Der Vampir vom Niederrhein

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2016, Titel: 'Der Vampir vom Niederrhein', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Packende Zeitreise nach Düsseldorf

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2016

Am 9. Februar 1929 wird an einem Bauplatz die Leiche der acht Jahre alten Rosalie Olsen entdeckt. Insgesamt dreizehn Stichwunden zeugen von einem grauenvollen Verbrechen, dessen Täter zudem versuchte, die Leiche zu verbrennen. Das Mädchen war die Nachbarstochter von Gerichtsreporter Egon Kron, der für das Rheinische Tageblatt schreibt. Ihn lässt das Geschehen nicht los, zumal er sich selber Vorwürfe macht. Rosalie kehrte am Abend zuvor von einer Freundin nicht wie verabredet nach Hause zurück. Hätte er sie doch bloß mit den Eltern gesucht.

Wenige Tage nach dem Mord an Rosalie wird in einer Schrebergartensiedlung der über fünfzigjährige Rudi Sonnen erstochen. Kron hat nun von seinem Chef gänzlich freie Hand, denn offenbar treibt ein Serienmörder in Düsseldorf sein Unwesen. Als der ermittelnde Kommissar Bergmann durchsickern lässt, dass der Mörder das Blut seiner Opfer trinkt, ist der "Vampir von Düsseldorf" das Dauerthema in den Medien. Kron und Bergmann sind besessen von dem Fall und insbesondere Kron scheint darüber hinaus auch sein Privatleben aus den Augen zu verlieren.

Weitere Verbrechen folgen und halten ganz Düsseldorf monatelang in Atem. Erst im Mai des Jahres 1930 gelingt es der Polizei, den meistgesuchten Mörder der Weimarer Republik zu verhaften...

Ein weiteres Buch über den bekannten Serienmörder

Es gibt schon einige Bücher über Peter Kürten, der neben Fritz Haarmann sicherlich zu den bekanntesten deutschen Serienmördern gehört. Ein Buch mit seinem Namen im Titel verkauft sich auch 85 Jahre nach seiner Hinrichtung, die "Faszination des Bösen" macht es möglich. Aber bedurfte es wirklich eines weiteren Buches zu diesem Thema, anders gefragt, ist man nach der Lektüre schlauer? Wer sich mit Peter Kürten bereits beschäftigt hat, wird diese Frage mit nein beantworten.

Es kommt noch schlimmer, denn man fragt sich, wer sind denn Rosalie Olsen, Rudi Sonnen und all die weiteren Opfer? In einem kurzen Nachwort erfährt man, dass alle Namen der Opfer geändert wurden. Das dürfte den meisten Lesern bereits aufgefallen sein, doch die entscheidende Frage nach dem "Warum?" bleibt unbeantwortet, denn wozu steht sonst "Biografischer Kriminalroman" auf dem Buchcover. Die Namen der Opfer sind bekannt, warum also nicht die richtigen Namen nennen? So bleibt die heikle Frage, was denn noch alles "verändert" wurde? Ein weiteres, kleines Detail am Rande: Später schalten sich hochrangige Beamte aus Berlin in die Ermittlungen ein. Deren Chef wird "der Dicke" und "der Berliner" genannt, den Namen des Kommissars erfährt der Leser kein einziges Mal. Klar, es handelt sich um den legendären Ernst Gennat, aber warum nennt man nicht dessen Namen? Was soll das?

 

"1913?"

"Fang du nicht auch noch mit dem Unfug an. Das war zu Kaisers Zeiten. Dieser Täter wird irgendwo in Frankreich bei einem Gasangriff ums Leben gekommen oder erblindet sein."

"Wie sagte einer deiner Mitarbeiter doch so schön: Wir ermitteln in alle Richtungen!"

 

Doch es ist nicht alles schlecht. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Gerichtsreporters Egon Kron erzählt, der unmittelbar betroffen ist, da das erste Opfer die Tochter seiner Nachbarn war. Die Figur des Reporters, der sich obsessiv in die Ermittlungen stürzt und dabei fast sein Privatleben ruiniert, ist großartig gezeichnet. Seine journalistische Arbeit wird gut dargestellt, einschließlich seiner reißerischen Artikel, die die Handlung immer wieder "unterbrechen", um den aktuellen Stand der Ermittlungen abzubilden.

Die Weimarer Republik wird greifbar

Der vorliegende Roman ist empfehlenswert, da er die Atmosphäre des Jahres 1929 rund um den Fall Kürten grandios einfängt. Die eingangs erwähnten Punkte sind zwar ebenso unnötig wie ärgerlich, aber wie Susann Brennero das Leben der Menschen in Düsseldorf darstellt ist den Kauf des Buches wert.

1929, ein spannendes Jahr. Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg drohen das Land wirtschaftlich noch weiter in den Abgrund zu stürzen. Die Nachwirkungen der Inflation von 1923 sind überall spürbar. Immer mehr Firmen gehen bankrott, Menschen aus allen Schichten verlieren ihre Wohnungen und landen mitunter in den Bretterbuden am Düsseldorfer Hellweg, wo auch Peter Kürten sein Unwesen treibt. Die Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe, die Zweifel an der noch jungen Demokratie werden immer lauter, Bürgerwehren beherrschen zunehmend die Straßen und am 25. Oktober bringt der Crash der New Yorker Börse die ganze Welt in Gefahr. Kein Wunder also, dass in dieser aufgeheizten und angespannten Stimmung ein Serienmörder die ohnehin aufgeheizte Stimmung zusätzlich belastet. Tausende von Hinweisen gehen bei der Polizei ein, es wird denunziert auf Teufel komm raus, ein bitterer Vorgeschmack auf die kommenden Jahre.  

Wer sich für die Weimarer Republik interessiert macht mit Der Vampir vom Niederrhein wenig falsch und erlebt noch einmal das Treiben eines Serienmörders, der über ein Jahr die Stadt Düsseldorf in Angst und Schrecken versetzte, mehr als die Hälfte seines Lebens in Gefängnissen verbrachte und am 22. April 1931 wegen Mordes in neun Fällen zum Tode verurteilt wurde. 

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