Die Rosenkriege

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2015, Titel: 'Wars of the Roses - Bloodline', Originalausgabe

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Karin Speck
Der Streit um die Krone Englands geht weiter

Buch-Rezension von Karin Speck Aug 2016

Sechs Jahre Krieg sind vorbei und Richard von York ist ihm zum Opfer gefallen. Sein großes Ziel, die Krone von England, hat er nicht erreicht. Der rechtmäßige König Henry wird gefangen gesetzt und seine Frau Königin Margaret von Anjou setzt alles daran und mobilisiert ihre letzten Kräfte, um ihren Mann wieder an die Macht zu bekommen. Ihre Gegner sind stark und mächtig und werden immer stärker. Edward von York und Richard Neville setzten alles daran, um ihre Ziele zu erreichen.

Blutige Schlachten überziehen England in diesem Krieg

1461, der Krieg geht weiter. Drei Könige schließt nahtlos an den Vorgänger an und erzählt die Geschichte weiter. Eindrucksvoll schildert Conn Iggulden von den Ereignissen dieser Zeit. Es ist keine leichte Geschichte, sie ist geprägt vom Krieg. Blutige Schlachten überzogen das Land. Der Autor schildert sie wortreich und bildgewaltig. Sie gehören zu dieser Epoche, wie der Streit um den Thron und der Adel der dafür verantwortlich war. Hier wird nichts beschönigt oder ausgelassen, sondern die Tatsachen brutal ehrlich geschildert.

Iggulden hat auch hier wieder mehrere Handlungsstränge angelegt, sodass der Leser mal mit der Familie York unterwegs und im nächsten Augenblick bei den Lancaster-Anhängern und der Königin ist. Ein dritter, kleinerer Erzählstrang schildert das Leben des Meisterspions Derry Brewer. Durch ihn wird wunderbar erklärt, wie die einzelnen Parteien zu ihrem Wissen über die jeweilige Gegenseite kamen.

Wenn als Erbe nur der Hass bleibt

Iggulden nimmt seine Leser mit in eine aufregende Zeit und schafft es scheinbar mühelos die verwirrenden Zusammenhänge zu erläutern. Die Väter sind Tod, jetzt kommen die Söhne an die Reihe. Deutlich ist der Hass, der als Erbe übrig blieb, zu spüren. Hass treibt Richard Neville jetzt Earl von Warwick an, da weiterzumachen, wo sein Vater aufhören musste. Er kann seine Mitstreiter weiter führen und seine Interessen vertreten und durchsetzen. 

Iggulden hat hier einmal mehr spannend erzählt, wie dieser Krieg weiterging und was die Menschen antrieb. Die Beweggründe glaubhaft geschildert und vor allem so erzählt, dass der Leser sie auch verstehen und nachvollziehen kann. Gleichzeitig hat er eine Atmosphäre geschaffen, die es einem schwer macht, sich überhaupt für eine Partei zu entscheiden. Beide Seiten werden gleichermaßen geschildert. Die Charaktere dabei authentisch gezeichnet. Dem Autor ist es gelungen, historischen belegten Protagonisten Gesichter zu geben, er lässt sie lebendig werden und schildert dabei seine Geschichte nahe an den überlieferten Tatsachen.

Die gute Recherchearbeit und das Herzblut des Autors sind dabei deutlich spürbar. Auch sorgen hier Stammbäume des Adels, Personenregister und Karten wieder für den nötigen Überblick.

Interessante Details rund um die Rosenkriege

Dieser dritte Band fesselt von der ersten Seite an und lässt den Leser nicht mehr los. Er kommt mit interessanten Details dieser Epoche Englands daher. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und wirken lebendig und echt. Am Ende ist man fast enttäuscht, dass die Geschichte schon vorbei ist, aber es wird ja noch einen vierten Band geben, der dann vermutlich von den letzten Jahren in diesem Krieg berichten wird. Fast ist es schade, dass das Ende ja eigentlich bekannt ist. 

Die Rosenkriege

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Letzte Kommentare:
15.01.2017 15:23:19
qwertz

In puncto historische Ungereimtheiten und Fehler ist "Die drei Könige" noch schlimmer als der erste Band, "Sturmvogel". Hier handelt es sich nämlich nicht mehr um Flüchtigkeitsfehler oder das Verschieben irgendwelcher Daten, um die Handlung zu straffen, sondern um Veränderungen, die, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hätte, den Verlauf der Geschichte beeinflusst hätten. Z.B. war es ganz entscheidend, dass der Herzog von York mit seinen BEIDEN älteren Söhnen Ludlow noch rechtzeitig verlassen konnte. Wenn die Sache so gelaufen wäre, wie von Iggulden, der völlig unmotiviert den Earl of Rutland anwesend sein lässt, geschildert, hätte die Lancasterpartei die Yorkisten nach Belieben erpressen können. Ergo keine weiteren Kampfhandlungen, kein Sandal Castle, kein Towton, kein Edward IV usw.... Dazu kommen zweidimensionale Charaktere und Küchenpsychologie. Finger weg!