Der Ehrenmord

Erschienen: Mai 2007

Bibliographische Angaben

  • Jaron, 2007, Titel: 'Der Ehrenmord', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Kappes Stellung festigt sich

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2016

Es ist kein gutes Jahr: Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo  bringt die politische Lage endgültig in Schieflage. Auch Kriminalwachtmeister Hermann Kappe kann sich dem zunehmend rohen Umgangston nicht entziehen. Sein Nachbar etwa nimmt es ihm übel, dass die Polizei Demonstranten gegenüber eine unnachgiebige Haltung zeigt. Doch Kappe plagen gerade ganz andere Sorgen. Er hat sich mit seiner großen Liebe Klara überworfen. Sie nimmt es ihm übel, dass er die eine oder andere Verabredung nicht einhalten konnte, weil ihn sein Dienst fest in den Fängen hatte.  Außerdem muss Kappe den Mord an einem jungen Mädchen aufklären. Nicht genug damit, dass das Mädchen als Wasserleiche einen unschönen Anblick bietet - es stellt sich auch heraus, dass sie erwürgt worden ist, bevor sie ins Wasser geworfen wurde. Und dass sie schwanger war. Kappe ahnt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Mädchens und der Schwangerschaft geben könnte. Zudem hatte das Mädchen bereits ein Kind, das von ihrer Mutter, einer derben Waschfrau, betreut wurde. Die Nachforschungen in der unpersönlichen Mietskaserne, in der die Familie haust, gestalten sich schwierig. Die Leute sind gegenüber der Polizei misstrauisch.

Gute Mischung

Anders als die beiden ersten Kappe-Fälle entwickelt sich Der Ehrenmord wesentlich schneller und überzeugender zu einem unterhaltsamen Berlin-Krimi. Dem Autor des dritten Kappe-Falls gelingt es, einerseits die brodelnde politische Lage darzustellen und andererseits dem eigentlichen Thema des Krimis, dem Tod des jungen Mädchens und dem Bemühen Kappes, den Mord aufzuklären, genügend Gewicht zu verleihen, um das Krimi-Element klar im Vordergrund aufscheinen zu lassen. Jan Eik manövriert dabei seine Leser geschickt durch die Hauptstadt am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Welt rüstet sich in der Vorahnung des Kriegs. Auch Kappe ist sich bewusst, dass er bald eingezogen werden könnte. Das bringt seine Beziehung zur anspruchsvollen Klara auf eine ganz andere Ebene: Er erkennt, dass der Krieg ihre beginnende Verbindung plötzlich beenden könnte. Kappe steht damit für hunderttausende junger Männer, die plötzlich ihrer Einberufung ins Auge blicken müssen. Jan Eik hat diese Situation sehr überzeugend eingefangen und für die Leser sichtbar gemacht. Ohne seinen Protagonisten das eigentliche Thema aus dem Auge verlieren zu lassen, bindet er ihn in das Weltgeschehen ein.

Sehr schönes Portrait

Hervorragend gelungen ist Jan Eik die Darstellung der Gesellschaftsschicht, aus der das junge, tote Mädchen stammte. Ob es nun die Berliner Schnauze ist oder einfach die Szenerie, in der sich die Leser plötzlich wieder finden: Die Bilder werden lebendig und greifbar. Hier ist eine äußerst positive Entwicklung zu den bisherigen Kappe-Romanen spürbar, Eik gelingt es, die Gesellschaft lebendiger und überzeugender darzustellen. Er baut immer wieder Szenen ein, die dazu beitragen, selber in die Rolle Kappes zu schlüpfen und die Umwelt durch seine Augen wahrzunehmen. Aber auch der Kriminalwachtmeister selber wirkt hier weniger steif und umgänglicher, wenn ihm auch immer noch diese leicht ungeschickte Art anhaftet, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht. Der Krimi ist eine überzeugende Fortsetzung der bisherigen Teile: Kappe kann sich erneut entwickeln, vermag seine Stellung in Berlin zu festigen und beweist sich einmal mehr als aufmerksamer Beobachter. Auch wenn er das eine oder andere Mal kurzzeitig in eine völlig falsche Richtung ermittelt.

Süffig geschrieben

Die aus verschiedenen Federn stammende Krimi-Reihe offenbart im dritten Teil ihre Stärke: Jan Eik schreibt süffig, bringt Tempo in den Krimi und bietet genau die richtige Mischung aus aktuellem Fall und historischen Ereignissen. Die sich jeweils leicht ändernde Erzählstruktur erreicht hier einen Höhepunkt und weckt das Interesse am nächsten Teil der Kappe-Reihe, auch wenn ein leichtes Bedauern mitschwingt, dass die Reihe nicht beim Autor Jan Eik bleibt.

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