Die Hexe von Dunwich

  • Lübbe
  • Erschienen: Januar 2015
  • Lübbe, 2005, Titel: 'The Dark Water', Originalausgabe
Die Hexe von Dunwich
Die Hexe von Dunwich
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Jörg Kijanski
85

Histo-Couch Rezension vonSep 2015

Mörderischer Abschluss der Doyle-Bell-Trilogie

Da Die Hexe von Dunwich der Abschluss der Trilogie um das Ermittlerduo Dr. Joseph Bell und Arthur Conan Doyle bildet, gibt es in der nachfolgenden Bewertung einige Hinweise auf die Vorgänger. Wer also die ersten beiden Teile (Die Augen der Heather Grace und Die Zeichen der Furcht) noch nicht gelesen hat, sollte die Rezension an dieser Stelle nicht weiterlesen. Mit anderen Worten, es besteht große Spoilergefahr!

Zum Finale des offenen Endes von Die Zeichen der Furcht besuchte Doyle die mit ihm befreundete Familie Morland, wo er auf einen weiteren Besucher traf; seinen Erzfeind Thomas Neill Cream. In ihrer gemeinsamen Zeit in Edinburgh waren Doyle und Cream zeitweise befreundet, doch dann bemerkte Doyle, dass Cream ein Mörder ist. Dieser ermordete später Elsbeth, die große Liebe in Doyles Leben. Seitdem jagen Doyle und sein Mentor Dr. Bell den Mörder, doch dieser tauchte vorübergehend in Amerika unter. Zum Finale des zweiten Bandes tauchte er dann überraschend bei den Morlands auf und Doyle versank in großer Dunkelheit, nachdem er ein Begrüßungsgetränk zu sich genommen hatte.

In Die Hexe von Dunwich erwacht Doyle in einem abgelegenen Haus als Gefangener von Cream. Doyle gelingt nur mühsam die Flucht, doch er schafft es letztlich, sich nach Edinburgh durchzuschlagen, wo er ein paar Tage bei Sir Henry Carlisle, dem Ehemann von Elsbeths Schwester, unterkommen kann. Doyle und Sir Henry verbindet aufgrund vergangener Ereignisse nicht gerade eine enge Freundschaft; ganz im Gegenteil. Kurz darauf gibt es ein Wiedersehen mit Dr. Bell und so machen sich die beiden Freunde auf die Jagd. Eine erste viel versprechende Spur führt sie in das verschlafene Örtchen Dunwich, wo sich schon bald darauf seltsame Todesfälle zutragen. Sollte an der Legende um die Hexe von Dunwich Heath etwas Wahres dran sein? 1690 führte die Sage bereits zu einer großen Hexenjagd. Dr. Bell und Doyle jedoch wissen es besser: Cream treibt erneut sein Unwesen ...

Die dunklen Anfänge von Sherlock Holmes

David Pirie schrieb unter anderem die Drehbücher der BBC-Serie "Murder Rooms - The Dark Beginning of Sherlock Holmes". Die Trilogie um Dr. Bell und Doyle basiert hierauf und erzählt sozusagen die Vorgeschichte von Sherlock Holmes, so dass man sich Cream als Vorgänger von Professor Moriarty vorstellen darf. Zumindest so ähnlich. Als junger Medizinstudent lernt Doyle den kauzigen Dr. Bell kennen, der ihm anbietet, ihm als Assistent bei der Lösung einiger Kriminalfälle behilflich zu sein. Dabei bedient sich Dr. Bell einer ungewöhnlichen Methode, die schon fast als Gauklerei daherkommt und sich Deduktion nennt. Unschwer zu erkennen, dass Dr. Bell (1837 1911), ein Pionier der Forensik, das reale Vorbild für Sherlock Holmes ist und so erschafft David Pirie eine Variante, wie es denn möglicherweise zu der Idee zu den erfolgreichen Romanen um den bis heute bekanntesten Meisterdetektiv gekommen sein könnte.

 

"Und die grauenvolle Affäre in Südengland, die mit unserer Abfahrt in Edinburgh im Dezember 1883 ihren Anfang nahm, sollte ihren auffälligsten, wenn auch nicht einzigen Nachhall in jener Geschichte finden, die meine berüchtigtste werden sollte: "Das letzte Problem." Diese Erzählung, komprimiert und abgemildert, wie sie ist, erscheint beinahe mehr als eine Parabel der im Folgenden beschriebenen Ereignisse als deren wahrheitsgemäße Wiedergabe. Doch zumindest in einer Hinsicht sehe ich eine direkte Parallele, nämlich die Eile und Aufregung betreffend, mit der Bell und ich am nächsten Morgen zu unserer Reise aus Edinburgh aufbrachen, genauso wie meine Helden ab Victoria mit dem Zug nach dem Kontinent, um dem Zugriff von Moriarty zu entkommen. Der Hauptunterschied war, dass uns keine geruhsame Bergwanderung durch die Schweiz erwartete, sondern die Dringlichkeit mit jeder neuen Entwicklung nur noch wuchs."

 

Dabei löst Dr. Bell die Fälle auf die gewohnt-berüchtigte Weise, in dem er sein Wissen soweit es geht zurückhält, Doyle mit seiner ruppigen Art gerne mal düpiert und den Leser weitgehend im Unklaren lässt. Gleichzeitig gibt der Autor Einblicke in das viktorianische Zeitalter, wo Aberglaube und Wissenschaft aufeinander prallen, sowie in die Autobiografie von Doyle und bietet somit eine interessante, leicht zu lesende Lektüre für alle Holmes-Fans. Allerdings macht diese nur Sinn, wenn man alle drei Bände in chronologischer Reihenfolge liest.

Fazit: Die Trilogie ist für jeden Sherlock-Holmes-Fan ein Muss!

Die Hexe von Dunwich

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