Das Siechenhaus

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2016, Titel: 'Das Siechenhaus', Originalausgabe

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82

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Daniela Loisl
Mord, Intrigen, Getratsche und Geheimnisse - Begine Serafinas dritter Fall

Buch-Rezension von Daniela Loisl Feb 2016

Freiburg im 15. Jahrhundert. Die Beginen betreuen Kranke und Alte und so sind sie auch im Haus der Leprakranken, der Aussätzigen, tätig. Serafina wird von der jungen und bei den Beginen neuen Mitschwester Brida begleitet. Im Siechenhaus trifft Serafina ganz überraschend auf den Bäckermeister Kannegießer, der ganz plötzlich aus dem Alltag gerissen wurde, weil man bei ihm Lepra diagnostizierte und nun bei den Aussätzigen bis an sein Lebensende seine Zeit verbringen muss. Serafina versucht den Todunglücklichen zu trösten und seine Hautbeschwerden zu lindern. Mit ihrer Salbe verbessert sich ganz überraschend Kannegießers Hautproblem, weshalb Serafina Zweifel kommen, ob der Bäckermeister berechtigt im Siechenhaus gelandet ist. Mit der Unterstützung des Stadtarztes Achaz will sie dem Bäckermeister ermöglichen, dass nochmals eine Siechenschau vorgenommen wird. Doch es scheinen einige Mitbürger etwas dagegen zu haben, dass dem Bäcker geholfen wird...

Kurzweiliger Krimi für Zwischendurch

Dies ist der dritte Band der Reihe um die Begine Serafina, die es gleich Agatha Christies Miss Marple einfach nicht lassen kann, ihrem detektivischen Spürsinn nachzugehen, herumzuspionieren und so für einigen Wirbel zu sorgen.

Von Astrid Fritz weiß man, dass sie sehr wohl das Potential hat, auch historische Romane auf hohem Niveau zu schreiben, hat sie dies doch mit Die Bettelprophetin oder auch Der Pestengel von Freiburg hinlänglich bewiesen. Die Serafina-Reihe gehört nicht zu den anspruchsvollen Büchern und dies ist mit Sicherheit auch ganz bewusst so gehalten. Die Autorin hat mit dieser Serie aber für sehr unterhaltsamen, spannenden und auch humorvollen Lesestoff gesorgt. Leicht und flüssig lesen sich die Zeilen, sodass man leider nur allzu schnell mit Bedauern feststellen muss, dass man beim Ende angelangt ist.

Ratsherrn, Bäckergehilfen, Tratschweiber und Bader

Astrid Fritz gewährt einer Menge an Figuren einen Auftritt und kennt man die ersten beiden Bände, trifft man auch auf "alte Bekannte". Dass es zwischen Serafina und Achaz funkt, wurde schon im ersten Band verdeutlicht und auch in diesem Buch lässt es die Autorin zwischen den beiden wieder knistern. Aber Fritz wäre keine so gute Autorin, würde sie dies nicht mit viel Empathie, Humor und vor allem fern jeglichen Kitsches darstellen.

Wie nebenbei zeichnet sie die gesellschaftlichen Hierarchien der damaligen Zeit, verdeutlicht, was es damals hieß, als Frau auf sich allein gestellt zu sein und zeigt, wie schlimm es war, an einer Krankheit zu leiden, unter der man nicht nur körperlich leiden muss, sondern auch noch von den Mitmenschen geächtet und aus der Gesellschaft ausgestoßen wird.

Liebe zum Detail, feine Charakterisierung der Figuren und ein authentisches Szenenbild lassen den Leser eintauchen in die Welt des endenden Mittelalters.

Gefahr lauert überall

Fritz schickt diesmal nicht nur Serafina in gefährliche - und von der Oberin der Beginen ausdrücklich untersagte - Abenteuer, sondern lässt dieses Mal auch Achaz in Gefahr schweben. Als dieser kurzzeitig nicht bei klarem Verstand ist, gibt er so allerlei Merkwürdiges von sich, was den Leser oft ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert.

