Tutanchamun - Das Buch der Schatten

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2009, Titel: 'Tutankhamun - The Book of Shadows', Originalausgabe

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Annette Gloser
Das kurze Leben eines Königs

Buch-Rezension von Annette Gloser Okt 2015

Es ist das zehnte Regierungsjahr von Tutanchamun, der noch als Fünfjähriger nach dem Tod seines Vaters Echnaton auf den Thron kam. Aber Ägypten wird nicht von Tutanchamun regiert, sondern von Eje, der zwar alt und krank, allerdings auch machthungrig und gerissen ist. Der junge König wurde mit seiner Halbschwester Anchesenamun verheiratet. Beide führen ein Schattendasein in prunkvollen Palästen, können keine eigenen Entscheidungen treffen und haben weder auf die Ministerien noch auf die Priesterschaft Einfluss. Als das junge Paar beschließt, selbst die Regierungsgewalt zu übernehmen, geschehen plötzlich seltsame Dinge im Palast, die den Seelenfrieden Tutanchamuns und seiner Königin bedrohen. Anchesenamun bittet den Wahrheitssucher Rahotep um Hilfe. Dieser jedoch hat auch in der Stadt Theben eine Mordserie aufzuklären, wo ein Serienmörder sein Unwesen treibt und dessen Taten ganz offensichtlich als Bedrohung des Königspaares gewertet werden müssen.

Rahotep steht vor schweren Aufgaben. Er sieht, wie fragil die Machtstrukturen des Reiches sind. Und es gibt einen Mitbewerber um die Macht, der immer bedrohlicher agiert: Haremhab! Jener General, der mit Nofretetes Schwester verheiratet ist und der immer unverhohlener danach giert, selbst den Thron zu besteigen.

Wahrheit und Fiktion gekonnt verwoben

Nick Drake hat für seine Krimiserie eine spannende Zeit ausgesucht. Spielte der erste Band Nofretete - Das Buch der Toten während der Regierungszeit Echnatons, so stellt der zweite Band Tutanchamun - Das Buch der Schatten die kurze Regierungszeit Tunachamuns in den Mittelpunkt. Dabei gelingt es Drake, jene realhistorischen Protagonisten mit Leben zu erfüllen, die sich vor einigen tausend Jahren einen gnadenlosen Kampf um die Macht lieferten. Insbesondere der junge König Tutanchamun und seine Frau Anchesenamun werden zu interessanten Persönlichkeiten, deren Ängste, Sorgen und Nöte dem Leser nahegehen. Zwei Jugendliche, durch Heirat auf Gedeih und Verderb aneinander gebunden und vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt.

Auch Eje und Haremhab sind ausführlich geschildert, so dass man eine gute Vorstellung von diesen Männern bekommt. Drake gelingt es dabei, die politische Situation in Ägypten deutlich darzustellen ohne dabei zu lehrbuchhaften Textstellen Zuflucht nehmen zu müssen. Alles, was der Leser wissen muss, erfährt er aus der Romanhandlung und den Dialogen der Protagonisten. Der Autor hat dabei die historisch belegten Fakten und die von ihm beigesteuerte Fiktion sehr gekonnt miteinander verwoben. Das Ergebnis ist eine glaubhafte und spannende Geschichte, die eintauchen lässt in jene unruhevolle und für die einfachen Menschen sicher auch beängstigende Zeit.

Als Krimi etwas träge

Gelegentlich sind den Kapiteln Inschriften von Stelen und Wänden aus der Zeit Tutanchamuns vorangestellt und stimmen den Leser auf den Inhalt der kommenden Seiten ein. Drake nimmt hier sehr konkret Bezug auf historisch verbürgte Fakten. Sprachlich allerdings ist dieser Histo-Krimi sehr modern. Immer wieder tauchen Worte auf, die nicht zur der Zeit passen, in welcher der Roman spielt. Ob dies bewusste Absicht des Autors oder einfach eine Frage der Übersetzung ist, sei hier dahingestellt. Der Effekt ist jedenfalls sehr interessant und holt den Leser immer wieder in die heutige Zeit zurück.

Nick Drake schildert viele Handlungsabläufe sehr ausführlich, beschreibt die Handlungsorte umfangreich und verliert sich gelegentlich auch in Schilderungen von Land und Leuten. Das alles vermittelt ein sehr eindrucksvolles Bild vom Leben im alten Ägypten, tut jedoch dem Spannungsbogen nicht immer gut. Schließlich gilt es hier, einen Serienmörder in Theben zu fassen und einen Stalker im Königspalast dingfest zu machen. So wird dieser Roman nicht zum atemberaubenden Thriller sondern die Suche nach den Übeltätern gestaltet sich eher gemächlich, um dann gelegentlich mit viel Aktionismus zu kulminieren. Aber auch wenn der Krimi gelegentlich pausiert hat der Roman eine Menge zu bieten. Rahotep als Wahrheitssucher ist ein sympathischer, etwas grüblerischer Mensch, der in so viele Zwickmühlen gerät, dass er einem schon ein wenig leidtun kann. Dabei kann man sich als Leser mit ihm gut identifizieren, denn seine Wertvorstellungen sind vermutlich für das alte Ägypten etwas ungewöhnlich und entsprechen eher denen heutiger Menschen. Und auch sein Kumpel Nacht und sein Mitarbeiter Kheti sind Menschen, die beim Leser sicher viele Sympathien finden.

Empfehlenswerte Urlaubslektüre

Man kann Tutanchamun - Das Buch der Schatten durchaus lesen, ohne den vorhergehenden Band zu kennen. Empfehlenswert wäre aber, beide Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen. So bekommt man einen guten Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und gelegentlich wird im zweiten Band auf Ereignisse aus dem ersten angespielt. Die Umschlaginnenseite wird von einer Karte des östlichen Mittelmeerraums geschmückt und kann hilfreich sein, wenn man sich geographisch orientieren will. Ein Personenverzeichnis und ein Nachwort des Autors bereichern die Ausstattung des Paperbackbandes ebenfalls. Der Verlag Bastei Lübbe hat sich hier viel Mühe mit der Gestaltung gegeben und das Ergebnis ist ansehnlich.

Letztendlich hat man mit diesem Buch einen guten Krimi und eine interessante Schilderung einer der schwierigsten Epochen ägyptischer Geschichte in der Hand. Ein Buch, das man guten Gewissens mit in den Urlaub nehmen kann.

Tutanchamun - Das Buch der Schatten

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