Die Bastardtochter

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2015, Titel: 'Die Bastardtochter', Originalausgabe

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Karin Speck
Der dritte Teil der Kreuztrilogie

Buch-Rezension von Karin Speck Sep 2015

Die uneheliche Tochter des Grafen Johann von Manten ist froh, dass der Ritter Guntram von Eggern um sie wirbt. Enneleyn ist als Bastard geboren und hat eigentlich nicht erwartet, standesgemäß heiraten zu können. So willigt sie ein, die Frau von Guntram zu werden. Sie ahnt nicht, was auf sie zukommen wird. Gleichzeitig macht sich Anton Bongert auf den Heimweg von Italien. Ennelyn und er kannten sich als Kinder und haben keine Verbindung mehr zueinander. Erst hier in Koblenz Jahre später begegnen sie sich wieder, aber Ennelyn ist nun verheiratet. Anton merkt schnell, dass die junge Frau Probleme hat und versucht zu helfen.

Leicht und flüssig zu lesen

Dies ist bereits der dritte Band, in dem von einem geheimnisvollen Kreuz die Rede ist. Allerdings sind einige Jahre vergangen, somit ist die Bastardtochter gut einzeln lesbar. Auch gibt es immer wieder einige Rückblenden, die aus Die Gewürzhändlerin und Die Eifelgräfin erzählen. Aber immer nur so viel, dass der Leser die Zusammenhänge versteht und trotzdem noch Spaß haben kann, sollte er die andern Bücher noch lesen wollen. Der Erzählstil von Petra Schier ist leicht und flüssig zu lesen, gleichzeitig entstehen aber Bilder im Kopf, die die Protagonisten lebendig werden lassen. Es macht Spaß von und mit ihnen zu lesen, auch wenn die richtige Spannung erst im letzten Drittel einsetzt. Die Charaktere hat die Autorin liebevoll gestaltet, man kann gut mit ihnen mitfühlen. Gerade Ennelyn wächst mit ihren Sorgen und wird von naiven Mädchen zu einer erwachsenen Frau. Sie hat es etwas schwerer sich durchzusetzen, vielleicht gerade, weil sie doch sehr naiv in ihre Ehe geht und nicht das starke Selbstbewusstsein wie ihre Vorgängerinnen hat. Aber die Intrigen ihres Mannes sorgen für die richtige Spannung.

Ein Hauch von Fantasy

Durch das geheimnisvolle Kreuz bekommt die ganze Reihe einen leicht mystischen Touch, zeigt aber auch deutlich auf, wie stark gerade der Aberglaube im 14. Jahrhundert war. Vor allem wie fest die Menschen an diese Dinge eben auch glaubten oder eben an Hexenwerk dachten. Die Familie hier hat das Kreuz über die Jahre als etwas Positives angenommen, etwas das zu ihnen gehört. Dadurch wirken sie aber auch verletzlicher und nicht zuletzt authentisch und echt. Durch Ennelyn und ihre Familie bekommt der Leser zudem noch Einblicke in das alltägliche Leben dieser Zeit.

Mit einem Nachwort endet das Buch. Als Beigabe gibt es diesmal nicht nur ein Personenregister und einen Stadtplan von Koblenz, sondern auch ein mittelalterliches Kochrezept. Wer also Lust hat, kann nicht nur schauen, wo Ennelyn gelebt hat, sondern auch mal ausprobieren, was und wie sie so gegessen hat.

