Katharina von Bora & Martin Luther

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • , 2016, Titel: 'Katharina von Bora & Martin Luther', Originalausgabe

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Birgit Borloni
Mein Herr Käthe

Buch-Rezension von Birgit Borloni Sep 2016

Am 31.10.2017 jährt sich die Veröffentlichung von Luthers Thesen zum 500. Mal. Gelegenheit, sich nicht nur mit dem Reformator selbst, sondern auch mit ihm nahestehenden Personen und Zeitgenossen zu beschäftigen. Maria Regina Kaiser hat sich für Katharina von Bora entschieden, die Frau an Luthers Seite. Ihr Leben in der Öffentlichkeit ist gut dokumentiert, doch Kaiser legt in ihrem Roman große Gewichtung auf Käthes, wie Katharina von Bora genannt wurde, Jugendjahre und ihre Flucht aus dem Kloster, in dem sie als Waise aufwuchs.

Von der Nonne zur Ehefrau

Das Leben im Kloster ist für Käthe ein Glücksfall, denn nach dem Tod ihres Vaters hat ihre Stiefmutter Mühe, für sich und Käthes jüngere Geschwister zu sorgen. Im Kloster hingegen hat das Mädchen ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, warme Kleidung und zudem die Möglichkeit Bildung zu erlangen. Doch Käthe fühlt sich innerlich zerrissen. Sie sieht einerseits die Vorteile, die sie im Kloster erlebt, andererseits hat sie ihre Probleme mit den strengen Regeln, besonders mit dem Schweigegelübde. Zudem ist sie sehr wissbegierig, hinterfragt Dinge gerne und ist auch neugierig auf die Welt außerhalb des Klosters. Daher scheint es nur folgerichtig, dass sie von den Thesen und Lehren Luthers fasziniert ist und schließlich ihr geistliches Leben aufgibt, auch wenn sie die ewigen Gelübde bereits abgelegt hat.

Vieles bleibt blass

Kaiser zeichnet ein gelungenes Porträt ihrer Protagonistin und versteht es zugleich, den Zeitgeist einzufangen. Luthers Thesen, seine Vorwürfe gegen den Papst und die Institution Kirche werfen naturgemäß hohe Wellen und bringen ihn in mehr als eine schwierige Situation. Die Diskussionen unter den Nonnen, mit ihren Beichtvätern und später auch mit Luther geben einen guten Einblick in die Umwälzungen, die der Reformator damals hervorgerufen hat. Auch die Bauernkriege, die sich unter anderem auf Boden von Luthers Thesen entwickelten, werden erwähnt. Allerdings bleibt es bei den meisten politischen Geschehnissen und deren Hintergründen bei einer Erwähnung, denn der Roman umfasst gerade einmal 250 Seiten - zu wenig Platz, um auf alles Erwähnte tiefer eingehen zu können.

Das Gleiche trifft auch auf die Figuren zu, die in Erscheinung treten, unter ihnen die Weggefährten Luthers Lukas Cranach d.Ä. und Philipp Melanchthon sowie Käthes Tanten und ihre Freunde innerhalb und außerhalb des Klosters. Die meisten bleiben blass, sind nur Randnotizen.

Gegensätze, die sich ergänzen

Neben Käthe bildet Luther die Ausnahme, denn auch er ist tiefergehend dargestellt. Kaiser gelingt es, seine Zerrissenheit, seinen Kampf mit seinen Dämonen Selbstzweifel und Depression ebenso zu beschreiben wie seine Intelligenz, seine Rolle als Reformator aber auch als Ehemann und Familienvater.

Käthe und Luther sind sehr gegensätzlich und diese Gegensätze sind gut eingefangen. Käthe ist die lebenstüchtige, die dafür sorgt, dass ihr Mann stets ein Dach über dem Kopf und einen gedeckten Tisch hat, an dem er Familie, Freunde und Studenten verköstigen kann, während Luther sich seinen theologischen und philosophischen Studien widmet und sich über weltliche Dinge kaum Gedanken macht.

