Todeszeit

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • , 2015, Titel: 'Todeszeit', Originalausgabe

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Jörg Kijanski
Kurze, aber durchaus lesenswerte Zeitreise

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2015

Berlin, März/April 1893: Auf dem Tisch des Leichenbeschauers Conrad Ackermann liegt die ermordete Gelegenheitsprostituierte Sally Dennerlein. Während sich Ackermann über das stümperhafte Vorgehen des Mörders aufregt, sitzt dieser bereits zum Verhör bei Kommissar Paul Bärenzung. Angesichts der blutdurchtränkten Kleidung wurde Simon Landshoff kurz nach Verlassen des Tatortes gefasst und ist geständig. Landshoff arbeitete bis vor kurzem in der Essigfabrik von Kommerzienrat Oscar von Kröchlendorf. Aus dessen Tresor entwendete er Unterlagen, mit denen er hoffte, seiner angebeteten Sally ein sorgenfreies Leben bieten zu können. Als diese ihn abweist, kommt es zur Tat. Nur zwei Wochen nach diesem Vorfall ereignet sich am Anhalter Bahnhof ein weiterer Mord; das Opfer ist Kommerzienrat Kröchlendorf.

 

"Jemand hatte in einem der Abteile einen kleinkalibrigen Revolver abgefeuert. So etwas war in D-Zügen absolut unüblich und wurde deshalb auch in keiner Dienstvorschrift erwähnt."

 

Kriminalinspektor Louis Maria Helfricht von Angern schaltet sich in die Ermittlungen ein, doch hat er ein brisantes Problem. Der vermeintliche Mörder Kröchlendorfs, Georg Seepolt, konnte nach der Tat zwar gestellt werden, hat aber ein ebenso vermeintlich sicheres Alibi. Glaubhafte Zeugen sagen aus, dass der Mord um 15 Uhr stattfand und dass Seepolt just in dieser Minute eine Kneipe betrat, die vom Tatort gut einen Kilometer entfernt liegt. Erst die Beteiligung von von Angerns väterlichem Freund, dem Theaterkritiker Theodor Fontane, löst das zeitliche Problem. Doch das Morden geht weiter &

Ein paar Ungenauigkeiten trüben das Leseerlebnis nicht

Zu Beginn der Lektüre gibt es leichte Irritationen, die allerdings wohl vom herausgebenden Verlag zu verantworten sind. Auf dem Buchcover steht "Ein Fontane-Krimi", was übertrieben erscheint, da dieser nur kleine "Gastauftritte" hat, was wiederum dessen schwerer Erkrankung geschuldet ist. Wer den Schriftsteller hingegen "in Aktion" sehen möchte, wird hier womöglich etwas enttäuscht sein (als Alternative bieten sich die Fontane-Krimis von Frank Goyke an). Ärgerlich ist zudem die Inhaltsangabe auf der Buchrückseite. Demnach wird eine Prostituierte ermordet und der einzige Verdächtige hat ein Alibi. Wie eingangs dargestellt ist dies nicht richtig, so dass man zunächst verwirrt dreinschaut. Hat man sich aber in den Plot eingelesen, wird es interessanter. Der Roman umfasst keine 150 Seiten, dafür ist es umso bemerkenswerter wie es dem Autor gelungen ist, sozusagen "in der Kürze der Zeit", derart gekonnt in die damalige Zeit einzuführen.

Zum familiären Hintergrund des Autors: Der Protagonist Louis Maria Helfricht von Angern ist der Urgroßvater des Autors, der mit Theodor Fontane befreundet war. In dessen Nachlass befand sich ein Koffer mit (lückenhaften) Aufzeichnungen von Kriminalfällen, an denen Fontane mitgewirkt hat. Interessant ist hierbei, dass der Autor den Ermittlungserfolg im vorliegenden Fall nahezu ausschließlich Fontane zubilligt, während der Urgroßvater eher "bescheiden" wegkommt. Dies ist durchweg positiv zu verstehen, denn man hätte ja auch eine große Lobhudelei erwarten können, angesichts der ach so tollen Vorfahren.

 

"Mein lieber von Angern, erinnern Sie sich an den englischen Detektiv, von dem ich Ihnen berichtet habe? Sein Credo lautet: "Sehen heißt beobachten, beobachten heißt analysieren." Und Sie, mein lieber Freund, sehen nur, aber Sie beobachten nicht. Vom Analysieren ganz zu schweigen."

 

Hier findet Wolf von Angern eine erfreulich-nüchterne Form in seinen Ausführungen. Die prosperierende Stadt Berlin wird ebenfalls interessant dargestellt, gleiches gilt für die Polizeiarbeit und die Familie von Angerns. Wenngleich der Fall eingangs irritiert, da die Mörder immer schnell feststehen, gibt es zumindest eine überraschende Wendung bei der finalen Auflösung. 

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