Das dunkle Herz der Welt

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Weltbild, 2015, Titel: 'Das dunkle Herz der Welt', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Faszinierender Roman über Draculas Herkunft

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2015

Vladislav wächst als Geisel am Hof von König Sigismund auf. Der Fürstensohn aus der Walachei schickt sich gut in den Umstand, der im 15. Jahrhundert nicht selten ist. Er zeigt sich gelehrig und schließt eine Waffenbruderschaft mit dem Ritter Janós. Dieser aber neidet seinem Waffenbruder dessen Erfolg. Sigismund hat den geschickten Kämpfer Vladislav in den Drachenorden aufgenommen. Als der junge Fürstensohn auch noch seinen Charme spielen lässt und Janós Angebetete verführt, schlägt dessen einstige Zuneigung ganz in Hass um. Janós unternimmt alles, um den Emporkömmling zu vernichten - er begibt sich auf einen Kreuzzug, von dem er sich nicht nur Reichtum, sondern auch Macht erhofft. Vladislav sieht durch den Kreuzzug gegen das Osmanische Reich auch Gefahr für seine Walachei. Bei seinem Bestreben, diese zu schützen, gerät er zwischen die Fronten der kämpfenden Parteien. Zudem sieht Vladislav seinen Halbbruder Aldea auf dem Thron der Walachei. Diesen Thron will der ehrgeizige Fürstensohn für sich erobern. Doch das verlangt Opfer.

Viel Geschichte eingebaut

Die Autorin Liliana Le Hingrat geht mit ihrem Roman an Grenzen. Das betrifft nicht nur den mit knapp 770 Seiten recht üppig ausgefallenen Umfang, sondern vor allem ihr Bestreben, möglichst viele geschichtliche Fakten in den Roman einzubauen. Dadurch präsentiert sie dem Leser zwar eine interessante Auslegeordnung der historischen Fakten rund um Transsylvanien, beziehungsweise Rumänien, und die die europäische Politik im 15. Jahrhundert. Es dürfte einige Leserinnen und Leser geben, denen dieser gewichtige Teil des Romans zu gewichtig ausfallen wird. Denn zugunsten der intensiv recherchierten historischen Fakten wird den handelnden Figuren viel von ihrer Lebendigkeit genommen. Zudem braucht es immer wieder Durchhaltevermögen, wenn sich die Autorin in einzelnen Szenen zu sehr verliert.

Spannende Figuren

An sich hat Liliane Le Hingrat eine gute Hand für die Zusammenstellung der Charaktere, mit denen sie ihren Roman bestückt. Die Figuren sind spannend und vielschichtig - ein Großteil von ihnen hat auch tatsächlich einen realen Hintergrund. Dass die Protagonisten genauso hölzern wirken, wie ihre Gegenspieler und die weniger bedeutenden Figuren, ist bedauerlich. Es scheint, als habe die Autorin sich hier selbst Zügel angelegt, um den Teil mit den historischen Fakten nicht zu konkurrenzieren. Natürlich lebt der Roman Das dunkle Herz der Welt stark vom Mythos, der sich um den legendären Grafen Dracula gebildet hat. Denn Vladislav ist der Vater des späteren Grafen Dracula. Der Roman bietet eine gute Hintergrundgeschichte zur Geburt des dunklen Fürsten und seiner Jugend. Dass in einem weiteren Band dann Graf Dracula die Hauptrolle spielen wird, versteht sich von selbst. Es wäre jetzt aber nicht gerecht, der Autorin zu unterstellen, ihren Roman bewusst so konzipiert zu haben, dass sie eine weitere Dracula-Geschichte auf den Markt bringen kann. Sie hat so viel an Informationen über die politische Entwicklung im 15. Jahrhundert in den Roman hinein gepackt, dass sie mühelos den Gegenbeweis erbringt.

