Das Geheimnis jenes Tages

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Droemer-Knaur, 2015, Titel: 'Das Geheimnis jenes Tages', Originalausgabe

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Rita Dell'Agnese
Die Geschichte will sich nicht so richtig entwickeln

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2015

Amalie Dietrich ist eine selbstbestimmte junge Frau, und das in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Trotz Warnung ihres Vaters setzt sie durch, dass sie den jungen Naturforscher Wilhelm Dietrich heiraten kann. Sie wird zu seiner fleissigen Helferin, wenn es darum geht, Blumen und Pflanzen zu sammeln, sie zu präparieren und zu beschriften und die Alben anschliessend an Apotheken, Schulen und private Liebhaber zu verkaufen. Für Amalie scheint das Glück perfekt, als sich ein Kind ankündigt. Doch zur grenzenlosen Enttäuschung von Wilhelm ist es nur eine Tochter. Amalies Ehemann, schon vor der Geburt des Kindes ein Meister im Delegieren, zieht sich immer mehr von seiner kleinen Familie zurück und lässt seine Frau die beschwerlichen Reisen durch Europa alleine machen. Als Amalie auf einer Reise entkräftet zusammenbricht, gibt Wilhelm sie auf. Nach ihrer Rückkehr alleine auf sich gestellt, widmet sich Amalie mit voller Energie der Erforschung der Natur, was sie nach Australien führt.

Gut 150 Jahre nach Amalies Reise nach Australien will die deutsche Archäologie-Professorin Nadine einem Aborigine-Stamm ein Artefakt übergeben, das Amalie einst von ihrer Reise mitgebracht hat. Begleitet wird Nadine von ihrer knapp erwachsenen Tochter Alina, die die Chance nutzen möchte, Australien zu bereisen. Doch Alina gerät einem undurchsichtigen Mann in die Hände. Nadine fürchtet um das Leben ihrer Tochter und bringt sich selber in Gefahr.

Zeitweise zähflüssig

Die Idee für die Geschichte hat etwas für sich - zumindest, was den Teil von Amalie Dietrich betrifft - einer historisch verbürgten Figur. Die Autorin Annette Dutton legt den Finger auf die empfindliche Stelle: Als Mann im Hause ist Wilhelm Dietrich vollständig auf sich selber bezogen und lässt seine Frau die Arbeit tun, für die er den Lohn einstreicht. Ein für die damalige Zeit weit verbreitetes Arrangement, da es den Frauen generell an Anerkennung fehlte. Ihre Protagonistin stattet Annette Dutton jedoch mit genügend Kampfgeist und Tatkraft aus, dass sie sich von den Fesseln der Loyalität zu ihrem Ehemann lösen kann und ihren eigenen Weg geht. Diesen Prozess stellt die Autorin überzeugend und schön dar. Auch der Zwiespalt, in den Amalie gerät, weil sie ihre Tochter Charitas immer wieder fremden Leuten überlassen muss.

Amalie gelingt es kaum, sich in der Rolle einer berufstätigen Mutter einzufinden, zumal ihr die Errungenschaft der heutigen Zeit fehlten. An sich also eine gelungene Geschichte, wenn es denn nicht so schleppend vorwärts ginge. Sehr lange wird der Leser mit den Reisen Amalies, mit dem Sammeln und Präparieren von Pflanzen und mit ihrem Versuch, aus Wilhelm doch noch einen guten Ehemann zu machen, hingehalten. Es scheint über weite Strecken, als wandere der Leser mit Amalie durch die verschiedenen Regionen Europas und sei diesem selben zähen Verlauf ausgesetzt. Erst im Laufe der Reise durch Australien kommt etwas mehr Tempo in die Geschichte hinein und sie entwickelt sich noch ganz passabel, ja vermag gar ein paar Spannungsmomente zu bieten.

Blasse Gegenwarts-Story

Nach der Lektüre wird sich mancher Leser die Frage stellen, weshalb die Autorin die beiden zeitlich verschiedenen Erzählstränge in einem Roman untergebracht hat. Im Prinzip funktionieren beide Geschichten unabhängig voneinander, wobei vor allem die Gegenwarts-Geschichte einige Schwachpunkte aufweist. Hier stehen Nadine und ihre Tochter Alina im Zentrum. Die Archäologie-Professorin hat sich nie richtig auf ihre Tochter einlassen können, da sie seit ihrer Kindheit unter einem Trauma und schweren Schuldgefühlen leidet. Hat sie doch ihre Schwester bei einem Schneesturm in den Bergen zurücklassen müssen, um Hilfe zu holen. Während Nadine gerettet wurde, starb die Schwester. Diese im Prolog erzählte Geschichte hat sehr viel Kraft und Potenzial, was der Gegenwarts-Teil dann aber im Verlaufe des Romans nicht mehr einlösen kann.

Nadine bleibt eine blasse Figur, ihrer Tochter Alina fehlt es ebenso an Konturen und viele Situationen sind denn doch etwas gar stark an den Haaren herbei gezogen. Hätte sich Annette Dutton darauf konzentriert, das Leben von Amalie Dietrich als rein historischen Roman zu konzipieren und aus der Mutter-Tochter-Beziehung von Nadine und Alina eine eigenständige, in der Gegenwart angesiedelte Geschichte zu machen, wäre das Werk überzeugender heraus gekommen. So müssen sich die Leserinnen und Leser auf einen ständigen Zeiten-Wechsel einstellen und auf zwei Geschichten, die zwar Berührungspunkte haben, aber nicht viel für einander tun.

Löblich ist das Bestreben des Verlags, verschiedene Passagen, in denen Amalie direkt zu Wort kommt, optisch vom übrigen Roman zu trennen. Leider lässt sich aber die dafür gewählte kursive Schrift nicht optimal lesen, so dass der Leserservice letztlich eher ein Hindernis beim Lesefluss darstellt. 

Das Geheimnis jenes Tages

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