Das Weihnachtsmarktwunder

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Kindler, 2015, Titel: 'Das Weihnachtsmarktwunder', Originalausgabe

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Yvonne Schulze
Damals, als noch richtig Weihnachten war ...

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Nov 2015

Der Autor Ralf Günther nimmt in seiner Weihnachtsgeschichte seine Leser mit zu den Spielzeugmachern ins sächsische Erzgebirge und auf den weltberühmten Dresdner Striezelmarkt, einen der ältesten Weihnachtsmärkte, der mit seinem besonderen Flair heute Scharen von Besuchern aus dem In- und Ausland nach Dresden lockt. Er stellt ein traditionsreiches Handwerk in den Fokus seiner Geschichte, das im Erzgebirge auch heute noch von kleinen Familienbetrieben und Manufakturen betrieben wird und dessen hochwertige Produkte weltweit begehrt sind. Und wer durch die stillen, verschneiten Weiten des Erzgebirges wandert oder über die Dresdner Weihnachtsmärkte schlendert und die besondere Stimmung gerade zur Weihnachtszeit spürt, der kann nachvollziehen, warum diese Region heute zurecht als Weihnachtsland bezeichnet wird.  

Weihnachten im 19. Jahrhundert

Die Geschichte, die uns hier erzählt wird, beginnt wenige Tage vor Heiligabend in einem kleinen Dorf im Erzgebirge Anfang des 19. Jahrhunderts. Hier lebt der fünfzehnjährige Martin Moscherosch mit seiner Familie. Das ganze Jahr haben Martin, seine Eltern und die jüngere Schwester Line für die Weihnachtszeit gearbeitet, denn die Moscheroschs sind Spielzeugmacher. Das Spielzeugmachen war ursprünglich ein Nebenerwerb der Bergleute, der notgedrungen zum Haupterwerb wurde, als der Bergbau im Erzgebirge im 19. Jahrhundert zusammenbrach. Auch wenn sich das im Erzgebirge gefertigte Holzspielzeug landesweit großer Beliebtheit erfreute, ist keiner der Spielzeugmacher wirklich reich geworden. So führt auch die Familie Moscherosch ein eher karges Leben. Die vergangenen Monate haben sie in ihrem bescheidenen Heim unermüdlich gedrechselt, geschnitzt und gemalt, um für weniges Geld das Spielzeug zu fertigen, das anderen Kindern eine Weihnachtsfreude bereiten soll. Vater Moscherosch ist ein Reifendreher, eine im 19. Jahrhundert entstandene besondere Drechseltechnik, bei der in einen Fichtenholzreifen Tierprofile gedrechselt werden, die dann abgespalten und in mühevoller Handarbeit Stück für Stück zurecht geschnitzt und bemalt werden.

Um ihre Produkte verkaufen zu können, waren die erzgebirgischen Holzschnitzer damals auf Handelsagenten angewiesen, die in die entlegenen Dörfer kamen und das Holzspielzeug erwarben, um es dann auf den Weihnachtsmärkten zu verkaufen. Die Preise wurden dabei so gedrückt, dass den Familien der Spielzeugmacher gerade das Notwendigste zum Leben blieb. Nachdem sich Martins Vater mit seinem Handelsagenten überworfen hat, lässt sich in diesem Jahr niemand blicken, um die Holztiere zu erwerben. Eine Katastrophe für die Familie, denn wenn sie ihre sich in mehreren Kisten stapelnde Jahresproduktion nicht verkaufen kann, droht ihr im kommenden Jahr bittere Not. Dabei hat die Familie Moscherosch in diesem Jahr neben den herkömmlichen Tieren das erste Mal auch Elefanten angefertigt, die nicht nur bemalt, sondern mit einer kleinen Stoffdecke liebevoll dekoriert wurden.

Schnitzereien aus dem Erzgebirge

So überredet Martin seinen Vater, selbst nach Dresden zu fahren, um die Holztiere zu verkaufen. Leider erkrankt der Vater schwer und so begibt sich Martin, der in den fünfzehn Jahren seines Lebens noch nie einen Fuß aus seinem Dorf gesetzt hat, mit seinem Schlitten ganz allein auf den weiten Weg nach Dresden, um die Holztiere auf dem Dresdner Striezelmarkt zu verkaufen. In Dresden angekommen, ist er überwältigt von der pulsierenden Residenzstadt. Wo so viele Menschen leben, muss es doch auch genügend Käufer für das Holzspielzeug geben, denkt er. Doch recht bald erkennt Martin, dass seine in der Beschaulichkeit des abgelegenen Dorfes geborene Idee, einfach mal so nach Dresden zu fahren und kistenweise Holztiere zu verkaufen, nicht so leicht umzusetzen ist. Zum einen ist er nicht der einzige, der hier sein Holzspielzeug verkaufen möchte, zum anderen sitzt den Menschen in dieser harten Zeit das Geld nicht so locker in der Tasche. Es gibt Marktvorschriften, deren Einhaltung überwacht wird, für Zoll und Standgebühren hat Martin kein Geld und zu allem Überfluss heften sich zwei Betrüger an seine Fersen, die sich Martins Unerfahrenheit zu Nutze machen wollen. Als er schon glaubt, unverrichteter Dinge heimkehren zu müssen, begegnet Martin dem Mädchen Marie, das ihm mit seiner resoluten Art zur unschätzbaren Helferin und Freundin wird.

Das Weihnachtsmarktwunder, mit dem der Kindler-Verlag seine vor ein paar Jahren lancierte Weihnachtsedition fortführt, ist eine herzerwärmende Geschichte für die ganze Familie, die berührt ohne kitschig zu werden. Natürlich werden am Ende die Guten belohnt und die Bösen bestraft, sonst wäre es ja kein richtiges Weihnachtsmärchen. Doch wie jedes Märchen hat auch dieses eine tiefere Bedeutung. Ein unerfahrener Junge übernimmt Verantwortung und fasst den mutigen Entschluss, den geschützten Mikrokosmos seines Dorfes zu verlassen, um seine Familie vor Not und Elend zu bewahren. Er zahlt Lehrgeld und sammelt Erfahrungen, die ihn reifen lassen und er begreift, wie wichtig Freundschaft und Vertrauen sind, besonders das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten.     

Liebevoll gestaltet und illustriert ist dieses kleine, aber feine Buch das ideale Weihnachtsgeschenk für Groß und Klein oder ein Mitbringsel für den nächsten Adventsbesuch. 

Das Weihnachtsmarktwunder

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