Katharina von Bora & Martin Luther ist ein gelungener Einstieg in die Welt Luthers und der Reformation, der sich kurzweilig lesen lässt und für einige Stunden guter Unterhaltung sorgt. Dabei zeigt Kaiser gut, was an den Thesen Luthers eine junge, wissbegierige Frau fasziniert und was sie bewegt, die Sicherheit ihres Klosters zu verlassen und sich der Welt außerhalb zu stellen. Allerdings werden viele Dinge nur gestreift, es gibt größere Zeitsprünge und nicht jedes Schicksal wird bis zum Ende verfolgt. Auch sprachlich gibt es Schwächen, allen voran viele Wortwiederholungen besonders in der ersten Hälfte. Doch trotzdem ist die Lektüre empfehlenswert und dank des Jubiläums gibt es noch genügend weitere Veröffentlichungen - seien es Sachbücher oder Belletristik - um das eventuell geweckte Interesse über Käthe, Luther und ihre Zeit zu stillen.

Katharina von Bora & Martin Luther

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Letzte Kommentare:
13.10.2018 18:57:38
PMelittaM

Martin Luther kennt wohl jeder, von der Frau an seiner Seite kennen viele aber höchstens den Namen. Wer ist Katharina von Bora? Welchen Einfluss hatte sie auf den Reformator?

Sehr ausführlich schildert die Autorin Katharinas Zeit im Kloster, Katharina, genannt Käthe, verliert früh ihre Mutter und wird mit 10 Jahren ins Kloster Mariathron gegeben. Sie hat Glück auch drei ihrer Tanten sind dort, und so kann sie mit einer gewissen Nachsicht rechnen. Leicht fällt dem Mädchen das Klosterleben trotzdem nicht, vor allem das Silentium macht ihr zu schaffen, sie redet gern und ist überaus wissbegierig.

Als Luthers Schriften ins Kloster gelangen, sprechen sie Käthe an, mit einigen anderen liest sie sie, und hält trotz Strafe an ihnen fest. Sie flieht aus dem Kloster, ihr Leben danach ist zunächst nicht einfach, doch schließlich wird sie Martin Luthers Ehefrau und die Mutter seiner Kinder. Auch dieses Leben ist nicht immer einfach, und Käthe muss Mut, Durchsetzungsfähigkeit und Kraft zeigen.

Der Roman lässt sich gut lesen und ist lebendig geschrieben, man legt ihn nur ungern aus der Hand. Es schadet nicht, schon Hintergrundinformationen zu haben, aber auch ohne kommt man gut klar. Die Sprache erscheint der Zeit angepasst, man fühlt sich insgesamt gut ins 16. Jahrhundert versetzt. Sehr gut haben mir die Gedanken über Bücher gefallen, Bücher seien „Nahrung für die Seele“ steht dort zum Beispiel auf S. 72, und jedes, das man genau gelesen habe, gehöre einem für immer und könne einem nicht mehr genommen werden – Bücherfreunden spricht das aus der Seele.

Leider endet der Roman in meinen Augen frühzeitig, nicht Käthes ganzes Leben wird erzählt, die Autorin wollte sie vor allem als junge starke Frau zeigen. Das ist ihr sicher gelungen, aber mir ist, gerade ihre Zeit mit Luther sehr gedrängt dargestellt, und ich hätte Käthe gerne bis an ihr Lebensende begleitet, mir fehlt einfach etwas.

Sehr umfangreich ist das Zusatzmaterial, Glossar, Zeittafel, Verzeichnis wichtiger Personen jener Zeit und eine Leseliste sind sehr nützlich, das Nachwort der Autorin ist interessant, beantwortet aber nicht alle meine Fragen.

Der Roman ist ein guter Einstieg in die Beschäftigung mit Katharina von Bora, ich hätte mir aber gewünscht, dass ihre Zeit mit dem Reformator etwas ausführlicher erzählt wird, und ich sie länger begleiten kann. Der Roman lässt sich gut lesen, der Leser fühlt sich ins 16. Jahrhundert versetzt und ich kann ihn für Freunde gut recherchierter Romane ebenso empfehlen, wie für Leser, die gerne etwas über die Lutherin erfahren möchten. 78°

13.10.2016 15:32:53
G.K-Kimpel

Ich fand den Roman echt spannend.Er gab einen guten Eindruck von dem ausgehenden Mittelalter.
Den Lebensumständen der Bevölkerung,dem Klosterleben und den damaligen Zuständen in der katholischen Kirche,Katharina von Bora ist wirklich eine bewundernwerte Frau,die alles gut im Griff hatte,Küche, Kirche.Kinder.