Schicksalsjahre

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Heyne, 2014, Titel: 'Att inte vilja se', Originalausgabe

Couch-Wertung:

89

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Daniela Loisl
Die Geschichte der Brüder Lauritzen geht doch noch weiter

Buch-Rezension von Daniela Loisl Nov 2015

Ursprünglich als Trilogie angekündigt, spielt dieser nun vierte Band zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Viel hat das Trio durchgemacht und nun leben allesamt im vornehmen Ort Saltjöbaden in Schweden. Die Kinder sind erwachsen und vom Krieg wird man nur am Rande berührt.

Doch so idyllisch das Leben auch scheint, selbst in Saltjöbaden wirft der Krieg seine Schatten und auch die Lauritzenbrüder bleiben von den Auswirkungen nicht verschont. Lauritz, der ältere der Brüder, arbeitet nach einem entsetzlichen Einsturz der Sandöbrücke wieder an deren Wiederaufbau und ist dadurch nur am Wochenende zu Hause. Nicht nur das Damoklesschwert des Scheiterns spürt er nun stets über sich schwingen, er gerät auch noch in einen emotionalen Konflikt, da ihn seine Zimmerwirtin mehr zu bedeuten droht als ihm als verheirateten Mann lieb sein kann.

Alles aus der Sicht des Älteren

Standen im ersten Band Lauritz und Oscar, im zweiten nur Sverre und im dritten Band alle Brüder gleichermaßen im Fokus des Geschehens, so ist mit diesem Buch nun alles auf Lauritz bezogen. Lauritz ist ein kluger Kopf, aber ein Pragmatiker. Selbst seine Kinder wissen, dass er die Wahrheit gerne übersieht und mehr nach dem Motto "Was nicht sein darf, kann auch nicht sein" lebt. Als seine Frau Ingeborg, die er immer noch liebt, ihm mehr und mehr entgleitet, versucht er nicht hinter den Grund ihres Verhaltens zu kommen, sondern geht den leichteren Weg und findet Trost bei der jungen Britta, seiner Zimmerwirtin. Das schlechte Gewissen, das an ihm nagt und das Verlangen, dass ihn dennoch zu Britta zieht, werden für ihn zur Zerreißprobe.

Guillou zeigt dem Leser auch alle anderen Figuren der Lauritzen-Familie aus der Perspektive Lauritz´ und so scheinen einem viele Beweggründen für das Verhalten der einen oder anderen Darsteller zu entgehen. Doch der Autor schafft es dennoch, auch allen anderen Figuren Charakter und Lebendigkeit einzuhauchen, sodass niemand der doch großen Familie blass oder gar schablonenhaft bleibt.

Glatte Sprache, hervorragende Charakterzeichnung

Guillou (oder dessen Übersetzer?) ist kein Autor, der mit der Sprache oder den Worten jongliert. Schnörkellos und geradlinig schafft er dennoch pittoreske Bilder, die die Geschichte zu einem cineastischen Epos werden lassen. Der Leser hat das Gefühl, mit auf dem Segelboot am Meer zu sein oder dabeizustehen, wenn Lauritz` ältester Sohn Harald in der SS-Uniform zu Besuch kommt. Auch die große emotionale Kluft zwischen Harald und der ganzen Familie wird regelrecht greifbar dargestellt, denn alle haben sich von ihm, dem Nazi, distanziert.

Dieser vierte Band ist sicher nicht spannungsgeladen, aber trotzdem sehr kurzweilig erzählt. Unzählige kleinere und größere Ereignisse halten die Geschichte stets lebendig, sodass keine Längen entstehen und man über das aktuelle Leben aller Familienmitglieder am Laufenden gehalten wird. Sowohl Handlung als auch Charaktere, die allesamt überzeugen, reflektieren unaufdringlich und dennoch sehr intensiv die Geschehnisse der damaligen Zeit.

Jan Guillou ist ein wunderbarer Erzähler der auf angenehme Weise sowohl Familiengeschichte als auch historische Begebenheiten dem Leser näher bringt und stets das Verlangen nach "mehr" schürt. Durch einen geschickt gesetzten Cliffhanger und auch, weil Lauritz´ Geheimnis in der Familie noch nicht gelüftet wurde, darf man annehmen, dass es auch noch einen fünften Band der sehr niveauvollen "Brückenbauer-Saga" geben wird.

Schicksalsjahre

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Letzte Kommentare:
21.11.2015 11:41:12
Steffen Löbel

Es ist dann doch so wie oft, dass nachfolgende Teile einer Serie nicht mehr das Format der vorhergehenden besitzen. Das ganze ist weiterhin gut und flüssig geschrieben, aber es fesselt mich nicht mehr wie im ersten und teilweise im dritten Band. Die politischen Konflikte innerhalb der Familie sind vorhersehbar, ein paar Überraschungen gibt es im persönlichen Bereich. Interessant bleibt die Sicht auf den zweiten Weltkrieg aus schwedischer Perspektive, die ich so bisher nicht kannte. Mein persönliches Fazit: wenn man die ersten drei Bände kennt, kann man das ganze bedenkenlos weiterlesen. Solide Unterhaltung - nicht mehr, aber auch nicht weniger.