Ich malte die Sonne - Die Bewährung

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Salonlöwe, 2015, Titel: 'Ich malte die Sonne - Die Bewährung', Originalausgabe

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Annette Gloser
Ein wenig zu viel von allem

Buch-Rezension von Annette Gloser Apr 2016

Im Januar 1674 kehrt Daphne von Owen nach Versailles zurück. Nur knapp hat sie die Geburt ihres Sohnes überlebt und der Winter ist auch nicht die rechte Zeit zum Reisen, aber Daphne weiß, dass ihr Platz in der Nähe des Sonnenkönigs ist. Sie weiß jedoch auch, dass ihr Leben in Versailles nicht sicher ist. Die Erinnerung an das letzte Attentat ist noch recht frisch. So versucht Daphne alles, um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder zu schützen. Auch Ludwig XIV. sorgt sich um das Leben seiner Mätresse und stellt ihr als Beschützer den treuen DArtagnan zur Seite. Auch der Pariser Polizeichef La Reynie wird nach Versailles gerufen, denn bald zeigt sich, dass der Attentäter erneut Daphne und ihren Kindern nach dem Leben trachtet. Alle Spuren führen zu Madame de Montespan, Daphnes großer Konkurrentin um die Gunst des Königs. Aber kann die Lösung des Rätsels wirklich so einfach sein?

Räuber und Pistolen

Es geht heiß her in diesem dritten Band der Trilogie Ich malte die Sonne. Und heiß meint hier nicht nur die Spannung sondern auch die Erotik. Tatsächlich wandelt Cornelia Mohrmann hier auf einem sehr schmalen Grat zwischen Liebesleben und Nackenbeißer - und nicht immer hält sie die Balance. Gelegentlich geraten die Sexszenen etwas zu ausufernd und dienen auch nicht immer dazu, die Handlung voran zu treiben. Und auch Daphnes Abenteuer sind ein wenig überzogen. In diesem Roman mutiert die bodenständige Malerin zur Amazone, schießt böse Männer über den Haufen, reitet sich den Hintern wund und zieht die Männer reihenweise in ihren Bann. Das alles wird mit der von der Autorin gewohnten und vom Leser geschätzten Fabulierlust erzählt, so dass es durchaus Spaß macht, diesen Roman zu lesen. Allerdings geht dabei auch ein großer Teil jener Realitätsbezogenheit verloren, welche die ersten beiden Bände der Trilogie auszeichnete. Cornelia Mohrmann lässt ihre Daphne von einem Abenteuer ins nächste schlittern und wird dabei immer unglaubwürdiger. Zudem scheint dem Lektorat mehrfach entgangen zu sein, wie sehr sich die Autorin mit ihrer Romanfigur identifiziert, denn mehrfach stolpert man über stellen, an denen "Ich" statt "Daphne" steht, oder auch "mein Schlafzimmer" statt "Daphnes Schlafzimmer".

Weg von der Realität

Auch die durchaus ambivalente Beziehung Daphnes zu ihrem königlichen Liebhaber wird in diesem Roman immer undurchschaubarer. Und warum muss eigentlich jeder nur halbwegs akzeptable Mann ihr zu Füßen liegen? Zwar kommt die Heldin irgendwann zu der Erkenntnis, dass die pure Lebens- und Abenteuerlust wohl die Hauptmotivation dafür war, sich in diese Beziehungen zu stürzen, trotzdem sind ihre Handlungen und Entscheidungen für den Leser nicht immer nachvollziehbar. Dies ist allerdings bei der Gestaltung Ludwigs XIV. noch weit mehr der Fall. Seine Beweggründe für bestimmte Entscheidungen sind oft noch viel weniger nachzuvollziehen - aber das ist ja vielleicht auch ein königliches Privileg. Ludwigs Charakter wirkt jedoch in diesem Roman unausgegoren und bietet kaum noch Bezug zu jenem Ludwig, den man aus den Vorgängerromanen kennt. Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass ihr daran gelegen war, Ludwig auch als den Machtmenschen darzustellen, der er ja tatsächlich war. Dies gelingt ihr leider nur teilweise, denn oft wirkt ihr Ludwig in seinen Entscheidungen eher verwirrt und unsicher als machtbewusst. Erstmals spielt auch Madame de Montespan eine größere (Neben-)Rolle. Und hier häufen sich leider die Unwahrscheinlichkeiten. Als Leser runzelt man ein wenig zu oft die Stirn und versucht, das, was man über die langjährige Maitresse en titre Ludwigs XIV. weiß, in Einklang zu bringen mit dem, was dieser Roman über sie vermitteln will. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die Autorin hier viel mehr Wert auf Abenteuer und Spannung als auf tiefe Charaktere und atmosphärische Dichte gelegt hat.

