtauchen kann!

23.03.2017 21:22:28
Die-Rezensentin

Eindrucksvolle Geschichte rund um den Bau einer Festung!!
Coblenz, 1822. Der junge Halbfranzose Christian, Soldat in der preußischen Armee, wird des Verrats beschuldigt. Wichtige Unterlagen über den Bau der neuen Festung soll er gestohlen und an die Franzosen verkauft haben. Seine Schwester Franziska glaubt kein Wort davon und versucht, die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Immer wieder läuft ihr dabei der preußische Leutnant Rudolph über den Weg. Es kommt so weit, dass er sie nun auch des Verrats bezichtigt.
Die Festung Ehrenbreitstein wurde 1817-1828 erbaut und thront bis heute über Rhein und Mosel.
Genau 200 Jahre später erscheint der Roman, für den die Autorin sehr genaue Recherche betrieben hat.
`Die Festung am Rhein` ist eine umfangreiche Geschichte mit liebevoll gestalteten Figuren.
Rudolph, der typische Preuße, wie man ihn sich so vorstellt und Franziska, ein zartes, aber charakterstarkes Persönchen mit ziemlich viel Mut und Eigensinn. Die Geschichte wird mal von Rudolph und mal von Franziska erzählt, sodass der Leser verschiedene Blickwinkel kennenlernt.
Durch die Suche nach dem wahren Verräter kommen die beiden sich, trotz gegenseitigen Misstrauens, doch näher.
Eine Verbindung zwischen einem Preußen und einer Halbfranzösin war zur damaligen Zeit eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, zusätzlich gehören beide noch unterschiedlichen Konfessionen an.

Sollte ein Offizier vorhaben zu heiraten, ging dies nicht ohne Einwilligung des Königs, was allerdings nur selten gestattet wurde.
Sehr interessant fand ich generell das Verhältnis der Rheinländer zu den Preußen, das die Autorin authentisch beschrieben hat.
Maria W. Peter hat die außergewöhnliche Geschichte um Franziska und Rudolph in einen wahren historischen Hintergrund eingearbeitet und eine ganze Menge Wissenswertes hineingepackt.

Herausgekommen ist ein eindrucksvoller Roman, der einem gemütliche Lesestunden beschert und dazu noch lehrreich ist.

Am Anfang des Buches befindet sich eine Karte der Gebiete, die es dem Leser leichter macht, sich alles bildlich vorzustellen und im Anschluss wird noch einmal einiges an historischen Fakten erklärt und beschrieben.

16.03.2017 20:21:48
Areti

Ein sehr packender und spannender historischer Roman

Inhalt:
Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe

Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben - immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...

Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.

Meine Meinung:
Das Buch ist sehr schön und übersichtlich gestaltet.
Vorne befindet sich eine Karte der Rheinprovinz zur Zeit des 19. Jahrhunderts sowie eine Karte zu Coblenz in den 1820er Jahren, in der die Feste Ehrenbreitstein eingezeichnet ist. So hat man direkt einen Überblick, wo die Geschichte spielt und kann dort auch immer wieder nachschauen.
Der historische Roman, der um die 600 Seiten umfasst, ist in 5 Teile gegliedert, die jeweils noch in mehrere einzelne Kapitel unterteilt sind. Bei diesen steht teilweise zu Anfang, wo und in welchem Jahr die Handlung gerade spielt.

Dieses Buch ist sehr gut recherchiert, was man nicht nur daran merkt, dass am Ende in den Danksagungen etliche Doktoren und Professoren aufgeführt werden. Der historische Kontext kommt absolut stimmig rüber.

Die Geschichte wird in dritter Person aus der Sicht von Franziska und Rudolph geschildert, sodass man gleich die Gedanken, Gefühle und Antriebe von beiden Protagonisten kennenlernt. Das macht das Ganze sehr interessant. Schön ist auch, dass man dadurch sehr gut mit den Charakteren mitfühlen und mitfiebern kann.
Besonders gut gefiel mir auch, dass hier verschiedene Dialekte bedient werden, was der Geschichte nochmal einen authentischen Schliff gibt. Man fühlt sich richtig hinein versetzt in die Geschehnisse der damaligen Zeit und hat dadurch die Personen noch besser vor Augen.
Der Schreibstil ist locker leicht und sehr flüssig zu lesen. Ich hätte das Buch am liebsten kaum aus den Händen gelegt.

Man lernt verschiedene Umstände zur Zeit der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert kennen, in der die Feste Ehrenbreitstein erbaut worden ist und in der Angst vor einem Verrat bestand. In diesem Umfeld entwickelt sich die Liebesgeschichte zwischen Rudolph und Franziska, die aus verfeindeten Nationen kommen und somit niemals zueinander finden sollten, denn Rudolph ist Preuße und Franziskas Vater war ein Offizier Napoleons.
Der historische Roman bedient somit viele verschiedene Themen, die sehr gut recherchiert und spannend dargestellt sind.

Mir hat es so gut gefallen, dass ich schon ein wenig traurig war, als das Buch dann zu Ende war. Ich würde gerne noch viel mehr von Franziska und Rudolph lesen und hoffe, dass noch eine Fortsetzung geschrieben wird.

Am Ende des Buches befinden sich noch ein Nachwort und ein Glossar mit Begriffen, die in dieser Geschichte vorkommen und für das Verständnis des Lesers hilfreich sein können. Desweiteren folgt eine Übersicht über die Figuren der Handlung sowie eine Vorstellung von historischen Persönlichkeiten, die für die Romanhandlung bedeutend sind.
Zuallerletzt bekommt man noch Reise- und Stöbertipps, falls man sich auf die Spuren von Franziska und Rudolph machen möchte. Eine sehr schöne Idee.

Fazit:
Mir hat der historische Roman „Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter sehr gut gefallen. Es werden viele verschiedene Themen angesprochen und schön in einer Liebesgeschichte verpackt.
Für mich war die Thematik der Feste Ehrenbreitstein und der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert völlig neu und ich bin sehr überrascht, wie gut ich unterhalten wurde und wie spannend das Buch war.
Ich kann es nur absolut weiterempfehlen.