Weil sie das Leben liebten

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2016, Titel: 'Weil sie das Leben liebten', Originalausgabe

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Berlin Ende der 1920er Jahre: Die junge Franka hat nur einen Wunsch sie möchte Zoologie studieren. Ihre strengen Eltern und die Weltwirtschaftskrise machen ihren Traum zunichte, doch immerhin gelingt es ihr, eine Stelle als Tierpflegerin im Berliner Zoo zu bekommen. Die Arbeit mit den geliebten Tieren geht ihr über alles, ihnen schenkt sie ihre ganze Liebe nicht den Menschen. Nur ganz allmählich fasst sie Zutrauen zu dem Tierarzt Carl, der vom Leben ähnlich gebeutelt wurde wie sie. Dann lernt sie den faszinierenden Adam kennen und lieben. Doch Adam ist Sinti, und inzwischen haben die Nazis die Macht in Deutschland ergriffen. Adams Leben ist in höchster Gefahr, und Franka ist bereit, für ihn zu kämpfen und für ihre Tiere. Fortan weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann ...

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Letzte Kommentare:
14.03.2017 18:59:56
Manfred Rathunde

CHARLOTTE ROTH –
Weil sie das Leben liebten
Da liest man, alles was möglich ist. Thriller, Fantasie, alle Genre durchweg. Nur wenn Charlotte dann ihre Seiten präsentiert, wo sie „normales“ Leben versucht darzustellen, einen „normalen“ Roman schreiben möchte, mehr oder weniger, dann schmeißt man erst mal alles andere in die Ecke. Wenn man Charlotte entdeckt hat, nimmt man das dankbar an und schon kann die Reise durch die Zeit losgehen, die unseren Vorfahren übel mitspielte, zu unserer Geschichte passt, wie die Faust aufs Auge. Franka, ungeliebte Tochter in einer Familie um die Zeit von 1923, muss sich durchbeißen. Ihr Lichtblick sind der Zoo in Berlin, ihr Onkel Gerhard, der gegen ihren verbohrten Vater opponiert, und, seit neuem auch Anni, eine Mitschülerin, die sie vor sexuellen Angriffen eines Lehrers bewahrt, obwohl Franka es noch nicht begriffen hat, wo Anni hier eingegriffen hat und welch ein Vollidiot ihr Lehrer ist. Wer Charlotte Roth liest, wird auch ein Fan von dieser Schriftstellerin, die sich hier wieder von ihrer besten Seite zeigt. Und Charlotte zieht vom Leder, macht vor keiner Grenze halt, bricht durch jede Barriere. Macht die Berliner Geschichte und den Werdegang des Zoos nach dem Ersten Weltkrieg wieder lebendig und beleuchtet viele Schicksale. Auch wenn das nur Beiwerk ist. Die Nationalsozialisten kommen an die Macht. Der Führer und seine Chargen machen sich auf, die, bis hierhin, größte Katastrophe der Menschheit einzuläuten und Frau Roth macht kein Hehl aus ihrer Ansicht, wie dieses Regime zu beurteilen sein sollte. „Das ist das Übelste an einem Staat, der Denunzianten erzieht. Zu glauben, man weiß, wem man trauen darf, kann den Hals kosten.“ Das ist nur eines der farbigen Zitate, die Charlotte aufschreibt, wie diese neue Regierung funktioniert, die als eine der unmenschlichsten der Geschichte eingehen und dem Deutschen Volk einen Stempel aufdrücken wird, den es nie wieder loswerden kann. Aus dem Volk der „Dichter und Denker“ entwickelt sich eines, der „Richter und Henker“ und eines, das sich selbstherrlich über alle anderen stellen möchte. Charlotte Roth ist gut aufgestellt. Dieses Buch geht ja doch mehrere Schritte weiter, als ihre Vorgänger. Auch wenn sie die Vergangenheit schildert, die Thematik ist heute noch hyperaktuell. Und Charlotte schreibt. Da wird einem der Hals eng, was hier passiert ist, das kann man nicht wirklich glauben. Judenverfolgung, Zigeuner weg vom Fenster, als rassentechnisch minderwertig eingestuft und Olympia 1936, wo die Nazis noch einmal zurückruderten, um der Welt zu zeigen, dass sie eigentlich weltoffen sind und es doch nie waren. Charlotte hat es drauf, hier alle Gegensätze offen zu legen. Ihre Figuren sind dem damaligen Leben entsprungen und von ihrer Fantasie belebt. Leute. Da bleibt kein Auge trocken, glaubt es. Unglaublich, was Frau Roth hier präsentiert. War aber unsere Geschichte und daran können wir nun nichts mehr ändern, nur versuchen, es besser zu machen. In „Weil sie das Leben liebten“ zeigt uns Frau Roth einen Spiegel, in den wir, zusammen mit der Autorin, hineinschauen sollten. Eigentlich ohne Vorurteile, aber das wird wohl nicht mehr so funktionieren. Wobei hier gesagt werden muss, „Nie wieder Faschismus“, ist auf der einen Seite ja ganz Okay! Im Blickwinkel dieser Seiten, in JEDEM Fall. Nur, im Hinblick auf die Kriegstreiber aller Art auf dieser Welt, die unser kostbares Leben als Mülltonne benutzen wollen, ist diese Aussage, eindeutig, zu einseitig. Wir, alle Menschen, sind Ausländer, fast überall. „Nie wieder Krieg“ kommt da schon besser rüber. Rassisten, Kriegsgewinnler, Machtdespoten, unter anderem auch unsere Bundesregierung, sind doch genau solche Arschlöcher, wie die Nazis! Und das sind sie Überall! Charlotte hat sich selbst übertroffen und ein Buch abgeliefert, das seinesgleichen sucht. Emotional hochgradig, emphatisch tiefgreifend, man wird der Frau folgen. Charlotte ist eine der besten Federkünstlerinnen unserer Zeit. Wer Frau Roth liest, wird Fan! Garantiert!

