Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • kbv, 2015, Titel: 'Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Sherlock Holmes vor beeindruckender Kulisse

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2015

Mumifizierungstechniken sind das neue Steckenpferd von Sherlock Holmes und so kommt es, dass ihn sein Weg nach Ägypten führt. In Begleitung seines Gefährten und Assistenten David Tristram reist er nach Alexandria, wo er jedoch prompt in einen neuen Fall verstrickt wird. Doktor Jones ist durch ein kleines Entgelt an Mustafa Ylmaz an die Landkarte von dessen Chef, Major Wallace, geraten. Beide sind mit Ausgrabungen beschäftigt, ebenso wie der Archäologe Butterfield, dem Jones die Karte weiterverliehen hat. Wallace fordert die Karte zurück, doch diese ist plötzlich genauso verschwunden wie Butterfield. Holmes und Tristram begeben sich auf Spurensuche und lernen dabei ebenso verschiedene wie durchtriebene Personen kennen wie den koptischen Priester Menas oder den Kaufmann Saladin. Während die Suche zunächst erfolglos bleibt, verschärft sich die Situation als Mustafa Ylmaz erstochen in einem verrufenen Viertel aufgefunden wird. Bald darauf führt die Reise weiter nach Kairo, wo die beiden Ermittler endlich Major Wallace und dessen Frau Helen kennen lernen. Viel Zeit bleibt dem Meisterdetektiv nicht, denn die nächsten Verbrechen warten schon...

 

"Sie schenken noch immer den kleinen, alltäglichen Dingen nicht genug Aufmerksamkeit. Sonst hätten Sie die Schleifspuren auf dem Boden gesehen und den Sand bemerkt, der vor der Tür lag. Diese Indizien weisen darauf hin, dass vor nicht allzu langer Zeit schwere Gegenstände, die aus der Wüste stammen, in die Kirche geschleift wurden. Und der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass er seine Ware vor seiner Gemeinde verbirgt."

Das war eine dezente Umschreibung für Grabraub, Kunstdiebstahl und Steuerhinterziehung.

 

Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide ist der bereits siebte Fall für den genialen Meisterdetektiv an der Seite des Ich-Erzählers David Tristram. Dieser gibt einmal mehr den zu ebenso voreiligen wie falschen Schlüssen neigenden Laufburschen als Ersatz für Dr. Watson. Dabei kommt erschwerend für ihn hinzu, dass Holmes wie gewohnt seine Gedanken für sich behält und Tristram nur ab und an Hinweise auf seine Erkenntnisse gibt. Überraschend selten erlebt man im vorliegenden Fall die berühmt-berüchtigte Analysemethode des Meisterdetektivs. Entdeckt Sherlock sonst dutzende von verblüffenden Spuren, die zumeist allesamt nichts mit dem eigentlichen Fall gemein haben, so wirft er hier nur ab und an ein paar Erkenntnisse in den Raum, ohne groß zu erläutern, wie er auf den einen oder anderen Hinweis kam. Schade, denn gerade diese Gedankengänge machen die Reihe ja besonders interessant. Hier wäre also mehr möglich gewesen.

 

"Man munkelt etwas vom Fluch der Pharaonen, deren Ruhe Mustafa Ylmaz bei seinen Ausgrabungen gestört hat. Laut äußert man hingegen die Ansicht, dass es ein Raubmord war."

 

Ansonsten verändert Franziska Franke kaum etwas an der Figur des nach wie vor beliebten Detektivs. Warum auch? Stattdessen führt sie ihn an exotische Orte, wo er wiederholt Schwierigkeiten mit den landesüblichen Gepflogenheiten hat. Vor allem durch die beiden wichtigsten Orte der Handlung, Alexandria und Kairo, erhält der vorliegende Band seinen besonderen Charme. Europäische Baustile vermischen sich mit islamischen Motiven, Kirchen und Minarette bestimmen das Stadtbild; internationaler Flair wohin man blickt. Teezeremonien verzögern häufig die Untersuchungen, sprachliche und kulturelle Barrieren kommen hinzu. Obwohl Ägypten formal Teil des Osmanischen Reichs ist, ist der wahre Herrscher der britische Generalkonsul, worunter vor allem die zahlreichen Türken zu leiden haben. Neben einem nicht immer hochspannenden Plot bestechen vor allem die prächtigen Kulissen, aber auch die Einblicke in die mühsamen Ausgrabungsarbeiten. Wer ein Faible für Ägypten hat, sollte zugreifen.

Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide

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Letzte Kommentare:
23.03.2016 16:52:37
tassieteufel

Da sich Sherlock Holmes für die Mumifizierungstechniken der alten Ägypter interessiert, reist er gemeinsam mit David Tristram und dessen Frau nach Alexandria. Dort treffen sie auf den Archäologen Doktor Jones, der händeringend nach einer verloren gegangenen Landkarte aus dem Besitz von Major Wallace sucht, die er sich nicht ganz legal von dessen Assistenten ausgeborgt hatte. Holmes nimmt den Auftrag an und trifft nicht nur auf den zwielichtigen koptischen Priester Menas, der einen illegalen Kunsthandel betreibt, taucht auch bald über die erste Leiche auf und dann verschwindet auch noch die Frau des Majors.


Der bereits siebte Fall für den Meisterdetektiv, der inkognito als Sven Sigerson unterwegs ist, führt den genialen Ermittler nach Ägypten. Der Titel des Buches ist allerdings etwas irreführend, denn eine Pyramide wird hier allenfalls als Besichtigungsobjekt erwähnt und ein Geheimnis gibt es auch nicht, zumindest keines, das im Zusammenhang mit einer Pyramide stünde. Überhaupt ist der Krimifall diesmal ein wenig unstrukturiert, Holmes und Tristram stolpern von einem Rätsel zum nächsten ohne auch nur für das vorher gehende eine Lösung zu haben. Die Sache mit der Landkarte löst sich wie von selbst auf und auch die Mördersuche erweist sich als recht zäh, da waren die vorherigen Bände der Autorin wesentlich spannender. Auch Holmes selbst wirkt nicht so souverän wie sonst, brilliert er doch gewöhnlich mit seinen überragenden Fähigkeiten und Analysemethoden, so bekommt der Leser davon diesmal nur sehr wenig geboten. Natürlich wird Adlatus David Tristram des Öfteren gescholten, weil er mal wieder kleine Details vernachlässigt und der Meisterdetektiv behält seine Erkenntnisse auch wie gewohnt für sich, irgendwie wirkte das Ganze am Ende auf mich aber zu konstruiert und verzettelt, ein roter Faden fehlt dem Krimi diesmal eindeutig.
Dafür kann die Autorin mit der Schilderung ihrer Charaktere überzeugen, Holmes gewohnt eigenbrötlerisch, David Tristram stets auf der falschen Fährte und etwas nörgelig, Doktor Jones und Major Wallace die typischen Engländer die sich den Einheimischen überlegen fühlen. Hier wurden mit viel Liebe zum Detail Charaktere entworfen, die durchweg überzeugen. Sehr gut gelungen ist auch der historische Hintergrund, der diesmal aus Kairo und Alexandria besteht und den Leser in eine exotische Kulisse mit einer gänzlich anderen Kultur eintauchen läßt. Land, Leute und das englische Kolonialleben sind sehr gut eingefangen und vermitteln viel Lokalkolorit.

FaziT: interessante Charaktere und ein stimmiger historischer Hintergrund sind hier die Pluspunkte, der Krimifall ist diesmal leider ziemlich zäh und unstrukturiert.