Die Bastardtochter

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Letzte Kommentare:
20.11.2015 21:04:53
Klusi

Im letzten Teil der Kreuz-Trilogie, der im Jahr 1362 in Koblenz spielt, geht es in der Hauptsache um Enneleyn, Johann von Mantens uneheliche Tochter. Zwar hat sie im Haushalt ihres Vaters und ihrer Stiefmutter Elisabeth liebevolle Aufnahme gefunden, aber gesellschaftlich fühlt sie sich nicht anerkannt. Sie ist nicht wenig geschmeichelt, als der Ritter Guntram von Eggern um sie freit, und sie stimmt einer Heirat mit ihm zu. Selbst als Enneleyn merkt, dass ihr Mann grausam und ganz anders ist, als er sich nach außen hin gibt, hält sie an ihrem Eheversprechen fest und erduldet alles, was ihr Guntram zumutet. Der Grund für ihre Duldsamkeit ist, dass sie ihren Vater nicht enttäuschen möchte, denn der Makel ihrer unehelichen Geburt haftet an ihr, und sie möchte den Menschen, die sie liebt, keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten, denn eine Auflösung der Ehe, in der sie mehr als unglücklich ist, würde einen Skandal hervorrufen.
Enneleyns innere Zerrissenheit ist sehr gut dargestellt, und in mancher Hinsicht kann man sie auch verstehen, obwohl sie es mit Gehorsam und Demut schon oft allzu genau nimmt. Wenn man Guntram von Eggern jedoch im Lauf der Handlung immer besser kennen lernt, versteht man, dass Enneleyn auch aus Angst so handelt, denn sie möchte Freunde und Familie nicht in Gefahr bringen.

Wie man es von der Autorin gar nicht anders erwartet, sind auch hier wieder alle Charaktere sehr lebendig und ausführlich dargestellt, so dass man fast meint, die beschriebenen Menschen selbst zu kennen. Es gibt ein Wiedersehen mit vertrauten Personen aus den ersten beiden Bänden, aber es kommen auch neue, zum Teil sehr liebenswerte Charaktere, dazu.
Sehr gut hat mir auch hier wieder gefallen, dass man viel über das alltägliche Leben im vierzehnten Jahrhundert erfährt und sich alles lebhaft vorstellen kann, denn man wird mit hineingenommen, in das Familienleben der Von Mantens und der Kaufleute Luzia und Martin Wied, die man aus dem zweiten Band kennt. Natürlich erhält man auch Einblicke in Enneleyns Haushalt, wenn auch diese von eher unschöner Natur sind, denn auf die Erfahrungen der jungen Frau in ihrem trostlosen Eheleben kann man gerne verzichten.
Auch wenn es der letzte Teil einer Trilogie ist, kann man diesen Roman jederzeit für sich lesen, ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben, denn Petra Schier lässt immer kleine Details und Rückblenden aus den ersten Teilen einfließen, die Neueinsteigern alles Wissenswerte von früher erklären und auch denjenigen, die vor längerer Zeit die ersten Bücher gelesen haben, eine kleine Erinnerungsstütze bieten. Mir ging es so, dass ich einige Sachverhalte im Lauf der Jahre vergessen hatte, denn immerhin ist es fast vier Jahre her, dass ich „Die Eifelgräfin“ gelesen habe. Aber während des Lesens kamen dann die Erinnerungen wieder, so dass ich keinerlei Probleme hatte, die Zusammenhänge zu damals herzustellen. Aber ich empfehle doch, die Trilogie der Reihe nach zu lesen, wenn man noch keines der drei Bücher kennt. Man hat dann einfach noch mehr davon.

Das Besondere und Außergewöhnliche dieser Trilogie ist eine Verbindung durch ein magisches Kruzifix, welches im Jahr 1148 von drei Männern, bei ihrer Beute aus dem damaligen Kreuzzug, vorgefunden wurde. Im Angesicht des Kreuzes schworen sich die Drei auf ewig Freundschaft und gegenseitigen Schutz für ihre Familien.
Seit damals war die Reliquie im Besitz der Nachfahren dieser Männer, und es warnte die Besitzer vor nahenden Gefahren. Wieso das Kruzifix ausgerechnet am Tag von Enneleyns Verlobung wieder anfängt, zu vibrieren und zu leuchten, erfährt man in diesem fesselnden Roman, den man schon nach wenigen Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen mag und in dem die Kreuz-Trilogie einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss findet.