Eine eher unbekannte Gegend

Überzeugend stellt Liliane Le Hingrat eine Gegend vor, die hier nur selten in Romanen zum Schauplatz gemacht wird. Ihre eigene Herkunft spielt der Autorin dabei in die Hand. So vermag sie ihrem Roman auch jene Atmosphäre zu geben, die beweist, dass sich der Verfasser mit den örtlichen Gegebenheiten wie auch mit der Geschichte gut auskennt. Wer sich auf den Roman einlassen mag, hat ein kleines Juwel in Händen. Eines, das die Erarbeitung nicht ganz leicht macht, den Leser jedoch vollumfänglich für die Mühe entlohnt.

Das dunkle Herz der Welt

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Letzte Kommentare:
24.04.2019 06:21:25
Dante

Vladislav Barasab Draco, Sohn des Walachischen Fürsten, wächst an König Sigismunds Hof auf Endlich steht die lang ersehnte Zeremonie zur Aufnahme in den berüchtigten Drachenorden bevor. Auch sein langjähriger Freund und Kampfgefährte Janos Hunyadi reist zu den Feierlichkeiten an. Doch rund Sigismunds Hof werden unzählige Intrigen gesponnen und Vladislav und Janos werden schnell zum Spielball der Mächtigen. Die Freundschaft bekommt erste Risse als Vladislav obwohl er verheiratet ist ein Verhältnis zu Clara, an die Janos schon sein Herz verloren hat unterhält.
Bald nach der Zeremonie werden sowohl Vladislav als auch Janos von Sigismund beauftragt in dem Kampf gegen die Osmanen zu ziehen. Wird die Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt, wird sie den Intrigen standhalten können...?

In diesem Roman lernt man den berüchtigten Walachen, sonst immer bekannt als blutrünstiger Vampir, einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen.
Die Geschichte ist somit einer solchen Anschaulichkeit erzählt, dass man sich schnell mitten im Geschehen wieder findet und an Vladislav´s und Janos´s Seite durch die Lande reitet. Gespannt verfolgt man die Geschichte der beiden Freunde und merkt gar nicht wie schnell man durch die fast 800 Seiten saust.
Ein wirklich toller und auch lehrreicher Roman den jeder der historische Romane mag lesen sollte. Auch das Hörbuch mit Stephan Benson als Erzähler kann ich uneingeschränkt empfehlen.

05.06.2017 20:04:29
Bettina Hertz

Das dunkle Herz der Welt

Autor: Liliana Le Hingrat

Das neue Cover (ich selbst besitze noch die etwas ältere Weltbildausgabe) sieht sehr edel aus, Die Kombination rot schwarz, zwischendrin das Drachensymbol, stechen sofort ins Auge. In den Innenseiten am Anfang und Ende des Buches ist damaliges Kartenmaterial gedruckt, so dass man als Laie einen geographischen Überblick über diese Epoche bekommt.

Hauptfigur ist Vladislav Draco, Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachei und berühmter Vorfahr der Romanfigur Dracula. Vladislav Draco erobert das Fürstentum seines Vaters zurück und hat vom Tage an Mühe, dieses für sich und seine Nachkommen zu halten. Er steht immer zwischen den Fronten verschiedener europäischen Fürstentümer und den Osmanen. Die Lage spitzt sich zu, als seine Familie zerrissen wird. Zusätzlich schafft er sich durch ein außereheliches Verhältnis mit der jungen Edelfrau Clara in Janos Hunyadi (seinem ehemaligen Freund und Schwertbruder) einen erbittersten Feind, da dieser selber Clara als Zukünftige auserwählt.
Mit der Wahl des Buches begab ich mich auf unbekannten Terrain, sowohl der Handlungsorte (Länder/ehemalige Fürstentümer), als auch der Hauptfigur, denn bis dato kannte ich noch keinen historischen Roman mit der Figur des Vladislav Basarab Draco.
Der Roman ist unglaublich gut recherchiert, laut Autorin 10 Jahre und das merkt man den Handlungen auch an. Es gibt nur wenige fiktive Figuren, alle anderen sind geschichtlich belegt. Die Schreibweise ist super spannend, außerordentlich bildlich dargestellt, ohne dass es zu langatmig wird. Man fühlte sich mitten im Geschehen und fiebert den jeweiligen Figuren mit. Ich hatte manchmal das Gefühl während der vielen Intrigen, die in dieser Zeit zahlreich an der Tagesordnung waren, genauso verzweifelt zu sein, wie Vladislav Basarab Draco selbst. Es fällt einem sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Für mich ein persönliches Highlight 2015 im Genre der historischen Romane. Daher vergebe ich hier sehr gerne 5 Sterne. Ich bin unheimlich gespannt auf eine Fortsetzung!

