Die Astrologin

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2016, Titel: 'Die Astrologin', Originalausgabe

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Karin Speck
Ein Leben an der Seite des Feldherrn Wallenstein

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2016

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts steht der Dreißigjährige Krieg und die Hebamme Sibylla gerät mitten hinein. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter Helena in Leonberg. Es geht ihnen gut, doch dann wird Helena von durchziehenden Landsknechten entführt und ihr Vater, Peter, erschlagen. Sibylla bleibt trauernd zurück. Für sie gibt es kein Halten mehr. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Tochter und kreuzt dabei den Weg des jungen Wallensteins. Er nimmt sie unter seinen Schutz und ist ihr bei der Suche behilflich. Als Gegenleistung soll sie ihm die Zukunft in den Sternen deuten.

Spannender Start, der leider nicht ganz hält was er verspricht

Die ersten 100 Seiten ziehen den Leser direkt in die Geschichte. Sie sind spannend und lassen einen nicht los. Hier wird geschildert, wie es zu der Entführung der Tochter kam. Man lernt Sibylla neu kennen und erfährt, dass sie als Hebamme arbeitet, aber leider war es das dann auch mit der Spannung. Auf den nächsten Seiten wird zwar genau geschildert, wie es zu dem Krieg kam, wie Wallenstein damit umging und was es für Land und Leute bedeutete, aber wirkliche Hochspannung will nicht aufkommen. Sibylla lernt den Feldherrn Wallenstein kennen und darf an seiner Seite bleiben. Sie lernt auch einen neuen Mann für sich selbst kennen. András Sporr ist so ganz anders als ihr verstorbener Ehemann. Eigentlich hätte es nun aufregend mit den beiden weitergehen können, aber leider schafft es Schweikert nicht, die Spannung und Stimmung vom Anfang weiter zu transportieren. Sie erzählt zwar vom Krieg, von den einzelnen wichtigen Schlachten und dem Leben Wallensteins, aber es wirkt nur wie aneinandergereihte Ereignisse aus dem Geschichtsunterricht. Wobei die Autorin sich einiges Wissen dieser Epoche dazu angeeignet haben muss und der historische Hintergrund gut recherchiert zu sein scheint. Das Leben des Feldherrn gibt sie jedenfalls sehr gut wieder. Sibylla an seiner Seite, als seine Astrologin wirkt dagegen recht unscheinbar und blass. Irgendwie scheint es einfach nicht zu passen und wirkt dadurch auch nicht glaubwürdig, was sehr schade ist, die Geschichte selbst hätte viel Potenzial gehabt.

Ulrike Schweikert schildert einfach zu viel Wissen, zu trocken. Da hilft es auch nichts, dass sie versucht mit Hilfe von immer wieder eingestreuten Briefen, die Geschichte aufzulockern. In diesen Briefen werden die Ereignisse noch einmal zusammengefasst. Insgesamt hat die sie den gesamten Dreißigjährigen Krieg auf 600 Buchseiten zusammengefasst.

Zwar ein zweiter Teil, aber auch einzeln lesbar

Bei Die Astrologin handelt es sich sogar um die Fortsetzung eines früheren Werkes der Autorin. Die Hexe und die Heilige erschien bereits im Jahre 2001. Allerdings ist es hier nicht zwingend notwendig, dieses Buch gelesen zu haben. Das Leben von Sibylla geht ja hier einen völlig anderen Weg und Protagonisten aus der Vergangenheit tauchen nicht unbedingt wieder auf, bis auf historisch belegte Personen wie Johannes Kepler. Der Astronom steht ihr auch hier wieder mit gutem Rat zur Seite.

Ein kleines Nachwort klärt ganz kurz Fiktion und Wahrheit und eine Karte im Buchdeckel zeigt das Heilige Römische Reich um 1648. Etwas schade ist es, dass im Klappentext auf das Vorgängerbuch hingewiesen wird, sich dort aber leider der Fehlerteufel eingeschlichen hat und aus Die Hexe und die HeiligeDie Hure und die Heilige wurde. 

Gut recherchiert aber stellenweise zu langatmig

Die Astrologin ist ein gut recherchierter, historischer Roman über den Feldherrn Wallenstein, der zufällig auf eine junge Frau trifft, die ihm die Zukunft vorhersagen kann. Leider kann er nicht völlig überzeugen und ist stellenweise einfach zu langatmig, aber wer einfach mal eine Zusammenfassung dieser Epoche lesen möchte, ist hier gut beraten. 

Die Astrologin

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Letzte Kommentare:
06.07.2019 16:36:21
MarySophie

Handlung:
Nach vielen Jahren des Unglücks kann Sybilla endlich in Ruhe und Frieden leben. Zusammen mit Ehemann und Tochter führt sie ein beschauliches Leben, ist wunschlos glücklich. Bis eines Tages ihre Tochter entführt wird und ihr Mann, bei dem Versuch diese zu retten, erstochen wird. Sybilla schwört sich, ihre Tochter wiederzufinden und trifft am Anfang ihrer Suche den berühmten General Wallenstein. Sie schließt sich ihm und seiner Truppe an, erlebt Feldzüge und politische Machenschaften mit. Doch wird sie es schaffen, eines Tages wieder mit ihrer Tochter Helena vereint zu sein? Und kann der Friede im Reich wiederhergestellt werden?