20.11.2015 21:02:30
Klusi

Im letzten Teil der Kreuz-Trilogie, der im Jahr 1362 in Koblenz spielt, geht es in der Hauptsache um Enneleyn, Johann von Mantens uneheliche Tochter. Zwar hat sie im Haushalt ihres Vaters und ihrer Stiefmutter Elisabeth liebevolle Aufnahme gefunden, aber gesellschaftlich fühlt sie sich nicht anerkannt. Sie ist nicht wenig geschmeichelt, als der Ritter Guntram von Eggern um sie freit, und sie stimmt einer Heirat mit ihm zu. Selbst als Enneleyn merkt, dass ihr Mann grausam und ganz anders ist, als er sich nach außen hin gibt, hält sie an ihrem Eheversprechen fest und erduldet alles, was ihr Guntram zumutet. Der Grund für ihre Duldsamkeit ist, dass sie ihren Vater nicht enttäuschen möchte, denn der Makel ihrer unehelichen Geburt haftet an ihr, und sie möchte den Menschen, die sie liebt, keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten, denn eine Auflösung der Ehe, in der sie mehr als unglücklich ist, würde einen Skandal hervorrufen.
Enneleyns innere Zerrissenheit ist sehr gut dargestellt, und in mancher Hinsicht kann man sie auch verstehen, obwohl sie es mit Gehorsam und Demut schon oft allzu genau nimmt. Wenn man Guntram von Eggern jedoch im Lauf der Handlung immer besser kennen lernt, versteht man, dass Enneleyn auch aus Angst so handelt, denn sie möchte Freunde und Familie nicht in Gefahr bringen.

Wie man es von der Autorin gar nicht anders erwartet, sind auch hier wieder alle Charaktere sehr lebendig und ausführlich dargestellt, so dass man fast meint, die beschriebenen Menschen selbst zu kennen. Es gibt ein Wiedersehen mit vertrauten Personen aus den ersten beiden Bänden, aber es kommen auch neue, zum Teil sehr liebenswerte Charaktere, dazu.
Sehr gut hat mir auch hier wieder gefallen, dass man viel über das alltägliche Leben im vierzehnten Jahrhundert erfährt und sich alles lebhaft vorstellen kann, denn man wird mit hineingenommen, in das Familienleben der Von Mantens und der Kaufleute Luzia und Martin Wied, die man aus dem zweiten Band kennt. Natürlich erhält man auch Einblicke in Enneleyns Haushalt, wenn auch diese von eher unschöner Natur sind, denn auf die Erfahrungen der jungen Frau in ihrem trostlosen Eheleben kann man gerne verzichten.
Auch wenn es der letzte Teil einer Trilogie ist, kann man diesen Roman jederzeit für sich lesen, ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben, denn Petra Schier lässt immer kleine Details und Rückblenden aus den ersten Teilen einfließen, die Neueinsteigern alles Wissenswerte von früher erklären und auch denjenigen, die vor längerer Zeit die ersten Bücher gelesen haben, eine kleine Erinnerungsstütze bieten. Mir ging es so, dass ich einige Sachverhalte im Lauf der Jahre vergessen hatte, denn immerhin ist es fast vier Jahre her, dass ich „Die Eifelgräfin“ gelesen habe. Aber während des Lesens kamen dann die Erinnerungen wieder, so dass ich keinerlei Probleme hatte, die Zusammenhänge zu damals herzustellen. Aber ich empfehle doch, die Trilogie der Reihe nach zu lesen, wenn man noch keines der drei Bücher kennt. Man hat dann einfach noch mehr davon.

