Spreeleichen

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Gmeiner, 2016, Titel: 'Spreeleichen', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Lauwarmes Krimisüppchen

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Feb 2016

1928. Erich Malek arbeitet als Kriminalkommissaranwärter für die Inspektion A, Mord und Körperverletzung, am Berliner Alexanderplatz und wird gleich mit seinem ersten Mordfall beauftragt. Ein Zuhälter wurde mit mehreren Messerstichen verletzt und ertrunken im Spreekanal aufgefunden. Wie sich herausstellt handelt es sich bei dem Opfer um Valentin Strobel aus München. Als kurz darauf an nahezu gleicher Stelle ein weiterer Zuhälter tot im Kanal entdeckt wird, drängt plötzlich die Zeit, denn womöglich treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Eine Annahme, die sich wenig später festigen soll. Maleks Ermittlungen in der Berliner Unterwelt führen jedoch zu keinem Erfolg, denn dort löst man Probleme grundsätzlich untereinander und spricht nicht mit der Polizei. Derweil steigt der Druck der Medien, schon ist von einem "Nuttenrächer" die Rede. Während der Fall weiter vor sich hin dümpelt macht Malek die Bekanntschaft von Bruno Hofer, einem der deutschen UFA-Stars schlechthin. Dieser interessiert sich zunehmend für Maleks Ermittlungen ...

Ermittlungen in Berlin Ende der 1920er Jahre

Nein, dies ist kein Spoiler: Bruno Hofer, der Star der UFA, ist der gesuchte Mörder. Das erste Opfer, Strobel, kennt er noch aus seiner Schulzeit. Von diesem wird Hofer nun erpresst, so dass er sich entscheidet, das Problem ein für alle Mal zu lösen. Drei Messerstiche und ab in die Spree. Kurz darauf tötet er einen weiteren Zuhälter, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um einen Streit im Milieu. Eine junge, eher einfältige Kellnerin beobachtet das Geschehen, doch statt zur Polizei geht sie zu Hofer, der sie bei sich zu Hause aufnimmt, ihr bis dahin unvorstellbaren Wohlstand bietet und sie fortan zu seiner Komplizin macht. Einmal mit dem Morden angefangen steigert sich Hofer in einem "künstlerischen" Größenwahn in weitere Taten. Durch die Bekanntschaft mit Malek ist er über den Stand der Ermittlungen bestens informiert, zumal der junge Nachwuchspolizist ihn all zu offen in seine Ermittlungen einblicken lässt; bis hin zur Teilnahme an einer Zeugenbefragung.

Katz-und-Maus-Spiel

Das war fast schon die ganze Geschichte, die davon lebt, dass ein kurzweiliges Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Schauspieler und dem Polizisten entsteht und in zwei Erzählsträngen (Malek / Hofer) vorgetragen wird. Bliebe noch zu erwähnen, dass sich Hofer, als junge und attraktive "Dorothea" verkleidet, an die Zuhälter heran wirft, wodurch er auch nicht von möglichen Zeugen erkannt wird. Entwickelt sich bei Hofer zunehmender Wahn, so entdeckt man bei Malek eine erschreckende Naivität, die sich kaum mit seinem Berufsanfängertum entschuldigen lässt; und auch nicht mit dem Umstand, dass er zu allen Tages- und Nachtzeiten zum Alkohol greift. Bekommt er in seinem Fall zunächst kaum etwas auf die Reihe, da er Hofer mitunter "verrät" wie seine nächsten Schritte aussehen, so hat er bei anderen Gelegenheiten seltsame Geistesblitze.

Konstruiert

Insgesamt muss leider festgehalten werden, dass Renegald Gruwe ein viel versprechendes Setting nur unbefriedigend ausfüllt. Die Spannung ist arg überschaubar, da man ja von vornherein den Täter kennt und nur durch die Unbedarftheit des Ermittlers sowie das denkwürdige Verhalten anderer Figuren der Plot überhaupt erst möglich wird. Dies wirkt schrecklich konstruiert und kann auch nicht mehr von einem teilweise überraschenden Finale gerettet werden. Zudem drängt sich die Frage auf, wieso überhaupt ein Berufsanfänger die Ermittlungen bei einem Serienmord leiten darf? Die Einblicke in das Milieu der Berliner Unterwelt hätten durchaus tiefer gehen können; eine Sidestory über einen Anschlag auf den Berliner Vizepolizeichef Dr. Bernhard Weiß entpuppt sich eher als Seitenfüller und warum der Leiter der Berliner Kriminalpolizei, der legendäre Ernst Gennat, bei einer Mordserie mit keinem Wort erwähnt wird, bleibt ein Rätsel. Andere Autoren haben dessen schillernde Figur nur zu gerne in Szene gesetzt. Kurzum: Einige Ansätze sind ordentlich, aber die vorgenannten Schwachstellen sorgen für einen schalen Beigeschmack. Angesichts der Fülle an Kriminalromanen, die in der Weimarer Republik spielen, fällt Spreeleichen deutlich ab.

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