Die Hexe von Dunwich

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Lübbe, 2005, Titel: 'The Dark Water', Originalausgabe

Couch-Wertung:

85

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
1 50 100

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91-100
1 x 81-90
0 x 71-80
0 x 61-70
0 x 51-60
0 x 41-50
0 x 31-40
0 x 21-30
0 x 11-20
0 x 1-10
B:85
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":1,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Jörg Kijanski
Mörderischer Abschluss der Doyle-Bell-Trilogie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2015

Da Die Hexe von Dunwich der Abschluss der Trilogie um das Ermittlerduo Dr. Joseph Bell und Arthur Conan Doyle bildet, gibt es in der nachfolgenden Bewertung einige Hinweise auf die Vorgänger. Wer also die ersten beiden Teile (Die Augen der Heather Grace und Die Zeichen der Furcht) noch nicht gelesen hat, sollte die Rezension an dieser Stelle nicht weiterlesen. Mit anderen Worten, es besteht große Spoilergefahr!

Zum Finale des offenen Endes von Die Zeichen der Furcht besuchte Doyle die mit ihm befreundete Familie Morland, wo er auf einen weiteren Besucher traf; seinen Erzfeind Thomas Neill Cream. In ihrer gemeinsamen Zeit in Edinburgh waren Doyle und Cream zeitweise befreundet, doch dann bemerkte Doyle, dass Cream ein Mörder ist. Dieser ermordete später Elsbeth, die große Liebe in Doyles Leben. Seitdem jagen Doyle und sein Mentor Dr. Bell den Mörder, doch dieser tauchte vorübergehend in Amerika unter. Zum Finale des zweiten Bandes tauchte er dann überraschend bei den Morlands auf und Doyle versank in großer Dunkelheit, nachdem er ein Begrüßungsgetränk zu sich genommen hatte.

In Die Hexe von Dunwich erwacht Doyle in einem abgelegenen Haus als Gefangener von Cream. Doyle gelingt nur mühsam die Flucht, doch er schafft es letztlich, sich nach Edinburgh durchzuschlagen, wo er ein paar Tage bei Sir Henry Carlisle, dem Ehemann von Elsbeths Schwester, unterkommen kann. Doyle und Sir Henry verbindet aufgrund vergangener Ereignisse nicht gerade eine enge Freundschaft; ganz im Gegenteil. Kurz darauf gibt es ein Wiedersehen mit Dr. Bell und so machen sich die beiden Freunde auf die Jagd. Eine erste viel versprechende Spur führt sie in das verschlafene Örtchen Dunwich, wo sich schon bald darauf seltsame Todesfälle zutragen. Sollte an der Legende um die Hexe von Dunwich Heath etwas Wahres dran sein? 1690 führte die Sage bereits zu einer großen Hexenjagd. Dr. Bell und Doyle jedoch wissen es besser: Cream treibt erneut sein Unwesen ...

Die dunklen Anfänge von Sherlock Holmes

David Pirie schrieb unter anderem die Drehbücher der BBC-Serie "Murder Rooms - The Dark Beginning of Sherlock Holmes". Die Trilogie um Dr. Bell und Doyle basiert hierauf und erzählt sozusagen die Vorgeschichte von Sherlock Holmes, so dass man sich Cream als Vorgänger von Professor Moriarty vorstellen darf. Zumindest so ähnlich. Als junger Medizinstudent lernt Doyle den kauzigen Dr. Bell kennen, der ihm anbietet, ihm als Assistent bei der Lösung einiger Kriminalfälle behilflich zu sein. Dabei bedient sich Dr. Bell einer ungewöhnlichen Methode, die schon fast als Gauklerei daherkommt und sich Deduktion nennt. Unschwer zu erkennen, dass Dr. Bell (1837 1911), ein Pionier der Forensik, das reale Vorbild für Sherlock Holmes ist und so erschafft David Pirie eine Variante, wie es denn möglicherweise zu der Idee zu den erfolgreichen Romanen um den bis heute bekanntesten Meisterdetektiv gekommen sein könnte.