Das Besondere und Außergewöhnliche dieser Trilogie ist eine Verbindung durch ein magisches Kruzifix, welches im Jahr 1148 von drei Männern, bei ihrer Beute aus dem damaligen Kreuzzug, vorgefunden wurde. Im Angesicht des Kreuzes schworen sich die Drei auf ewig Freundschaft und gegenseitigen Schutz für ihre Familien.
Seit damals war die Reliquie im Besitz der Nachfahren dieser Männer, und es warnte die Besitzer vor nahenden Gefahren. Wieso das Kruzifix ausgerechnet am Tag von Enneleyns Verlobung wieder anfängt, zu vibrieren und zu leuchten, erfährt man in diesem fesselnden Roman, den man schon nach wenigen Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen mag und in dem die Kreuz-Trilogie einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss findet.

18.11.2015 18:47:41
Mohnblume

Ein unglückliche Liebe , geprägt von Täuschung und verrat



Die Bastardtochter

Arietta



Arietta
vor 7 Minuten



Inhaltsangabe:

Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange. Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann.



Meine Zusammenfassung:

In ihrem neuem Werk der 3. Teil ihrer Trilogie " Die Bastardtocher" die Fortsetzung von " Die Eifeltochter " und " Die Gewürzhändlerin" , ist wieder ein Toller Roman gelungen, der einem mitreißt und fesselt.

Es geht in dieser Handlung um die Bastardtochter Enneleyn, der leiblichen unehelichen und anerkannten Tochter von Graf Johann von Manten. Er und seine Frau Elisabeth lieben sie beide sehr und erziehen sie mit viele Liebe. Wie das Schicksal so spielt lernt sie durch ihren Vater den Ritter Guntram von Eggern kennen. Er macht ihr den Hof umwirbt sie Charmant. Kein Wunder das Enneleyn sich geschmeichelt fühlt , gilt sie doch insgeheim immer noch als die Bastardtochter, also nimmt sie seinen Heiratsantrag an. Sie erhofft sich damit endlich geachtet zu werden in dieser Gesellschaft. Aber hätte sie und ihre Eltern und Freunde es geahnt, was wirklich hinter dieser Maske von Ehemann steckt , ich glaube sie hätte nie den Antrag angenommen und Johann hätte ihn zum Teufel geschickt. Keiner konnte Ahnen was für Perfide Pläne Guntram ausheckte und das er vor nicht zurückschreckte. Die Ehe ist eine Qual und Demütigung ohne Ende, ein Steiniger Weg ohne Hoffnung auf ein Ende dieses dunklen Tunnels.... Da sind auch noch Anton der aus Mailand zurückgekehrt ist und der ein tragisches Schicksal erleidet und sich Hoffnungslos in Enneleyn verliebt hat . Er beobachtet mit großer Besorgnis diese unglückliche Ehe. Auch Luzia und Marin haben Sorgen, die Reliquie das Kreuz sirrt und gibt Lichtsignale von sich, als wollte es vor großer Gefahr warnen , und dann taucht auch noch dieser geheimnisvolle Kaufmann Wulfhard de Berge auf, was alles hat das zu bedeuten , wer schwebt in großer Gefahr ?



Meine Meinung zur Autorin:

Sehr schön hat Petra Schier, die Geschichte der Bastardtochter erzählt, sie schafft es einem auf die Folter zu spannen, teilweise liest sich das ganze wie ein Triller. Ein Buch das einem oft schaudern lässt. Wie ein roter Faden zieht sich die Reliquie das Kreuz durch die Geschichte, etwas sehr Geheimnisvolles und Magisches umgibt es. Hier lernt man die liebenswerte Enneleyn kennen und ihren Mann Guntram dessen wahren Charakter. Sie zeigt uns sein wahres Gesicht nach außen hin der Gentlemen und Charmeur, aber hinter dieser Maske steckt der Teufel in Person, ein Mensch der von Habgier und Rache getrieben ist, der vor nichts zurückschreckt. Liebenswert ist auch der kleine Gassenjunge den Anton aus Mailand gefolgt ist, ein aufgewecktes und kluges Kerlchen, der Enneleyn seine ganze Liebe und Zuneigung schenkt, der sie verehrt. Aber auch Anton der zurückgekehrt ist hat sich in sie verliebt. Die ganze Menschen die uns begegnen sind sehr real, glaubhaft und bildhaft beschrieben. Die Protagonisten gewinnt man zum aller größten Teil Lieb, den Rest hasst und verachtet man. Auch die einzelnen Charaktere sind sehr gut heraus Kristallisiert, man bekommt tiefe Einblicke in ihr Gefühlsleben. Ebenso sehr schön geschildert ist das Leben in der Stadt Koblenz um 1362. Eine wundervolle Geschichte die einem in den Bann zieht.



