Die Walfängerin

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Rütten und Loening, 2016, Titel: 'Die Walfängerin', Originalausgabe

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Bettina Weiß
Die Frau und das Meer

Buch-Rezension von Bettina Weiß Jun 2016

Sylt, im Jahre 1764. Ihren Lebensweg hat sich die junge Maren schon in Gedanken ausgemalt: Sie wird ihre große Liebe Thies Heinen, mit dem sie aufgewachsen ist und dem sie sich versprochen hat, heiraten. Das Leben auf der Insel ist hart und beschwerlich, aber Maren liebt das Inselleben. Dann macht ihr völlig überraschend der reichste und mächtigste Mann der Insel, Kapitän Rune Boys, einen Heiratsantrag. Maren ist fassungslos und zum Entsetzen ihrer Eltern lehnt sie ab. Nach ihrer Verlobung mit Thies bringt ein mächtiger Sturm großen Schaden auf die Insel und treibt die Familie von Maren in die Schulden. Nun muss sie ausgerechnet Kapitän Rune Boys um Hilfe bitten. Dieser macht ihr einen ungeheuerlichen Vorschlag: Maren soll ihn auf seinem Schiff ins Polarmeer auf den Walfang begleiten, um die Schulden abzuarbeiten. Wird sich Maren auf dem Schiff, mit der schweren Arbeit und dem rauen Ton behaupten können?

Meer und Stürme prägen die Insel

Ines Thorn beschreibt in ihrem Roman das harte Leben der Insulaner, das geprägt ist von Wind und Meer, von Stürmen und Armut. Dies wird atmosphärisch dicht beschrieben und erwacht vor dem geistigen Auge zum Leben. Maren, jung und naiv wie sie zu Beginn des Romans ist, vertraut auf ihre Liebe zu Thies und glaubt damit alle Unwägbarkeiten des Lebens bewältigen zu können. Sie wird von ihren Eltern sehr geliebt und hat viele Freiheiten, auch lassen sie ihr Torheiten durchgehen. Als das Schicksal zuschlägt, muss sich Maren beweisen und dies gelingt ihr auch.

Im zweiten Teil des Romans fährt Maren auf dem Walfänger als Küchengehilfin mit ins Polarmeer. Das Leben auf dem Schiff ist hart und die Sitten sind rau. Für ein junges, naives Mädchen keine leichte Aufgabe. Die Autorin erzählt sehr anschaulich, wie das Leben auf dem Walfänger ablief und wie die Jagd auf Wale im 18. Jahrhundert vonstatten ging. Maren bewährt sich in den Aufgaben ihres neuen Alltags und wird zunehmend erwachsen. Diese Entwicklung ist nachvollziehbar und wird von der Autorin sehr stimmig beschrieben.

Eine schicksalhafte Liebesgeschichte auf Sylt

Der Geschichte lebt von dem Spannungsverhältnis zwischen Maren und Kapitän Rune Boys. Der Kapitän ist ein verschlossener, starker Charakter, der ein Geheimnis zu wahren hat. Auch er wird sich auf der Reise verändern und eine adäquate Wandlung erleben. An der Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten teilzuhaben, ist spannend, aber auch zuweilen anstrengend. Der Leser spürt sehr viel früher als die beiden Hauptpersonen es sich eingestehen wollen, wohin sich ihre Beziehung verändert hat. Im dritten Teil des Romans, die Walfänger sind nach Sylt zurückgekehrt, werden sich die Geschehnisse vollenden. In der Heimat haben sich die Verhältnisse während der Reisezeit weiterentwickelt und Maren steht vor vollendeten Tatsachen. Doch auch sie hat sich während der Reise verändert und ist erwachsen geworden. Sie wird nun das Geschehen in die eigenen Hände nehmen und auf diese Weise ihren Weg gehen.

Insgesamt ein sehr stimmungsvoller Roman vor historischer Sylt-Kulisse und vor dem Hintergrund des Walfangs im 18. Jahrhundert, der gut unterhält und den man gerne liest.

Die Walfängerin

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Letzte Kommentare:
17.12.2016 22:58:24
Gerwine Ogbuagu

Eintauchen in dieses Buch bedeutet, ein großartiges Bild von Sylt und seinen Seefahrern und Seefrauen im 18. Jahrhundert zu betrachten, 100 Jahre bevor Melville uns Moby Dick bescherte.
Iris Thorn ist eine beliebte Historienwortmalerin, ihre Fans kennen sie von vielen anderen Romanen, die in Süddeutschland spielen und in Australien. Hier führt sie uns in Deutschlands hohen Norden, die Insel Sylt, die abgesehen von den Seefahrern selbst eine bewegte Geschichte erlebt hat. Das wäre eine neue und andere Geschichte, die aber nicht ohne die Seefahrer möglich ist.
Maren liebt den, den ihre Eltern nicht für sie wünschen und der die Entscheidung hinauszögert, auf die sie so dringend hofft. Dem, der um ihre Hand anhält, erteilt sie im Angesicht vieler Sylter einen Korb, dies ruft das Entsetzen ihrer Eltern hervor und ihr Schicksal nimmt eine Wendung, die unvorhersehbar ist.
Ein wenig erinnert diese Geschichte an das Märchen vom „König Drosselbart“ – Heiratsantrag von der Protagonistin abgelehnt, und doch fügt das Schicksal sie und ihren verschmähten Freier zusammen – anders als gedacht. So nimmt die Geschichte ihren Lauf, Maren fährt als Schiffsjunge mit der Walfang Brigg ins eisige Nordmeer.
Dies ist erstaunlich, denn eigentlich sind in der christlichen Seefahrt Frauen an Bord verpönt – Ausnahmen gab es schon damals. Und hier war es der ausdrückliche Wunsch des Kapitäns.
Was Maren und die Schiffsbesatzung erleben, ist lesenswert für Liebhaber von historischen Monumentalgemälden. Iris Thorn versteht es meisterhaft, Bilder zu erzeugen – wir lesen ein Buch und ein innerer Film läuft ab.
Als Einstimmung zu einem Sylt Aufenthalt bestens geeignet und erst recht für Sylt Kenner.