Die Galgenfrist

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • Ullstein, 2001, Titel: 'Gallows Thief', Originalausgabe

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Trotz härtester Strafen gab es 1820 in England die Begnadigung. Und zwar dann, wenn ein bestellter Detektiv Beweise der Unschuld finden konnte. Wer Glück hatte, geriet an einen der besten dieser Zunft: Rider Sandman. Rider Sandman soll das Gnadengesuch des Porträtmalers Charles Corday prüfen, der wegen Mordes zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Anscheinend eine reine Formsache, bei der es lediglich darum geht, die Schuld des Verurteilten zu bestätigen.

Sandmans Ermittlungen führen ihn aus den Tiefen des Gefängnisses Newgate in die höchsten Kreise der Londoner Gesellschaft, wo er auf finstere Intrigen, üble Machenschaften und erbitterten Widerstand stößt. Er ist zunehmend von der Unschuld des Malers überzeugt, hat aber nur sieben Tage Zeit, den Unschuldsbeweis zu erbringen oder den wahren Täter zu ermitteln, um den Verurteilten vor dem Galgen zu bewahren. Unter Einsatz seines Lebens macht Sandman sich auf die Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit.

Die Galgenfrist

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Letzte Kommentare:
28.02.2012 12:02:50
Valeska Valipour

Ein kurzweiliger Roman, nicht der Beste dieses Autoren, aber auch nicht schlecht. Eigentlich haben mich nur drei Dinge gestört, sonst wäre der Roman wirklich perfekt gewesen:
1. Man hat den Eindruck, dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt - aber das wird weder auf dem Buchrücken noch im Einschlag bestätigt.
2. Hätte ich mich nicht schon vorher mit der britischen Geschichte dieser Epoche auseinander gesetzt, hätte ich vieles nicht verstanden.
3. Gerade am Ende gibt es für meinen Geschmack viele unnötige langatmige Passagen. Außerdem wird einer der Handlungsstränge nicht wirklich zu Ende geführt. Man meint, die Geschichte hört in der Mitte auf... und wartet gespannt auf die Fortsetzung.
Alles in allem eine spannende Geschichte, empfehlenswert allerdings nur für eingefleischte Fans von historischen Romanen. Besonders für die von Anne Perry.

23.11.2009 17:57:41
Annette

Ein historischer Roman, wie ihn scheinbar nur englische Autoren schreiben können. Große Klasse. Das Plot ist oben wiedergegeben. Fast noch spannender, interessanter fand ich die Schilderung von Rider\'s persönlicher Situation: aufgrund des Bankrotts seines Vaters hat er sein Offizierspatent verkauft um Mutter und Schwester damit einigermaßen versorgen zu können. Seine Verlobte hat ihm den Laufpass gegeben, als er keine standesgemäße Partie mehr ist. Seine Zukunftsausschichten sind düster: kein Job, kein zuhause, Braut weg. Während Rider sich durch das Krimiplot arbeitet, auf das ich mich hier jetzt nicht weiter beziehen will, beginnt er langsam auch wieder eine Perspektive für sich zu sehen. Sprachlich und athmosphärisch dicht, in meinen Augen ein wirklich gelungener Roman.

24.04.2009 09:48:34
Roanna

Es sollte ein ganz einfacher Auftrag werden, aber nichts im Leben von Captain Rider Sandman scheint noch einfach zu sein. Sein Vermögen und guten Namen hat er durch seinen Vater verloren, die Verlobung mit der reichen Eleanor Forrester wurde dadurch ebenfalls gelöst. Alles was er noch hat sind seine glanzvolle Vergangenheit beim Militär, seine Erfolge beim Cricket und sein Stolz, der ihm jedoch allzu häufig im Weg steht, um wieder schneller auf die Füße zu kommen.

Sein Auftrag vom Innenministerium, er soll den bereits wegen Mordes zum Tode verurteilten Maler, Charles Corday, zu einem eindeutigen Geständnis bewegen, da ein Begnadigungsgesuch von allerhöchster Stelle unterzeichnet wurde. Doch schon beim Verhör kommen im Zweifel an der Schuld des jungen Mannes.

Cornwell schafft es bei mir immer wieder, dass ich mitten im Geschehen stehe und das Buch nicht mehr weglegen konnte. Schon die Beschreibung der Hinrichtung im Prolog war so eindrücklich, dass es die Grausamkeit dieser Art des Sterbens, die Angst der Verurteilten, ihr Kampf mit dem Tod, so gut rüberbrachte, dass mir schauderte. Die Suche von Rider und seinen noch verbliebenen Freunden, nach der Wahrheit war spannend und auch hier hatte man immer das London zu der Zeit vor Augen. Zum Ende hin war mir die Dramatik dann aber doch fast schon etwas zu viel, so dass es für mich nicht mehr ganz glaubwürdig war. Etwas weniger hätte meiner Meinung nach auch gereicht.