Meinung:
Bei der Gestaltung des war sicherlich ein guter Grundgedanke da, besonders der untere Teil des Bildes mit dem Schlachtfeld ist äußerst passend und zutreffend. Ansonsten finde ich es etwas langweilig, dass lediglich eine Frau von hinten zu sehen ist und sonst nichts weiter.
Sonderlich gelungen ist es meiner Meinung nach nicht, es hat nicht viel besonderes an sich, was mich dazu verleiten würde, das Buch in die Hand zu nehmen.

Es sind bestimmt mehr als fünf Jahre vergangen, seitdem ich den ersten Teil der Reihe gelesen habe. Ziemlich lange war ich mir unsicher, ob dies wirklich die Fortsetzung ist oder ich mich täusche. Zufällig habe ich das Buch bei Arvelle entdeckt und da konnte ich einfach nicht wiederstehen und habe mir das Buch als Mängelexemplar gekauft.

Anhand des Titels "Die Astrologin" erwartete ich viel mehr Details und Szenen, die dieses Thema beschreiben. Dem war nicht wirklich so, was mich verwundert. Klar, es gibt gerade ziemlich am Anfang einige Abschnitte, in denen dieses Thema behandelt wird. Auch im weiteren Verlauf wurde die Astrologie immer mal angesprochen, aber als Gesprächsthema schnell wieder verworfen. Hier hatte ich mehr erwartet.

Recht schnell erkannte ich die Figur von Sybilla wieder und es handelt sich hierbei tatsächlich um  die Fortsetzung von "Die Hexe und die Heilige". Den ersten Teil fand ich hervorragend geschrieben und das Buch habe ich auch mehrmals gelesen. Dementsprechend waren meine Erwartungen recht hoch, auch wenn mir nicht alle Details des ersten Buches im Gedächtnis geblieben sind. Leider haben mir nur wenige Kapitel richtig gut gefallen. Vieles war mir zu politisch angehaucht, zu umfangreich an historischen Daten. Mir fiel es unglaublich schwer diese Fülle an Informationen aufzunehmen und konnte vieles nicht verarbeiten.
Dazu hat mir ein Personenverzeichnis gefehlt. Die wichtigsten Personen habe ich natürlich im Gedächtnis behalten. Aber es kamen so viele Namen vor, die ich nur selten zuordnen konnte.

Später hat Sybilla Briefe verfasst, die an ihren verstorbenen Mann, sowie an ihre verschwundene Tochter adressiert sind. Fand ich schwierig. In ihnen wurde zwar einiges an Handlung zusammengefasst oder bei Zeitsprüngen das Vergangene beschrieben, gleichzeitig waren es mir zu viele Informationen, die in einen kurzen Text reingequetscht wurden. Auch die Anzahl dessen nahm mir überhand. Da hätte man die Handlung auch gerne für zwei Bücher teilen können oder den Handlungszeitraum einfach verkürzen.

Das Setting. Eingebunden wurden so einige Orte, die nicht alle in deutschen Landen liegen. Anhand einer Karte im Einband ist es dem Leser möglich, reisen und Ritte nachzuverfolgen. Gerade die Kriegslager waren eingänglich beschrieben und ließen ein Bild entstehen. Auch der anfängliche Wohnort, sowie das Wohnhaus von Sybilla und ihrer Familie in Leonberg, waren gelungen. Als schwierig fand ich den Palast Wallensteins, der zwar gigantisch wirkt, aber nicht greifbar wird.

Durch all diese kleinen Kritikpunkt fiel es mir recht schwer, die Schreibweise einzuschätzen. Teilweise war diese angenehm, manchmal aber auch mit Fakten zu überladen. Richtig zufrieden bin ich damit eigentlich nicht.

Sybilla war mir eigentlich als recht angenehmer Charakter in Erinnerung. So hatte ich sie am Anfang auch wiedererkannt, als sympathisches Mädchen, dass einiges durchgemacht hat, anspruchslos ist und stolz auftritt. Diese Art hat sie zwar, bis auf das sympathische, beibehalten, konnte mich charakterlich aber nicht einnehmen. Während es anfangs den Anschein hatte, als würde sie alle Kraft in die Suche ihrer Tochter stecken, wurde dies schnell zweitrangig. Schnell schien Helena vergessen und alle Kraft und das ganze Denken auf Wallenstein, sowie die Politik gerichtet. Dadurch verlor Sybilla an Menschlichkeit, sie bekam etwas mechanisches.

Auch die restlichen Charaktere waren bis auf wenige Ausnahmen, unter ihnen Herzogin Isabella, nicht sonderlich lebendig. Sie wirkten in ihrem Denken und Handeln nicht impulsiv oder spontan, alles wirkte hölzern und vorausgeplant.

Bei historischen Romanen erwarte ich eigentlich immer ein ausführlichere Nachwort. Um mehr über den Wahrheitsgehalt der politischen Ereignisse zu erfahren und auch über die handelnden Personen. Ulrike Schweikert hat nur ein äußerst kurzes Nachwort über Wahrheit und Dichtung verfasst, welches zwar grob Informationen gibt, mir zu wenig in die Tiefe geht.

Fazit:
In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit, in meiner freien Zeit habe ich dann doch lieber andere Dinge gemacht, als zu lesen. Ich habe mich teilweise davor gedrückt, das Buch in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Es gab einfach zu wenige Aspekte, die mir gefallen haben und mein Interesse geweckt haben. Im Nachhinein würde ich mir wünschen, den zweiten Teil über die Hebamme und Seherin Sybilla nicht gelesen zu haben.