Der Römer

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Osburg, 2014, Titel: 'Romeren', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Doppelmord an einem römischen Senator

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Aug 2016

Rom im Jahr 91 vor Christus. Der Senator und Volkstribun Marcus Livius Drusus bricht auf der Türschwelle seines Hauses zusammen. Der griechische Wundarzt Demetrios wird geholt, um den Römer zu retten, doch nach einigen Tagen des Siechtums stirbt dieser. Die Todesursachen sind jedoch zweierlei: zum einen wurde Drusus für alle sichtbar mit einem Dolch erstochen, zum anderen wurde er jedoch auch vergiftet. Demetrios wird von Drusus' Familie aufgefordert, den Tod zu untersuchen und die Mörder zu finden.

Demetrios beginnt seine Suche nach den Mördern in dessen Wohnhaus und deckt nach und nach die Familienverhältnisse auf. Auch die politischen Feinde und Freunde von Drusus werden untersucht. Da Drusus sich dafür eingesetzt hatte, dass Nicht-Römer aus dem Land auch die Bürgerrechte Roms bekommen sollten, allerdings ohne das Wahlrecht, war klar, dass er sich gerade im Senat Feinde gemacht hatte. Derer hatte er also sowohl im Umfeld als auch in der Familie genügend - viel Arbeit für den griechischen Arzt.

Während seinen Nachforschungen kommt er einigen Intrigen auf die Spur, wird verschleppt und gerät mitten den Bürgerkrieg zwischen Rom und den Rest von Italien. Als Arzt immer Diener seines Kriegsherren, zieht er mit den Heeren mit und muss so manches Elend sehen. Doch hat er sich auch selbst Feinde gemacht, die nicht wollen, dass seine Bemühungen von Erfolg gekrönt sind. Dabei gerät er auch mit seinen Verdächtigungen in die höchsten Kreise Roms, die andere Mittel zur Verfügung haben als er...

Ein Grieche wird zum Römer

Lasse Holms Roman Der Römer ist der erste Teil einer Trilogie über den griechischen Arzt Demetrios, der im Laufe des Romans aus Dankbarkeit die Römische Staatsbürgerschaft erhält und daher der Titel Der Römer gerechtfertigt ist. Erzählt wird aus Demetrios' Ich-Perspektive, wie er seinem Sohn die Geschichte erzählt, so dass man davon ausgehen kann, dass er den Roman wie auch die beiden Folgebände, die in nicht ferner Zukunft bei Osburg Tivoli erscheinen werden, überleben wird.

Man liest dem Buch des Dänen an, dass es sorgfältig recherchiert wurde. In dem Buch gibt es zahlreiche Details, die man vielleicht zuvor noch nicht in Romanen gelesen hat und die einem einige Fakten näherbringen. Die Handlung ist mithin sehr komplex und es gibt viele handelnde Figuren, so dass man aufpassen muss, sie nicht zu verwechseln und dem Treiben im Buch lückenlos folgen zu können.

Detektiv wider Willen

Denn Demetrios macht einiges durch. Neben seinen Nachforschungen wird er entführt (einen guten Arzt kann man im Heer immer gebrauchen), niedergeschlagen, verführt, verheiratet, und so ziehen sich die Nachforschungen über mehrere Jahre, was aber niemanden zu interessieren scheint. Mordverdächtige gibt es viele, und so ist es kompliziert, das Geflecht aus Gegnern und Mitstreitern zu durchschauen, zumal dazwischen auch gelegentlich die Fronten gewechselt werden.

In der Fülle der handelnden Personen sticht natürlich Demetrios selbst hervor, der durch seinen Vater, der ebenfalls ein berühmter Arzt war, eine dunkle Vergangenheit hat und diese eigentlich verheimlicht wissen will. Daher war Demetrios auch für fünfzehn Jahre von der Bildfläche verschwunden und nur für ein paar Eingeweihte auffindbar. Doch nun trifft er auch auf alte Bekannte von vor diese Zeit, was seine Nachforschungen nicht einfacher macht.

Der Autor begibt sich in seinem Roman in alle Schichten, von den Senatoren bis zu den Prostituierten, und in allen Kreisen kennt er sich aus und kennt deren Regeln und Gesetze untereinander und die rechtlichen Beziehungen zu den anderen. Hier zeigt sich die enorme Recherche, die im Vorfeld des Romans stattgefunden hat. Das ist sehr interessant und auch gut lesbar, denn der Autor schreibt nicht kompliziert, sondern für jeden Leser verständlich. Durch die vielen Beschreibungen bleibt allerdings gelegentlich der eigentliche Kriminalfall auf der Strecke und nur gelegentlich blitzt auf, warum Demetrios überhaupt in all die Situationen gerät, in denen er sich befindet.

Gute Recherche

Die vielen Namen sorgen allerdings gelegentlich für Verwirrung und man muss aufpassen, dass man den richtigen Namen auch dem richtigen Lager zuordnet. Zudem benutzt der Autor gelegentlich Begriffe, zu denen es nicht verkehrt gewesen wäre, diese in einem beigefügten Glossar kurz zu erläutern. Stattdessen hat der Autor zahlreiche Extras beigefügt: Eine Abbildung von Rom von 91 v. Chr., eine Abbildung von Drusus' Haus und eine vom Forum Romanum sowie ein ausführliches Personenverzeichnis aller vorkommenden Personen, worin auch deutlich zu sehen ist, welche der Figuren historisch ist und welche nicht.

Ein kurzes Nachwort erläutert, was später aus den historischen Persönlichkeiten wurde, wie beispielsweise dem Schreiber Cicero. Auch gibt es die Möglichkeit, dass es Demetrios gegeben haben könnte, aber das ist sehr vage.

Lasse Holm hat einen historischen Roman vorgelegt, bei dem man unbedingt dabei bleiben muss, weil man sonst aufgrund seiner Komplexität den Faden verliert. Sprachlich ist er manchmal etwas holperig und knapp gefasst, was auch der Übersetzung aus dem Dänischen geschuldet sein kann. Hier sollte ein Lektorat noch einmal intensiv schauen, ob die Sprache im Deutschen nicht geglättet werden kann. Zudem werden manche Ausdrücke benutzt, die es vor zweitausend Jahren so bestimmt noch nicht gab.

Historisch gesehen ist der Roman ein Muss für jeden Fan von Romanen aus dem Alten Rom. Der Leser erfährt viele Kleinigkeiten und wird in die politische Situation der Zeit mit ein- und herumgeführt. Ob es wirklich so war, dass Mordfälle erst über mehrere Jahre aufgeklärt werden und sich sonst scheinbar niemand dafür interessiert, sei dahingestellt. In jedem Fall ist Der Römer ein Roman, der neugierig auf die Fortsetzungen macht.

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