Landliebe rostet nicht

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

Sabine kommt als uneheliches Kind einer Bauernmagd im Jahre 1924 in der Nähe von Inzell zur Welt. Schon drei Wochen nach der Geburt gibt ihre Mutter sie im Hause des Kindsvaters ab. Dort wird sie zusammen mit den Geschwistern des Vaters von ihrer Großmutter aufgezogen. In ihrer arbeitsreichen Kindheit und Jugend, die vom Zweiten Weltkrieg überschattet wird, verlebt Sabine nur wenige freudige Stunden. An diesem kargen Leben ändert sich nicht viel, als die Sennerin den Mann fürs Leben findet. Die Tage der Bergbauern sind von harter Arbeit geprägt. Einziger Lichtblick sind ihre zehn Kinder. Mit ihnen erleben sie viel Aufregendes und Schmerzliches, aber auch wunderschöne Stunden.

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Rita Dell'Agnese
Erinnerungen einer alten Bäuerin

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2016

Vreny ist gerade mal vier Jahre alt, als sie miterlebt, wie in ihrer Gegend ein Feuerteufel umgeht, und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Es ist die Zeit um den Kriegsbeginn 1939. Vreny muss erleben, wie ihr geliebter Vater eines Tages mit einer Uniform das Haus verlässt. Obwohl die Familie in der Schweiz lebt, rückt der Krieg bedrohlich näher. In einfachen Sätzen schildert die alte Bäuerin, wie sie als Kind die Kriegsjahre erlebte, wie stark das Leben der Bevölkerung in den Bergen beeinträchtigt war. Es sind keine großen Ereignisse, die das Leben von Vreny und ihrer Familie prägen. Aber es ist ein Alltag, gespickt mit kleinen Momenten des Glücks, der Hoffnung, aber auch etwas dunkleren Momenten. Vreny erzählt mit dem trockenen Humor, der vielen Menschen aus den Bergen eigen ist. Es ist eine hypnotische Erzählung, eine, die viele Bilder herauf beschwört.

Feinfühlige Autorin

Es ist dem Buch als Roman darf es an sich nicht bezeichnet werden, geht es doch vielmehr um die Aufzeichnung einer Lebensgeschichte deutlich anzumerken, dass Autorin Roswitha Gruber mit dem nötigen Feingefühl an die Menschen heran geht, die sie in ihren Geschichten portraitiert. Vreny ist eine Frau, die ihr ganzes Leben vor der Autorin ausbreitet. Fast so, als hätte sie nur darauf gewartet, ihre Geschichte erzählen zu können. Damit wird der Lesefluss nicht gestört. Wer sich mal auf die Geschichte eingelassen hat, wird davon weggetragen und plötzlich mit Erstaunen feststellen, dass er zum Ende des Buches gekommen ist, ohne darüber nachzudenken, es aus den Händen zu legen. Nicht, weil die Spannung es nicht zugelassen hätte. Aber weil es eine solch warmherzig erzählte Geschichte ist, dass man sich ganz darauf einlassen kann, ohne Pausen zu brauchen, um sich von Ungeheuerlichkeiten zu erholen.

Viel erfahren

Um mit Landliebe rostet nicht umgehen zu können, muss man jedoch die Bereitschaft mitbringen, die Bilder auf sich wirken zu lassen. Wer auf Ungeheuerlichkeiten und unglaublich brutale Schicksalsschläge wartet, wer von Intrigen und Neid lesen will, wird hier nicht fündig. Es mag sein, dass die alte Bäuerin ihr Leben mit einem etwas verklärten Blick betrachtet und bewusst ausklammert, was bedrückend sein könnte. Doch scheint der Lebensbericht durchaus authentisch und die Erzählweise unterstreicht, dass die ältere Frau ein erfülltes, wenngleich arbeitsames Leben geführt hat. Es ist ein Leben, das die Frau geprägt hat und ihr es möglich machte, mit diesem leicht verschmitzten, liebevollen Blick auf all das zurück zu blicken, was ihr einst den Schlaf raubte ob nun im guten oder im weniger guten. Dem Leser hingegen vermittelt sie genau dadurch ein sehr genaues Bild davon, wie es in dieser Zeit war. Wie die Menschen lebten, mit welchen Gedanken sie sich trugen und welche Vorstellungen von Zukunft sie hatten.

Gut aufgefangen

Roswitha Gruber hat die Bäuerin sehr gut skizziert und ihre Sprache aufgefangen. Die Geschichte ist volksnah und bodenständig, zeigt den eigenwilligen Charakter der Schweizer Berge und ist doch gerade auch für Menschen gut verständlich, die keine eigenen Bilder aus dieser Zeit in sich tragen, sondern vorurteilsfrei auf sich wirken lassen können, was sie den Schilderungen entnehmen. Es ist ein Buch, das sich hervorragend für einen langen Winterabend am Kamin oder auf der Bank beim Kachelofen eignet. Und das ein Stück Heimatgefühl gibt, egal, wo der Leser letztlich wirklich groß geworden ist.

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