Anna Catrina - Tochter von Ilanz

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Aufbau, 2015, Titel: 'Anna Catrina - Tochter von Ilanz', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Ambivalente Geschichte aus den Schweizer Bergen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2015

Anna Catrina erlebt im Ilanz des 17. Jahrhunderts eine schwierige Kindheit. Ihre Mutter stirbt früh, den Vater kennt das Mädchen nicht. Also lebt sie bei ihrer Tante, die jedoch als angebliche Hexe von einem Moment auf den anderen aus dem Tal verbannt wird und das Mädchen zurücklassen muss. Anna Catrina wird zu einem Bauern gebracht, der ein höchst ungesundes Interesse an dem jungen Mädchen entwickelt. Durch die Bereitschaft ihres Onkels, das Mädchen als Hilfe in seinem Gasthaus einzusetzen, kann sich Anna Catrina den Nachstellungen des Bauern entziehen. Doch bald muss sie erkennen, dass die Arbeit im Gasthaus sie nur unzulänglich schützen kann. Die erblühende Schönheit wird von den Gasthausbesuchern bemerkt und mancher sieht Anna Catrina mit begehrlichen Augen.  Als es zu Übergriffen kommt, versucht sich die junge Frau durch eine Anstellung in einem Herrenhaus zu entziehen. Schmerzvoll muss Anna Catrina aber erkennen, wie stark die Herkunft ins Gewicht fällt. Als sie Hinweise darauf bekommt, wer ihr Vater sein könnte, macht sie sich auf die Suche.

Viele Klischees

Die Idee, eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert zu erzählen, die sich in einem kleinen Dorf in den Bergen zugetragen hat, ist gut. Mit der Umsetzung hapert es aber etwas. Die Autorin lässt zahlreiche Klischees in ihren Roman einfließen, was klar zulasten der Tiefgründigkeit geht. Die ganze Geschichte bleibt sehr stark an der Oberfläche, hangelt sich immer mal wieder von Klischee zu Klischee und lässt viele Fragen offen. Natürlich gilt es, die Zeit zu beachten, in der die Geschichte spielt - vieles, was damals üblich war, wird heute als Klischee empfunden. So muss also gut überdacht werden, was genau denn dieses unbehagliche Gefühl auslöst. Zum einen ist es die Figur von Anna Catrina selber. Sie ist schön, fleißig, liebenswürdig, klug, arm, tapfer und noch einige Dinge mehr, die die klassische überzeichnete Heldin von Romanen aller Art ausmachen. Zum anderen ist es ein recht stereotypes Männerbild, das eine tragende Rolle spielt - und Tiefe vermissen lässt. So wäre es für den Roman ein Gewinn, hätten die Figuren mehr Ecken und Kanten, wären sie weniger eindeutig und konsequent in die beiden Lager "gut" und "böse" eingeteilt.

Bemühte Verknüpfung

Der ganze Buchtitel Anna Catrina - Tochter von Ilanz deutet bereits an, was sich dann im Laufe der Geschichte bewahrheitet: Die Stadt Ilanz ist mit der Geschichte verknüpft, aber auf eine Art, die eher bemüht, denn natürlich gegeben scheint. Es bleibt die Frage im Raum stehen, ob denn nun die Einbettung einiger - leider viel zu weniger - Details aus Ilanz dazu geführt hat, dass die Gemeinde diesen Roman unterstützte, oder ob die Einbettung ein Dankeschön an die unterstützende Gemeinde darstellt. Dieses etwas diffuse Gefühl tut dem Roman nicht gut. Sabina Altermatt hätte durchaus noch einen Schritt weiter gehen und Ilanz mehr Gewicht geben können. Das Gefühl für den Ort, wie er sich im 17. Jahrhundert präsentierte, wäre eine gute Dreingabe für die Geschichte gewesen. So bleibt es bei einigen wenigen - und nicht gerade sympathie-trächtigen - Beschreibungen.

Knappe Sprache

Sabina Altermatt erzählt das Schicksal in einer sehr knappen, nüchternen Sprache. Ihr Stil trägt mitunter dazu bei, dass eine Szene als kühl wahrgenommen wird, obwohl sie im Prinzip sehr emotional ist. Ob es sich bei dieser einfachen und reduzierten Sprache um ein bewusst eingesetztes Stilmittel handelt, das die Einfachheit des Lebens in diesem Bergdorf spiegelt, oder ob es der generelle Sprachstil der Autorin ist, kommt hier nicht so gut zum Ausdruck. Leider drückt die reduzierte Sprache empfindlich auf die Spannung. Es scheint letztlich eher eine protokollartige Schilderung - die einzig durch einige sehr phantasievolle Wendungen und Zufälle den Roman erkennen lässt - denn um eine lebendig wirkende Geschichte, die gefangen nimmt und berührt. Man würde sich bei allem wünschen, die Autorin ginge näher an die Menschen und Figuren heran und würde etwas mehr Wärme und Emotion in die Geschichte einfließen lassen.  So bleibt es eine gute Idee, ein überzeugender Plot, der bei der Umsetzung einige Schwächen aufweist.

Anna Catrina - Tochter von Ilanz

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