Der Papst im Kerker

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Salon Literatur, 2014, Titel: 'Der Papst im Kerker', Originalausgabe

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Carsten Jaehner
Vom Abstieg eines Gegenpapstes

Buch-Rezension von Carsten Jaehner Mai 2016

Um das Große Abendländische Schisma zu beenden, lädt Gegenpapst Johannes XXIII. die beiden anderen Päpste, Gregor XII. und Benedikt XII., nach Konstanz ein, um dort in einem Konzil endgültig die Papstfrage zu klären. Man schreibt das Jahr 1414, Jedoch blieben die beiden anderen Päpste dem Konzil fern. Allein der römisch-deutsche König Sigismund, Hauptbetreiber des Konzils, erschien Ende des Jahres in Konstanz, um das Konzil voranzutreiben.

Mitte 1415 unterschreibt Johannes XXIII. eine Erklärung, dass er als Papst zurücktreten werde, wenn die beiden anderen sich ebenfalls dazu entschliessen sollten. Zugleich dürfe er Konstanz nicht verlassen. Um seine Macht zu erhalten, beschloss er jedoch, zu fliehen. Bei dieser Flucht wurde er jedoch aufgegriffen und verbrachte von nun an grosse Teile seines Restlebens in Kerkerzellen.

Das Große Abendländische Schisma

Walter Laufenberg beschreibt in seiner Romanbiographie Der Papst im Kerker eben genau diesen Umstand, von der Ankunft Johannes beim Konzil über dessen Haft bis zu seinem Tod. Dies tut er in einer launigen Sprache. In einfachen, aber dennoch passenden Worten versteht er es, dem Leser die Grundvorrausetzungen für das Konzil und deren Verlauf (wenn man das überhaupt so nennen kann) darzulegen und zeigt ganz einfach auf, wie die damalige Obrigkeit getickt hat.

Dabei lässt er nicht nur Johannes zu Wort kommen, sondern vor allem auch die Steine in den diversen Verliesen, die sich seine Klagen und Selbstgespräche mit anhören mussten. Dies mag auf den ersten Blick albern und vielleicht kindlich erscheinen, gibt aber letztlich einen, wenn auch ungewohnten, so aber doch intensiven und eindrücklichen Blick in das Wesen des Gegenpapstes wieder, der nach seiner Selbstreflexion schon erkannt, alles falsch gemacht zu haben, was man falsch machen kann. Die Erkenntnis schützt jedoch vor Strafe nicht.

 

"Man will mir nichts antun, man will mich nur in Vergessenheit fallen lassen. Ich soll nur weg sein, einfach weg. Das heißt, ich muss mich damit abfinden, eine Zeit lang wie eine Küchenschabe unter dem Boden zu leben, auf dem das Leben stattfindet. Um irgendwann meine Wiederauferstehung zu feiern. Ja das werde ich. Aber bis ich die erlebe, das kann lange dauern, weil meine Feinde für das Vergessen soviel Zeit brauchen."

 

Über die Gedankengänge Johannes lernt der Leser den Menschen unter der Tiara kennen, der sich die Sache mit dem Konzil einfacher vorgestellt hat, als es nachher passierte. Mit einer gewissen Naivität als dritter im Bunde hatte er das Konzil einberufen, und natürlich kamen die beiden Kontrahenten nicht, sonst wäre es vielleicht anders verlaufen und der Papst mit Sitz in Rom, Gregor XII. hätte seine beiden Gegenpäpste ausgestochen. So aber nimmt das Schicksal seinen Lauf, Johannes macht einen Fehler nach dem anderen und wird 1415 abgesetzt, nachdem er nach seiner Flucht aufgegriffen wurde. Von nun an nicht mehr Papst Johannes XXIII. sondern einfach Baldassare Cossa.

Konzil von Konstanz

Während seiner Haft lernte er immerhin den Prediger und Reformator Jan Hus kennen, der schließlich auf dem Konzil in Konstanz wegen seiner Lehren öffentlich verbrannt wurde. Viele Begegnungen gab es nicht, wenn dann eher zufällig, doch beschäftigt Cossa das Schicksal von Jan Hus im Laufe der Jahre sehr, und er bezieht sich immer wieder darauf.

Auf nur 195 Seiten entfaltet Autor Walter Laufenberg eine teils spannende Geschichte, die sich eng an den Fakten entlang hangelt und so dem Leser ein eindrückliches Bild von Zeit, Ort und Zeitgeist gibt. Durch seine einfache, aber präzise Sprache gerät der Leser schnell ins Geschehen und folgt gerne der launigen Beschreibung. Dass Steine zum Teil zu Erzählern mutieren, mag manchen Leser stören, man kann sich aber auch gerne darauf einlassen. Ärgerlich und zum Teil nervtötend sind allerdings die manchmal nicht enden wollenden Lamentationen der Steine - hier wäre weniger gerne mehr gewesen, aber aufgrund der Masse.

Der Salon Literatur Verlag legt mit Der Papst im Kerker einen schönen Leseband als Hardcover vor, der es besonders Einsteigern in die Thematik "Das Große Abendländische Schisma und das Konzil von Konstanz" erleichtern wird. Laufenbergs Erzählstil ist angenehm und man wird gerne wieder zu einem Werk von ihm reifen. Gerne dann auch mit mehr Seiten.

Der Papst im Kerker

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