02.01.2016 15:33:08
leseratte1310

Wir befinden uns in Europa im 15. Jahrhundert. Vladislav Basarab Draco ist am Hof Sigismunds aufgewachsen. Als er zum Ritter des Drachenordens ernannt wird, macht er sich Hoffnungen auf den Thron seines Vaters. Aber auch andere machen ihren Anspruch geltend. Daher will er den Thron erobern. Aber er kämpft nicht nur an einer Front, es geht auch gegen die Hussiten und die Osmanen.
Als Janos Hunyadi von der schönen Clara von Thegzes abgewiesen wird, da sie den verheirateten Vladislav Draco vorzieht, werden die Männer zu Feinden.
Es geht nicht besonders friedlich zu in jener Zeit. Jeder möchte an die Macht und nutzt jede Chance, um sein Ziel zu erreichen. Bündnisse werden eingegangen und gebrochen und Intrigen gesponnen. Es geht um Macht und die wird einem nicht geschenkt. Entsprechend raubeinig sind die Männer. Aber auch die Religion spielt eine bedeutende Rolle in dieser Zeit.
Claras Rolle zieht sich durch die ganze Geschichte, die über 16 Jahre erzählt wird. Sie ist mir nicht besonders sympathisch und ich kann nicht verstehen, wie sich gute Freunde ihretwegen entzweien können.
Vladislavs Sohn, Vlad Draculea, ist uns als Dracula bekannt und auch er spielt schon eine gewisse Rolle. Da dies der erste Band einer Trilogie ist, werden wir bestimmt in den weiteren Bänden noch von ihm hören.
Das Buch vermittelt einen lebendigen Eindruck aus einer Zeit und einer Gegend, die nicht so sehr bekannt ist. Ein bisschen Mystik wird uns durch den Hohepriester Roxolan in die Geschichte hineingebracht.
Das ausführliche Nachwort bietet eine Menge Information, die diese Geschichte ergänzt. Wir erfahren, welche Personen historisch belegt und welche Fiktiv sind.
Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und hat mich gut unterhalten. Die Beweggründe einiger Protagonisten konnte ich zwar nicht unbedingt nachvollziehen, das störte das Lesevergnügen aber nicht weiter.

09.12.2015 11:27:19
manu63

In ihrem Debütroman Das dunkle Herz der Welt nimmt die Autorin Liliane Le Hingrat die Leser mit in die Welt des 15. Jahrhunderts. Es ist der Vorabend der Türkenkriege und mitten im Geschehen ist Vladislav Basarab Draco, der Sohn des ehemaligen Fürsten der Walachai. Die Autorin erzählt die Geschichte von Vladislav auf fesselnde Weise und bietet dabei einen faszinierenden Blick ins 15. Jahrhundert mit seinen Umwälzungen. Der Schreibstil ist gut und der Spannungsbogen bleibt, in der gut recherchierten Geschichte, vom Anfang bis zum Ende erhalten. Die Charaktere sind markant entworfen und haben ihre Höhen und Tiefen.

Für mich einige Stunden fesselnder Unterhaltung mit gutem Geschichtsbezug.