(Knaur)

ISBN 978-3-426-51729-1 494 Seiten 9,99€ (D) 10,30€ (A)

C. Roth – Als der Himmel uns gehörte – Archiv August 2015

www.derweissedrache.de

09.02.2017 21:21:33
Isin

Wie die anderen beiden Bücher der Autorin Charlotte Roth ,die ich regelrecht verschlungen habe, hat mich diese auch wieder tief berührt.
Es handelt sich bei diesem Buch freilich nicht um einen reinen Liebesroman. Besonders in diesem Werk möchte die Autorin mit ihrem Text neben der Unterhaltung durchaus Wichtiges und Profundes über den Menschen und die Deutsche Geschichte mitteilen.
Wie der Klappentext verrät, entführt uns die Autorin ins Berlin Ende der 1920er Jahre. Die junge Frank liebt Tiere über alles und so wünscht sie sich nichts sehnlicher als Zoologie zu studieren. Doch die Weltwirtschaftskrise und ihr strenges Elternhaus machen diesen Traum zunichte. So beginnt sie als Tierpflegerin im Berliner Zoo zu arbeiten. Dort lernt sie den Tierarzt Carl kennen, und freundet sich mit ihm an.
Als Franka eines Tages den faszinierenden Adam kennenlernt, verliebt sie sich schnell und heftig in ihn. Doch die Liebe der beiden steht unter keinem guten Stern, denn inzwischen haben die Nazis das Regiment in Deutschland übernommen und Franka fürchtet um Adam's Leben ...
Charlotte Roth schreibt ihre Geschichten nicht einfach auf. Nein, sie lebt diese Geschichten mit Worten, so lebendig, so nah und macht mich zu einem Teil davon. Sie hat mich abgeholt und mit genommen auf die Reise in eine Zeit, die ich nur aus Erzählungen kenne und die so wichtig ist. Ihr Schreibstil ist emotional und atmosphärisch, einfach brilliant. Ein gelungener aber auch schockierender Roman.

12.07.2016 16:12:43
allegra

Nachdem mir die ersten beiden Bücher von Charlotte Roth sehr gut gefallen haben, freute ich mich sehr auf ihren dritten Roman „Weil sie das Leben liebten“ und wurde nicht enttäuscht. Die Handlung begleitet die junge Berlinerin Franka, von ihrer Kindheit 1923 bis kurz nach dem 2. Weltkrieg 1945 im zerbombten Berlin. Charlotte Roth hat wiederum ein sehr originelles und interessantes Umfeld gewählt, in dem die Jahre der Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus und der Krieg aus einer sehr eigenen Warte aus beleuchtet wird. Franka ist ein Mädchen, das sich überaus für Tiere interessiert. Sie möchte unbedingt Zoologie studieren, aber die Wirtschaftskrise zerrüttet die Gesellschaft, so dass Franka als Tierpflegerin im Berliner Zoo arbeitet. Eine weitere Hauptfigur, deren Lebensweg sich mit demjenigen Frankas kreuzt, ist ein junger Mann, der Angehöriger einer sesshaften Sintifamilie in Berlin ist. Man erfährt auf sehr eindringliche Weise, wie in der schweren Zeit mit den Menschen aus der Randgruppe der Sinti und Roma umgegangen worden ist.
Sprachlich ist das Buch einmal mehr ein Leckerbissen der Unterhaltungsliteratur. Die Charaktere sind ebenso lebensnah beschrieben wie die Schauplätze. Die Handlung hat ein bisherr wenig bearbeitetes Feld eindringlich beleuchtet und die Leidenschaft, die Franka und der Zootierarzt für die Tiere empfanden, hat der Seele beim Lesen richtig gut getan.
Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung mit 5 Sternen.