Das Geheimnis der Ordensfrau

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2016, Titel: 'Das Geheimnis der Ordensfrau', Originalausgabe

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Yvonne Schulze
Ein historischer Kurzroman als Ausstellungsbegleiter

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Okt 2016

Monika Küble und Henry Gerlachs historischer Kurzroman Das Geheimnis der Ordensfrau ist eine Auftragsarbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Museum Aargau und dem Historischen Museum Thurgau entstand. Als wöchentlich erscheinender Fortsetzungsroman begleitete er diverse Ausstellungsprojekte zur Geschichte der beiden Kantone rund um das Konzilsjahr 1415. Der Gmeiner Verlag hat diesen Fortsetzungsroman nun in seiner vollständigen Form als kleine Hardcover-Ausgabe veröffentlicht, im Vorwort gehen die Kuratoren der beiden Museen neben den üblichen Dankesbekundungen auf die Entstehungsgeschichte dieses Kurzromans ein.

Im Februar 1415 erhält Henmann von Mülingen, seines Zeichens Hofmeister des Aargauer Klarissenklosters Königsfelden, von der Äbtissin den Auftrag, nach Konstanz zu reisen, um vom Papst ein Privileg für das Kloster zu erlangen. In Konstanz findet zu dieser Zeit ein Konzil statt und alles was in Kirche und Staat Rang und Namen hat, ist bei diesem Konzil anwesend. Henmanns Reisegefährte ist neben dem Abt des Klosters Wettingen ausgerechnet Ulrich Klingelfuss, der Vogt von Baden, von dem Henmann nicht viel hält, der ihm mit seinen Verbindungen aber zur unschätzbaren Hilfe wird. An das päpstliche Privileg zu gelangen gestaltet sich für Henmann schwieriger als gedacht, denn sein ärgster Widersacher,  der dem Kloster Königsfelden und seiner Äbtissin alles andere als wohlgesonnen ist, setzt alles daran, dass das päpstliche Privileg nicht gewährt wird.

Unterhaltsamer Geschichtsunterricht 

Die Handlung beginnt mit einem Prolog. Im Jahr 1309 wird Freiherr Rudolf von Wart, der seinerzeit König Albrecht von Habsburg ermordet hat, auf grausame Weise hingerichtet. Seine Gattin, die bei Königin Elisabeth vergeblich um Gnade fleht, stößt aus tiefster Verzweiflung einen Fluch gegen das Haus Habsburg aus. Ein Fluch, der von den Autoren erfunden wurde und keine weitere Bedeutung für die dann ins Jahr 1415 springende Handlung hat und damit eigentlich überflüssig ist.

Wie schon in ihrem großen Konzilsroman In Nomine Diaboli sind Monika Küble und Henry Gerlach auch hier bestrebt, so viel historischen Stoff wie möglich in diesen kurzen Roman zu packen. Natürlich liegt es im Interesse der beiden beteiligten Museen, wenn bei diesem in Kooperation entstandenen Roman die historischen Fakten in den Vordergrund rücken und die fiktive Geschichte lediglich als Rahmenhandlung und roter Faden fungiert. Dass dies bei einem gerade einmal 114 Seiten umfassenden Roman zwangsläufig zu Lasten der Handlungsabläufe und der Charakterzeichnung der Figuren geht, liegt auf der Hand. Bei den Protagonisten handelt es sich überwiegend um historische Personen, bei deren Figurenzeichnung sich die beiden Autoren aber alle dichterische Freiheit erlaubt haben, wie sie in ihrem Nachwort einräumen. Man sollte als Leser also keine Parallelen zu den realen Vorbildern suchen.

Viel Historie

Die fiktive Rahmenhandlung ist sicher interessant genug, um den Leser bei Laune zu halten, sie schweift aber gerne immer mal wieder ab und es gibt keinen durchgehenden Spannungsbogen. In Küble/Gerlachs Kurzroman steckt definitiv mehr Historie als in so manchem anderen Roman, der sich mit dem Label "historisch" schmückt und der um ein Vielfaches mehr an Seiten hat. Aber da dieser Roman in erster Linie ausstellungsbegleitend entstand, ist es nachzuvollziehen, dass so viele historische Fakten wie möglich an den Leser bzw. den potentiellen Ausstellungsbesucher gebracht werden sollen. Interessierten Lesern erschließt sich auf jeden Fall eine wahre Fundgrube an Ansatzpunkten für eigene Recherchen und im Anhang befindet sich auch noch eine kleine Auswahl weiterführender Literatur. Der Durchschnittsleser jedoch, der in historischen Romanen in erster Linie Mittelalterromantik,  Action und große Taten vollbringende Helden bzw. Heldinnen sucht, wird hier höchstwahrscheinlich nicht auf seine Kosten kommen.

Das Geheimnis der Ordensfrau ist eine interessante Zwischendurchlektüre, die man als Ergänzung zum Roman In Nomine Diaboli lesen kann und die einen kleinen Einblick in die spätmittelalterliche Geschichte der heutigen Schweizer Kantone Aargau und Thurgau gewährt. Die historischen Fakten sind von den Autoren zum Teil in den Handlungsablauf mit eingearbeitet worden, zum Teil wurden sie lediglich Fußnoten gleich an passender Stelle eingefügt, wo sie dann auch gerne einmal einen belehrenden Ton anschlagen. So schließt sich der eigentlichen Romanhandlung dann auch noch ein ausführliches Nachwort an, in dem der Leser nochmals eine zusätzliche Lektion in Geschichte bekommt.   

Das Geheimnis der Ordensfrau

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