Nach Verdun

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Jaron, 2008, Titel: 'Nach Verdun', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Der Krieg erreicht die Berliner Gesellschaft

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2016

Hermann Kappe hat Glück - er wird nicht zum Kriegsdienst eingezogen. Denn der Kommissar leidet an einer leichten Form der Schlafkrankheit. Doch leicht ist das Leben für ihn deswegen nicht. Viele Männer sind aus dem Polizeidienst abgezogen und an die Front geschickt worden. Die Zivilbevölkerung leidet zunehmend unter den Folgen des Kriegs, die Güter werden knapp und die Zuversicht schwindet. Als kurz nacheinander zwei Morde passieren, fürchtet Kappe zunächst, dass es schwierig sein wird, einen Anhaltspunkt zu finden. Doch bald tut sich ein Verdacht auf und Kappe glaubt, das Glück sei ihm und seinem Kollegen Gustav Galgenberg hold gewesen, den Mörder zu finden, der den zwielichtigen und betrügerischen Kolonialwarenhändler Erich Röddelin und den fragwürdigen Fabrikdirektor und Oberleutnant Arndt von Zabelsdorff mittels Handgranate ins Jenseits beförderte. Obwohl der Gefasste geständig ist, beginnt Kappe aber daran zu zweifeln, den richtigen Mörder vor sich zu haben. Noch etwas aber beschäftigt Kappe: Seine Klara drängt auf baldige Hochzeit. So gerne er sich davor drücken würde, er muss nun Stellung beziehen.

Ungutes Gefühl

Es ist bereits der vierte Krimi mit dem aus Wendisch Rietz nach Berlin gekommenen Kommissar Hermann Kappe. Es ist ihm mittlerweile nur noch selten anzumerken, dass er aus der Provinz stammt und sich im Hexenkessel Berlin zuerst zurecht finden muss. Hier ist der Verlauf der Geschichte durchaus stimmig. Das Verhältnis des Protagonisten zu seiner Angebeteten Klara ist es schon weniger. Obwohl Kappe zunächst vollkommen in die junge Frau verliebt war, geht er emotional auf Distanz und beklagt sich unterschwellig über alle möglichen Ansprüche der angebeteten Klara. Besonders ihr Wunsch nach Heirat scheint bei ihm eher einen Fluchtreflex auszulösen als ein gutes Gefühl. Diese Haltung wiederum legt sich als ungutes Gefühl auf den Leser nieder - in seiner Zerrissenheit und seiner Ambivalenz Klara gegenüber scheint Kappe alles andere als ein Sympathieträger. Es fällt manchmal schwer, die beiden Figuren, als die er beschrieben wird, in Einklang zu bringen. Das könnte jedoch auch dem Umstand geschuldet sein, dass die Krimis jeweils aus anderen Federn stammen und sich jeder der beteiligten Autoren ein eigenes Bild vom Kommissar macht.

Viel Atmosphäre wenig Krimi

Wie von Horst Bosetzky nicht anders gewöhnt, wartet auch Nach Verdun mit einer sehr starken historischen Basis auf. Der Autor kann erneut sein ganzes Wissen um das Berlin in den früheren Jahren des 20. Jahrhunderts einbringen. Auch der Exkurs in die Geschichte der Belagerung von Verdun bleibt nicht aus. Es ist Krieg und die beiden Autoren Horst Bosetzky und Jan Eik machen das in ihrem Krimi auch deutlich. Sie zeigen auf eine eindrückliche Art das Leben in Berlin auf, während an der Front Männer sterben und verstümmelt werden. Die Zusammenhänge sind mehr oder weniger lebendig gestaltet und geben dem Leser einen intensiven Einblick in die Ereignisse. Da und dort ist der Einblick vielleicht etwas zu üppig ausgefallen, geht man davon aus, dass der wichtigste Teil des Romans der Krimi an sich sein sollte. Der aber führt neben der Schilderung des historischen Hintergrunds das Dasein eines Stiefkinds. Zwar findet der Krimi statt - doch ist er nicht das tragende Element des Buches.

Schwierig zu verstehen

Verfolgt ein Leser die Entwicklung der Krimi-Reihe, so muss sich ihm der Verdacht aufdrängen, dass es eine Reihe ist, die vor allem für Einheimische geschrieben ist und andere Leser bewusst außen vor lässt. Immer stärker wird die Berliner Schnauze eingebaut, immer öfters wird der Lesefluss durch die Dialekteinschübe unterbrochen, die für Berliner mit Sicherheit gut verständlich sind, bei anderen aber weder ein Schmunzeln hervorrufen noch bei allen auf Verständnis stoßen. Dieser Trend sollte überdacht werden, wenn sich die Krimi-Reihe nicht zu einer Insider-Sache entwickeln soll.

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