06.12.2015 15:51:18
leseratte1310

Wir befinden uns in Europa im 15. Jahrhundert. Vladislav Basarab Draco ist am Hof Sigismunds aufgewachsen. Als er zum Ritter des Drachenordens ernannt wird, macht er sich Hoffnungen auf den Thron seines Vaters. Aber auch andere machen ihren Anspruch geltend. Daher will er den Thron erobern. Aber er kämpft nicht nur an einer Front, es geht auch gegen die Hussiten und die Osmanen.
Als Janos Hunyadi von der schönen Clara von Thegzes abgewiesen wird, da sie den verheirateten Vladislav Draco vorzieht, werden die Männer zu Feinden.
Es geht nicht besonders friedlich zu in jener Zeit. Jeder möchte an die Macht und nutzt jede Chance, um sein Ziel zu erreichen. Bündnisse werden eingegangen und gebrochen und Intrigen gesponnen. Es geht um Macht und die wird einem nicht geschenkt. Entsprechend raubeinig sind die Männer. Aber auch die Religion spielt eine bedeutende Rolle in dieser Zeit.
Claras Rolle zieht sich durch die ganze Geschichte, die über 16 Jahre erzählt wird. Sie ist mir nicht besonders sympathisch und ich kann nicht verstehen, wie sich gute Freunde ihretwegen entzweien können.
Vladislavs Sohn, Vlad Draculea, ist uns als Dracula bekannt und auch er spielt schon eine gewisse Rolle. Da dies der erste Band einer Trilogie ist, werden wir bestimmt in den weiteren Bänden noch von ihm hören.
Das Buch vermittelt einen lebendigen Eindruck aus einer Zeit und einer Gegend, die nicht so sehr bekannt ist. Ein bisschen Mystik wird uns durch den Hohepriester Roxolan in die Geschichte hineingebracht.
Das ausführliche Nachwort bietet eine Menge Information, die diese Geschichte ergänzt. Wir erfahren, welche Personen historisch belegt und welche Fiktiv sind.
Das Buch lässt sich gut und flüssig lesen und hat mich gut unterhalten. Die Beweggründe einiger Protagonisten konnte ich zwar nicht unbedingt nachvollziehen, das störte das Lesevergnügen aber nicht weiter.

03.12.2015 15:11:07
Gelinde

Das dunkle Herz der Welt, von Liliana le Hingrat, erschienen beim Knaur Verlag.

Cover:
Mit seiner roten Farbe und dem erhabenen Druck, ein echter Hingucker und Handschmeichler. Der Drachen weißt schon mal auf den wichtigen und auserlesenen Orden der Drachenritter hin.

Inhalt:
Die Geschichte Europas im 15. Jahrhundert. Ein Kontinent der durch religiöse Kämpfe und politische Intrigen zerrissen und von den Türken von außen bedroht wurde.
Jeder kämpft um seine eigenen Interessen um seinen eigenen Thron.
Als dann die Liebe zu einer Frau aus Freunden Feinde werden lässt, nimmt das
Schicksal seinen unabwendbaren Verlauf.
Können aus Vladislav Basarab Draco und János Hunyadi wieder Freunde werden?