Spannung und Abenteuer

Die Bewährung kann leider nicht nahtlos an die vorhergehenden Romane der Trilogie anknüpfen. Dennoch bietet der Roman Spannung und Lesespaß. Wer Wert auf historische Authentizität legt, wird zwar weniger glücklich damit sein, aber wer Spannung und Abenteuer vor historischer Kulisse sucht ist hier genau richtig. Am Ende des Romans gibt es ein Personenverzeichnis und ein Glossar, beides hilfreich. Das Nachwort der Autorin sei an dieser Stelle noch einmal besonders zur Lektüre empfohlen, denn Cornelia Mohrmann schreibt hier noch einmal über einige Protagonisten ihres Romans und über die politischen Hintergründe.

Leider ist der Roman derzeit nicht über den Salonlöwe Verlag erhältlich, sondern muss direkt bei der Autorin bezogen werden. Wer jedoch Daphne von Owen die Treue halten will, der wird diese "Hürde" ganz sicher nicht scheuen.

Ich malte die Sonne - Die Bewährung

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Letzte Kommentare:
14.06.2016 10:59:46
Bücherfresser

Die Malerin Daphne von owen muss im letzten Band dieser Trilogie viel lösen.Gordische Knoten, unliebsame Verbindungen und blutige Rätsel. Insgesamt hat sie mehr zu tun - und leider weniger zu malen! - als im 1. und 2. Band. Dafür gibt es viel mehr Spannung, mehr Humor und mehr Gefühle. Am Ende - mehr möchte ich nicht verraten - wird zwar alles gut. Gleichzeitig blickt die Malerin in eine Zukunft mit neuen, vielversprechenden Chancen.
Vielleicht wird mes doch einen vierten Band geben? Vielleicht bei einem etwas professioneller arbeitenden verlag? Ich würde mich auf jeden fall darauf freuen, denn die Autorin hat sich von Band zu Band wirklich gesteigert... meine Wertung für dieses Buch 88°

07.06.2016 20:15:35
FerdinandS

Nachdem mich die beiden ersten Romane der Trilogie "Ich malte die Sonne" wegen ihres eleganten Erzählstils und der erstaunlichen Fülle kultureller Details aus der Barockzeit fasziniert hatten, ist es der Autorin mit dem dritten Band ("Die Bewährung") gelungen, mich erst zu überraschen und ein wenig zu verstören. Ein wenig später bin ich zu dem Schluss gelangt, dass künstlerische Freiheit mehr darf als Mainstream und vorgefertigte Meinungen zu bedienen.
Zum Inhalt: Daphne von Owen kehrt nach einem einschneidenden Intermezzo in der Freien Reichstadt Frankfurt im tiefen Winter nach Versailles zurück. Zunächst sind sie und ihre französichen Weggefährten einfach nur glücklich darüber, dass sie die Geburt ihres zweiten Kindes nicht mit dem Leben hat bezahlen müssen, ehe sie die Wechselfälle des Lebens einholen: Ihr Mäzen und Liebhaber, Ludwig XIV., hat selbst bis auf den Kronprinzen sämtliche legitimen Kinder verloren. Anscheinend ist Daphnes ehemaliger Verlobter, der vermisste Comte de Rossignac, nicht nur wohlauf, sondern hat sich nach ihr erkundigt. Die Maitresse en titre, Athenais de Montespan, beginnt, ihr das Leben schwer zu machen. Die Königliche Akademie bietet ihr eine Chance, sich mit einem Aufsehen erregenden Projekt als Künstlerin endlich öffentlich profilieren zu können. Und in den Weiten der Residenz Versailles lauert immer noch ein Dämon, der nicht weniger will, als Daphne und ihre Familie endlich auszulöschen.
Nach diversen Mordanschlägen distanziert sich der ehrversessene Sonnenkönig offiziell von seiner Protegée, dildet es jedoch, dass ihr zwei reale historische "Helden" beispringen, um den mörderischen Nachstellungen ein Ende zu setzen: Charles d'Artagnan, Hauptmann der Königlichen Bodyguards, und der Paris Polizeipräfekt Gabriel de La Reynie. Ermittlungen und Verfolgungen, die bei aller Spannung ausgesprochen augenzwinkernd dargeboten sind, führen Daphne zunächst fort vom Hof, über eine Versailler Großbaustelle und das kommunale Leichenschauhaus, den Bois de Boulogne, und nach Paris, wo ihr die erschütternde Lösung zufällt. Zurückgekehrt in ihren alten Wirkungskreis und damit in den Einfluss des Sonnenkönigs, stellen sich ihr Widerstände und scheinbar unlösbare Probleme erst recht in den Weg. Die gerissene und unbeugsame Malerin jedoch bewährt sich...
Die Autorin hat in ihrem dritten Band mit dem teils etwas oberlehrerhaften Erzählstil ihrer beiden ersten Bände hier gründlich - und rechtzeitig! - gebrochen. "Ich malte die Sonne - Die Bewährung" steht für mich in bester Tradition der Romane von Alexandre Dumas und Anne Golon. Très francais, mit einer ungebrochenen Fülle von verbluffenden historischen Fakten, atemberaubenden (da gewollt überspitzten) Abemteuern, jeder Menge Humor und - ich habe es genossen! - aufregender Erotik.
Schade, dass sich in Text und Satz so viele Fehler finden. Das ist aber offentlichtlich eine Schwäche des Verlags; ich habe das in anderen Büchern des Salonlöwe-Verlags leider auch feststellen müssen.

