Die vergessene Legion

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2008, Titel: 'The Forgotten Legion', Originalausgabe

Couch-Wertung:

79

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Annette Gloser
Gelungener Einstieg in eine Romanreihe

Buch-Rezension von Annette Gloser Jan 2016

Im Jahre 70 v.Chr. beginnt die Handlung dieses Romans. Sie endet im Jahr 53 v.Chr., nach der Schlacht von Carrhae. Die Zwillinge Romulus und Fabiola, der gallische Gladiator Brennus und der etruskische Haruspex Tarquinius haben alle ihre ganz eigenen Gründe, Rom zu hassen. Romulus und Fabiola sind Sklaven, wehrlos der Willkür ihres Besitzers ausgeliefert. Als der dreizehnjährige Romulus beim Üben mit einem Schwert ertappt wird, verkauft ihn sein Herr an eine Gladiatorenschule. Die Zwillingsschwester des Jungen wird ebenfalls verkauft, an ein Lupanar. Die beiden Jugendlichen versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Während Fabiola bald eine gefragte Hure wird und die Bekanntschaft einflussreicher Freier macht, gelingt es Romulus, die Freundschaft des berühmten Brennus zu erringen, der schon seit Jahren in der Arena kämpft und dort zum Publikumsliebling avancierte. Als Romulus jedoch in einem Streit einen Patrizier erschlägt, müssen die beiden Gladiatoren fliehen. Auf ihrem Weg nach Süden lernen sie Tarquinius kennen. Er schließt sich den Geflohenen an, für die es nur einen Weg gibt: Die Legionen des Crassus, der mit seinem Heer nach Parthien aufbricht, um dort endlich einen großen Sieg zu erringen. Tarquinius jedoch sagt voraus, dass dieser Feldzug in einer katastrophalen Niederlage enden wird. Und keiner der Soldaten, die mit Crassus nach Asien aufbrechen, wird nach Rom zurückkehren. Aber nicht alle werden sterben. Vor vielen von ihnen liegt ein langer, ein sehr langer Weg.

Roms verlorene Soldaten

Die vergessene Legion ist der erste Band einer Romanreihe über jene römischen Legionäre, die mit Crassus im Jahr 53 v.Chr. nach Parthien zogen. Die Schlacht bei Carrhae war eine vernichtende Niederlage für Rom, vergleichbar nur mit der Niederlage gegen Hannibal bei Cannae. Tausende Soldaten gerieten in Gefangenschaft und wurden von den Parthern verschleppt. Ben Kane spürt dem Schicksal dieser Männer nach. Dabei stellt er drei sehr unterschiedliche Charaktere in den Mittelpunkt: Romulus, der als Sklave geboren und an eine Gladiatorenschule verkauft wurde, Brennus, der als freier Gallier in Gefangenschaft und in die Gladiatorenschule geriet, und Tarquinius, Nachfahre etruskischer Ureinwohner und als Haruspex mit jahrelanger Ausbildung wohl der klügste und vorausschauendste Mann in diesem Trio. Was alle drei eint, ist der Spaß am Kampf und der Hass auf Rom. Kane lässt sich Zeit, um die Wege seiner Protagonisten zusammen zu führen. Dies geschieht erst in der zweiten Hälfte des Romans. Ausführlich werden die Lebenswege geschildert, so dass der Leser sich mit den Protagonisten vertraut machen, ihre Beweggründe nachvollziehen und ihre Denkweise verstehen kann. Regelmäßig wechseln die Schauplätze des Romans. Auch wenn die drei bereits in Asien unterwegs sind, kehrt der Autor immer wieder nach Rom zurück und beleuchtet die römische Politik jener Zeit. Da Fabiola in der Stadt bleibt, spielt auch weiter ein Teil der Handlung hier.

Viel Blut, viel Kampf

Leider haben viele der Protagonisten ein wenig zu viel von allem: Die Sklavenhalter zu viel Bösartigkeit, die römischen Offiziere zu viel Stumpfsinn und Überheblichkeit, Brennus zu viel Kampfeswillen. Kaum zu glauben, dass die jungfräuliche Fabiola schon ihren ersten Freier mit grandiosen Liebeskünsten verführt. Und Tarquinius mit seinen Vorhersagen aus der Luft und aus der Leber trifft immer ins Schwarze... So wirkt der Roman an einigen Stellen überzeichnet und die Hauptprotagonisten haben einen Hauch von Superhelden. Dennoch wird hier eine spannende Geschichte mit vielen Emotionen erzählt. Allerdings muss man die ausgiebige Schilderung von Gladiatorenkämpfen, Prügeleien und militärischen Gefechten mögen, wenn man beim Lesen wirklich Spaß haben will. Ben Kane schildert sachkundig unterschiedlichste Bewaffnungen der Gladiatoren und ihre Kämpfe, zeichnet minutiös die Schlacht bei Carrhae nach und beschreibt ausführlich, wie er sich die Rache der Parther an Crassus und den römischen Offizieren vorstellt. Das ist nur bedingt etwas für schwache Nerven, hingegen aber auch ausgesprochen informativ.

Allerdings wird dabei auch deutlich, wie intensiv Ben Kane für seine Romanreihe recherchiert hat. Seine Schilderungen sind sachkundig und haben einen realen Hintergrund. Nicht immer gelingt es Kane, den Spannungsbogen zu halten. Manchmal ziehen sich die Kampfberichte arg in die Länge. Dennoch ist die Geschichte interessant und verlockt zum Weiterlesen.

Unterhaltung und Geschichte

Die vergessene Legion verspricht für die Zukunft eine lesenswerte Romanreihe zu einem bisher überhaupt nicht literarisch verarbeitetem Thema. Der Einstieg ist mit dem ersten Band bereits gut gelungen und es bleibt zu hoffen, dass weitere Bände von ähnlicher Qualität oder besser sein werden. Sowohl die Vorbemerkungen als auch das Nachwort des Autors bieten interessante Informationen. Eine Karte und  ein Glossar sind hilfreiche Beigaben für Romunerfahrene Leser. Dies könnte eine Romanreihe werden, die viele interessierte Leser findet. Sie verbindet ein bisher eher unbekanntes Stück Geschichte mit spannender Unterhaltung.

Die vergessene Legion

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Letzte Kommentare:
11.12.2016 15:35:01
Paul

Hallo,

danke für diese tolle Rezension. Ich freue mich ja nun auf Der silberne Adler von Ben Kane – Forgotten Legion 2. Könnt ihr davon vielleicht auch eine Rezension erstellen?

Das wäre echt genial. Ich mag den Autor total und liebe seine Bücher.

Auf http://www.buecherserien.de/der-silberne-adler-von-ben-kane/ habe ich auch schon ein paar Daten zu Gesicht bekommen.