Das Lied der Hugenotten

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2017, Titel: 'Das Lied der Hugenotten', Originalausgabe

Couch-Wertung:

70
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Karin Speck
Start einer neuen Buchreihe über die Verfolgung der Hugenotten im 16. Jahrhundert

Buch-Rezension von Karin Speck Jan 2017

Pierre und Magali, zwei Kinder, die in Paris in der Mitte des 16. Jahrhunderts geboren sind, erleben die Schrecken der blutigen Bartholomäusnacht mit. Während Magali in dieser Nacht das Licht der Welt erblickte, muss Pierre Gräueltaten mit ansehen. Nach dieser schrecklichen Nacht flieht die kleine Familie in die Provinz Touraine. Hier hofft der Vater auf ein friedliches Leben ohne Verfolgung und der Drohung mit dem Tod. Um seine Kinder zu schützen, nimmt der Vater den katholischen Glauben an. Pierre und Magali wachsen als gläubige Katholiken auf, ohne zu ahnen, dass sie eigentlich einem ganz anderen Glauben angehören. Lange bleiben die Schrecken dieser Nacht im Verborgenen, erst durch einen Zufall kehren bei Pierre die Erinnerungen zurück, um dann umso nachhaltiger ihr Leben zu verändern.

Die Bartholomäusnacht wird fesselnd erzählt

Die ersten 150 Seiten dieser Geschichte lesen sich fast von allein. Deana Zinßmeister erzählt hier von den Ereignissen der Bartholomäusnacht im Jahre 1572. Ihre Protagonisten erleben ein Schreckensszenario ohne gleichen. Aber auch wenn es für Jacon und seinen Sohn Pierre die wohl schlimmste Erfahrung ihres Lebens war, hat es auch hier Hoffnung und Glaube auf ein besseres Leben gegeben. Die Autorin hat dies glaubhaft geschildert und man hofft zurecht, dass es nun in ähnlicher Weise weitergeht.

Das Leben in der Provinz war dann nicht besonders spannend

Leider lässt die Handlung, nachdem Jacon und seine Familie Paris verlassen haben, nach. Jetzt wird nur noch das Leben der Menschen geschildert, wie es Jacon als Hugenotte gelang seine Kinder zu schützen und sich ein neues Leben aufzubauen. Es wird das Heranwachsen der Kinder geschildert, ohne Höhen und Tiefen. Diese Szenen ziehen sich ein wenig in die Länge und enthalten nichts Aufregendes. Erst im letzten Drittel geht der Spannungsbogen noch einmal ein klein wenig nach oben, aber dann ist die Geschichte auch schon vorbei. Das Ende ist ein bisschen abrupt, und schnell ist klar, hier wird es eine Fortsetzung geben, die so manchen losen Faden noch aufgreifen und weiter erzählen wird. 

Die Glaubensfragen werden zu wenig beleuchtet

Pierre und Magali wachsen nicht in ihrem Glauben auf, was bereits im Klappentext des Buches verraten wird, und somit wird hier auch nicht erzählt, wie die Hugenotten damals lebten und ihren Glauben zu schützen versuchten. Nur davon, dass es ein Lied gab, welches die Menschen vereinte und als Erkennungsmerkmal galt. Ob es so ein Lied wirklich gab, bleibt im Unklaren, eine schöne Idee ist es allemal. Die eigentliche Handlung ist nett erzählt, aber eben nicht besonders spannend.

Gleich zu Beginn ist ein Personenregister eingefügt, so kann der Leser sich auf die handelnden Protagonisten einstellen. Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und eine Bibliografie lädt dazu ein, selbst nach geeignetem Lesestoff über die Zeit der Hugenottenverfolgung im 16. Jahrhundert zu suchen.

Historische Details vielleicht in Band zwei?

Das Lied der Hugenotten ist ein netter Roman über die Mitte des 16. Jahrhunderts in Frankreich. Er ist zwar leicht und schnell zu lesen, enthält aber leider nur wenige Details aus dieser Epoche, zumindest, was die Glaubensfragen betreffen. Vielleicht wäre hier mehr möglich gewesen, vielleicht werden aber auch diese historischen Details erst im Folgeroman erläutert. Von Anfang an war klar, dies werden in jedem Fall wieder mehrere Bände. Die Serie weiter zu verfolgen dürfte sich sicher lohnen. 

Das Lied der Hugenotten

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