16.05.2016 22:30:29
Algub

Es ist immer ein wenig problematisch, wenn Puristen aus einem lieb gewonnenen Konzept geworfen werden. Offensichtlich war Frau Gloser darauf abonniert, dass Frau Mohrmann Band für Band mit berechenbarer Stetigkeit gesittete und fast wissenschaftlich aufbereitete Kulturgeschichte zu Papier bringt, eingebettet in eine psychologisch feinziselierte Handlung. Doch was tat Frau Mohrmann, zum offensichtlichen Entsetzen der Rezensentin? Sie lässt es dergestalt krachen, dass feinfühlige Gemüter, die auch ihre liebe Not mit handfester Erotik zu haben scheinen, sich verunsichert bis vor den Kopf gestoßen fühlen. Das Problem von belletristischen Trilogien aus der Sicht von Verlagen ist, dass die Spannungskurve spätestens Ende des zweiten Bandes durchzuhängen droht und sich offensichtliche Widerholungen einschleichen. Da nützen auch brachiale Cliffhanger - Frau Mohrmann hat sich jeweils am Ende von Band 1 und 2 eines solchen effektiv bedient - nicht mehr viel. Wozu also drängt der Verleger den Autoren bei Band 3? "Grandeur" oder salopper ausgedrückt "Butter bei die Fische". Ich befürchte, dass der Salonlöwe genau mit dieser deutlichen Forderung an die Autorin herangetreten sein dürfte. Ein kultivierter Autor, der zufällig auch noch Bestseller im Portefeuille hat, hätte es sich leisten können, sich und seinem Stil treu zu bleiben. Ein nicht ganz so populärer und umsatzstarker Schriftsteller gibt freilich besser nach. Cornelia Mohrmann wäre nicht Cornelia Mohrmann, hätte sie sich in diesem Fall nicht zweier spezifischer Stilmittel bedient: Lust am Fabulieren und das Element der satirischen Übertreibung. "Salonlöwe - du willst unbedingt einen echten Show down? Den kannst du haben!" Ich habe mich bei allen aufgesetzten Finten, schwülstigen Anspielungen und unrealistischen Übertreibungen auf gut deutsch schier weggelacht - während Frau Gloser schmallippig darüber hinweggelesen hat. Allein Daphnes Wette mit ihren Malerkollegen Cheron, Tortebat und Rigaud darüber, wie man dem mythologischen ausgeleierten Motiv "Apoll und Daphne" nie dagewesene Aspekte abgewinnen kann - mit anschließender Präsentation im Café Procope! Ein witziger Parforceritt und Zukunfstreise in einem; werden doch Malstile der Jahrhundertwende und die ab Mitte des 19. Jahrhunderts hochgepriesene Historische Malerei durch den Kakao gezogen. Und zwar bis zur Erkennbarkeit.
Ehrlich gesagt: Noch einen dritten Band mit malerischen Diskursen und intriganten Hofdamen - also insgesamt über 1.000 Seiten - hätten mich angeödet. Wie Goethe schon richtig bemerkte: Getretener Quark wird breit, nicht stark. Ich ziehe die Überraschung durch gekonnt inszenierte "Räuberpistolen" vor.
In einer Hinsicht gebe ich Annette Gloser uneingeschränkt Recht: Im 3. Band lassen Lektorat und Korrektorat durch den Salonlöwe-Verlag mehr als zu wünschen übrig. Viele übersehene Rechtschreib-, Grammatik- und Satzfehler sprechen nicht gerade für Professionalität. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu behaupten, dass die Romantrilogie möglicherweise zuerst in der 1. Person angelegt worden war, um später in die Erzählebene der 3. Person umformuliert zu werden. Sowohl Lektor als auch Korrekturleser haben diverse Übertragungsfehler schlichtweg übersehen. Daher das gelegentliche und verwirrende Auftauchen einer Ich-Erzählerin. Eine pathologische Identifikation der Autorin mit ihrer Heldin - so die etwas diskriminierende Einschätzung von Frau Gloser - steckt m.E. nicht dahinter. Sondern verlegerische Schlamperei.
Insgesamt beinhaltet für mich der 3. Band von "Ich malte die Sonne" endlich das Maß an Humor und Dramatik, die das gesamte Werk lesenswert macht. Daher für mich 90 Punkte (inklusive 5 Punkte Abzug für schlechte verlegerische Arbeit)

12.05.2016 10:57:27
Stefan Pachmayr

Auch in ihrem dritten Band entführt uns Cornelia Mohrmann in die faszinierende Welt des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Detailgetreu beachreibt sie aus der Sicht von Daphne, einer Malerin, die auch Mätresse des Königs ist das höfische Leben, so genau, daß man meint, Cornelia Mohrmann sei leibhaftig einer Zeitmaschine entstiegen. Es gibt Ränke, Verschwörungen, Mordanschläge und natürlich viele Herzensangelegenheiten. Ein stimmiges Kaleidoskop der damaligen Zeit. Ich habe alle drei Bände gelesen und fand jeden Band besser.