 

"Und die grauenvolle Affäre in Südengland, die mit unserer Abfahrt in Edinburgh im Dezember 1883 ihren Anfang nahm, sollte ihren auffälligsten, wenn auch nicht einzigen Nachhall in jener Geschichte finden, die meine berüchtigtste werden sollte: "Das letzte Problem." Diese Erzählung, komprimiert und abgemildert, wie sie ist, erscheint beinahe mehr als eine Parabel der im Folgenden beschriebenen Ereignisse als deren wahrheitsgemäße Wiedergabe. Doch zumindest in einer Hinsicht sehe ich eine direkte Parallele, nämlich die Eile und Aufregung betreffend, mit der Bell und ich am nächsten Morgen zu unserer Reise aus Edinburgh aufbrachen, genauso wie meine Helden ab Victoria mit dem Zug nach dem Kontinent, um dem Zugriff von Moriarty zu entkommen. Der Hauptunterschied war, dass uns keine geruhsame Bergwanderung durch die Schweiz erwartete, sondern die Dringlichkeit mit jeder neuen Entwicklung nur noch wuchs."

 

Dabei löst Dr. Bell die Fälle auf die gewohnt-berüchtigte Weise, in dem er sein Wissen soweit es geht zurückhält, Doyle mit seiner ruppigen Art gerne mal düpiert und den Leser weitgehend im Unklaren lässt. Gleichzeitig gibt der Autor Einblicke in das viktorianische Zeitalter, wo Aberglaube und Wissenschaft aufeinander prallen, sowie in die Autobiografie von Doyle und bietet somit eine interessante, leicht zu lesende Lektüre für alle Holmes-Fans. Allerdings macht diese nur Sinn, wenn man alle drei Bände in chronologischer Reihenfolge liest.

Fazit: Die Trilogie ist für jeden Sherlock-Holmes-Fan ein Muss!

Die Hexe von Dunwich

Die Hexe von Dunwich

Deine Meinung zu »Die Hexe von Dunwich«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
09.08.2017 15:37:09
tassieteufel

Dr. Bell und Doyle ist es nicht gelungen ihren Erzfeind dingfest zu machen, vielmehr ist Arthur in dessen Gewalt geraten und ist nun Cream schutzlos ausgeliefert. Nach einer mühsamen Befreiung in letzter Sekunde gelingt Doyle die Flucht und er kann sich nach Edinburgh zu Dr. Bell durchschlagen. Erneut nehmen sie die Verfolgung von Cream auf, die sie in den kleinen Ort Dunwich verschlägt. Der verschlafene Ort ist nicht nur durch eine Hexensage belastet, er rutscht auch immer weiter ins Meer ab und ist so vom Untergang bedroht. Zudem läßt eine Reihe von bizarren Todesfällen die Hexensage erneut aufleben. Während die Dorfbewohner zunehmend er Angst verfallen, die Hexe wäre wieder auferstanden, vermutet Bell, dass ihr Erzfeind hier sein Unwesen treibt.

Nach dem abrupten und sehr offenen Teil 2 wird hier die Geschichte nahtlos fortgesetzt. Arthur Conan Doyle befindet sich in der Gewalt seines Feindes und muß das Schlimmste fürchten. Hier wird von Anfang an eine dichte und düstere Stimmung aufgebaut, die sich durch das ganze Buch zieht und sich während des weitern Handlungsverlaufes noch weiter steigert. Wieder ist es dem Autor gelungen, ein dichtes und stimmiges Bild des viktorianischen Zeitalters zu zeichnen, in dem Aberglaube und wissenschaftlicher Fortschritt aufeinander prallen. Auch die Denk - und Handlungsweise seiner Charaktere ist an die handelnde Zeit angepaßt, so dass man als Leser hier einen realistischen Einblick erhält.
Zum Ende hin überstürzen sich die Ereignisse allerdings doch ein wenig und es bleiben auch einige Fragen offen, fast könnte man meinen der Autor hätte sich hier ein Hintertürchen offen gehalten für eine mögliche Fortsetzung, denn so ganz geklärt wird Cream's Schicksal nicht. Insgesamt ist "Die Hexe von Dunwich" aber ein stimmiger Abschluß der Trilogie, der die gelungene Idee von den Anfängen von Sherlock Holmes zu einem stimmigen Ende führt. Der reale Joseph Bell, der ein logischer Denker ist und mit Hilfe der Deduktion seine Schlüsse zieht, ist nicht nur ein guter Mediziner, er begeistert sich auch für Forensik und ist somit ein ideales Vorbild für den späteren Meisterdetektiv Holmes und Doyle selbst liefert ebenfalls eine gute Vorlage für Doktor Watson. Mir hat die Idee des Autors, wie es zur Entstehung des Duos Holmes/Watson gekommen ist, sehr gut gefallen, zumal die viktorianische Zeit sehr lebendig und facettenreich geschildert wird. Allerdings sollte man alle 3 Teile nacheinander und möglichst zeitnah lesen, da sonst zu viel verloren geht, Quereinsteiger werden hier also nur bedingt Freude haben.

