Die silberne Nadel

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Blanvalet, 2015, Titel: 'Die silberne Nadel', Originalausgabe

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82

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Karin Speck
Gute Unterhaltung am Rhein im Jahre 1420

Buch-Rezension von Karin Speck Okt 2015

Der Brotbeschauer Schroth wird tot in einer Mühle am Rhein gefunden. Er weist Verletzungen auf die eindeutig beweisen, dass er keines natürlichen Todes starb. Schnell sind Verdächtige gefunden, es gab im Vorfeld einen Streit mit einem Bäckermeister. Auch seine Geliebte, die Witwe Ellen wird verdächtigt und gleich in Haft genommen. Sie ist eine Freundin von Myntha, diese glaubt nicht an die Schuld der Freundin und beginnt Nachforschungen anzustellen. Hierbei wird sie wieder von dem Rabenmeister Frederic und ihren Freunden unterstützt.

Das Bäckerhandwerk steht im Mittelpunkt

Die Autorin startet ihre Geschichte mit einer Bäckertaufe. Dies ist eine mittelalterliche Methode um Bäcker zu bestrafen, die sich in irgendeiner Form nicht an die Regeln gehalten haben. Sie ist sehr anschaulich beschrieben und war sicher kein Vergnügen. Gottschalck, der so getaufte Bäckermeister war dementsprechend wütend und hatte mit Sicherheit ein Motiv, den Brotbeschauer Schroth zu töten, aber war er es auch? Verdächtige gibt es gleich zu Beginn genügende, eben der Bäckermeister oder dann auch die Geliebte von Schroth, die Witwe Ellen und einige mehr. Aufmerksame Leser werden aber ziemlich schnell dahinter kommen, wer hier wirklich gemordet hat. Die Spuren sind sehr eindeutig. Somit liegt wohl das Hauptaugenmerk nicht unbedingt auf dem Mord, sondern vielmehr auf dem Leben von Myntha und ihren Gefährten. Die silberne Nadel ist der zweite Band um die Fährmannstochter. Hier werden im Laufe der Geschichte ein paar der losen Fäden vom ersten Band verknüpft. Einige Geheimnisse klären sich, neue kommen aber auch hinzu. Schließlich wird es noch drei weitere Bände geben und die Spannung soll ja erhalten bleiben.

Der Erzählstil ist wie immer leicht und locker zu lesen und der Zeit durchaus angepasst. Es macht Spaß hier zu lesen und vor allem den Dialogen der Protagonisten zu lauschen. Allerdings sollte man den Vorgängerband kennen, um hier wirklich Spaß zu haben. Es gibt zwar immer wieder kleine Rückblenden, die auf vergangene Taten hinweisen, aber wirklich erschließen tun sie sich nur, wenn man eben die Vorgänger kennt. Zu mindestens macht es dann das Lesen leichter und mehrt den Lesespaß.

Trotz kleiner Schwächen ein unterhaltsamer mittelalter Krimi

In einem Vorwort erzählt Frau Schacht von dem Bäckerhandwerk, somit ist gleich zu Beginn klar, in welchem Handwerkskreis sich die Handlung abspielen wird. Ein Personenregister sorgt für die gute Übersicht der Protagonisten. Alles in allem ist Die silberne Nadel ein unterhaltsamer mittelalter Krimi mit sympathischen Protagonisten und einigen weniger netten Gesellen. Das Ende ist relativ offen und der Leser darf gespannt sein, wie es mit Myntha und ihren Gefährten weitergeht. Nur der Mordfall an sich ist natürlich am Ende geklärt und der Täter/in bestraft.

Die silberne Nadel

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Letzte Kommentare:
21.02.2017 21:06:14
mabuerele

„...Je wütender er wurde, desto leiser wurde seine Stimme. Sie wurde scharf wie geschliffener Stahl, eisig wie der Winterwind und fuhr den Betroffenen wie frostige Klingen durch Leib und Seele...“

Wir schreiben das Jahr 1420. Bäckermeister Gottschalck hatte Kleie ins Brot gemischt. Dafür wurde er unter dem Jubel der Zuschauer in den Rhein getaucht. Angezeigt worden war er vom Brotbeschauer Joseph Schroth.
Auf der anderen Rheinseite in Mülheim unterhalten Gaukler das Volk. Myntha, die Fährmannstochter, findet deren Späße zu derb und geht schnell weiter. Der Vikar Vomarus beobachtet das Treiben aus der Ferne.
Wenige Tage später wird Joseph Schroth tot aus dem Rhein gefischt.
Die Autorin hat einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Obwohl es der zweite Teil der Reihe ist, hatte ich keinerlei Probleme, der Geschichte zu folgen. Kurze Kapitel sorgen für schnell wechselnde Handlungsorte und ermöglichen für ein zügiges Lesetempo.
Die Personen werden gut charakterisiert. Myntha kümmert sich um Vater und Bruder. Nach einem Erleben in ihrer Vergangenheit neigt sie zum Schlafwandeln. Das ist für den Vikar ein Grund, ihr den Teufel austreiben zu wollen. Dieser Vikar ist ein Getriebener. Heute würde man ihn als Psychopath bezeichnen.
Myntha hat Agnes bei sich aufgenommen. Die junge Frau war als Pilgerin nach Köln gekommen und schweigt über ihre Vergangenheit.
Ein ungewöhnlicher Protagonist ist Frederic. Er hält Raben und bildet Sperber und Falken aus. Außerdem gibt er sich alle Mühe, ein düsteres Bild von sich für seine Mitmenschen zu zeichnen. Henning, dem man beim Diebstahl erwischt hat, nimmt er bei sich auf. Auch der junge Mann trägt ein Geheimnis mit sich.
Als Gevatterin Ellen wegen des Mordes an Schroth verhaftet wird, versuchen Frederic und Myntha auf die Spur des wahren Mörders zu kommen.
Der Schriftstil ist dem Genre angemessen. Köln und seine Umgebung werden gut beschrieben. Das mittelalterliche Leben in der Stadt, aber auch auf einem Schloss darf ich als Leser kennenlernen. Aus anderen Büchern der Autorin begegnen mir alte Bekannte, so Marian von Spiegel und seine Schwester Alyssa. Beide haben wegen ihrer gehobenen Stellung entscheidenden Einfluss auf das Geschehen. Obiges Zitat charakterisiert Marian. Gleichzeitig zeigt es, dass die Autorin die Verwendung treffende Adjektive und das Spiel mit Metaphern beherrscht. Gut ausgearbeitete Dialoge geben einen Einblick in das unterschiedliche Denken der damaligen Zeit. Natürlich kommt der Humor nicht zu kurz. Obwohl es einen Bewerber für Mythas Hand gibt, ist das Kribbeln zwischen ihr und Frederic in jedem Gespräch spürbar. Ihre Dialoge haben eine gewisse Leichtigkeit. Ganz anders klingt es, wenn Myntha ihren maulfaulen Bruder Haro endlich auf die Sprünge helfen will. Auch eine Haus- und Hofkatze darf nicht fehlen. Eingearbeitet in die Geschichte sind kurze Episoden aus dem Nibelungenlied. Vor allem das Gold im Rhein übt auf den einen oder anderen Protagonisten eine starke Anziehung aus.
Ein Personenregister vervollständigt das Buch.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die komplexen Beziehungen der Protagonisten und ihre Geheimnisse sorgen für den nötigen Spannungsbogen.