Auch der dritte Teil ist für Fans des historischen Krimis zu empfehlen, wenngleich darauf hingewiesen sein sollte, dass die Autorin den Leser am Schluss mit einem ziemlich infamen Cliffhanger zurücklässt - so ist ein vierter Band wohl Pflicht.

Das Siechenhaus

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Letzte Kommentare:
29.03.2016 17:58:50
mabuerele

Serafina ist Begine in Freiburg. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Bewohner des Siechenhauses vor den Toren der Stadt zu besuchen. Heute ist sie mit Brida unterwegs. Die junge Begine stammt aus einem adligen Haus und hat Schwierigkeiten, sich in das Leben der Beginen einzufügen. Im Siechenhaus lebt nun auch der Bäcker Konrad Kannegiesser. Doch es gibt Zweifel, ob er wirklich an Lepra erkrankt ist. Er könnte auch eine normale Mehlstauballergie haben. Der Siechenmeister aber will nichts davon wissen.

Die Autorin hat einen fesselnden historischen Kriminalroman geschrieben. Das Buch lässt sich zügig lesen und hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Es ist der dritte Fall mit Serafina. Da die Teile in sich abgeschlossen sind und die notwendigen Informationen über Serafinas Vorleben geschickt in die neue Handling integriert wurden, muss man den Vorgänger nicht unbedingt kennen.

Die Protagonisten wurden gut charakterisiert. Serafina nimmt ihre Aufgaben ernst, geht aber gern eigene Wege, wenn sie es für erforderlich hält. Besonders ihre Besuche bei dem Arzt Achaz werden von Brida argwöhnisch beäugt. Catharina, die Meisterin, versteht es, die Frauen entsprechend ihren Begabungen einzusetzen.

Der Schriftstil des Buches ist dem Genre angemessen. Sehr genau wird das Leben der Kranken beschrieben. Dabei geht es ihnen trotz vieler Ecken und Kanten in Freiburg noch verhältnismäßig gut, da sie eine feste Unterkunft und Beschäftigung haben. Trotzdem sind die Folgen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen hart. Interessant fand ich, welche Wege gegangen werden, bis die Krankheit diagnostiziert und der Kranke ins Siechenhaus gebracht wird. Das wieder rückgängig zu machen, grenzt an Sisyphusarbeit. Viel Wert legt die Autorin auf aussagekräftige Dialoge. Dabei macht es durchaus einen Unterschied, wer miteinander spricht. Gegenüber Brida gibt sich Serafina hart und fordernd, an anderer Stellen zeigt sie sich mitfühlend. Die Emotionen der Protagonisten werden gekonnt wiedergegeben. Serafinas Angst um Achaz, Bridas Panik vor den Kranken und die Sehnsucht eines kleinen Mädchens nach ihrem Vater sind nur wenige Beispiele dafür. Gekonnt werden viele historische Fakten vermittelt, sei es Wissen über die Kräuterkunde oder Informationen über Handelsgesetze.

Schnell stellt sich heraus, dass jedes Zweifeln an Konrads Erkrankung lebensgefährlich sein kann. Die Zahl derjenige, die ihn im Siechenhaus halten wollen, nimmt zu. Doch Serafina ignoriert Warnungen. Neben privaten scheinen auch wirtschaftliche Motive eine Rolle zu spielen. Machtkämpfe und Ränkespiele beschleunigen die Handlung.

Ein ausführliches Personenregister zu Beginn und ein Glossar am Ende vervollständigen das Buch.

Das Cover mit der jungen Frau am Torbogen vor Fluss und Stadt im Hintergrund passt zur Handlung.

Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat mich nicht nur spannend unterhalten, sondern mir auch einiges an historischen Wissen vermittelt. Hinzu kommt, dass Serafina eine sympathische Protagonistin ist.