Meine Meinung:
Ein sehr guter Einstieg in die Geschichte erleichtert es uns die Personen kennen zu lernen.
Nach und nach befinden wir uns dann immer mehr auf einer Achterbahn, es wird ein einziges auf und ab, hin und her, sowohl im Krieg und in den Machtverhältnissen wie auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen und Bündnissen. Heute hier eine Intrige, morgen genau dagegen, Verträge werden geschlossen und wieder gebrochen. Auf der einen Seite zählen Blutsbande auf der anderen Seite wird innerhalb der Familie um den Thron gekämpft, bis zum Tod.
Die beiden Haupt –Protagonisten (erst Freunde dann Gegner) sind beide sympathisch und menschlich. Sie sind sehr weise und immer wieder sehr einsichtig und menschlich, um dann doch wieder unnachgiebig, hinterhältig, gemein und grausam zu handeln.
Die damalige Zeit war sehr zerrissen und mit Kriegen angefüllt. So frage ich mich manchmal, gab es überhaupt Tage ohne Krieg, wo kamen überhaupt die vielen Menschen her bei den vielen Niederlagen und Toten – auf beiden Seiten?
Der Schreibstil ist sehr flüssig und zeugt von einem unglaublichen geschichtlichen Hintergrundwissen. Im ganzen Buch gab es keinen einzigen Moment von Stillstand. Auch werden brutale Szenen, wie Folter und Kerkerhaft nicht ausgiebig und bis in Detail beschrieben, um die ganze Grausamkeit zu erahnen, reichen auch die Andeutungen (dafür bin ich dankbar).

Interessant ist, dass Vladislav Basarab Draco, der Vater von dem uns als „Graf Dracula“ bekanntgewordenen Vladislav Draculea, auch schon ein unglaubliches Leben hatte. Mich haben diese Details unglaublich überrascht.

Was ich auch noch toll fand, vorn und hinten im Buch sind Karten von der beschriebenen Zeit, so konnte ich mich immer wieder ein bisschen orientieren.

Mein Fazit:
Ein wahres Epos über diese Zeit, sehr gut erzählt.
Von mir 4 Sterne.

19.11.2015 12:03:56
PMelittaM

1431 wird Vladislav Basarab in den Drachenorden aufgenommen und nennt sich fortan Vladislav Draco. Aufgewachsen am Hof Sigismunds, ist es sein höchstes Ziel, sich den Thron seines Vater zurückzuerobern. Doch auch gegen die Hussiten und die Osmanen gilt es sich zu rüsten. Wer Verbündeter ist, ist nicht immer leicht zu erkennen, Intrigen und Zwietracht untereinander herrschen vor, Machtstreben, Eigennützigkeit, Missgunst und Eifersucht entzweien sogar Freunde und Waffenbrüder wie Vlad und den Ungarn János Hunyadi.

Liliana Le Hingrat hat sich in ihrem Debütroman nicht dem, vor allem negativ bekannt gewordenen, Vlad Draculea, sondern dessen Vater angenommen. Vladislavs Geschichte ist spannend und voller Wendungen, bedingt durch die wechselnden Bündnisse und politischen Ereignisse, die die Autorin gut recherchiert aufzeigt. Auch Vlads Kindheit und Jugend (er wurde 1431 geboren) werden mit einbezogen, ihm soll ein Folgeband gewidmet werden, auf den ich schon gespannt bin, erst vor einiger Zeit habe ich einen Roman gelesen, der sich mit dem historischen Vlad Draculea beschäftigte.

Der Autorin ist es wunderbar gelungen, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen. Ich muss gestehen, dass mir die Geschichte Transsylvaniens und der Walachei bisher kaum bekannt war, umso interessanter war es hier zu lesen. Vor allem, da Liliana Le Hingrat auch die alte, dakische Kultur jener Gegend miteinbezogen hat in Form des Charakters Roxolan, der als Hohepriester der Alten Mysterien ein leicht mystisches Element einbringt, das aber eben passend ist und auch nicht störend wirkt, tatsächlich ist Roxolan einer meiner Lieblingscharaktere des Romans.

Liliana Le Hingrat erzählt sehr bildhaft und fängt wunderbar Stimmungen ein, sei es mit Sigismund bei Hof, in Gegenwart der Königin und ihrer Hofdamen, im Wald unter Wölfen oder auch im Kampf, man fühlt sich, als wäre man selbst dabei.