Fazit: ein guter Abschluß der Triologie, der aber doch einige Fragen offen läßt! Fans viktorianischer Krimis kommen hier aber voll auf ihre Kosten und sollten nur beachten, die 3 Teile in der richtigen Reihenfolge und zusammenhängend zu lesen.

23.10.2015 14:39:56
Blackfairy71

Nach dem plötzlichen Ende von Teil 2 "Die Zeichen der Furcht" erwacht Arthur Conan Doyle in einer Hütte im Welt, ohne zu wissen, wo er ist. Schnell kehren die Erinnerungen zurück und ihm wird klar, dass er sich in der Gewalt seines ehemaligen Studentenfreundes Thomas Neil Cream befindet, einem skrupellosen Serienkiller, der nur tötet, weil es ihm Spaß macht und er andere damit quälen will.
Zum Glück kann Doyle entkommen und zusammen mit seinem Mentor Dr. Joseph Bell reist er nach Dunwich, wo ein ungelöster Mordfall aufzuklären ist und der Sage nach eine Hexe dahinterstecken soll. Unheimliche Ereignisse scheinen dies zu bestätigen. Bell ist allerdings davon überzeugt, dass ein alter Bekannter dahinter steckt und nach und nach versucht er mit seiner speziellen Methode Licht ins Dunkel des Dorfes und ihrer abergläubischen Bewohner zu bringen...

Eigentlich finde ich es ein bisschen schade, dass nun Schluss ist mit den Geschichten um Doyle und Bell, der als Vorbild für Sherlock Holmes gilt. Mir gefällt die Idee von David Pirie, dass der spätere Autor und sein Mentor Dr. Joseph Bell diese spannenden und gefährlichen Abenteuer tatsächlich zusammen erlebt haben und Doyle daraus dann seine weltberühmten Detektivgeschichten machte und Bell somit ein Denkmal setzte. Ob das wirklich der Fall war, hat Doyle bis zu seinem Tod nie zugegeben. Fakt ist nur, dass Doyle tatsächlich der Assistent des Arztes war und ihn für seinen brillanten Verstand und seine Kombinationsgabe bewunderte.
Auch Thomas Neil Cream ist eine reale Figur und gilt als einer der ersten Serienmörder in der Geschichte. Seine Taten beging er in England und den USA. Allerdings traf er wohl nie auf Bell oder Doyle.

Wie schon die beiden Vorgänger spielt auch "Die Hexe von Dunwich" zu Ende des 19. Jahrhunderts. David Pirie schreibt sehr anschaulich und versetzt den Leser direkt in die damalige Zeit, man hat das Gefühl Doyle und Bell die ganze Zeit tatsächlich zu begleiten. Es ist kein fröhliches Buch, die Stimmung ist düster und oft bedrückend. Das Entsetzen und die Wut über Creams Taten sind greifbar und Doyles Gefühle gut nachvollziehbar, denn bis dahin gab es kaum Mörder, die aus reiner Lust am Töten ihre Opfer suchten. Oder weil sie andere damit treffen wollten, wie in diesem Fall der Mord an Doyles Verlobten Elsbeth.

Wer die ersten beiden Teile gelesen hat, für den ist dieser letzte Teil natürlich ein Muss. Und wer gute englische Krimis mag und auch allen Sherlock-Holmes-Fan kann ich diese Trilogie sehr empfehlen. Aber bitte chronologisch lesen.