Duell der Mörder

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Goldmann, 2014, Titel: 'Diary of a Murderer', Originalausgabe

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68

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Birgit Borloni
Wiedersehen in New York

Buch-Rezension von Birgit Borloni Nov 2015

New York 1893: Etwas über ein Jahr ist vergangen seit der Ripper sein Unwesen trieb. Nachdem der Kriminalanalytiker und Rechtsmediziner Finley Jameson und der New Yorker Cop Joseph Argenti den Ripper damals schließlich identifizieren konnten, ertrank dieser beim Versuch ihn festzunehmen vor ihren Augen. Seitdem ist wieder Ruhe eingekehrt in der Stadt, die niemals schläft, doch nun ereignen sich einige beunruhigende Todesfälle: Mehrere junge Mädchen der Oberschicht sterben aus ungeklärter Ursache und mit mysteriösen Symptomen. Fieberhaft suchen Jameson und Argenti nach der Ursache, wobei sie zunächst von natürlichen Faktoren oder einer Verkettung unglücklicher Umstände ausgehen, doch schließlich entdeckt Jameson bei der Obduktion die Todesursache und danach steht fest: Es waren Morde! Die Jagd nach dem Täter hat nun oberste Priorität, gestaltet sich jedoch schwierig, da die Mädchen sich nicht kannten, kaum Berührungspunkte bestehen und somit auch keine Verbindung untereinander hergestellt werden kann. Zudem deuten Briefe darauf hin, dass der Ripper wieder auferstanden ist. Doch das kann nicht sein, schließlich waren Jameson und Argenti Zeugen seines Ablebens - oder etwa nicht?

Nicht erfüllte Erwartungen

Duell der Mörder ist der zweite Roman um das Ermittlerduo Jameson/Argenti aus der Feder John Matthews. Mit seinem Debüt Stadt in Angst hat der Autor die Latte sehr hoch gehängt und dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen an den Nachfolger. Um es gleich vorweg zu nehmen - sie werden nicht erfüllt.

Dabei ist der Plot durchaus interessant: Erneut treibt ein Mörder sein Unwesen in New York, doch diesmal geht er sehr subtil vor - ganz anders als der Ripper im ersten Band. Allerdings muss man hier schon sagen, dass die Mordmethode aus medizinischer Sicht einer Realitätsprüfung nicht standhält. Ebenso werden Untersuchungsmethoden angewendet, die zu dieser Zeit nicht existierten - schon gar nicht außerhalb eines Krankenhauses. Doch es ist erfrischend abwechslungsreich, es mit unblutigen Todesfällen zu tun zu haben.

Aufgrund der scheinbaren Zufälligkeit, mit der die Opfer ausgewählt werden, ist es für Jameson und Argenti schwierig, einen Anhaltspunkt zu finden, an dem sie ansetzen könnten. Der Leser ist ihnen da etwas voraus, denn auch dieses Mal werden einige Kapitel aus Sicht des Mörders erzählt. Zwar werden weder der Name noch die genauen Zusammenhänge erwähnt, doch erfährt der Leser genug, um sich einiges über das Motiv zusammen reimen zu können.

Blasse Figurenzeichnung

Jameson und Argenti arbeiten diesmal von Anfang an harmonisch zusammen, aus der gegenseitigen Wertschätzung ist eine Freundschaft entstanden. Doch ist es gerade die Charakterisierung dieser beiden Protagonisten, die das Buch gegenüber seinem Vorgänger so abfallen lässt. In Stadt in Angst war die Figurenzeichnung tief gehend, besonders Finley Jameson war hervorragend dargestellt - gerade weil er eine dunkle Seite hatte, gequält von Alpträumen und Blackouts. Von denen ist dieses Mal überhaupt keine Rede, auch wird nicht weiter auf seine Vergangenheit eingegangen, dabei waren am Ende der ersten Geschichte noch einige Fragen offen.

Argentis Gewissensproblemen wird immerhin etwas mehr Raum gewidmet. Er gilt bisher als unbestechlich, doch nun steht er vor der großen Frage, wo Vorteilsnahme anfängt. Die Lieferungen an das Delikatessengeschäft, dessen Teilhaberin seine Frau ist, werden vom Zoll scheinbar ohne Grund verzögert. Darf er nun einschreiten und einen Kollegen bitten, diese Praxis abzustellen oder nicht? Wo liegt die Grenze? Doch auch seine Gedanken und inneren Kämpfe werden sehr knapp abgehandelt, so ganz kann man ihm auf dem Weg zu seinen Entscheidungen leider nicht ganz folgen.

Daher werden aus den faszinierenden, vielschichtigen Protagonisten des erstens Teils nun blasse Abziehbilder, die den Leser kaum berühren können.

Atmosphärisch dichte Beschreibungen der New Yorker Unterwelt

Neben den Mordermittlungen nimmt auch die New Yorker Unterwelt einen großen Teil der Handlung ein. Michael Tierney ist der einflussreichste Gangsterboss in New York und ist bereits einmal mit Jameson und Argenti aneinander geraten. Seine rechte Hand sitzt nun im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess wegen mehrfachen Mordes. Mit Hilfe korrupter Polizisten versucht er, Argenti und Jameson wo er nur kann Steine in den Weg zu legen. Doch er hat auch andere Probleme: Es scheint einen Neuankömmling in New York zu geben, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Unterwelt gehörig aufzumischen und Tierney von seinem Thron zu stoßen. Somit erfährt der Leser einiges über die zwielichtigen Gestalten der damaligen Zeit, über ihre Geschäfte und ihre Organisation angereichert mit einigen deftigen und blutreichen Szenen.

Dieser Neuankömmling, Enzio Maccione, bereichert das Buch ungemein. Hier zeigt Mattttthews, dass er sich auf tiefergehende Figurenzeichnung versteht. Der undurchsichtige und skrupellose Maccione ist nämlich nicht nur geheimnisumwoben, sondern scheint ebenso einen, wenn auch etwas verqueren, Sinn für Loyalität und Gerechtigkeit zu besitzen. Schade, dass der Autor sein Potential ausgerechnet bei Jameson und Finley nicht ausschöpft.

Duell der Mörder ist eine Fortsetzung, die man durchaus lesen kann, die mit einer interessanten Mordermittlung und unvorhergesehen Wendungen aufwartet, unterhält und zudem ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren bietet, bei der man seine Erwartungen allerdings deutlich nach unten schrauben muss - zumindest, wenn man Stadt in Angst kennt.

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