Die Charaktere sind tiefgehend gezeichnet. Wie die Autorin im Nachwort berichtet, hat sie sich vor allem auf zeitgenössische Quellen gestützt, deren Widersprüchlichkeit oder allzu patriotische Huldigung sie allerdings sinnvoll deuten musste. Natürlich sind die Charakterfärbungen dadurch subjektiv geprägt, aber so etwas lässt sich, zumal bei so lange zurückliegender Historie, kaum vermeiden. Dadurch, dass es im Nachwort ausführlich erwähnt wird, kann der Leser es entsprechend einordnen.

Nicht gut gefallen hat mir persönlich der Handlungsstrang um Clara von Thegzes, der sich durch den ganzen Roman zieht und eine ziemlich wichtige Rolle spielt. Auf mich wirkt er aufgesetzt und nicht nachvollziehbar. Ich kann weder die Gefühle, die andere Charaktere für Clara empfinden, nachvollziehen noch die Konsequenzen daraus verstehen, zumal mir Clara nicht als liebenswerte Person nahegebracht wird. Hier hätte sich die Autorin mehr Zeit für die Entwicklung der verschiedenen Emotionen lassen müssen. Gewiss, der Roman umfasst 16 Jahre, jedoch für das Verständnis dieses nicht unwesentlichen Handlungsstranges wäre es wichtig gewesen. Bei mir löste es Kopfschütteln aus und ich empfand vor allem das Ende als unfassbar kitschig. Da sich dieser Handlungsstrang auf den gesamten Roman auswirkt und vor allem auf das Verhältnis zweier wichtiger Protagonisten, führt das zur Abwertung, volle Punktzahl ist hier nicht möglich. Dass die Autorin sich dazu im Nachwort äußert, hat mich dann etwas versöhnt.

Nachdem ich das Nachwort nun schon mehrfach erwähnt habe: Der Roman ist sehr gut ausgestattet, neben dem, sehr ausführlichen, Nachwort, gibt es zwei mehrfarbige Karten und ein Personenverzeichnis, in dem historische Persönlichkeiten als solche kenntlich gemacht werden. Ein Glossar fehlt leider. Ich habe während der Lektüre ausgiebig gegoogelt und insgesamt viel Neues erfahren, für mich eine wesentliche Eigenschaft eines historischen Romans.

Wer gut recherchierte historische Romane liebt und sich zudem gerne einmal in eher unbekannte Gebiete und Zeiten versetzen lassen will, ist hier am rechten Ort.

11.11.2015 18:46:03
unclethom

Als ich vor einigen Monaten eine Leseprobe von Liliana Le Hingrats Buch gelesen habe, wusste ich dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

Als dann jetzt endlich die Ausgabe im Droemer Knaur Verlag erschienen ist, war es dann für mich endlich soweit. Das Debüt der Autorin ist meiner Meinung nach mehr als gelungen.
Der Schreibstil beindruckt durch seine Reife und es kommt dem Leser vor, als hätte man nicht das Buch einer Debütantin in den Händen, sondern das Buch eines alten Hasen.

Fiktion und Wahrheit packt die Autorin geschickt zu einem spannenden Buch und beschreibt die Ränkespiele der europäischen Staaten im Kampf gegen das Osmanische Reich.
Spannend beschreibt sie wie verschiedene Pakte eingegangen wurden im Kampf gegen und auch mit den Osmanen.

Natürlich beschreibt sie auch das Leben in den Familien der Herrschenden, die Liebe und das Leben auf dem Feld im 15. Jahrhundert. Dabei bleibt es dem Leser natürlich nicht verborgen, dass Liliana Le Hingrat, in ihrer Heimat Geschichtswissenschaften studiert hat. Zu gut sind ihre Kenntnisse aus der Zeit und zu gut kennt sie natürlich auch die nähere Umgebung ihrer alten Heimat Rumänien.