" Ein toller bunter und Facettenreicher Historischer Roman "

28.10.2015 19:58:31
allegra

Mit dem Roman „Die Bastardtochter“ ist es Petra Schier gelungen, die Kreuztrilogie ganz wunderbar abzurunden. Das Buch lässt sich auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände „Die Eifelgräfin“ und „Die Gewürzhändlerin“ lesen und genießen, weil alle Figuren und ihre Zusammenhänge ausführlich genug dargestellt sind, ohne die „Petra Schier Fans“, die natürlich alles gelesen haben, zu langweilen. Man kann eine sehr schöne Vorstellung der Figuren und ihrer Wirkungsstätte im mittelalterlichen Koblenz gewinnen.

Die Hauptfigur Enneleyn ist die anerkannte Bastardtochter des Grafen Johann von Manten. Da ihre Heiratschancen als Bastardtochter nicht allzu gut sind, ist Enneleyn erleichtert, als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält. Guntram ist wohlhabend und kauft ein Haus in Koblenz, so dass Enneleyn in der Nähe ihrer Eltern und Freunde, der Kaufmannsfamilie Luzia und Martin Wied, leben kann. Das Glück scheint perfekt, doch der gegen außen sehr charmant erscheinende Guntram hat eine sehr düstere Seite. Er zeigt sich Enneleyn gegenüber sehr bald als brutaler Ehemann, der sehr zweifelhafte Pläne verfolgt.

Petra Schier gelingt es, die mittelalterliche Welt in Koblenz vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben zu erwecken, was durch den alten Stadtplan vorne im Buch noch erleichtert wird. Ein Personenverzeichnis hinten hilft einem, den Überblick über die Figuren zu gewinnen.

Obwohl ich Bücher mit mystischen Elementen nicht besonders mag, konnte ich die Geschichte, um die Reliquie, des Kreuzes des Zachäus, sehr genießen, weil ich mir vor Augen halte, dass der Glaube an übersinnliche Kräfte im Mittelalter für die Menschen sehr prägend war und im Nachwort dem Kreuz auch noch mal eine wunderschöne Symbolik verliehen wird. Die Hauptfigur Enneleyn fand ich etwas schwächer als zum Beispiel Luzia aus „Die Gewürzhändlerin“. Das ist in Ordnung, weil viele junge Frauen so unsicher wie Enneleyn sind und häusliche Gewalt verschweigen. Dennoch identifiziert man sich natürlich lieber mit starken Figuren. Ich hätte gerne noch etwas mehr von den Tätigkeiten eines Kaufmanns gelesen, aber vielleicht hätte das für viele Leser das Buch zu sehr in die Länge gezogen.

Von mir erhält dieses Buch eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.

02.10.2015 18:42:38
PMelittaM

Koblenz 1362: Enneleyn von Manten fühlt sich, obwohl ihr Vater sie anerkannte und zu sich nahm, als Bastard nirgends richtig zugehörig. Als der Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, ist sie glücklich und ahnt nicht, dass ihre Ehe nicht den erhofften Verlauf nehmen wird.

Anton Bongert hat sich in Italien eine erfolgreiche Existenz aufgebaut, doch die Sehnsucht nach seiner alten Heimat bringt ihn dazu, seine Zelte in Mailand abzubrechen und nach Koblenz reisen.

