Sehnsucht nach Somerton Court

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2015, Titel: 'Emeralds and Ashes', Originalausgabe

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Karin Speck
Wieder nur seichte Unterhaltung

Buch-Rezension von Karin Speck Sep 2015

1914, der Erste Weltkrieg ist ausgebrochen und auch Somerton Court bleibt nicht davon verschont. Während die Bewohner sich darauf einstellen, mit Kürzungen zu leben, die das tägliche Leben betreffen, kämpfen andere um ihr Überleben an der Front. Rose Averley ist mit ihrem Ehemann in Ägypten, als sie von dem Kriegsausbruch erfährt. Sie macht sich auf eine gefahrvolle Rückkehr, während auf Somerton Court das normale Leben weitergeht. Hier wird weiterhin nach einem Ehemann für Charlotte gesucht und auch Georgiana hat so ihre Probleme. Ada darf endlich studieren. Für alle wird sich das Leben verändern, aber davon ahnt die Familie noch nichts.

Auch der dritte Band kann nicht wirklich überzeugen

Dies ist bereits der dritte Band, um die Adelsfamilie Westlake, die auf Somerton Court lebt. Durch den viel zu modernen Erzählstil von Leila Rasheed entsteht leider nicht das Gefühl eben am Anfang des 20. Jahrhunderts zu stehen. Sie schafft es nicht, das Lebensgefühl der Adelsfamilien zu vermitteln. Auch das der Erste Weltkrieg das Leben aller veränderte und eine sehr schwere Zeit bevorstand, bekommt sie nicht richtig vermittelt. Es gibt zwar durchaus Ansätze, als zum Beispiel Charlotte sich entschließt, als Krankenschwester zu arbeiten. Hier wird schon von den Strapazen erzählt und davon wie schwer es die Männer hatten, aber irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen. Wobei dieser dritte Band wohl der Beste der Trilogie ist und wenigstens angenehm zu lesen und auch ein bisschen unterhält. Als Liebesroman gesehen, ist er gut zu lesen, weniger als historischer Roman. Hierfür fehlen einfach die Details und Genauigkeit. Sätze wie Sie würde jetzt gern ins Kino gehen wirken irgendwie fehl am Platz.

Trotz ein paar historischer Details entsteht nicht das rechte Zeitgefühl

Auch bleiben die Charaktere irgendwie blass und unscheinbar. Die Autorin springt immer wieder zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her. Vor jedem Kapitel steht zwar, bei wem man sich gerade befindet, aber egal welcher Charakter gerade dran ist, es entsteht einfach nicht das Gefühl, einen historischen Roman zu lesen. Da hilft es auch nicht, dass sie mit Connor Kearney einen Charakter ins Spiel bringt, der sich für die Belange Irlands einsetzt. Selbst Ada, die ja endlich studieren darf und hier wohl den Bereich der Suffragetten abdecken soll, gelingt es nicht, ein Zeitgefühl entstehen zu lassen. Lange Zeit hat man sogar das Gefühl, mehrere Bücher zu lesen. Die einzelnen Handlungsstränge wollen nicht so recht zueinanderpassen. Erst ganz zum Schluss hin wird es dann besser, alle Wege führen eben nach Somerton Court. Auch hat man irgendwie das Gefühl, die Geschichte schon zu kennen. Jeden Falls, wenn man mehr aus diesem Genre und speziell aus dieser Zeit in England gelesen hat.

Netter Liebesroman, aber auch nicht mehr

Genau wie die Vorgängerbände ist Sehnsucht nach Somerton Court ein netter Liebesroman, der vor historischer Kulisse spielt aber nicht unbedingt etwas, mit einem historischen Roman zu tun hat. Er lässt sich schnell und locker lesen, ohne dabei große Überraschungen parat zu haben. 

Sehnsucht nach Somerton Court

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