Die Landkarte des Chaos

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Kindler, 2014, Titel: 'El mapa del caos', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Von der Liebe zum Detail

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2015

Es ist der dritte Teil zu seiner Landkarten-Trilogie, den Félix J. Palma mit Die Landkarte des Chaos vorlegt. Eine Trilogie, die den Leserinnen und Lesern ein Feuerwerk von skurrilen Situationen und Figuren bietet ihnen aber auch einiges an Geduld abverlangt. Die Grundgeschichte aus dem viktorianischen England ist an sich schnell erzählt: Die junge Emma verliert bei einem Unfall mit einem der Autos, die eben erst auf den Straßen auftauchen, ihr Leben. Ihr Verlobter, der Millionär Gilmore ist untröstlich. Er will alles dafür geben, seine Geliebte wieder zum Leben zu erwecken. Um mit ihr in Kontakt zu treten, lässt sich der verzweifelte Verlobte auf spirituelle Sitzungen ein. Dort begegnet er allerlei interessanten Menschen. Unter anderem den Autoren Arthur Conan Doyle oder Charles Dodgon, der unter dem Pseudonym Lewis Carroll Alice im Wunderland geschaffen hat. Die Autoren, deren Phantasie kaum Grenzen kennt, kennen nur ein Ziel: Sie wollen Gilmore helfen, seine so schmerzlich vermisste Geliebte wieder zu finden. Selbst wenn das heißt, sich auf eine mehr als gewagte Erfindung von H.G. Wells und dessen Frau einzulassen. Dass ob all dieser unfassbaren Szenen einiges drunter und drüber geht, vor allem aber die Grenze zwischen den Welten verwischt wird, versteht sich von selbst.

Die Geschichte ist fertig erzählt

Warum also wird ob der vielen bunten und lebendigen Details Geduld von den Leserinnen und Lesern gefordert? Félix J. Palma ist ein wunderbarer Erzähler, das hat er schon mit den ersten beiden Teilen der Trilogie bewiesen und das zeigt er auch unbestritten im dritten Teil. Aber die Geschichte ist definitiv fertig erzählt. Die vielen Detailschilderungen, die schon den zweiten Teil der Trilogie belastet haben, treten noch häufiger zutage, da und dort wirkt die Geschichte bemüht an den ersten Band angeknüpft, der mit einer Leichtigkeit daher kommt, die im dritten Teil leider vergebens gesucht wird. Hat man sich erst an den schmissigen Schreibstil des Autors gewöhnt, verliert es bald etwas an Reiz. Umso mehr, als sich die Ereignisse in etlichen Szenen so schnell um ihre Achse drehen, dass dem Leser quasi schwindelig wird und er den Boden gänzlich unter den Füssen verliert. Das wird mit der Zeit ermüdend und man ertappt sich immer mal wieder beim Gedanken, dass die Geschichte so langsam zum Ende kommen dürfte.

Figuren nicht überall überzeugend

Was eine ganze Weile überraschend gewesen war, verliert immer mehr den Reiz. Die Einbindung der bekannten Figuren wie Sir Conan Doyle als Erfinder von Sherlock Holmes oder auch H.G. Wells nutzt sich schnell ab und die Fantasie, mit der Palma die Figuren in einen ganz anderen Kontext stellt, als sie geschichtlich zu finden sind, wird mit der Zeit etwas spröde. Natürlich gelingt es Félix J. Palma nach wie vor, in seinem Roman auch viel vom Geist der viktorianischen Zeit einzufangen, allem voran den Glauben an die Spiritualität, was es einigen Betrügern sehr einfach macht, seine Zeitgenossen hinters Licht zu führen. Die Fülle der Figuren und die zahlreichen kleinen Nebenschauplätze, mit denen der Roman aufwartet, führt leider dazu, dass die einzelnen Protagonisten oberflächlich bleiben und dem Leser nicht so richtig nahe kommen können. Hier hätte der Autor ruhig etwas weniger üppig auftischen können, die literarische Mahlzeit wäre dadurch bekömmlicher geworden.

Ein Buch zum mehrmals lesen

Die schillernde Welt, die Félix J. Palma in seinen Landkarte-Romanen skizziert, hat aber auch durchaus ihr Gutes. Es ist absolut nicht verkehrt, die Bücher immer mal wieder zur Hand zu nehmen. Dank den schnellen Entwicklungen und der breiten Palette von handelnden Personen wird der Leser jedes Mal etwas Neues entdecken, das ihm beim letzten Mal noch verborgen geblieben ist. 

Die Landkarte des Chaos

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