Wulfhard de Berge, Kaufmann aus Konstantinopel, reist ebenfalls nach Koblenz. Er hat allerdings nicht nur Geschäfte im Sinn sondern will einen ganz besonderen Gegenstand wieder heimholen.

Im Mittelpunkt des dritten Teils der Kreuztrilogie Petra Schiers stehen dieses Mal Enneleyn, die Bastardtochter Johann von Mantens, der zusammen mit seiner (zukünftigen) Ehefrau Elisabeth im Zentrum des ersten Bandes stand und Anton, Bruder Luzias, der Heldin des zweiten Bandes. Die Charaktere der beiden vorherigen Bände spielen natürlich auch hier wieder eine Rolle, wir erfahren nicht nur, wie es ihnen bis hierhin ergangen ist, sie sind auch in die neue Handlung verstrickt.

Leider ist mir Enneleyn nicht so ans Herz gewachsen, wie Elisabeth und Luzia im ersten und zweiten Band, sie ist mir tatsächlich noch nicht einmal sehr sympathisch. So kann ich leider auch nicht so mit ihr fühlen, wie ich es mir wünschen würde. Im Gegensatz zu anderen Romanen der Autorin wirken in diesem die Charakterer generell oberflächlicher auf mich, sie werden mir nicht richtig nahe gebracht, ihr Handeln ist für mich nicht immer nachvollziehbar, auch wenn ich die Umstände bedenke. Und auch der Antagonist bietet nicht sehr viel, er ist vor allem böse. Ein bisschen weniger Schwarz-Weiß-Malerei (wie ich das eigentlich auch aus anderen Romanen der Autorin kenne), hätte dem Roman gut getan.

Auch die Handlung an sich erscheint mir seichter als ich es von Petra Schier kenne und auch recht vorhersehbar. Der Focus liegt mir zu sehr auf der Liebesgeschichte, es gibt für mich zu wenig interessantes Drumherum und historische Einbettung. Auch das liegt wohl mit daran, dass Enneleyn ein deutlich weniger interessanter Charakter ist, als es Elisabeth und Luzia waren. Einzig die Storylines um Anton (vor allem auf seiner Reise) und Wulfhard stechen heraus.

Aber ich will nicht nur meckern. Der Roman bietet trotz aller Kritik gute Unterhaltung. Er lässt sich gut und zügig lesen, ist spannend und es ist schön, die liebgewonnenen Charaktere wieder zu treffen (sogar ein paar, mit denen ich gar nicht gerechnet habe). Wer die ersten beiden Bände der Trilogie gelesen hat, wird um diesen Band nicht herumkommen und das auch gar nicht wollen. Am Ende ist man als Leser zufrieden, man kann die Charaktere mit ihrem weiteren Schicksal alleine lassen.

Das Buch hat wieder einige Extras zu bieten, auf einer Karte kann man die Wege der Charaktere verfolgen, das Personenverzeichnis bietet gute Dienste, falls man die Übersicht über die Personen verliert, und ein Gericht, das im Roman gekocht wurde, kann man dank des angehängten Rezeptes selbst ausprobieren. Einzig ein Nachwort, in dem die Autorin auf Historisches eingeht, hat mir gefehlt, so hätte ich mir z. B. Informationen über die Maut des Ehemannes, die Mitgift oder die Aussegnung nach der Geburt gewünscht.

Man kann diesen Band zwar durchaus lesen, ohne die beiden Vorgänger zu kennen, es empfiehlt sich jedoch, die Reihenfolge einzuhalten, die Lesefreude ist einfach größer, wenn man die Personen und ihre bisherige Geschichte schon kennt. Mir hat der Roman leider nicht ganz so gut gefallen wie andere Werke der Autorin, ich vergebe 3,5 Sterne, die ich, wie immer, aufrunde.