Die Kunst des Teufels

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2016, Titel: 'Die Kunst des Teufels', Originalausgabe

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Karin Speck
Ein Leben im Dreißigjährigen Krieg, von dem nicht viel zu spüren ist

Buch-Rezension von Karin Speck Mai 2016

Teresa und ihr Bruder Rupert sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Auf ihrem Weg nach Nürnberg geraten sie in einen Überfall und Rupert verliert sein Leben. Teresa bleibt in Trauer zurück. Ihr weiterer Weg führt sie nach Passau, wo sie schnell eine Anstellung findet und weiter als Holzschnitzerin arbeiten darf. Hier lernt sie Christian kennen und verliebt sich schnell. Christian ist ein Student, der vorgibt, von seinem Onkel unterstützt zu werden. Teresa, verliebt wie sie ist, erkennt sein Geheimnis viel zu spät.

Der Titel will nicht recht zu der Geschichte passen, so hat es den Anschein

Die Geschichte um Teresa spielt um 1620, also mitten im Dreißigjährigen Krieg, aber zu spüren ist davon wirklich nicht viel. Sie schafft es bis in die Stadt Passau und kann dort quasi ihren Beruf ausüben. Sie hat das Holz schnitzen von ihrem Vater erlernt und findet schnell Zuspruch. Ihr Bruder Rupert wurde auf der Reise nach Passau getötet und Teresa kämpft lange mit ihrer Trauer und ihren Gewissensbissen. Wobei nicht wirklich klar ist, warum sie sich ständig die Schuld an dem Tod des Bruders gibt und später auch an den anderen Todesfällen. Natürlich macht sie sich Vorwürfe, weil der Bruder sie schützen sollte, und dabei sein Leben verlor, aber haben die Männer das nicht immer getan?

Wenn es in dieser Geschichte auch nicht so sehr viel Handlung gibt, Tote gibt es genug. Sie sterben immer dann, wenn die Protagonisten nicht mehr gebraucht werden oder sonst irgendwie stören. Der Titel dieses Romans und auch der Klappentext versprechen eine unterhaltsame Geschichte eben in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Von Zetteln, die einen Handel mit dem Teufel versprechen ist die Rede, aber so wirklich ist dieser Zusammenhang im Laufe der Handlung nicht zu sehen. Es wird nur das Leben von Teresa erzählt. Von ihrer Liebelei zu Christian, einem Studenten, der ein Geheimnis hat, welches Teresa nicht durchblicken kann. Sie lässt sich hier naiv auf ihn ein und wehrt sich gegen die Hilfe anderer Leute. Trotz einiger Schicksalsschläge wird sie immer wieder aufgefangen und bekommt Hilfe, lebt weiter, beginnt von vorn. Erst ganz zum Ende hin bekommt der Leser einen kleinen Hauch davon zu spüren, was es mit dem Klappentext und dem Titel auf sich hat.

Hier wäre so viel mehr möglich gewesen

Der Erzählstil ist hier zwar einfach zu lesen, aber viel zu modern für einen historischen Roman. Steyer schafft es einfach nicht, die Atmosphäre der Zeit richtig einzufangen. Wer gern Liebesromane vor historischer Kulisse liest, mag hier genau richtig sein. Teresa wird als junge, naive Frau geschildert, die ihren Weg geht und einen Beruf ausübt, der eben nicht typisch für eine Frau war. Die Ansätze zu dieser Geschichte waren dann auch wirklich gut. Die Autorin schildert das Leben in Passau und gibt kurze Einblicke in die Gesetzte der Stadt. Aber eben nur ganz kurz. Schwierigkeiten, die die Protagonistin gehabt haben könnte, eben mit der Zunft oder irgendwie anders, werden geschickt umgangen, aber eben auch auf Kosten der Authentizität. Schade, hier wäre so viel mehr möglich gewesen.

Eine Karte zu Beginn und ein paar Bemerkungen zum historischen Hintergrund sind vorhanden. Hier erzählt Nicole Steyer kurz, was Fiktion und Wahrheit ist. Die Kunst des Teufels ist ein Liebesroman vor historischer Kulisse, der sich zwar angenehm lesen lässt, aber eben gern etwas mehr in Tiefe der Charaktere und eben des geschichtlichen Hintergrunds gehen könnte. Genug Potenzial in der Handlung wäre vorhanden gewesen. 

