Elbtöter

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2016, Titel: 'Elbtöter', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Der Weltkrieg endet, das Morden kann beginnen

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Apr 2016

Ende 1918. Der Krieg ist verloren, immer mehr Versehrte kehren heim. Die Versorgungslage ist dramatisch, selbst Kartoffeln und Brennholz werden knapp. Ausgerechnet in dieser Zeit kündigt Ilka, die Tochter von Anwalt Sören Bischop, an, gemeinsam mi ihrem Lebensgefährten Ture aus Schweden zu Besuch zu kommen. Bischop hat noch andere Sorgen, denn Ziehsohn David gerät in die Aufstände der Matrosen und Werftarbeiter in Kiel, die sich schon bald auf Hamburg und weitere Städte ausweiten sollen.

 

"Es ist beschämend. Die Deutsche Ostmark ist gefährdet, wir stehen kurz vor der Räumung Rigas, die Polen erheben territoriale Ansprüche, die Ukrainer rücken vor und überfallen unsere abziehenden Truppen. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll."

"In eine Demokratie?"

"Papperlapapp. Wenn man sich wenigstens einig wäre... Aber das ist ja weithin nicht der Fall. Das erleben wir doch schon im Kleinen hier in der Stadt. Wir müssen uns schützen. Wir, die Offiziere! Vor dem Pöbel! Verstehe das, wer will."

 

In einem Heim für Kriegsinvaliden arbeitet Bischops Frau Tilda, die ihrem Mann vom seltsamen Verschwinden des jungen Ascan von Wesselhöft berichtet. Schwer entstellt war dieser nicht mehr zu einem eigenständigen Leben fähig, von einer Flucht aus dem Heim ganz zu schweigen. Wenig später wird Bischop von Ascans Mutter gebeten, den vermissten Sohn zu suchen. Kaum beauftragt, erhält Bischop die Information über die Ermordung von Wesselhöft. Allerdings wurde dessen Vater erschossen, ein führender Mitarbeiter der Dynamit AG. "Kriegsgewinnler sterben keinen Heldentod" ist am nächsten Tag in einer Zeitungsanzeige zu lesen. Unterzeichnet von den Elbtötern. Die Zeit drängt, denn schon folgen weitere Morde ...

Vom Weltkrieg zur Räterepublik

Es ist eine furchtbare Zeit. Der Krieg ist verloren, die Menschen hungern in den Städten, hinzu kehren rund fünf Millionen teils schwer verkrüppelte Soldaten heim. Es kommt zu Aufständen, zunächst in Kiel, dann in Hamburg, später in Berlin. Spartakisten stehen sich Schutzmannschaften gegenüber, Waffen sind in Massen vorhanden. Es kommt nahezu täglich zu Zusammenstößen, teils zu Schießereien und etlichen Toten. Vor dem Hintergrund des Kriegsendes bis hin zum Übergang in die sogenannte Räterepublik spielt der neue Roman von Boris Meyn, der allen Leserinnen und Lesern, die sich für die Geschichte Hamburgs interessieren, kein Unbekannter sein sollte. 

 

"Was für ein Tag. Erst verkündet von Baden die Abdankung des Kaisers und setzt Ebert als Reichskanzler ein, und dann rufen Scheidemann und Liebknecht auch noch die Republik aus. Mehr geht nicht!"

 

Neben ausführlichen Einblicken in das Familienleben der Bischops (der vorliegende Band ist der siebte dieser Reihe) und deren Verflechtungen in die allgemeine politische Lage (David ist bei den Arbeitern aktiv, Tilda bei den Sozialdemokraten und Frauenrechtlerinnen), erfährt man eindringlich die politischen Geschehnisse. Wie immer gelingt es Boris Meyn grandios, auf wenigen Seiten (hier sind es knapp 240) sowohl die Figuren lebendig zu zeichnen wie auch die damalige Zeit zum Leben zu erwecken. Hinzu kommen fundierte Geschichtskenntnisse und ein in sich schlüssiger Kriminalfall, welcher sich mit den Geschäften einiger "Kriegsgewinnler" auseinandersetzt.

Gekonnt verschwinden die Grenzen zwischen historischen Fakten und erzählerischer Fiktion, die in einem 14-seitigen Epilog aufgeschlüsselt werden. Zudem rundet ein 12-seitiger Bildteil mit historischen Aufnahmen den positiven Gesamteindruck stimmig ab. Alles in allem bietet Elbtöter kurzweilige, spannende und informative Unterhaltung. Abschließend soll der Autor das letzte Wort haben. So heißt es am Ende des Romans: "Der Beginn der Weimarer Republik ist blutiger als gedacht. Den Rest entnehmen Sie bitte den Geschichtsbüchern, oder Sie warten auf meinen nächsten Roman."

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