Das Ende des Teufelsfürsten

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Bookspot, 2016, Titel: 'Das Ende des Teufelsfürsten', Originalausgabe

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Christina Wohlgemuth
Düsterer Abgesang auf einen düsteren Herrscher

Buch-Rezension von Christina Wohlgemuth Dez 2016

Europa, Mitte des 15. Jahrhunderts. Vlad Draculea hat überlebt - nach seiner Entmachtung hätten viele seine Hinrichtung erwartet, doch der ehemalige Woiwode der Walachei ist der wichtigste Gefangene des ungarischen Königs. Als die Bojarentochter Floarea ihn bei einem Bankett am Königshof erkennt, ist sie entsetzt, doch schnell fast sie einen Entschluss: Dracula wird sterben! Sie ersinnt einen Plan, um den Mörder ihres Vaters zu töten. Währenddessen flieht Carol, Vlads Sohn, aus der osmanischen Gefangenschaft. Und sein Ziel ist das gleiche wie Floreas ...

Abschluss der Reihe um das Leben von Vlad Draculea

Nachdem der Leser in den ersten Bänden, Der Teufelsfürst und Das Reich des Teufelsfürsten bereits den Lebenslauf des historischen Vorbilds von Dracula verfolgen konnte, nimmt Silvia Stolzenburg den Leser hier ein letztes Mal mit auf die Reise ins fünfzehnte Jahrhundert. Nachdem sich die ersten beiden Bände mit Vlads Jugend und seinem Aufstieg zur Macht beschäftigten, ist nun das titelgebende "Ende" des Teufelsfürsten das Thema.

Wie auch bei den beiden Vorgängern gilt: Wer einen bluttriefenden Vampirroman erwartet, wird gnadenlos enttäuscht sein. Denn dieser historische Roman erzählt die wenigen bekannten Fakten über Vlad Tepec, eingebettet in einen spannendes und glaubwürdiges Porträt der Zeit. Durch die fiktiven Figuren, allen voran Floarea, erhält der Leser auch einen Blick in die Umstände am ungarischen Königshof. Silvia Stolzenburg erweist sich an der Stelle einmal mehr als detailverliebte und gewissenhaft recherchierende Autorin, deren historische Romane sich aus der Masse abheben.

Wechselnde Perspektiven und ein eingängiger Stil

Die Geschichte wird wechselnd aus mehreren Perspektiven erzählt, so dass der Leser nicht nur einen detaillierten Einblick in die Gedanken mehrerer Figuren bekommen, sondern auch die gleichen Ereignisse unterschiedlich beleuchtet werden. So kann der Leser einen möglichst unverfälschten Blick auf die Geschehnisse werfen und sich seine eigene Meinung bilden.

Ein eingängiger und gut zu lesender Schreibstil sorgen dafür, dass man sich schnell in der Geschichte zurechtfindet und mit den Figuren mitfühlen kann. Durch die ansprechende Charaktergestaltung findet der Leser schnell Figuren mit Identifikationspotenzial - und selbst bei Vlad Draculea, der sich immer weiter von der Menschlichkeit entfernt, schafft es die Autorin, glaubwürdig menschliche Züge darzustellen. Auch die Nebencharaktere wissen zu großen Teilen zu überzeugen, auch wenn man sich manchmal wünscht, dass mehr Seiten zu deren Charakterisierung vorhanden gewesen wären.

Ein abruptes Ende trübt den sehr guten Gesamteindruck

Leider weist das Buch lediglich gut 300 Seiten auf, verglichen mit den beiden Vorgängern ein gutes Stück weniger. Das geht leider ein wenig zu Lasten der Geschichte, die sich zu Beginn sehr langsam aufbaut, sich dann zum Höhepunkt fast überschlägt und am Ende ein wenig verläuft. Man hätte gerne noch mehr über das Ende der Figuren gelesen. Mit einem runderen Ende wäre eine noch höhere Bewertung möglich gewesen.

Nichtsdestotrotz  bleibt Das Ende des Teufelsfürsten ein wirklich guter, historischer Roman über einen spannende Epoche mit spannenden Figuren. Eine gute Recherche und ein sehr gut zu lesender Stil runden die Geschichte ab. Wäre sie doch nur ein wenig länger gewesen ...

Das Ende des Teufelsfürsten

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Letzte Kommentare:
07.02.2017 14:16:28
dorli

Ungarn 1463. Vlad Draculea befindet sich in Gefangenschaft am Hof des ungarischen Königs Matthias Corvinus. Der Woiwode der Walachai hat die Hoffnung, bald aus der Haft entlassen zu werden, da er Ilona Szilágyi, eine Cousine Corvinus’, heiraten wird. Vlad sieht sich schon neue Verbündete suchen, die ihn dabei unterstützen sollen, seinen Thron zurückzuerobern. Dabei ahnt er nicht, dass sich sowohl die 14-jährige Floarea, deren Familie von ihm brutal ermordet wurde, wie auch sein Sohn Carol an ihm rächen wollen und unabhängig voneinander Pläne schmieden, ihn zu ermorden…

Silvia Stolzenburg wartet in „Das Ende des Teufelsfürsten“ mit einer tollen Mischung aus Spannung und Historie auf. Die Autorin erzählt sehr intensiv und mitreißend – jede Szene wirkt lebendig, ist fesselnd und voller Emotionen, so dass ich ruckzuck mittendrin im Geschehen war und durchweg bestens mit Floarea und Carol mitfühlen und mitfiebern kann.

Nicht nur von den jeweiligen Erlebnissen der Akteure wird spannend und detailreich berichtet, auch die Beschreibungen der Handlungsorte sind äußerst gut gelungen, so dass ich mir die Schauplätze und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen konnte.

„Das Ende des Teufelsfürsten“ hat mich durchweg begeistert. Der lebhafte Schreibstil, die rasante Handlung und die ausdrucksstarken Figuren bieten ein großartiges Lesevergnügen - ein überzeugender Abschluss der Trilogie.

02.01.2017 14:49:36
unclethom

„Das Ende des Teufelsfürsten“ ist der dritte Teil der Trilogie um Vlad Draculea und wie ich finde ein würdiger Abschluss.
Wer bei der Story um Vlad Draculea noch Vampiren sucht ist hier auf dem Holzweg, denn damit hat das Buch rein Garnichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein Buch welches Vlad Draculea den Lesern näherbringen soll und zeigt wie er wirklich gewesen sein könnte.
Die Figuren und Schauplätze sind wie man es von Silvia Stolzenburg kennt wieder sehr plastisch dargestellt und es ist wie nahezu jedes Mal so, dass bei mir das Kopfkino zu rattern beginnt.
Neben den altbekannten Figuren steigen auch einige neue Figuren in und auch diese wirken sehr glaubhaft.
Neben sehr schönen Dialogen sind es auch wieder die Beschreibungen der Schauplätze die das Buch auch wieder zu etwas Besonderem machen. Nicht zu vergessen natürlich auch die Geschichte die uns die Autorin näherbringt. Die Geschichte Ungarns im 15. Jahrhundert.
Neben den fiktiven Figuren lernen wir auch die realen Figuren kennen und lernen vielleicht auch in wenig darüber warum sie so handelten.
Es ist wieder ein Buch das man nicht aus den Händen legen möchte, weil es in Buch ist welches den Leser gedanklich in das 15. Jahrhundert entführt und ihn so der Realität entfliehen lässt.
Ich meine, es ist Silvia Stolzenburg wieder gelungen ein Buch zu schreiben welches ihre Leser wieder voll und ganz begeistern konnte.
Für mich sind da volle 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!