Die Kunst des Teufels

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Letzte Kommentare:
10.07.2016 16:02:23
wampy

Buchmeinung zu Nicole Steyer – Die Kunst des Teufels

„Die Kunst des Teufels“ ist ein historischer Roman von Nicole Steyer, der 2016 bei Knaur TB erschienen ist.

Autor:

Nicole Steyer wurde 1978 geboren und wuchs in Rosenheim auf. Doch dann ging sie der Liebe wegen nach Idstein im Taunus. Die Idsteiner Stadtgeschichte faszinierte sie, und sie begann zu recherchieren. Das Ergebnis dieser Recherchen war ihr erster historischer Roman "Die Hexe von Nassau", dem „Das Pestkind" und „Der Fluch der Sommervögel" folgten.


Klappentext:

"Teufel hilf mir, Leib und Seel‘ geb‘ ich dir."

Ein Spruch auf Zetteln, die im Jahre 1620 unter Landsknechten in der Nähe von Passau kursieren, verspricht Unverwundbarkeit für einen Tag. Stirbt man doch, so gehört die Seele dem Teufel. Auch Rupert, der Bruder der jungen Holzschnitzerin Teresa lässt sich auf den Handel ein und verliert Leben und Seele. Teresa bleibt in tiefer Trauer allein zurück. Ihr Weg führt sie nach Passau, wo sie sich in den Studenten Christian verliebt. Sie ahnt nichts von seiner dunklen Seite …

Meine Meinung:
Das Cover ähnelt dem ihrer anderen Bücher – eine Teilansicht einer historisch gekleideten jungen Frau vor einem mittelalterlich wirkenden Hintergrund. Der Wiedererkennungswert ist auf jeden Fall gegeben.
Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Ich bin Teresa auf ihrem Weg gefolgt und habe mit ihr mitgefiebert. Aber war es doch nicht ein bisschen viel, was ihr von der Autorin zugemutet wurde. Fast jede Person, die mit ihr eine positive Beziehung aufgebaut hat, ist kurze Zeit später meist einen gewaltsamen Tod gestorben. Das habe ich in der Zuschauerrolle kaum ausgehalten, wie soll es da der Protagonistin erst gegangen sein.
Das Buch liest sich leicht und flüssig. Der historische Hintergrund wird überzeugend dargestellt. Das Leben im 30-jährigen Krieg war gefährlich und diese Gefahr wird spürbar. Auch die Verzweiflung, die Teresa nach einem Verlust ergreift, wirkt sehr eindringlich. Halt erfährt sie von ihrer Schnitzkunst. Diese darf sie aber offiziell nicht ausüben, weil sie eine Frau ist. Es finden sich aber immer wieder Personen, die Teresa die Ausübung ihrer Leidenschaft ermöglichen.
Eine große Stärke des Romans ist die Beschreibung des alltäglichen Lebens in Passau zu dieser Zeit. Es ist wie ein Ruhehort in einer aus den Fugen geratenen Welt. Man spürt die Härte des täglichen Lebens und die Ausweglosigkeit, die alle betrifft, die nicht der Norm entsprechen. Besonders erschütternd fand ich die persönlichen Einschränkungen, die das Dienstpersonal betrafen, z. B. Heirat nur mit Zustimmung des Hausherren.
Abstriche muss ich auch bei der Figurenzeichnung machen. Die Guten sind halt gut und Teresa ragt da noch mal deutlich heraus, während die Bösen auch richtig böse. Allein der Betreiber eines Kräutergartens fällt aus diesem Raster. Zu guter letzt darf auch ein Happyend nicht fehlen.
Fazit:
Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn bei der Figurenzeichnung noch deutlich Platz nach oben ist. Auch ein paar Tote weniger hätten dem Buch nicht geschadet. Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und vergebe vier von fünf Sternen oder 80 / 100 Punkten.

Zeitpunkt.
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