Die Story ist die Geschichte zweier Freunde die wirklich alles miteinander teilten, jedoch aus bestimmten Gründen zu erbitterten Feinden werden. Der eine, Fürstensohn, kämpft um den Thron des Vaters und der andere, ein Kleinadliger, versucht mit allen Mitteln Macht zu erlangen.
Ihre Geschichte erzählt Liliana Le Hingrat.
Mehr möchte ich allerdings nicht verraten, denn lesen sollt ihr den Roman schließlich selbst.

Ich habe das Buch in nur wenigen Tagen gelesen und es fiel wirklich sehr schwer, das Buch aus den Händen zu legen. Liliana Le Hingrat ist es gelungen mich aufs allerbeste zu unterhalten und für mich ist ihre Story, mein Buch des Jahres 2015.

Die Erzählung ist eine Geschichte welche man nicht nur einmal liest, es ist ein Buch welches auch Leser die Bücher nicht sammeln, sich ins Regal stellen und immer wieder hervorholen um es aufs Neue zu lesen. Und nicht zuletzt ist es ein Buch welches berührt und das nachhallt.
Schon heute freue ich mich sehr auf das nächste Buch von Liliana Le Hingrat und man darf insgesamt sehr gespannt sein, was noch folgen wird.

Insgesamt komme ich für den Roman auf 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung.

11.11.2015 18:45:43
unclethom

Als ich vor einigen Monaten eine Leseprobe von Liliana Le Hingrats Buch gelesen habe, wusste ich dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

Als dann jetzt endlich die Ausgabe im Droemer Knaur Verlag erschienen ist, war es dann für mich endlich soweit. Das Debüt der Autorin ist meiner Meinung nach mehr als gelungen.
Der Schreibstil beindruckt durch seine Reife und es kommt dem Leser vor, als hätte man nicht das Buch einer Debütantin in den Händen, sondern das Buch eines alten Hasen.

Fiktion und Wahrheit packt die Autorin geschickt zu einem spannenden Buch und beschreibt die Ränkespiele der europäischen Staaten im Kampf gegen das Osmanische Reich.
Spannend beschreibt sie wie verschiedene Pakte eingegangen wurden im Kampf gegen und auch mit den Osmanen.

Natürlich beschreibt sie auch das Leben in den Familien der Herrschenden, die Liebe und das Leben auf dem Feld im 15. Jahrhundert. Dabei bleibt es dem Leser natürlich nicht verborgen, dass Liliana Le Hingrat, in ihrer Heimat Geschichtswissenschaften studiert hat. Zu gut sind ihre Kenntnisse aus der Zeit und zu gut kennt sie natürlich auch die nähere Umgebung ihrer alten Heimat Rumänien.

Die Story ist die Geschichte zweier Freunde die wirklich alles miteinander teilten, jedoch aus bestimmten Gründen zu erbitterten Feinden werden. Der eine, Fürstensohn, kämpft um den Thron des Vaters und der andere, ein Kleinadliger, versucht mit allen Mitteln Macht zu erlangen.
Ihre Geschichte erzählt Liliana Le Hingrat.
Mehr möchte ich allerdings nicht verraten, denn lesen sollt ihr den Roman schließlich selbst.

Ich habe das Buch in nur wenigen Tagen gelesen und es fiel wirklich sehr schwer, das Buch aus den Händen zu legen. Liliana Le Hingrat ist es gelungen mich aufs allerbeste zu unterhalten und für mich ist ihre Story, mein Buch des Jahres 2015.

Die Erzählung ist eine Geschichte welche man nicht nur einmal liest, es ist ein Buch welches auch Leser die Bücher nicht sammeln, sich ins Regal stellen und immer wieder hervorholen um es aufs Neue zu lesen. Und nicht zuletzt ist es ein Buch welches berührt und das nachhallt.
Schon heute freue ich mich sehr auf das nächste Buch von Liliana Le Hingrat und man darf insgesamt sehr gespannt sein, was noch folgen wird.

Insgesamt komme ich für den Roman auf 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung.