Das Lächeln des Harlekins

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • List, 2003, Titel: 'Holy Fools', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Von Gauklern, Nonnen und dem Tod

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2016

Soeur Auguste lebt mit ihrer kleinen Tochter Fleur in einem kleinen, unbedeutenden Kloster auf einer Insel vor der französischen Küste. Sie versucht, ihre Vergangenheit als unerschrockene Artistin Juliette abzuschütteln und gibt sich ganz dem beschaulichen Klosterleben hin. Im 17. Jahrhundert ist dies für sie als alleinstehende Mutter die einzige Möglichkeit, in Ruhe zu leben - sie gab sich bei ihrem Klostereintritt als junge, vermögende Witwe aus. Doch als die betagte Äbtissin stirbt, ist es vorbei mit der Beschaulichkeit. An ihrer Stelle wird die erst zwölfjährige Isabelle als neue Äbtissin ins Kloster entsandt. Das junge Mädchen wird von seinem Beichtvater begleitet. In ihm erkennt Soeur Auguste den Mann, der sie und die anderen der Truppe in der Not verriet und im Stich ließ. Sie kann sich keinen Reim darauf machen, was LeMerle mit dem Kloster plant, das er als Manipulator der zwar ehrgeizigen aber noch sehr unreifen Isabelle mit eiserner Hand führt. Am liebsten möchte Soeur Auguste das Kloster verlassen, ist sie doch schon in den ersten Minuten bei Isabelle in Ungnade gefallen und muss hilflos zusehen, wie sich durch das neue Regime das Zusammenleben der Schwestern ins Negative kehrt. Doch LeMerle hat sie in der Hand: Er hat Fleur aus dem Kloster wegbringen lassen und versteckt sie an einem geheimen Ort. Im Kloster geschehen seltsame Dinge und Soeur Auguste erkennt, dass LeMerle ein verhängnisvolles Spiel spielt, das die Existenz des Klosters und das Leben der Schwestern gefährdet.

Wunderbar aufgebaut

Joanne Harris hat ein Talent dafür, eine Geschichte so zu erzählen, dass sie nach einem sanften Einstieg abrupt in die Höhe schnellt und in ein spannendes Finale mündet. Dieses Talent kommt bei Das Lächeln des Harlekins wunderbar zur Geltung. Die Autorin verwöhnt ihr Publikum mit einem gut ausgearbeiteten Plot, der einen anhaltenden Spannungsbogen aufweist und dem Leser zugleich einen sehr tiefen Einblick in die Mechanismen eines Nonnenklosters im 17. Jahrhundert bietet. Sehr reizvoll ist dabei der Gegensatz von Juliettes Vergangenheit als fahrende Schaustellerin zum Dasein der Nonnen. Immer wieder schwenkt Joanne Harris in die Vergangenheit Juliettes und vermag so, dem Leser einen guten Eindruck zu vermitteln, mit welchen Schwierigkeiten die Schausteller zu kämpfen hatten. Diese münden darin, dass die Truppe in einem kleinen Ort als Brunnenvergifter beschimpft und für den Ausbruch der Pest verantwortlich gemacht wird, obwohl sie gerade erst angekommen ist.

Starke Charaktere

Die besondere Stärke des Romans liegt aber eindeutig in der Zusammenstellung der Charaktere. Nicht nur Juliette ist wunderbar vielschichtig gezeichnet, auch LeMerle ist in seiner ganzen Düsternis eine höchst interessante Figur. Dazu kommen die verschiedenen Schwestern, die alle sehr unterschiedlich auf die sich verändernde Gemeinschaft im Kloster reagieren und nach und nach ihr wahres Gesicht zeigen. Dass Isabelle zwar als Äbtissin im Kloster eine Schlüsselrolle im Roman spielt, jedoch als Figur eher eine Nebenfigur bleibt, ist eine spannende Interpretation, die der Entwicklung der anderen Schwestern viel Spielraum lässt. Die gesamte Klostersituation bekommt dadurch viel Tiefe. Dass eine Gruppe von Schwestern herausgepickt wurde, um die Feinheiten des klösterlichen Lebens optimal darstellen zu können, tut dem Roman gut.

Leichtigkeit der Erzählung

Mit einer gut verständlichen Sprache führt die Autorin Joanne Harris durch den Roman, lässt ihre Leserinnen und Leser an vielen kleinen Details im klösterlichen Leben teilhaben - sei es nun an den Mahlzeiten, am Brot backen oder im Schlafsaal und verwöhnt das Publikum mit manchen überraschenden Wendungen und kleinen Feinheiten. So bietet die Autorin hier alles, was einen historischen Roman ausmacht, erzählt auf einer soliden Basis und serviert wunderbare Unterhaltung, obwohl ein paar Längen und hie und da kleine Ungereimtheiten hingenommen werden müssen.

Das Lächeln des Harlekins

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